Teil 1 von 3: Die technischen Daten im Überblick
DJI hat mit der Osmo Action 5 Pro die fünfte Generation seiner Actionkameras angekündigt. Diese hebt sich vom Vorgängermodell unter anderem durch den Namenszusatz „Pro“ ab, zudem kommt ein viermal höher auflösender Sensor für die Bildspeicherung zum Einsatz. Wir nehmen die neueste Actionkamera von DJI in diesem Testbericht unter die Lupe und gehen auf alle Stärken und Schwächen ein.
Der Lieferumfang:
DJI bietet die Action 5 Pro in mehreren Versionen an. Neben der Standard Combo gibt es auch die Adventure Combo mit etwas mehr Zubehör. Diese nehmen wir in folgendem Testbericht unter die Lupe. Neben dem Standard-Zubehör (Akku, Rahmen, Befestigungsadapter, Klebehalterung, Schraube, USB-Kabel) umfasst die Adventure Combo zwei Akkus, eine Akkuladeschale, den Verlängerungsstab sowie eine zweite Schraube und einen zweiten Befestigungsadapter.
Die technischen Daten:
Optisch unterscheidet sich die DJI Action 5 Pro vom Vorgängermodell Osmo Action 4 nur geringfügig, vor allem durch die abweichenden Schriftzüge auf der Vorderseite kann man beide Actionkameras auseinanderhalten. Die Gehäuse besitzen identische Abmessungen (7,1 x 4,4 x 3,8cm) und bringen mit rund 145g ebenso nahezu gleich viel auf die Waage. Völlig gleich sind beide Kameras dann aber doch nicht, denn DJI hat sich für unterschiedliche Displays entschieden. Während bei der DJI Osmo Action 4 zwei LCD-Panels mit Abmessungen von 1,4 Zoll (Vorderseite) und 2,25 Zoll (Rückseite) verbaut sind, verfügt die Osmo Action 5 Pro auf der Vorderseite über ein 1,46 Zoll messendes OLED-Modell sowie auf der Rückseite über ein 2,5 Zoll großes OLED-Panel.
Parallel zu den größeren Displaydiagonalen hat DJI zudem die Auflösungen erhöht. Von 320 x 320 Pixel auf 342 x 324 Pixel (Vorderseite) und von 640 x 360 Pixel auf 712 x 400 Pixel (Rückseite). Schärfer fallen die Displays dadurch allerdings nicht aus, die Pixeldichte ist mit 331ppi zu 323ppi sowie 326ppi (nahezu) identisch. Eingaben sind über die Panels wie beim Vorgängermodell dank des Touchscreens möglich.
Verbessert hat DJI bei seiner neuesten Actionkamera auch die Abdichtungen. Ohne spezielles Schutzgehäuse ist die Osmo Action 5 Pro bis zu einer Tiefe von 20m wasserdicht, mit Schutzgehäuse sind es bis zu 60m. Das Vorgängermodell wird ohne Schutzgehäuse somit um zwei Meter übertroffen. Gleich geblieben ist die Betriebstemperatur, diese liegt bei den bekannten -20 °C bis 45 °C. Das Objektivschutzglas lässt sich zudem wie gewohnt abnehmen.
Ein Update hat DJI des Weiteren beim Akku vorgenommen. Das neue Li-Ionen-Modell verfügt über eine Kapazität von 1.950mAh und wird offiziell mit einer Akkulaufzeit von bis zu 240 Minuten angegeben. Aufgeladen wird der Akku via USB-C, mit einem 30-Watt-Netzteil soll dies in rund 53 Minuten möglich sein. Unsere Messwerte finden sie im dritten Teil dieses Testberichts.
Zur Datenspeicherung lassen sich bei der DJI Osmo Action 5 Pro nicht nur microSD-Karten (empfohlen werden Modelle mit mindestens Video Speed Class V30; maximal 1TB Kapazität) verwenden, die Actionkamera bringt auch einen 64GB großen internen Speicher mit. Rund 47GB davon sind nutzbar. Dadurch ist man zum Beispiel beim Vergessen der Speicherkarte auf der sicheren Seite. Als Überlaufreserve oder Backup lässt sich der integrierte Speicher leider nicht verwenden, diese Optionen wären zweifellos von Vorteil.
Ein Upgrade hat DJI der Omso Action 5 Pro auch beim Bildwandler spendiert. Der Chip gehört zwar weiterhin zur 1/1,3-Zoll-Klasse, löst mit 40 Megapixel nun aber viermal höher als bei der Osmo Action 4 auf. Konkret wurde die Pixelzahl von 3.648 x 2.736 Pixel auf 7.296 x 5.472 Pixel erhöht. Während die Osmo Action 4 zu den Actionkameras mit der geringsten Auflösung gehört, zählt die Osmo Action 5 Pro zu den Modellen mit der höchsten Auflösung. Bei den Bildformaten stehen wie bekannt JPEG und RAW zur Wahl.
Auf die Auflösung der Videos hat der neue Sensor allerdings keinen Einfluss, maximal sind weiterhin 4K-Aufnahmen möglich. Bei 4:3-Aufnahmen filmt die Omso Action 5 Pro mit 3.840 x 2.880 Pixel und 24, 25, 30, 48, 50, 60, 100 oder 120 Vollbildern pro Sekunde. Bei klassischen 16:9-Aufnahmen in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) werden diese Bildraten ebenfalls angeboten. Das gilt zudem für 2,7K-Aufnahmen im 4:3-Format (2.688 x 2.016 Pixel) und im 16:9-Format (2.688 x 1.512 Pixel). Noch höhere Bildraten lassen sich in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) einstellen, hier stehen zusätzlich 200 und 240 Vollbilder pro Sekunde zur Wahl.
Erweitert hat DJI bei der Osmo Action 5 Pro zudem die Aufnahmemodi der Kamera. Hinzugekommen sind ein SuperNight-Modus (4K mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde), ein Motivverfolgungsmodus (2,7K mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde) und die Möglichkeit zur Serienfotoaufnahme mit bis zu 30 Bildern in drei Sekunden. Hierfür ist allerdings auf die 9-Megapixel-Option der Actionkamera zurückzuschalten. Damit lassen sich zudem 15 Bilder in drei Sekunden sowie fünf oder zehn Bilder in einer Sekunde aufnehmen. Bei voller Auflösung kann man sich für zwei und drei Bilder in einer Sekunde oder sechs und neun Bilder in drei Sekunden entscheiden.
Keine Änderungen sind von den Zeitlupen-Optionen (bis zu vierfach in 4K und 2,7K sowie bis zu achtfach in Full-HD) zu vermelden, bei Zeitraffern wurde das Aufnahmeintervall von ehemals maximal 40 Sekunden allerdings auf bis zu 60 Minuten erweitert (zusätzliche Optionen: 1, 2, 5, 30 und 60 Minuten). Dadurch lassen sich sehr starke Zeitraffer-Effekte erzielen. Mit an Bord ist auch wieder der Hyperlapse-Modus, dieser unterstützt bis zu 30-fache-Zeitraffer.
Beim Objektiv (Bildwinkel 155 Grad und Blende F2,8) sowie den Sichtfeldoptionen der Actionkamera bleibt alles beim Alten. Die weitwinkeligste Option nennt sich weiterhin „Extra weit“ (rund 11mm), danach folgen das weite Sichtfeld (circa 12mm) und das Standard-Sichtfeld (etwa 15mm). Letzteres bietet gegenüber den anderen beiden Sichtfeldern einen Verzerrungsausgleich des Fisheye-Effektes.
Die Bildstabilisierung erfolgt bei der DJI Osmo Action 5 Pro – wie bei den Vorgängermodellen – elektronisch. Die Kamera unterstützt die RockSteady-Stabilisierung der dritten Generation und bietet folgende Modi an: RockSteady, RockSteady+, HorizonBalancing und HorizonSteady. Letztere ist am effektivsten und kann auch 360 Grad-Drehungen ausgleichen, die HorizonBalancing-Stabilisierung hält den Horizont bei Drehungen um bis zu 45 Grad gerade. Da elektronische Stabilisierungen stets den Bildwinkel verringern, hängt das Stabilisatormodi-Angebot allerdings wie gewohnt von der eingestellten Auflösung und Bildrate ab. Die RockSteady- und die RockSteady+-Stabilisierung lassen sich bei allen Optionen wählen, die HorizonBalancing-Stabilisierung steht maximal bei 4K-Auflösung (16:9) mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde zur Verfügung und die HorizonSteady-Stabilisierung maximal bei 2,7K-Aufnahmen (16:9) mit 60 Vollbildern pro Sekunde.
Da DJI die Stabilisierung nicht verbessert hat, schneidet die neueste Actionkamera des chinesischen Unternehmens wie die Vorgängermodelle ab. Dies ist allerdings nicht zu kritisieren, denn Bewegungen und Verwacklungen gleicht die Action 5 Pro wie die Vorgängermodelle exzellent aus. Wir würden uns im Alltag für die Rocksteady+-Stabilisierung entscheiden, hier können sowohl der Bildwinkel als auch die Stabilisierungsleistung überzeugen. Die HorizonBalancing-Stabilisierung ist bei starken Bewegungen von Vorteil, wenn man mit den maximal möglichen 60 Vollbildern pro Sekunde auskommt. Die HorizonSteady-Stabilisierung stellt durch die starken Restriktionen im Regelfall nicht die beste Stabilisierungs-Option dar. Für uns kommt diese nur infrage, wenn Bewegungen auf ein Minimum reduziert werden soll.
Im zweiten Teil unseres Testberichts der DJI Osmo Action 5 Pro gehen wir auf die Bedienung der Actionkamera ein.