Kaufberatung: Zwischen Tests und Meinungen

Ein Gastbeitrag von Adrian Ahlhaus

Gastbeitrag
Ein Gastbeitrag von Adrian Ahlhaus

Fototechnik kostet Geld, manches Mal viel Geld. Da möchte man schon wissen was man dafür erhält. Also sieht man sich um. Man blättert in Zeitschriften, sucht im Internet, fragt Freunde und vergleicht Preise. Immer auf der Suche nach "dem" Produkt, ob Kamera, Drucker, Objektiv, Stativ, Software oder Blitzgerät - welches die beste Wahl zwischen Verkaufspreis und den eigenen Wünschen ist, dass kann einen ganz schön in Stress bringen. Man möchte sich nicht „vertun", das heißt, niemand möchte „under class“ dastehen, weil man zu teuer gekauft hat, ein "minderwertiges" Produkt in Händen hält, oder den Kauf nicht anderswie rechtfertigen kann.

Zwischen all diesen Anforderungen zu balancieren, kann einem die Lust am Produkt verleiden. Dabei braucht es nicht einmal die üblichen dummen Fragen, etwa von der Art: "Warum hast du nicht gefragt?", oder: "Wer kauft denn sowas?" - Es genügt der schnelle Blick der anderen. In diesem ersten Augenblick erkennt man bereits die Zustimmung oder Belustigung.

Berufsfotografen geht es nicht anders. Man „hat“ es einfach, das richtige Gerät. Zwar mag der Auftraggeber von Fotografie und Fototechnik keine Ahnung haben, jedoch seine Meinung entscheidet, ob man den Auftrag ernst nimmt oder nicht. Und so zahlt dieser die Rechnung oder fühlt sich übervorteilt, und hält die Fotos für technisch weniger gut, als sie hätten sein sollen. Und so schleppen nicht nur Hobbyisten, sondern auch Berufsfotografen allzu häufig „dicke Geräte" mit sich herum.

Und wie kommt man raus aus dem Dilemma? Denn es ist ja nichts falsch daran, seine Kaufentscheidung vorab zu prüfen. Wenn nur der Stress nicht wäre. Und so entsteht der Wunsch jemanden zu fragen, der oder die es wissen müsste. Jemand, mit Ahnung, am besten eine anerkannte Autorität. Damit kann man dann jede "dumme" Frage locker beantworten und das gekaufte Produkt weiterhin hoch halten. Tatsächlich, so jemand liest die Tests auch zwischen den Zeilen und kann sich vorstellen, wie ein Produkt im Alltag funktionieren wird. Jedoch, ob das nun die Wünsche erfüllt, die man in das Gerät (Kamera, Drucker...) setzt, ist damit überhaupt nicht gesagt.

Stehen wir also wieder am Anfang? Nein. Denn wir sehen nun was geht und was nicht geht. Nehmen wir eine Kaufentscheidung lockerer. Lassen wir diejenigen links liegen, die selbstverliebt überall ungefragt ihre Meinung von sich geben und auch noch beleidigt reagieren, weil sie übersehen wurden.
Kaufen ohne Beratung ist in unserer Welt des Konsums das Verhalten unmündiger Kunden.

Auch Tests oder besser Testberichte und Meinungen sind Produkte. Man sollte wissen, woher sie kommen und abschätzen können was man von ihnen zu halten hat. Bei einem Testbericht heißt das zu entscheiden, ob man der Quelle trauen will oder nicht. Und so lese ich bestimmte Testberichte selbst dann, wenn ich dieses Produkt gar nicht kaufen will. Das mache ich gelegentlich. Damit lässt sich erkennen was von den Wertungen zu halten ist. Worauf legen die Tester wert, was wird positiv dargestellt, was sei negativ, welche Schwerpunkte gibt es im Test und welche Tendenzen schätzt der Autor.

Bei dkamera.de sehe ich die Schwerpunkte so: Die Kameratests haben einen deutlich Schwerpunkt auf die Gewichtung der Benutzung. Eine Kameratechnik, die sich schlecht bedienen lässt, ist insbesondere für diejenigen, die nicht jeden Tag mit dieser Technik umgehen, ein großes Hemmnis um gute Aufnahmen zu machen. Wer seine Kamera nur zu bestimmten Gelegenheiten benutzt, z.B. im Urlaub, bei Partys und kleineren Wochenendreisen, kann nicht jedes Mal von vorne anfangen, die Bedienungsanleitung zu lesen. Eine eingängige Bedienung entscheidet wesentlich darüber wie gut die Fotos werden. Dagegen ist die technische Leistung einer Kamera bei den üblichen Vergrößerungen im 10x15er Format, ob es dafür 69 oder 72 Punkte gibt, eher unwichtig. Weil man diesen Unterschied in der Papiervergrößerung nicht erkennen kann.

Die Kaufberatung in dem Forum hängt stark davon ab, wonach gefragt wird. Bei dkamera.de kennt man sich gut in den gängigen Marken aus. Doch dazu müssten die Produkte schon einige Wochen auf dem Markt sein. Wie sollte man sonst gekauft haben und Erfahrungen vorweisen? Bei Kameras und anderen Produkten, die erst wenige Tage auf dem Markt sind, kann einem kein Forum wirklich helfen. Dann wird gelegentlich auf Vorab-Testberichte verwiesen, mit den üblichen Einschränkungen (s.o.). Man wird hier wie anderswo gelegentlich erleben, dass es gar keine Antwort gibt. Doch zumeist kann einem geholfen werden. Dabei geht es immer um Meinungen. Und diese sollte man wie oben angesprochen als Produkte verstehen. Sie sind ernst gemeint aber subjektiv. Mehr kann man von einem Forum nicht verlangen.

Gastbeiträge enthalten die Meinung des jeweiligen Autors und spiegeln nicht die Meinung von dkamera.de wieder.

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