Samsung Galaxy S20 Ultra Smartphone- und Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Samsung Galaxy S20 Ultra auf die technischen Daten, das Handling sowie die Verarbeitung eingegangen sind, prüfen wir nun die Kameras des Smartphones. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:
Samsung setzt beim Galaxy S20 Ultra auf der Rückseite auf ein Kamera-Setup mit vier Kameras. Eine Kamera nimmt allerdings nur Tiefeninformationen auf, dieses Modell lässt sich nicht bedienen. Effektiv stehen somit drei Kameras – und damit eine bekannte Anzahl – zur Verfügung. Eine Kamera ist für Ultraweitwinkelaufnahmen gedacht, eine für klassische Weitwinkelfotos und eine für Teleaufnahmen. Die Hauptkamera verfügt über einen der größten im Smartphone-Segment verbauten Bildwandler (ISOCELL Bright HM1), dieser gehört zur 1/1,33-Zoll-Klasse.

Seine Auflösung liegt bei extrem hohen 108 Megapixel (12.000 x 9.000 Pixel), das sind mehr Pixel als bei aktuell erhältlichen Kleinbildkameras. Standardmäßig beträgt die Auflösung der Fotos allerdings 12 Megapixel, neun Pixel werden hierfür zu einem großen Bildpunkt zusammengeschaltet (Nonacell-Technologie). Dies verbessert die Bildqualität vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. Das Objektiv der Hauptkamera hat Samsung mit einem optischen Stabilisator ausgerüstet, es besitzt eine KB-Brennweite von 25mm und eine Lichtstärke von F1.8.

Statt der Tetracell-Technologie setzt Samsung auf Nonacell (neun Pixel zu einem Pixel:)

Bei der Ultraweitwinkelkamera kommt eine Optik mit 13mm Brennweite und einer Blendenöffnung von F2,2 zum Einsatz. Die genaue Sensorgröße gibt Samsung nicht bekannt, wir gehen anhand der uns bekannten Daten von 1/2,55 Zoll aus. Die Auflösung der Fotos liegt bei 12 Megapixel.

Die Sensoren im Größenvergleich:

Die Telekamera des Smartphones ist mit einem etwas größeren Sensor der 1/2-Zoll-Klasse und 48 Megapixel ausgestattet. Wie bei der Hauptkamera werden mehrere Pixel zu einem größeren Bildpunkt zusammengelegt. Dies geschieht allerdings immer, die volle Auflösung lässt sich nicht auswählen. Mit den 12-Megapixel-Aufnahmen kann man jedoch sehr gut leben. Die Bildstabilisierung erfolgt bei der Telekamera optisch, das Objektiv mit F3,5-Blende sorgt für den Bildwinkel eines 103mm-Modells an einer Kleinbildkamera.

Brennweitenvergleich (Ultraweitwinkel, Weitwinkel und Tele):

Das geht nur wegen der Periskopkamera-Konstruktion, diese ist schon von einigen anderen Smartphones bekannt. Hier lenkt ein Spiegel das Licht im Inneren des Smartphones um, anders ließe sich die sehr lange Brennweite (real 19mm) nicht erreichen. Mit 103mm sind auch weiter entfernte Motive stärker vergrößerbar, zwischen 25 und 103mm muss allerdings eine große Bandbreite an Brennweiten per Digitalzoom „überbrückt“ werden. Trotz der hohen Auflösung sind die Ergebnisse daher im höheren zweistelligen Brennweitenbereich nur so „naja“. Wir empfehlen ganz klar die direkte Anwahl der Kamera ohne den Einsatz des Digitalzooms.

Durch die Persikopbauweise des Teleobjektivs lässt sich eine lange Brennweite realisieren:

Apropos Digitalzoom: Diesen bietet Samsung natürlich auch beim Einsatz der Telekamera an. Dadurch soll das Smartphone einen 100-fachen-Zoom (genannt „Space Zoom“) zu bieten haben. Ausgehend von der Ultraweitwinkelkamera mit 13mm KB-Brennweite müsste die Endbrennweite des S20 Ultra bei 1.300mm liegen. Zusätzlich zum 8-fachen optischen „Zoom“ (103mm : 13mm), sollte also ein knapp 13-facher digitaler Zoom zum Einsatz kommen. Das eine derartig starke digitale Vergrößerung für keine guten Ergebnisse sorgen wird, ist schon vor dem Test klar. Wie gut sind sie aber in der Praxis? Wir meinen sie sind nicht brauchbar, aus viel mehr als „Pixelmatsch“ bestehen sie nicht. Wirklich relevant ist das aber auch nicht, ein 100-facher-Zoom wird in der Praxis nicht benötigt.

Die Aufnahmen mit der besten Qualität hält natürlich die Hauptkamera fest. Der große Sensor und die hohe Auflösung sorgen für eine in der Smartphone-Klasse zweifellos exzellenten Bildqualität. Die Bilder mit voller Auflösung können sich dabei – zumindest bei guten Lichtverhältnissen – sehr deutlich von den 12-Megapixel-Bildern absetzen. Der Unterschied 108 Megapixel vs. 12 Megapixel ist natürlich auch nicht gerade gering. Die 12-Megapixel-Bilder fallen in der Praxis allerdings keineswegs schlecht aus, für herkömmliche Aufgaben (Social Media, Dokumentationszwecke, …) sind sie bestens geeignet.

Mit den geringer aufgelösten Dateien lässt sich zudem jede Menge Speicherplatz sparen. Fotos mit voller Auflösung kommen je nach Motiv auf 25 bis 30MB, bei 12 Megapixel sind es nur etwa 4MB. Das S20 Ultra kann jedoch nicht nur bei guten Lichtverhältnissen überzeugen, auch bei schlechten Lichtverhältnissen bewegen sich die Fotos in der ersten Smartphone-Kamera-Liga. Das Bildrauschen hält sich in Grenzen und ist selbst bei ISO 800 nur wenig zu sehen. Wer bei richtig schlechten Lichtverhältnissen fotografieren möchte, nutzt den Nachtmodus. Dabei sollte man allerdings optimalerweise nur das Ablichten von statischen Motiven planen und mit einem doch sichtbaren HDR-Effekt leben können.

Die Ultraweitwinkel- und die Telekamera können bei guten Lichtverhältnissen ebenfalls mit sehr guten Aufnahmen überzeugen. In puncto Detailwiedergabe halten die Fotos natürlich nicht mit der Hauptkamera (bei voller Auflösung) mit, für die allermeisten Zwecke sind die Bilder aber zweifellos geeignet. Bei schlechteren Lichtverhältnissen neigen die wesentlich kleineren Sensoren natürlich schneller zu einem verstärkten Bildrauschen, für Kameras abseits der Hauptkamera liefern sie aber ordentliche Bildergebnisse ab. Zudem kann man sich mit dem schon angesprochenen Nachtmodus behelfen, dieser erlaubt Freihand-Fotos mit vielen Details auch bei wenig Licht.

Nachtaufnahmen lassen sich dank des Nachtmodus auch aus der Hand problemlos erstellen:

Grundsätzlich gilt für alle Aufnahmen des Galaxy S20 Ultra im Automatikbetrieb, dass Samsung sie sehr stark nachbearbeitet. Das machen die meisten Kamerahersteller auch, gerade in puncto Sättigung und teilweise beim HDR-Effekt hat es Samsung aber doch etwas übertrieben. Die Fotos sprechen so vermutlich (oder besser gesagt sehr wahrscheinlich) die Zielgruppe der klassischen Smartphone-Fotografen an, unserer Meinung nach geben sie die Realität aber nur bedingt wieder.

Behelfen kann man sich mit dem Pro-Modus. Entweder indem man die hier gespeicherten, wesentlich natürlicheren JPEGs verwendet oder gleich auf die RAW-Dateien zurückgreift. Der Pro-Modus steht allerdings nur beim Einsatz der Hauptkamera zur Verfügung, diese Einschränkung finden wir wenig sinnvoll.

Bei Videoaufnahmen mit der Hauptkamera kann man aus dem Vollem schöpfen:

Für Freunde von Videoaufnahmen stellt das Samsung Galaxy S20 Ultra den neuen Benchmark dar. Aufnahmen lassen sich in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 24 Vollbildern pro Sekunde, in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde und in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) mit ebenfalls bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde aufnehmen. Daneben stehen in Full-HD und in HD Zeitlupenmodi für bis zu 240 bzw. 960 Vollbilder pro Sekunde zur Verfügung. Die meisten der genannten Auflösungen und Bildraten unterstützt nur die Hauptkamera, mit der Ultraweitwinkel- und der Telekamera lassen sich Videos in 4K und in Full-HD mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde aufnehmen. Sind andere Bildraten bzw. Auflösungen ausgewählt, werden diese Kameras im Videomodus nicht angezeigt.

Einzelbild aus einem 8K-Video:

Die Qualität der Videos der Hauptkamera bewegt sich in 8K-Auflösung natürlich auf dem besten Level, Details werden wirklich sehr gut wiedergegeben. Ein deutlicher Crop und ein verstärkter Rolling-Shutter-Effekt müssen jedoch hingenommen werden. Da 8K-Aufnahmen auf den meisten Abspielgeräten nicht abgespielt werden können oder keine Vorteile bieten, würden wir zu 4K-Aufnahmen mit 60 oder 30 Vollbildern pro Sekunde greifen. Der Bildqualität ist sehr gut, wenngleich Samsung hier stak nachschärft. Das müsste nicht sein. Des Weiteren sind die Videos wie die Fotos (zu) stark gesättigt. Bei den Zeitlupenmodi lässt die Qualität gegenüber 4K-Videos deutlich nach, dafür sind aber auch ansprechende Slow-Motion-Effekte (für einen Sekundenbruchteil) zu erzielen. Trotz der genannten Nachteile hat das Samsung Galaxy S20 Ultra ein stattliches Videopaket zu bieten, viel mehr geht aktuell nicht

Ein grundsätzlich sehr solides Performance-Level erreichen der Autofokus und die Bildstabilisierung. Dies gilt sowohl bei Foto- als auch bei Videoaufnahmen. Der Phasen-AF stellt flott und treffsicher scharf, die Stabilisierung verhindert Verwacklungen effektiv.

Brennweitenvergleich (Utraweitwinkel, Hauptkamera, Tele):

Zwei Aufnahmen mit Bokeh-Funktion:

Links eine Aufnahme mit 108 Megapixel, rechts mit 12 Megapixel:

Links eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, rechts eine Aufnahme mit LED-Licht:

Zwei Aufnahmen mit der Ultraweitwinkelkamera (links Fotomodus, rechts Nachtmodus):

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera (links Fotomodus, rechts Nachtmodus):

Zwei Aufnahmen mit der Telekamera (links Fotomodus, rechts Nachtmodus):

JPEG+RAW-Aufnahmen:

Zwei Videos mit der Hauptkamera: Links in 8K24p, rechts in 4K60p:

Zwei Videos mit der Hauptkamera: Links in 1080p240, rechts in 720p960:

Zwei Videos in 4K30p: Link mit der UWW-Kameras, rechts mit der Telekamera:

Zwei Videos mit der Hauptkamera in 4K60p:

Im dritten Teil unseres Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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