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Nikon präsentiert seine Vollformat-DSLMs – mit Ersteindruck

Zwei Modelle (Z 7 und Z 6) mit unter anderem unterschiedlichen Auflösungen und Bildraten

Was lange währt, wird endlich gut. Nikon hatte mit seinen spiegellosen Systemkameras bislang nicht den größten Erfolg. Das 1-System wurde vor Kurzem rund sieben Jahre nach der Vorstellung eingestellt. Die neuen spiegellosen Modelle haben allerdings nicht lange auf sich warten lassen, ein Duo mit Vollformatsensoren und neuem Bajonett soll alles besser machen. Die ersten beiden Kameramodelle nennen sich Nikon Z 6 und Nikon  Z 7 . Da wir beide DSLMs bereits kurz ansehen konnten, berichten wir am Ende dieses News-Artikels von unseren ersten Eindrücken.

Nikon startet sein neues spiegelloses System mit zwei Vollformatkameras und einem neuen Bajonett. Das Z-Bajonett wurde gegenüber dem viele Jahrzehnte alten F-Bajonett vergrößert und soll die Konstruktion von Objektiven mit der höchsten Abbildungsleistung sowie hohen Lichtstärken ermöglichen.

Nikon nennt als Grenze eine Blende von F0,95, die sich ohne Probleme realisieren lässt. Beide Kameras verfügen über ein identisches Magnesium-Gehäuse (13,4 x 10,1 x 6,8cm; 675g inklusive Akku und Speicherkarte) mit Abdichtungen, die Bildsensoren unterscheiden sich jedoch. Während die Nikon Z 7 als hochauflösendes Modell einen Bildwandler mit 45,7 Megapixel besitzt, wird bei der Nikon Z 6 , dem Allround-Modell, ein 24,5 Megapixel auflösender Chip verbaut. Beide CMOS-Chips werden rückwärtig belichtet (BSI).

Die Nikon Z 7 in der Vorder- und Rückansicht (beide DSLMs unterscheiden sich nur beim Schriftzug):

Die Nikon Z 6 in der Vorder- und Rückansicht:

Die Ausstattung an Phasen-AF-Pixeln und die Sensorempfindlichkeitsbereiche weichen wiederum voneinander ab. Die Nikon Z 7 besitzt 493 davon, die Nikon Z 6 nur 273. Die Abdeckung fällt allerdings identisch aus, bei der Z 7 sind die Phasen-AF-Pixel also nur dichter gestaffelt. Ob dies einen Einfluss auf die Leistung des Autofokus hat, ist nicht bekannt. Neben dem Phasen-AF verwendet Nikon auch die Kontrastmessung, es handelt sich also um einen Hybrid-AF. Als ISO-Bereich nennt Nikon für die Z 7 ISO 64 bis ISO 25.600 (erweiterbar auf ISO 32 bis 102.400), für die Z 6 ISO 100 bis ISO 51.200 (erweiterbar auf ISO 50 bis ISO 204.800).

Auf der Oberseite liegt jeweils ein Kontroll-Display:

Bei der Aufhängung der Sensoren macht Nikon keinen Unterschied, die Bildwandler lassen sich zwecks der Bildstabilisierung jeweils in fünf Achsen bewegen. Die Kompensationsleistung liegt bei etwa fünf Blendenstufen. Sofern das zum Einsatz kommende Objektiv über einen VR verfügt, arbeiten beide Stabilisierungssysteme zusammen.

Auf die Bildrate haben die unterschiedlichen Auflösungen beider Kameras einen deutlichen Einfluss. Die Nikon Z 7 erreicht in der Spitze neun Fotos pro Sekunde, die Nikon Z 6 schafft zwölf. Damit bewegt sich Letztere auf dem Niveau des DSLR-Flaggschiffs Nikon D5 (Testbericht) . Als Bildprozessor kommt jeweils ein Modell vom Typ EXPEED 6 zum Einsatz. Der Verschluss der spiegellosen Systemkameras arbeitet sowohl mechanisch als auch manuell, belichten kann man bis zu 1/8.000 Sekunde.

Der elektronische Sucher soll auch Nutzer optischer Sucher überzeugen können:

Die Bildkontrolle können Foto- wie Videografen bei beiden Kameras per Sucher oder per Display vornehmen. Im elektronischen OLED-Sucher mit 0,8-facher Vergrößerung kommt ein 3,69 Millionen Subpixel auflösendes Panel zum Einsatz. Das LCD misst 3,2 Zoll in der Diagonalen und besitzt 2,1 Millionen Subpixel. Zur besseren Kontrolle wurde es schwenkbar konstruiert. Eingaben sind auch per Touch möglich.

Die Gehäuse bestehen aus einer Magnesium-Legierung:

In puncto Video verspricht Nikon Verbesserungen gegenüber den bisher erhältlichen Kameras. Diese resultieren unter anderem aus dem Phasen-AF, der bei Videos für eine treffsichere Scharfstellung sorgen soll. Beide DSLMs zeichnen Videos in 4K-Auflösung mit 3.840 x 2.160 Pixel und 24 bis 30 Vollbildern pro Sekunde auf, in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) sind bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde wählbar.

Zu weiteren Videofeatures der Kameras gehören ein Mikrofonein- und Kopfhörerausgang, die Aufnahme mit N-Log-Bildstil und mit Timecode. Zudem kann man mit einem Peaking und Zebra-Einblendungen arbeiten. Intervallaufnahmen sind mit der Nikon Z 7 in 8K-Auflösung möglich, das Zusammenrechnen der Bilder muss allerdings eine „externe“ Software übernehmen. WLAN ist bei beiden Kameras mit an Bord, dieses funktioniert mit sowie ohne SnapBridge. Die Datenspeicherung erfolgt per XQD-Karte.

Als Speichermedium kommt eine XQD-Karte zum Einsatz:

Die Nikon Z 7 wird voraussichtlich ab Ende September 2018 im Kit mit dem Nikkor Z 24-70mm F4 S für eine unverbindliche Preisempfehlung von 4.299 Euro erhältlich sein. Ab Ende November 2018 soll die Nikon Z 6 mit dem gleichen Objektiv für 2.899 Euro erworben werden können. Wer keine Objektive mit dem neuen Z-Bajonett nutzen möchte, kann seine Nikkor-Modelle mit F-Bajonett unter Einsatz des Objektivadapters „FTZ“ weiterverwenden. Auch dieser lässt sich zusammen mit den Kameras erwerben. In der Entwicklung befindet sich aktuell der Multifunktionshandgriff MB-N10, der die Akkulaufzeit der Kamera um den Faktor 1,8 erhöhen soll.

Per FTZ-Adapter lassen sich Objektive mit F-Bajonett nutzen:

Unsere ersten Eindrücke von beiden neuen spiegellosen Systemkameras:
Wir konnten uns Vorserienmodelle beider DSLMs bereits kurz ansehen. Beide Kameras unterscheiden sich äußerlich nicht, weshalb unsere Eindrücke für beide Modelle gelten. Die Bildqualität konnten wir noch nicht überprüfen.

Die Nikon Z 7 ist das neue spiegellose Flaggschiff von Nikon:

Nikon bewegt sich mit seinen spiegellosen Kameras nicht in absolut neuem Fahrwasser, der Schritt von den eher dem Einsteiger- bis Mittelklasse-Segment zuzuordnenden 1-Modellen zu den nun vorgestellten Z-Kameras ist aber durchaus groß. Die Spezifikationen und auch der Preis machen schnell klar, dass Nikon damit ambitionierte Fotografen oder (Semi-)Profis ansprechen möchte. Dass Nikon im Kamera-Business genügend Erfahrung besitzt, merkt man beiden DSLMs zweifellos an. Sie besitzen gut dimensionierte Gehäuse mit einem hochwertigen Äußeren. In der Hand liegen die Kameras dank eines für DSLM-Verhältnisse sehr großen Griffs sehr angenehm und auch sicher. Dafür sorgen zudem eine ergonomische Form und großflächige Gummierungen. Auf der Rückseite steht der Hand nicht ganz so viel Platz zur Verfügung, wie sich das in der Praxis bei großen Objektiven auswirkt, bleibt abzuwarten.

Abdichtungen sorgen bei beiden Kameras für einen Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit:

Das recht große Gehäuse erlaubt es Nikon, eine hohe Zahl von Tasten und Einstellrädern zu verbauen. Diese mussten dafür recht eng positioniert werden, im ersten Test erwies sich die Anordnung aber als gut. Die vielen Bedienelemente erlauben es dem Fotografen, sehr viele Parameter schnell zu verändern. Für die Belichtung (Blende und Zeit) stehen beispielsweise zwei Wählräder zur Verfügung, die wichtigsten Optionen sind per Tasten zu erreichen. Auch gut: Mit dem Joystick lässt sich unter anderem das Fokusmessfeld sehr schnell verlagern, durch das Kontroll-LCD auf der Oberseite hat man bedeutende Parameter immer im Blick.

Das Display wurde nach oben und unten schwenkbar konstruiert:

Beim Sucher hat sich Nikon wie bereits erwähnt für ein hochauflösendes Modell entschieden. Der 3,69 Millionen Subpixel besitzende OLED-Sucher liefert ein sehr scharfes und vor allem auch sehr großes Sucherbild. Damit möchte Nikon Kritikern elektronischer Sucher den Wind aus den Segeln nehmen. Der Sucher überzeugt unserer Meinung nach auf ganzer Linie. Schärfe und Kontrast sind stimmig, der Bildeindruck bleibt dabei aber trotzdem natürlich, und das Sucherbild lässt sich gut einsehen.

Dass die Bildrate auf 60 Bilder pro Sekunde begrenzt ist, finden wir etwas schade, auch damit kommt man jedoch gut aus. Beim LCD setzt Nikon auf die bereits bei einigen DSLRs verwendete Schwenk-Lösung. Das Display lässt sich also nach oben und unten klappen, zur Seite funktioniert das aber leider nicht. Selbstporträts sind somit nur ohne Blick auf das LCD aufnehmbar. Auf der Habenseite stehen dafür eine sehr hohe Auflösung und ein sehr guter Touchscreen. Dagegen nicht optimal: wegen des Single-XQD-Slots ist kein "kamerainternes" Backup der Bilder/Videos möglich.

Unsere ersten Eindrücke von beiden neuen spiegellosen Systemkameras fallen insgesamt sehr positiv aus, Nikon dürfte damit auch viele Freunde von Spiegelreflexkameras überzeugen können.

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Kommentare

Warum nur XQD und keine ...

Warum nur XQD und keine SD-Variante zusätzlich.
Warum kein Vari-Angel Monitor.
Mikrige Akkulaufzeit.
Soweit war Sony bereits mit ihren Alpha II Versionen und gegen Alpha 9 keine Chance.

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