Die automatische AF-Feinabstimmung von Nikon im Test

Mit der automatischen AF-Feinabstimmung lassen sich Fokusprobleme minimieren

Im folgenden Test nehmen wir die automatische AF-Feinabstimmung unter die Lupe, die Nikon bei seinen beiden zu Beginn des Jahres 2016 vorgestellten Spiegelreflexkameras Nikon D5 und Nikon D500 eingeführt hat.

Spiegelreflexkameras besitzen anders als ihre spiegellosen Konkurrenten einen dedizierten AF-Sensor, der auf Basis der Phasendetektion arbeitet. Diese Technologie besitzt verschiedene Vorteile. Unter anderem lassen sich damit schnell bewegende Motive besonders treffsicher verfolgen. Durch die Fokusbestimmung mit einem extra AF-Sensor können jedoch Probleme auftreten, die zu einem sogenannten Front- oder Backfokus führen. Hier liegt die gewünschte Schärfenebene vor oder hinter dem Motiv.

Dieses Problems sind sich die Hersteller bewusst und bieten bei Kameramodellen oberhalb der Einsteigerklasse in der Regel eine AF-Korrektur im Menü an. Diese ist allerdings immer mit einem größeren Aufwand verbunden, und vor allem weniger erfahrene Fotografen können durch eine fehlerhafte Herangehensweise nicht immer mit einem optimalen Ergebnis rechnen. Nikon hat in die D5 und D500 deshalb eine neue Funktion integriert, die sich automatische AF-Feinabstimmung nennt. Wir haben diese bei einer Nikon D500 und dem AF-S DX Nikkor 16-80mm F2,8-4E ED VR getestet.

Zur automatischen AF-Feinabstimmung sollte die Kamera auf ein Stativ montiert werden:

Der Vorgang:
Die automatische AF-Feinabstimmung wird bei der Nikon D500 nicht über das Menü aufgerufen, dafür muss man zum Liveviewmodus wechseln. Vor dem Beginn sollte die Kamera auf ein Stativ montiert worden sein und ein flaches Fokusziel mit hohem Kontrast mit den Einstellungen „AF-S (wide)“ oder „AF-S (normal)“ anvisiert werden. Für ein optimales Ergebnis sollte zudem ausreichend (Tages-)Licht vorhanden sein.

Die automatische AF-Feinabstimmung sollte laut Nikon bei der Motiventfernung erfolgen, die am häufigsten verwendet wird. Bei kurzen Einstellungsentfernungen ist die Korrektur eines Fokusfehlers für weiter entfernte Motive möglicherweise nicht optimal. Im Zweifelsfall lässt sich natürlich mit unterschiedlichen Motiventfernungen experimentieren. Bei Zoomobjektiven mit verschiedenen Brennweiten gilt dies ebenso. Unterschiedliche Abweichungen, die von der Brennweite abhängig sind, lassen sich mangels mehrerer Speicheroptionen pro Objektiv leider nicht beheben.

Aber zurück zur automatischen AF-Feinabstimmung:

Mit dem mittigen AF-Messfeld wird im Liveviewmodus auf das Motiv fokussiert:

Nachdem man zu dem Liveviewmodus und der richtigen Fokusoptionen gewechselt ist, drückt man das rückseitige Steuerkreuz und wählt das mittlere Fokusfeld aus. Nun wird einmal scharfgestellt und dies mit der Fokuslupe überprüft.

Zum Starten der Feinabstimmung müssen die Record- und die Fokustaste gedrückt werden:

Wenn diese Fehlermeldung erscheint, müssen die AF-Einstellungen geändert werden:

Bei korrekter Einstellung erscheint folgender Hinweis:

Die Feinabstimmungs-Korrekturwerte werden automatisch abgespeichert:

Zum Starten der automatischen AF-Feinabstimmung werden die Taste des Fokusschalters auf der Vorderseite sowie die Record-Taste auf der Oberseite für einen längeren Zeitraum gedrückt. Dann erscheint die Meldung „Fixieren Sie die Kamera, und stellen Sie sicher, dass sie scharfgestellt hat, bevor Sie fortfahren“ auf dem Display. Dieser Dialog muss mit „Ja““ bestätigt werden. Nach einem weiteren kurzen Zeitraum erhält man die Information, dass zur AF-Feinabstimmung ein neuer Wert hinzugefügt wurde.

Im Kameramenü kann die Feinabstimmung daraufhin aktiviert werden:

Der berechnete Korrekturwert ist hier voreingestellt:

Um den per automatischer AF-Feinabstimmung gewonnenen Wert anzuwenden, wird zuerst die Feinabstimmung im Systemmenü der Kamera aktiviert. Hier ist zudem der durch die automatische AF-Feinabstimmung korrigierte Wert zu finden. Ob dieser Wert in der Praxis für ein besseres Fokussierergebnis sorgt, sollte natürlich überprüft werden.

Auf Wunsch kann auch eine manuelle Korrektur erfolgen:

Wer auf die automatische AF-Feinabstimmung seiner Kamera nicht vertraut, kann alle Einstellungen natürlich auch selbstständig vornehmen. Dazu kann man die Schärfe optisch prüfen und Korrekturwerte von minus bis plus 20 einstellen.

Unser Fazit zur automatischen AF-Feinabstimmung:
Die automatische AF-Feinabstimmung macht einem das Leben deutlich leichter, sie funktioniert schnell sowie komfortabel. In unserem Fall war das Objektiv ab Werk bereits sehr gut eingestellt, eine Korrektur war daher effektiv nicht notwendig. Dass nur ein Wert pro Objektiv hinterlegt werden kann, ist bei Zoomobjektiven leider eine große Einschränkung. Hier sollten mindestens zwei (besser drei) Korrekturwerte für unterschiedliche Brennweiten gespeichert werden können.

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Kommentare

Was hat sich NIKON bei ...

Was hat sich NIKON bei dieser automatischen Feineinstellung bloß gedacht?
Für normale Aufnahmen besteht die Möglichkeit den Spiegel hochzuklappen und zeitverzögert auszulösen.
Bei der Feineinstellung löst die Kamera sofort bei Berührung der OK-Taste aus.
Also bei allen Bemühungen ist es mir nicht gelungen ein wackelfreies Bild zu erzeugen. Damit ist für mich diese Funktion sinnfrei... VG

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