Preview: Hands-On-Test des Sony FE 100mm F2,8 STF GM OSS

Unser erster Eindruck vom Porträtobjektiv mit besonderem Bokeh

Bei der Fotografie kommt es nicht nur auf die Schärfe der aufgenommenen Bilder an, der Look einer Aufnahme wird unter anderem auch von der Vorder- bzw. Hintergrundunschärfe bestimmt. Mittels dieser lässt sich das Hauptmotiv besonders gut vom restlichen Motiv abheben. Sony hat mit dem FE 100mm F2,8 STF GM OSS ein Objektiv vorgestellt, das sowohl mit einer hohen Bildschärfe als auch mit einem besonderen Bokeh überzeugen soll. Wir konnten die Festbrennweite, die zur besonders hochwertigen G-Master-Serie gehört, bereits einem Hands-On-Test unterziehen.

Die technischen Daten:
Objektive werden von den Herstellern entweder auf eine besonders hohe Schärfeleistung oder auch weiche Unschärfebereiche optimiert. Beides zusammen funktioniert nicht perfekt, Kompromisse sind notwendig. Sony setzt bei seiner neuen Festbrennweite, dem FE 100mm F2,8 STF GM OSS, daher auf einen zusätzlichen Apodisationsfilter im Strahlengang. Dieser erlaubt das Abstimmen des Objektivs auf eine möglichst hohe Auflösung, der Filter sorgt zudem für deutlich weichere Unschärfekreise.

Linsenschnitt mit Apodisationsfilter (blau), ED-Linse (grün) und asphärischer Linse (lila):

Funktionsweise eines Apodisationsfilters:

Ganz ohne Nachteil ist der Einsatz eines Apodisationsfilters aber auch nicht: Da es sich dabei um einen ND-Filter mit nach außen ansteigender Dichte handelt, fällt die „effektive“ Lichtstärke deutlich geringer aus. Beim Sony FE 100mm F2,8 STF GM OSS, das eine Lichtstärke von F2,8 besitzt, beträgt der Lichtverlust bei Offenblende zwei Blendenstufen. Aus F2,8 wird somit T5,6. Je weiter man abblendet, desto geringer wird der Unterschied. Bei F20, der kleinsten Blendenöffnung, erhält man T22.

Die Blende besteht aus elf Lamellen:

Damit die Unschärfekreise auch im abgeblendeten Zustand rund ausfallen, setzt Sony auf eine Blende aus elf Lamellen. Der optische Aufbau des FE 100mm F2,8 STF GM OSS besteht aus 13 Linsen in zehn Gruppen, dazu gehören unter anderem eine ED-Linse und ein asphärisches Element. Mit 100mm Brennweite ist das FE 100mm F2,8 STF GM OSS optimal zur Aufnahme von Porträts geeignet, an APS-C-Kameras ergeben sich 150mm KB-Brennweite.

Am Objektivgehäuse sind zahlreiche Bedienelemente vorhanden:

Dass es sich beim Sony FE 100mm F2,8 STF GM OSS nicht um ein alltägliches Objektiv handelt, merkt man auch beim Einsatz. Die Festbrennweite ist für ein 100mm-Modell mit einer Blende von F2,8 überdurchschnittlich groß und schwer. Mit Abmessungen von 8,5 x 11,8cm fällt es in etwa so groß wie das um zwei Blenden lichtstärkere Sony FE 85mm 1,4 GM aus. Das Gewicht liegt mit 700g nur leicht darunter (820g beim FE 85 F1,4 GM). Die zweite Hand ist beim Fotografieren daher nötig, der Schwerpunkt deutlich im Bereich des Objektivs.

Unterhalb des Blendenrings befindet sich ein Einstellring zum Verändern des Fokusbereichs:

Der Blendenring kann mit oder ohne Rasterungen gedreht werden:

Am gegen Staub und Feuchtigkeit geschützten, soliden Metallgehäuse findet sich nicht nur ein Fokusring, es sind auch zwei Schalter (AF/MF sowie Stabilisator On/Off)), ein Blendenring (mit T-Werten) und eine Fokus-halten-Taste vorhanden. Des Weiteren gibt es einen Einstellring zum Begrenzen des Fokusbereichs. Mit dem „normalen“ Fokusbereich lässt sich zwischen 85cm und unendlich scharfstellen, mit der „Makro-Option“ zwischen 57cm und einem Meter.

Bei Letzterer wird ein maximaler Abbildungsmaßstab von 1:4 erreicht. Beim Autofokusmotor handelt es sich um einen Direct-Drive-SSM, der sowohl leise als auch schnell arbeitet. Gegen Verwacklungen wurde ein optischer Bildstabilisator (OSS) integriert. Die Einstellringe des Sony FE 100mm F2,8 STF GM OSS lassen sich gut drehen. Bevor der Fokusbereich verschoben werden kann, muss eine Entriegelungstaste betätigt werden. Die Wahl der Blende ist in Drittelstufen sowie mit oder ohne Rasterungen möglich.

Die Bildqualität:
Sony hat das FE 100mm F2,8 STF GM OSS wie bereits erwähnt auf eine hohe Bildschärfe optimiert, der vergleichsweise aufwendige optische Aufbau zeigt dies auch. In der Praxis überzeugt das Objektiv mit einer bereits bei Offenblende sehr hohen Abbildungsleistung. Selbst feinste Details werden problemlos wiedergegeben, die Bilder wirken knackig scharf. Abblenden ist keineswegs notwendig. Die exzellente Detailwiedergabe liegt natürlich auch an der Sony Alpha 7R II (Testbericht) mit ihrem 42,2 Megapixel auflösenden Bildsensor, die wir zum Test verwendet haben. Der Sensor fordert Objektive allerdings in einem besonderen Maß, nur hochauflösende Modelle können an der Kamera überzeugen.

Bokehvergleich des Sony FE 100mm F2,8 STF GM OSS (links) mit dem FE 85mm F1,8 (rechts):

Chromatische Aberrationen lassen sich beim FE 100mm F2,8 STF GM OSS nahezu nicht feststellen, die Unschärfeverläufe sind wie erwartet besonders weich. Die bei herkömmlichen Objektiven sichtbaren Unschärfekreise verschwimmen sehr stark.

Weitere unbearbeitete Beispielbilder des FE 100mm F2,8 STF GM OSS (Kamera Sony Alpha 7R II):

Unser Fazit:
Das Sony FE 100mm F2,8 STF GM OSS ist ein sehr spezielles Objektiv, gegenüber anderen Festbrennweiten fällt es etwas aus der Reihe. Es ist nicht nur größer und schwerer als Porträtobjektive mit gleichen Daten, auch der Preis ist höher (UVP: 1.849 Euro). Dafür erhält man allerdings ein Objektiv mit besonders weichem Bokeh sowie einer exzellenten Bildqualität. Schon bei Offenblende werden Details tadellos aufgelöst, abblenden ist nicht notwendig. Im praktischen Einsatz punktet das Sony FE 100mm F2,8 STF GM OSS zudem mit einem schnellen und leisen Autofokusmotor, einem optischen Bildstabilisator und einem soliden Gehäuse mit vielen Bedienelementen.

Mit der Festbrennweite lassen sich Bilder mit exzellenter Schärfe und weichem Bokeh erzielen:

Ein kleines Manko ist die geringe „effektive Lichtstärke“ von T5,6. Damit sind bei schlechteren Lichtverhältnissen schnell höhere Sensorempfindlichkeiten notwendig. Da die Vollformatkameras von Sony, mit denen das Objektiv hauptsächlich verwendet werden dürfte, jedoch auch bei höheren ISO-Stufen sehr viele Details wiedergeben, ist das nicht allzu problematisch.

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