Sony Xperia 1 II Smartphone- und Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Sony Xperia 1 II auf die technischen Daten, das Handling sowie die Verarbeitung eingegangen sind, prüfen wir nun die Kameras des Smartphones. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:

Beim 2019er-Modell Xperia 1 hat Sony auf der Rückseite auf zwei Kameras gesetzt, beim neuen Xperia 1 II sind es nun vier. Jede deckt eine andere Brennweite ab, zusammen ergeben sie in etwa ein 4,4-fach-Zoom. Die Hauptkamera nutz einen 12 Megapixel auflösenden Exmor RS-Sensor der 1/1,7-Zoll-Klasse mit Phasendetektions-Pixeln. Sofern keine Bildpunkte zusammengelegt werden – was Sony nicht erwähnt – fallen die Pixel für ein Smartphone besonders groß aus.

Die allermeisten Hersteller nutzen mittlerweile Sensoren, welche die Ausgabe von Bildern mit zwei unterschiedlichen Auflösungen erlauben. Einmal mit nativer Sensorauflösung und einmal mit reduzierter Auflösung. Dafür kommt eine spezielle Pixelmatrix zum Einsatz. Das umgerechnet auf Kleinbild 24mm Brennweite besitzende Objektiv verfügt beim Xperia 1 II über eine Öffnung von F1,7 und eine optische Stabilisierung.

Die Sensorgrößen im Vergleich:

Ein 12 Megapixel auflösender Sensor kommt auch bei der Ultraweitwinkelkamera zum Einsatz, wie üblich fällt dieser mit 1/2,55 Zoll aber kleiner als der Chip der Hauptkamera aus. Als Besonderheit unterstützt die "UWW"-Kamera die Wahl des Fokuspunkts, bei vielen anderen Smartphones besitzt das weitwinkeligste Modell einen Fixfokus. Apropos weitwinkelig: Die Brennweite der Fotos liegt umgerechnet bei 16mm, das Objektiv besitzt eine Lichtstärke von F2,2. Für Fotos weiter entfernter Motive hat Sony eine Telekamera verbaut, diese nutzt einen 12 Megapixel-Sensor der 1/3,4-Zoll-Klasse. Das Objektiv mit Bildstabilisator zeigt den Bildwinkel eines 70mm-Modells und wird mit einer Blende von F2,4 angegeben. Auch hier erfolgt die Fokussierung per Phasendetektions-AF. Die vierte Kamera auf der Rückseite übernimmt das Speichern von Tiefeninformationen, direkt ansteuern lässt sie sich nicht.

Die Brennweiten im Vergleich (Ultraweitwinkel, Weitwinkel und Tele):

Wer Fotos mit der bestmöglichen Qualität aufnehmen will, muss wie üblich zur Hauptkamera greifen. Da alle Sensoren mit 12 Megapixel identisch viele Pixel besitzen, fällt der Unterschied bei Tag allerdings deutlich geringer als bei anderen Smartphones aus. Die vergleichsweise niedrige Auflösung macht die Aufnahmen nicht so detailreich wie bei anderen Smartphones, diesbezüglich stechen unter anderem Modelle von Samsung und Huawei mit besonders detailreichen Bildern hervor. Dies heißt jedoch nicht, dass das Xperia 1 II schlechte Fotos aufnehmen würde – im Gegenteil. Die Bilder sind in jeder Hinsicht ansprechend. Sie sind vergleichsweise neutral bzw. natürlich gehalten, die Farbwiedergabe und der Kontrast entsprechen der Realität. Sony verzichtet also auf das starke Anheben der Sättigung oder des Kontrasts, Schärfe-Artefakte gibt es ebenso praktisch keine. Für riesige Ausdrucke (deutlich größer als DIN A4) reichen die 12 Megapixel nicht aus, bei 99 Prozent aller Einsatzzwecke ergeben sich jedoch keine Probleme.

Vergleichsweise gering ist auch die Auflösung der Ultraweitwinkelkamera, bei vielen anderen Smartphones werden 16 oder 20 Megapixel auflösende Sensoren verwendet. Trotzdem gilt hier wieder: Die 12 Megapixel des Xperia 1 II reichen für gute Bilder zweifellos aus. Auch bei der Ultraweitwinkelkamera belässt es Sony bei einer recht neutralen Wiedergabe, als Option lässt sich zwischen der aktivierten (standardmäßig eingestellt) oder deaktivierten Objektivkorrektur wählen. Ist diese deaktiviert, zeigen die Bilder einen deutlichen Fisheye-Effekt. Wir würden uns daher für die Korrektur entscheiden, auch wenn diese am Bildrand für einen Detailverlust sorgt. Das ist bei Ultraweitwinkelkameras von Smartphones normal. Als einziges Manko der "UWW"-Kamera sind die doch recht gut sichtbaren chromatische Aberrationen zu nennen. Diese hätte Sony per Software noch besser korrigieren können.

Die dritte Kamera des rückseitigen Kamera-Trios (die Tiefenkamera außen vor gelassen) dient wie bereits erwähnt zum Einfangen weiter entfernter Motive. Die Bildqualität fällt wegen des kleineren Sensors hinter den anderen beiden Kameras zurück, grundsätzlich geht die Detailwiedergabe aber in Ordnung. Des Öfteren zeigten sich im Test allerdings Fokussierungsprobleme. Teilweise wurde das Motiv erst nach dem zweiten oder dritten Auslösen richtig scharfgestellt. Das geht besser.

Bei schlechten Lichtverhältnissen zahlt sich der Einsatz eines großen Sensors besonders aus, die Hauptkamera liefert daher mit Abstand die besten Aufnahmen. Bis ISO 800 lässt sich ohne größere Nachteile fotografieren, selbst ISO 1.600 sind nutzbar. Darüber nimmt die Detailwiedergabe stärker ab. Einen Nachtmodus besitzt das Smartphone auch, auf dessen Einsatz haben Fotografen jedoch keinen Einfluss. Zumindest nicht bei der normalen Kamera-App, hier entscheidet das Xperia 1 II selbständig. Wer stets ohne Nachtmodus fotografieren möchte, muss zur Photo Pro-App greifen. Das gilt zudem für alle Fotografen, die viele Einstellungen vornehmen möchten.

Die Ultraweitwinkelkamera und die Telekamera schlagen sich bei wenig Licht überdurchschnittlich gut, Details werden auch bei höheren ISO-Stufen sehr ordentlich wiedergegeben. Sofern die Kamera den Nachtmodus nutzt, sind dank längerer Belichtungszeit (bzw. durch das Zusammenrechnen mehrere Einzelbilder) Einsätze bei sehr wenig Licht möglich. Dabei sollten Fotografen jedoch ein ruhiges Händchen haben, im Test haben wir doch ein paar verwackelte Fotos produziert. RAW-Aufnahmen unterstützt das Sony Xperia 1 II allein beim Einsatz der Photo Pro-App, diese können in den üblichen Bildverarbeitungs-Lösungen gut verarbeitet werden. Gerade bei Nacht und hohen ISO-Stufen gilt aber wie für fast alle Smartphones: die Automatik ermöglicht bessere Ergebnisse.

Die Fähigkeiten eines Smartphones enden schon länger nicht mehr bei der Fotoaufnahme, Videos sind genauso bedeutend. Für das Sony Xperia 1 II gilt das noch mehr. Neben der Photo Pro-App und der herkömmlichen Kamera-App ist auf dem Smartphone noch eine weitere Aufnahme-App installiert. Diese nennt sich Cinema Pro und ist für das Erstellen von professionellen Filmaufnahmen gedacht. Die Liste an Einstellungsmöglichkeiten fällt in der Tat äußerst lang aus, das Smartphone bietet dadurch mehr Video-Features als andere Modelle.

Mit der Cinema Pro-App wird das Xperia 1 II zur Kinokamera:

Mit der Hauptkamera sind bei etwa 4K-Auflösung (3.840 x 1.644 Pixel) bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde (nur in der Cinema Pro-App) wählbar, dabei erfolgt die Speicherung laut Sony mit 10Bit. Die anderen Kameras schaffen in 4K – genauso wie die Hauptkamera beim Einsatz der normalen App – bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde. In 2K (2.520 x 1.080 Pixel; nur Cinema Pro App) sind es jeweils bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde, in Full-HD bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde. Als „Bonus“ sind in der Cinema Pro-App der Bildstil und die HDR-Aufnahme wählbar. Wie die Fotos wissen auch die Videos mit einer natürlichen und nicht übertriebenen Darstellung zu gefallen, trotzdem sind die Aufnahmen in 4K-Auflösung detailreich. In Full-HD muss man diesbezüglich Abstriche machen, für das Vorzeigen am Smartphone oder das Teilen im Netz reichen sie aber natürlich aus.

Die Fokussierung erfolgt beim Sony Xperia 1 II bei Fotos wie Videos flott, die Bildstabilisierung arbeitet gut. Anscheinend kommt aber eine geringer eingreifende (oder eventuell gar keine) elektronische Stabilisierung als bei anderen Smartphones zum Einsatz. Daher wackeln die Aufnahmen noch einen Tick mehr als bei anderen Modellen.

Brennweitenvergleich (Utraweitwinkel, Hauptkamera, Tele):

Zwei Aufnahmen mit der Ultraweitwinkelkamera (links Fotomodus, rechts Nachtmodus):

Zwei Aufnahmen mit der Hauptlkamera (links Fotomodus, rechts Nachtmodus):

Zwei Aufnahmen mit der Telekamera (links Fotomodus, rechts Nachtmodus):

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Telekamera:

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera in 4K (2160p30):

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera in 4K, rechts mit flachem Bildprofil (2160p24):

Links eine Aufnahme mit der Telekamera in 4K, rechts mit der Hauptkamera (Slow-Motion):

Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-Apps und die allgemeine Leistung ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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