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Preview: Hands-On der Ricoh GR III

Unser Ersteindruck von der neuen Kompaktkamera mit Festbrennweite

Zur Photokina 2018 hatte Ricoh die Entwicklung der GR III angekündigt, im Frühjahr 2019 wurde die Kompaktkamera offiziell vorgestellt. Wir konnten uns ein finales Modell ansehen und auch bereits ausprobieren. Am Ende unseres Hands-On-Artikels finden Sie einige Beispielaufnahmen der Kamera in voller Auflösung.

Die Kameras der GR-Serie haben bei Ricoh eine lange Tradition. Bereits 1996 brachte der japanische Hersteller das erste GR-Modell auf den Markt, die GR III ist das zwölfte. Alle besetzen eine Nische, Kompaktkameras mit Festbrennweite gibt es nur wenige. Der durch die Festbrennweite realisierbare APS-C-Sensor erlaubt wesentlich höhere Empfindlichkeiten als bei anderen Kompaktkameras oder gar Smartphones, die „echte“ Kameras bei vielen Personen mittlerweile abgelöst haben. Dass Ricoh einen Chip im APS-C-Format in einer nur 10,9 x 6,2 x 3,3cm großen Kamera unterbringen konnte, ist beachtlich.

Die Ricoh GR III im einsatzbereiten Zustand mit ausgefahrenem Objektiv:

Die erstaunlich kleinen Abmessungen, die Ricoh im Vergleich zur GR II (11,7 x 6,3 x 3,5cm) sogar noch einmal verringern konnte, bleiben aber leider nicht ganz ohne Folgen: der noch bei der GR II vorhandene Aufklappblitz ist bei der GR III verschwunden. Das ist schade, wenngleich kein K.o.-Kriterium. In den meisten Situationen reichen das recht lichtstarke Objektiv und der APS-C-Sensor aus. Ab und zu ergibt der Einsatz eines Blitzes aber durchaus Sinn.

Die Bildstabilisierung erfolgt in bis zu drei Achsen:

Kommen wir zu den weiteren Veränderungen, die Ricoh bei der GR III vorgenommen hat. Die Auflösung des APS-C-Bildwandlers (23,5 x 15,6mm) wurde im Vergleich zum Vorgängermodell um 50 Prozent erhöht und liegt nun bei 24 Megapixel. Von der höheren Auflösung profitieren nicht nur Fotografen, die große Bilder drucken möchten, auch wer die Cropmodi verwendet, erhält deutlich höhere Pixelzahlen. 15 Megapixel sind es beim 35mm-Crop, immerhin noch sieben beim 50mm-Crop.

Für die finale Bewertung der Bildqualität ist es sicherlich noch zu früh, unsere ersten Aufnahmen bewegen sich jedoch im erwarteten Rahmen. Bis auf sehr hohe ISO-Werte (über ISO 12.800) sind die Bilder gut nutzbar. Auf einen Tiefpassfilter verzichtet Ricoh bei der GR III zugunsten der maximalen Bildschärfe, eine Tiefpassfiltersimulation ist jedoch möglich. Dazu wird der bewegliche Sensor verwendet. Dieser übernimmt die Stabilisierung in drei Achsen, die bewegliche Lagerung dient zudem zum Entfernen von Staub. Bei unserem ersten Praxistest haben wir scharfe Bilder aus der Hand mit etwa 1/6 bis 1/8 Sekunde aufnehmen können. Das ist ein gutes Ergebnis.

Die "GR Lens" entspricht umgerechnet auf Kleinbild einem Modell mit 28mm:

Das 28mm-Objektiv (KB-äquivalent) der GR III hat Ricoh neu berechnet, damit trägt man der höheren Auflösung des Sensors Rechnung. Unsere Beispielfotos zeigen, dass das Objektiv der Kompaktkamera schon bei Offenblende überzeugt. Selbst am Bildrand ist die Abbildungsleistung ausgesprochen hoch, abblenden ist für scharfe Ränder nicht notwendig. Aus gestalterischer Sicht kann der Einsatz kleinerer Blenden natürlich Sinn ergeben, als kleinste Öffnung ist bei der GR III F16 wählbar. Mit der größten Öffnung von F2,8 kommt man im Alltag gut aus, in Kombination mit höheren Sensorempfindlichkeiten ist die Available-Light-Fotografie zweifellos möglich.

Zur Fokussierung nutzt die Kompaktkamera einen Hybrid-AF mit Phasenvergleich und Kontrasterkennung. Das Messfeld lässt sich frei bestimmen, es werden zudem unterschiedliche AF-Arten angeboten. Bei den meisten Motiven arbeitete der AF der GR III im Hands-On-Test sehr flott, ab und zu pumpte der Autofokus aber auch etwas stärker. Wer das verhindern will, kann manuell fokussieren oder nutzt die Fix-Fokus-Einstellungen. Makroaufnahmen gelingen mit der Ricoh GR III trotz 28mm-Festbrennweite durch einen speziellen Makromodus. Dieser lässt sich per Taste schnell einstellen, die Naheinstellgrenze der Kamera liegt dann nur noch bei 6cm (statt 10cm im normalen Fokusmodus).

Die Rückseite der Kamera mit dem 3,0 Zoll messenden Display:

Serienaufnahmen schafft die Ricoh GR III mit bis zu vier Bildern pro Sekunde, der Pufferspeicher scheint sich leider schon nach kurzer Zeit (gefühlt unter zwei Sekunden bei einer langsamen Class-4-Speicherkarte) zu füllen. Genaue Messwerte wird unser Testbericht liefern. Einen sehr guten Job macht die Kamera dagegen in puncto Bereitschaft. Die Einschaltzeit liegt laut Datenblatt nur bei 0,8 Sekunden, dieser Wert scheint nicht übertrieben zu sein. Bereits kurz nach dem Drücken der Power-Taste ist die GR III gestartet und aufnahmebereit. Dadurch lässt sich sehr spontan fotografieren. Die Integration eines ND-Filters ist positiv zu bewerten, mit lediglich zwei Blendenstufen kommt man in der Praxis aber nicht allzu weit. Drei Stufen hätten es aus unserer Sicht gerne sein können.

Ein gummierter Griff lässt die Kamera gut in der Hand liegen:

Das 3,0 Zoll große LCD der Kompaktkamera – leider ohne Schwenk-Feature – bildet mit 1,04 Millionen Subpixel scharf ab, per Touch lassen sich Eingaben vornehmen. Das erhöht den Bedienkomfort, wobei die Kamera auch ohne Touch-LCD sehr gut zu bedienen ist.

Dafür sorgt unter anderem der viele Aufgaben übernehmende ADJ-Wähler. Daneben gibt es ein – wenn auch etwas leichtgängiges – Einstellrad mit Steuerkreuzfunktion und eine frei konfigurierbare Fn-Taste.

In Full-HD sind Aufnahmen mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde möglich:

Das Fotoprogramm lässt sich per Programmwählrad verändern, der Videomodus wird per seitlicher Video-Taste aufgerufen. Apropos Videos: Hier glänzt die Kamera zwar nicht mit der modernen 4K-Auflösung, mit 60 Vollbildern pro Sekunde in Full-HD werden aber immerhin die Basics erfüllt.

Den Videomodus erreicht man bei der GR III über eine Taste an der linken Seite:

Als Gehäusematerial setzt Ricoh bei der GR III auf Magnesium, das sorgt für die nötige Robustheit und ein hochwertiges Feeling. Gummierungen und ein kleiner Griff auf der Vorderseite ermöglichen ein sicheres Handling. Der Akku und die Speicherkarte finden in einem von der Unterseite zugänglichen Fach Platz, der USB-C-Port liegt an der rechten Seite. Das Zubehörangebot für die GR III fällt üppig aus: Neben einem Sucher und einem Weitwinkelkonverter (plus dafür geeignetem Sucher) sind unter anderem externe Blitzgeräte und verschiedene Taschen erhältlich.

Der Akku und die Speicherkarte sind in einem Fach auf der Unterseite verstaut:

Unser Fazit:
Die Ricoh GR III ist eine Kamera für Fotografen, die sich ein sehr kompaktes Modell mit einem großen Sensor und einer dementsprechend hohen Bildqualität wünschen. Die Zielgruppe fällt somit eher klein aus, die GR III besetzt diese Nische aber sehr überzeugend. Bei der neusten GR-Generation konnte Ricoh die Abmessungen sogar nochmals reduzieren, die Bildqualität bewegt sich dank eines moderneren Sensors mit gesteigerter Auflösung auf einem höheren Niveau.

Daneben setzt sich die GR III vom Vorgängermodell durch einen integrierten Bildstabilisator, eine verbesserte Videofunktion und ein Touchscreen ab. Weggefallen ist dagegen der integrierte Blitz. In unserem ersten Hands-On-Test hat die Kamera einen guten Eindruck hinterlassen. Neben der für ihre Größe exzellenten Bildqualität konnten uns vor allem die sehr kurze Einschaltzeit, die komfortable Bedienung und die Leistung des Bildstabilisators überzeugen. Die GR III ist zweifellos eine Kamera, deren Einsatz Spaß macht.

Beispielaufnahmen der Ricoh GR III in voller Auflösung:

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