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Preview: Hands-On-Test der FujiFilm X-T4

Unser erster Eindruck vom neuen Multimedia-Flaggschiff des japanischen Unternehmens

FujiFilm gehört zweifellos zu den Kameraherstellern, die in den letzten Jahren die größten Fortschritte bei Fotos wie Videos zu verzeichnen haben. Bei der X-T4 setzt FujiFilm auf die Sensor-Technik der X-T3, hat die Kamera aber an einigen anderen Stellen optimiert. Wir konnten ein Vorserienmodell der neuen FujiFilm X-T4 bereits unter die Lupe nehmen.

Auf einen Test der Bildqulität müssen wir wegen der noch nicht finalen Firmware vorerst verzichten, es sind jedoch Ergebnisse auf dem Niveau des Vorgängermodells zu erwarten. Dafür spricht der weiterhin verbaute X-Trans-CMOS-4-Sensor mit 26 Megapixel Auflösung. Der 23,5 x 15,6mm große Chip wird rückwärtig belichtet und verfügt über FujiFilms besondere Farbfilteranordnung, die sich an der Verteilung der Silberhalogenid-Kristalle in analogem Filmmaterial orientiert. Auf weitere Details zur Bildqualität werden wir wie üblich in unserem ausführlichen Testbericht eingehen.

Der stabilisierte Sensor sorgt bei unstabilisierten Objektiven für riesige Vorteile:

Ganz können wir den Sensor der FujiFilm X-T4 bei unserem Hands-On allerdings nicht auslassen, schließlich ist bei diesem die für viele Nutzer wichtigste Neuerung zu finden: der Bildstabilisator. Als zweite Kamera hat FujiFilm der X-T4 – nach der 2018 vorgestellten X-H1 – einen optischen Bildstabilisator spendiert. Dieser arbeitet in fünf Achsen und gleicht Verwacklungen durch bis zu 10.000 Gegenbewegungen des Sensors pro Sekunde aus. FujiFilm gibt für den Bildstabilisator eine Kompensationsleistung von bis zu 6,5 Blendenstufen an, je nach Objektiv können es aber auch weniger sein. Fünf Blendenstufen sollen jedoch immer erreicht werden.

Da es sich bei unserer Testkamera wie bereits angemerkt noch um ein Vorserienmodell der X-T4 handelt, sind unsere Testergebnisse natürlich noch nicht final. Sie geben jedoch bereits einen guten ersten Eindruck wieder. Für den Stabilisierungstest haben wir das Fujinon XF 50mm F2 R WR verwendet, bei diesem erreicht die Kamera laut Datenblatt die genannten maximalen 6,5 Blendenstufen Kompensationsleistung. Aus der Hand lässt sich wegen der KB-Brennweite des Objektivs mit etwa 1/50 bis 1/75 Sekunden fotografieren, ohne das es zu einer Verwacklungsunschärfe kommt. Mit Bildstabilisator lassen sich deutlich längere Belichtungszeiten erreichen. In unserem Test war erst bei 1/5 Sekunden Schluss, die Kompensationsleistung liegt daher bei etwa vier Stufen. Wer den Sucher verwendet, schafft noch etwas mehr. Die von FujiFilm genannten 6,5 Blendenstufen werden nicht erreicht, etwa vier Blendenstufen sind jedoch zweifellos ein sehr gutes Ergebnis. Wer einmal mit einer Kamera mit integriertem Bildstabilisator fotografiert hat, will darauf nicht mehr verzichten. Die Integration des OIS in die FujiFilm X-T4 ist aus unserer Sicht daher ein sehr guter Schritt. Videografen spricht der Bildstabilisator ebenso an, gerade die für Videos gern genutzten lichtstarken Festbrennweite verfügen nur zu einem geringen Teil über optische Stabilisierungssysteme.

Dank des neuen mechanischen Verschlusses erreicht die X-T4 bis zu 15 Bilder/Sek.:

Eine weitere Verbesserung, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann, ist der neue Verschluss. FujiFilm setzt hier auf einen Schlitzverschluss mit neu konzipiertem kernlosen Gleichstrommotor. Dieser soll einen besonders hohen Wirkungsgrad besitzen und um 30 Prozent leiser als bei der FujiFilm X-T3 (Testbericht) arbeiten. Genau können wir dies nicht messen, im Vergleich zur X-Pro3, die den Verschluss der X-T3 besitzt, klingt der neue Verschluss allerdings deutlich weicher und unauffälliger. Mit unserem Video können Sie sich selbst ein Bild davon machen.

Des Weiteren konnte FujiFilm durch den Einsatz des neuen Verschlussantriebs die Bildrate mit mechanischem Verschluss deutlich erhöhen. Von elf auf 15 Bilder pro Sekunde. Das ist ein deutlicher Fortschritt, die X-T4 gehört damit zu den schnellsten Kameras mit mechanischem Verschluss am Markt. Wer noch höhere Bildraten benötigt, kann wie gehabt zum elektronischen Verschluss greifen. Mit voller Auflösung schafft die X-T4 wie ihr Vorgängermodell X-T3 genau 20 Bilder pro Sekunde, mit knapp 16 Megapixel sind es 30 Bilder pro Sekunde. Dies sind erstklassige Werte.

Da beim Fotografieren von bewegten Motiven der mechanische Verschluss in der Regel von Vorteil ist (keine Verzerrungen durch den Rolling Shutter Effekt), hat die X-T4 Sport- und Actionfotografen deutlich mehr als die X-T3 zu bieten.

Die großflächige Abdeckung mit Phasen-AF-Feldern erlaubt das komfortable Scharfstellen:

Das Autofokussystem der FujiFilm X-T4 arbeitet genauso wie das AF-System der X-T3 mit 2,16 Phasen-AF-Feldern, diese decken praktisch den gesamten Sensor ab. Der Software hat FujiFilm jedoch ein Update spendiert. So kommen neue AF-Algorithmen zum Einsatz und die Phasenerkennung wurde verbessert. Dies können wir aktuell noch nicht testen, darauf werden wir in unserem Testbericht näher eingehen.

Das Display lässt sich nun unter anderem auch bei Vlogs oder Selbstporträts einsehen:

Eine weitere Überarbeitung, die ebenfalls besonders Videografen anspricht, hat das Display erfahren. Als erste Kamera von FujiFilm verfügt die X-T4 über ein dreh- und schwenkbares LCD. Dadurch lässt sich dieses nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera einsehen. Für Freunde von Selbstporträts ist das natürlich ebenso von Vorteil. Daneben hat FujiFilm die Auflösung des Panels erhöht. Wie bei der X-Pro3 kommt ein 3,0-Zoll-Modell mit 1,62 Millionen Subpixel zum Einsatz, Eingaben sind über eine Touchoberfläche möglich. In der Praxis sorgt das LCD für einen sehr hohen Bedienkomfort, aus nahezu jeder Position lässt es sich einsehen. Die Touchoberfläche reagiert schnell, wie gehabt funktioniert das Touchscreen in den meisten Menüs jedoch nicht.

Beim Sucher hat sich technisch nichts getan, das 3,69 Millionen Subpixel auflösende Modell mit 0,75-facher Vergrößerung gehört zu den besten elektronischen Suchern. Im Boostmodus erreicht es als Bonus bis zu 100 Bildern pro Sekunde. Die Augenmuschel hat FujiFilm als einzige Neuerung leicht vergrößert, das stellt unter anderem bei starkem Gegenlicht einen Vorteil dar.

Videos nimmt die spiegellose Systemkamera in Full-HD mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde auf:

Natürlich hat FujiFilm auch die Videofunktion der X-T4 verbessert. Das gilt jedoch vor allem für die Full-HD-Aufnahme. Hier wurde eine neue Zeitlupenoption eingeführt. Dank einer maximalen Bildrate von 240 Vollbildern pro Sekunde speichert die DSLM bis zu 10-fache Zeitlupen. Hier hält keine andere Fotokamera am Markt mit. Die Bildqualität der Aufnahmen bewegt sich zwar sichtbar unter der Qualität von herkömmlichen Full-HD-Aufnahmen, fällt für 240 Vollbilder pro Sekunde aber zweifellos sehr gut aus.

Von den 4K-Aufnahmen gibt es mit Ausnahme des neuen Farbprofils „Eterna Belach Bypass“ keine Neuerungen zu berichten. Diese waren aber auch nicht notwendig. Mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde in 4K, der F-Log-Aufnahme und besonders hohen Datenraten (max. 400Mbit/s) fällt das Ausstattungspaket hervorragend aus.

Alle Video-Optionen sind bei der X-T4 in einem eigenen Menü zu finden:

Eine größere Überarbeitung hat dagegen das Videomenü erfahren. Den Videomodus stellen Videografen zudem über den Schalter unterhalb des Belichtungszeitenwählrades ein, der Wechsel zwischen Foto und Video funktioniert bei der X-T4 also deutlich schneller als bei der X-T3. Das ist aus unserer Sicht ein Pluspunkt für alle, die des Öfteren Videos aufnehmen wollen.

Der Wechsel zwischen Foto- und Videoaufnahmen erfolgt per Schalter:

Die Schnittstellen der Kamera befinden sich größtenteils an der linken Seite:

Stören dürfte Videografen dagegen der fehlende Kopfhörerausgang. Dieser lässt sich zwar per USB-C-Adapter nachrüsten, wirklich komfortabel ist diese Lösung jedoch nicht. Des Weiteren bleibt noch die Lösung via Batteriegriff, dieser ist mit einem Kopfhörerausgang ausgerüstet. Auch schade: Das schnelle Starten von Videos aus dem Fotomodus heraus ist weiterhin nicht möglich.

Die Rückseite der FujiFilm X-T4:

Wo wir schon bei der Bedienung sind: Hier bleibt vieles beim Alten, es gibt aber auch den ein oder anderen Unterschied zur X-T3. Neben dem erwähnten Foto-Video-Wählschalter, der bei der X-T3 noch zur Wahl der Belichtungsmesssmethode verwendet wurde, hat FujiFilm bei der X-T4 vereinzelte Änderungen vorgenommen. Auf der Oberseite wurde die Position der Fn-Taste verändert, in der Nähe des Fotoauslösers ist diese nun deutlich besser zu erreichen. Als perfekt schätzen wir deren Lage trotzdem nicht ein. Zum einen liegt sie recht nah am Wählrad für die Belichtungskorrektur, zum anderen sehr tief im Gehäuse.

Auf der Oberseite wurde der Platz der Fn-Taste geändert:

Gut gefällt uns dagegen der neue Griff, dessen größere Abmessungen machen sich vor allem bei schwereren Objektiven positiv bemerkbar. Als Gehäusematerial wird weiterhin eine Magnesiumlegierung verwendet, Abdichtungen und der Kälteschutz (bis minus zehn Grad Celsius) machen die DSLM zu einem robusten Begleiter. Grundsätzlich gilt: Das Bedienkonzept bleibt klassisch, viele Positionen sind über Schalter oder Einstellräder schnell zu erreichen.

Der tiefere Griff liegt besser in der Hand:

Ganz am Ende unseres Hands-On-Tests müssen wir natürlich noch auf den Akku eingehen. In puncto Akkulaufzeit gehörten die Modelle von FujiFilm bislang nicht zu den Langläufern. Das neue Akkumodell "NP-W235" soll dies ändern. Die Kapazität wurde gegenüber dem Akku "NP-W126(S)" deutlich erhöht, statt 1.200mAh sind es nun 2.200mAh. Die CIPA-Angabe zur Kamera bewegt sich zwischen 500 und 600 Bildern (Eco-Modus), für die X-T3 gibt FujiFilm maximal 390 Bilder an. In unserem Praxistest hat ein Akku für einen kompletten Tag ausgereicht, Videos sind ebenfalls über einen längeren Zeitraum möglich. Der neue Akku ist zweifellos von Vorteil, das dadurch etwas höher ausfallende Gewicht (607g vs. 536g im Vergleich zur X-T3) sollte die allermeisten Nutzer nicht stören.

Die Akku-Kapazität des neuen Modells (hier links zu sehen) ist wesentlich höher:

Unser Fazit:
Technisch ist die neue FujiFilm X-T4 keine Revolution, sie bringt aber mehrere Punkte mit, die sie in der Praxis deutlich oberhalb der X-T3 rangieren lässt. Die wichtigste Verbesserung stellt aus unserer Sicht der integrierte Bildstabilisator dar. Bei Fotos wie Videos ist man nun deutlich flexibler. Der neue Verschluss punktet unter anderem mit einem geringeren Geräusch und der höheren Bildrate. Von ersterer Tatsache profitieren alle Nutzer, von Letzterer Sport- und Actionfotografen. Die dreh- und schwenkbare Displaylösung sollte bei Videografen für Freudensprünge sorgen.

Die FujiFilm X-T4 hat jede Menge Foto- und Videofeatures zu bieten:

Die Videofunktion ist einmal der Konkurrenz voraus, mit 240 Vollbildern pro Sekunde sind sehr ansprechende Zeitlupenaufnahmen möglich. Einzig der fehlende Kopfhörerausgang trübt die Freude. Zur Bildqualität und dem überarbeiteten Autofokus können wir noch nichts sagen, schon die X-T3 schnitt hier aber sehr gut ab. Wer eine Foto- und Videokamera sucht und keinen Vollformatsensor benötigt, erhält mit der X-T4 ein extrem leistungsfähiges Gesamtpaket.

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