FujiFilm X70 und Ricoh GR II im Vergleich (Teil 2)

Teil 2 von 3: Kompaktkameras mit APS-C-Sensor und Festbrennweite


Links sehen Sie die FujiFilm X70, rechts die Ricoh GR II.

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichs der FujiFilm X70 und der Ricoh GR II einen Blick auf die Bedienung und die Bildqualität geworfen haben, gehen wir nun auf die Objektive, die Bildkontrolle, die Arbeitsgeschwindigkeit und die Funktionen sowie Features ein.

Objektiv:
Bei Kameras mit fest verbauten Objektiven kommt diesen eine große Bedeutung zu. Wer sich zudem für eine Kompaktkamera mit Festbrennweite entscheidet, muss größere Kompromisse eingehen.
Beide Kameras in unserem Vergleich verfügen über eine Optik mit 28mm KB-Brennweite und einer Blendenöffnung von F2,8. 28mm kann man in der Praxis durchaus recht flexibel einsetzen, die Blendenöffnung von F2,8 lässt sich als noch lichtstark bezeichnen. Zusammen mit höheren ISO-Werten gibt es nur recht wenige Einschränkungen.

Beide Festbrennweiten besitzt eine Lichtstärke von F2,8:

Links sehen Sie die FujiFilm X70, rechts die Ricoh GR II.

Das Objektiv der GR II, das aus sieben Linsen in fünf Gruppen konstruiert ist, überzeugt mit einer hohen Bildschärfe. Selbst bei Offenblende und außerhalb des Zentrums kann man nur einen geringen Abfall feststellen. Abblenden ist für eine höhere Bildqualität daher quasi nicht notwendig.

Bei der FujiFilm X70 fällt die Bildschärfe bei Offenblende im Zentrum gut aus, außerhalb davon lässt sie allerdings etwas nach. Die X70 schwächelt vor allem bei Aufnahmen im Nahbereich, weiter entfernte Motive werden deutlich besser wiedergegeben. Abblenden hilft hier weiter, schade ist die nicht „perfekte“ Abbildungsleistung trotzdem. Interessant: Trotz jeweils 28mm KB-Brennweite fällt das Objektiv der GR II etwas weitwinkeliger aus. Der Unterschied ist nicht groß, beim direkten Vergleich aber zu sehen.

Bei einer Festbrennweite ist man natürlich grundsätzlich auf eine Brennweite beschränkt. Theoretisch zumindest, denn mit Konvertern lässt sich das Bildfeld verändern. FujiFilm und Ricoh bieten für ihre Kameras jeweils Konverter an, welche das Sichtfeld auf 21mm KB-Brennweite erweitern. Hierbei handelt es sich um Vorsatzkonverter, die optional erworben werden müssen.

Unser Sieger beim Objektiv: Die Ricoh GR II.

Bildkontrolle:
Zur Bildkontrolle verfügen beide Kameramodelle über ein Display. Das 3,0 Zoll messende LCD der FujiFilm X70 (Testbericht) kann man nach oben sowie unten schwenken, Selbstporträts sind damit beispielsweise möglich. Per Touch ist unter anderem die Fokusfeldwahl möglich. Ricoh setzt bei der GR II auf ein fest verbautes Display (3,0 Zoll), das die Bildkontrolle natürlich nicht so flexibel gestaltet. Große Einblickwinkel erlauben aber ein recht uneingeschränktes Betrachten von der Seite. Die Darstellungsqualität beider LCDs ist durch hohe Auflösungen (1,04 Millionen Subpixel bei der X70 und 1,23 Millionen Subpixel (RGBW) bei der GR II) jeweils sehr gut.

Das schwenkbare LCD der X70 macht die Bildkontrolle einfacher:

Links sehen Sie die FujiFilm X70, rechts die Ricoh GR II.

Externe Sucher können an beiden Kameras jeweils über den Zubehörschuh aufgesteckt werden. Anders als heutzutage üblich, handelt es sich allerdings um optische und nicht um elektronische Modelle. Der VF-X21 wird von FujiFilm für die X70 angeboten. Er liefert ein Sucherbild mit 21mm KB-Brennweite, das 28mm-Sichtfeld wird mit Gitterlinien markiert. Der Sucher kann daher sowohl mit als auch ohne Weitwinkelkonverter verwendet werden. Ricoh bietet für die GR II gleich zwei optische Modelle an. Der GV-1 lässt sich wie der VF-X21 für 21mm und 28mm verwenden, der GV-2 zeigt dagegen nur das 28mm Bildfeld an.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die FujiFilm X70.

Geschwindigkeit:
Im Serienbildmodus hält die FujiFilm X70 acht Bilder pro Sekunde bei gewähltem JPEG-Format fest. Dies allerdings nur für 14 Bilder in Folge, danach sind noch 5,4 Bilder pro Sekunde möglich. Die GR II arbeitet mit maximal vier Bildern pro Sekunde bei JPEG-Aufnahmen langsamer, dies allerdings ohne Grenze. Wer RAW-Bilder speichern möchte, kann bei der X70 wieder acht Bilder pro Sekunde aufnehmen. Hier ist aber schon nach sieben Bildern in Serie Schluss, und die Kamera wird mit 1,7 Bildern pro Sekunde deutlich langsamer. Die GR II hält 6,1 Bilder pro Sekunde für zehn Aufnahmen in Serie fest, danach stoppt die Serienaufnahme. Gleiches gilt auch für JPEG+RAW-Aufnahmen. Diese speichert die X70 mit 7,2 Bildern pro Sekunde für sieben Aufnahmen in Serie und danach mit kontinuierlichen 1,4 Bildern pro Sekunde.

Beim Scharfstellen liegen beide Digitalkameras gleich auf: Die FujiFilm X70 fokussiert in 0,23 Sekunden, die Ricoh GR II (Testbericht) in 0,24 Sekunden. Damit lassen sich fast alle Motive gut einfangen. Betriebsbereit ist die X70 mit 0,76 Sekunden wesentlich schneller, bei der GR II vergehen bis zur vollständigen Displayanzeige 1,58 Sekunden. Des Weiteren liegt die X70 beim ersten Bild nach dem Einschalten vorne. Sie benötigt dafür nur 0,85 Sekunden, bei der GR II sind es 1,39 Sekunden.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die FujiFilm X70.

Blick in das Hauptmenü der FujiFilm X70:

FujiFilm X70.

Blick in das Hauptmenü der Ricoh GR II:

Ricoh GR II.

Funktionen und Features:
Bei diesem Bewertungspunkt wollen wir zuerst auf den Autofokus eingehen. Die FujiFilm X70 arbeitet mit einem Hybrid-AF, der die Phasendetektion und die Kontrastmessung kombiniert. Insgesamt sind maximal 77 Messfelder vorhanden, ihre Größe lässt sich frei bestimmen. Der Fokuspunkt wird entweder per Touch oder mit dem Steuerkreuz auf der Rückseite gewählt. Die Ricoh GR II stellt nur mit der Kontrastmessung scharf, neben dem Multi-AF werden ein Spot- und ein „Zielgenauer AF“ angeboten. Letztere beiden Optionen verkleinern das Messfeld. Manuell scharfstellen kann man mit beiden Kameras ebenfalls, auch ein Nachführ-AF ist vorhanden.

Fokussieren ist laut Datenblatt jeweils ab zehn Zentimeter Abstand vom Motiv möglich, bei der GR II muss dafür aber der Makromodus aktiviert werden. In der Praxis haben wir bei der GR II etwa 10cm gemessen, bei der X70 waren es rund 9cm (jeweils ab der Frontlinse). Da das Objektiv der GR II weitwinkeliger ausfällt, sind mit der X70 größere Abbildungen des gleichen Motivs realisierbar. Die Abbildungsleistung an der Naheinstellgrenze ist dagegen bei der GR II besser.

Die Akku- und Speicherkartenfächer liegen jeweils auf der Unterseite:

Links sehen Sie die FujiFilm X70, rechts die Ricoh GR II.

Bei den wählbaren Belichtungszeiten ergeben sich weitere Unterschiede. Die X70 erlaubt bei Offenblende – sofern der mechanische Verschluss genutzt wird – nur 1/1.000 Sekunde. 1/2.000 Sekunde ist ab F5,6 möglich, 1/4.000 Sekunde ab F10. Unabhängig von der Blende sind die Verschlusszeiten beim Einsatz des elektronischen Verschlusses. Hier kann man sich grundsätzlich für bis zu 1/32.000 Sekunde entscheiden. Die Ricoh GR II hat keinen elektronischen Verschluss zu bieten, mit 1/2.500 Sekunde bei Offenblende und 1/4.000 Sekunde ab F5,6 lässt sich in der Praxis aber sehr gut auskommen.

Nun zu den Fotogrammen: Zum einen werden diese – wie wir bereits im ersten Teil dieses Vergleichstests erörtert haben – unterschiedlich eingestellt. Bei der X70 müssen der Blendenring und das Einstellrad für die Verschlusszeit zur Programmwahl verschieden kombiniert werden. Dadurch lässt sich zwischen den PSAM-Modi wählen. Die Vollautomatik wird mit einem kleinen Schalter neben dem Zeitenwählrad aktiviert, die Szenenprogramme sowie Filtereffekte erreichen Fotografen über die Drive-Taste.

Am Objektiv der GR II kann man einen Ring abschrauben, um Konverter anzubringen:

Ricoh GR II.

Die GR II verfügt über ein herkömmliches Programmwählrad. Über dieses kann man die PSAM-Modi, eine Vollautomatik, drei Customprogramme („MY“) und den Videomodus einstellen. Die Filtereffekte werden unter anderem über die „Effect“-Taste oder das Menü aufrufen.

Kameras mit Festbrennweiten sind bei der Aufnahme im Vergleich zu Modellen mit Zoomobjektiven deutlich eingeschränkt. Neben den bereits erwähnten Weitwinkelkonvertern gibt es jedoch noch die Möglichkeit, den Bildwinkel der Aufnahmen per Crop (oder digitalem Telekonverter) zu verändern. Darunter leidet naturgemäß die Detailwiedergabe. Wegen der recht hoch auflösenden Bildsensoren der Testkameras stellt aber zumindest ein Crop auf 35mm KB-Brennweite kein Problem dar. Diese Brennweite kann mit beiden Kameras „simuliert“ werden, die GR II besitzt zudem eine Cropeinstellung für 47mm. 50mm sind es bei der X70. Hier fällt die Bildqualität allerdings schon sichtbar schlechter aus, weitere Ausschnittsvergrößerungen sind beispielsweise nicht mehr möglich.

Unsere Wertung bei den Funktionen und Features: Unentschieden.

Im dritten Teil des Duells der FujiFilm X70 und der Ricoh GR II vergleichen wir die Videofunktion sowie die Erweiterbarkeit und ziehen ein Fazit.

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