Teil 3 von 3: Kamera-App, Benchmarks und das Xperia 1 VI in der Praxis
Im zweiten Teil unseres Tests des Sony Xperia 1 VI haben wir unter anderem die Bildqualität geprüft. In diesem dritten Teil nehmen wir die Kamera-App mit ihren Funktionen sowie Einstellungsmöglichkeiten und die Leistung des Smartphones in der Praxis unter die Lupe. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.
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Die Kamera-App:
Während die meisten Smartphone-Hersteller bei ihren Geräten eine Kamera-App verwenden und dieses Konzept seit vielen Jahren verfolgen, sah das bei Sony früher anders aus. Hier gab es unterschiedliche Apps („Photography Pro“, „Video Pro“ und „Cinema Pro“) für unterschiedliche Zwecke. Diese Umsetzung konnte man durchaus als etwas kompliziert bezeichnen. Beim Xperia 1 VI bietet Sony nun nur noch eine App an. Diese bringt zwar nicht mehr alle Funktionen der früheren Apps mit, die Übersicht muss jedoch als deutlich besser bezeichnet werden.
Das Design der App ist optisch ansprechend und erinnert teilweise an die Menüs der spiegellosen Systemkameras von Sony. Dies gilt vor allem für die Symbole und Bezeichnungen. Links vom Livebild kann man (beim horizontalen Halten des Smartphones) die Google Lens-Funktion aufrufen und das LED-Licht konfigurieren. Rechts vom Livebild bestimmen Nutzer die Brennweite und den Bildstil. Darüber hinaus liegt hier der Auslöser und sind der Wiedergabemodus sowie weitere Optionen aufrufbar. Apropos Auslöser: Das Sony Xperia 1 VI besitzt – wie bereits im ersten Teil dieses Testberichts erwähnt – eine extra Auslösetaste mit zwei Druckpunkten. Durch das längere Drücken der Taste lässt sich die Kamera-App direkt aufrufen.
Zur Wahl des Fotoprogramms steht eine Slidebar zur Verfügung, hier können sich Nutzer neben dem Fotomodus für den Pro-Modus, den Bokeh-Modus, den Videomodus und Slow-Motion-Aufnahmen entscheiden. Des Weiteren lassen sich die Modi „Teleobjektiv-Makro“, „48 MP“, „Bokeh-Video“, „Live-Streaming“ und „Panorama“ über „Mehr“ aufrufen.
Wer mit dem Sony Xperia 1 VI nicht nur „knipsen“, sondern fotografieren möchte, wählt den „Pro“-Modus. Hier können sich Fotografen zwischen der Programmautomatik, der Verschlusszeitenvorwahl sowie dem manuellen Modus entscheiden und bis auf die Blende praktisch alle relevanten Aufnahme-Parameter verändern. Dazu gehören unter anderem die Verschlusszeit, die Sensorempfindlichkeit und die Belichtungskorrektur. Konfigurieren kann man zudem den Belichtungsmessmodus, die Belichtungsoptimierung, die AF-Messfeld-Optionen, den Fokusmodus, den Auslösemodus (Serienbild oder Selbstauslöser), das Peaking, das Dateiformat, das LED-Licht, den Bildstil und die Gesichtserkennung. Selbst ambitionierte Fotografen dürften hier kaum etwas vermissen. Zur Bildkontrolle steht des Weiteren ein Histogramm zur Verfügung und auch eine Wasserwaage ist vorhanden.
Benchmarks und Praxis:
Sony verbaut bei seinen Smartphones der Xperia-1-Reihe seit Anbeginn die besten aktuellen SoCs von Qualcomm. Das Xperia 1 VI stellt dabei keine Ausnahme dar und verfügt folglich über den Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 mit acht Kernen (1 × Cortex-X4 mit 3,30 GHz, 3 × Cortex-A720 mit 3,15 GHz, 2 × Cortex-A720 mit 2,96 GHz und 2 × Cortex-A520 mit 2,27 GH) und Adreno 750 GPU. Dazu kommen 12GB LP DDR5X-RAM und 256GB Speicher. Letzteren kann man mittels einer microSD-Karte um 1,5TB erweitern und erhält dadurch einen für alle Fälle ausreichend großen Speicher. Das Verwenden von Speicherkarten unterstützt in der Oberklasse leider fast kein Gerät mehr, das Xperia 1 VI ist daher eine löbliche Ausnahme.
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Dass die Hardware des Xperia 1 VI keine Wünsche offen lässt, zeigen die in der Praxis sehr hohe Leistung sowie die ausgesprochen guten Benchmark-Ergebnisse. Beim Geekbench 6 zählt das Smartphone mit einem Score von 2.218 (Single-Core) bzw. 6.672 (Multi-Score) zu den besten Android-Geräten am Markt, beim PC Mark 3.0 (Work Performance Score) reichen 16.413 Punkte ebenfalls für die Oberklasse.
Besonders gut schneidet das Xperia 1 VI bei der Akkulaufzeit ab. Durch die vergleichsweise geringe Displayauflösung war im Test eine Videowiedergabe von 28 Stunden möglich. Damit schneidet das Smartphone besser als alle bisher von uns getesteten Geräte ab. Das Vorgängermodell kam nur auf knapp die Hälfte. Die allenfalls befriedigende Ladegeschwindigkeit von 30 Watt fällt daher nicht wirklich stark ins Gewicht. Das Aufladen von 10 auf 50 Prozent dauerte im Test 26 Minuten, das Vollladen des Akkus nahm sehr lange eine Stunde und 23 Minuten in Anspruch.
Unser Fazit:
Beim Xperia 1 VI hat Sony anders als bei früheren Modellen ein weniger längliches Display mit niedrigerer Auflösung verbaut. Das OLED-Panel im klassischen 19,5:9-Format ergibt im Alltag aus unserer Sicht wesentlich mehr Sinn als das 21:9-Panel älterer Xperia-1-Smartphones. Für die von 4K auf Full-HD+ gesenkte Auflösung gilt dies ebenso. Zwar hätten wir ein WQHD-Panel noch lieber gesehen, meistens stört die nur durchschnittliche Pixeldichte (396 ppi) aber nicht. Sehr positiv wirkt sich die reduzierte Auflösung auf die Akkulaufzeit aus, mit 28 Stunden Videowiedergabe ist das Xperia 1 VI ein echter Dauerläufer. Dass sich das Xperia 1 VI mit 30 Watt nur recht langsam aufladen lässt, stellt daher kein Problem dar.
Bestwerte liefert das Smartphone dank Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 bei der Rechenleistung, zusammen mit dem 12GB großen Arbeitsspeicher ist man für viele Jahre auf der sicheren Seite. Das gilt zudem auch für den Speicher: Mit 256GB fällt dieser zwar nicht riesig aus, Sony-typisch ist jedoch die sehr günstige Erweiterung per microSD-Karte möglich. Mit an Bord sind beim Xperia 1 VI zudem wieder ein Klinkenanschluss zum Anstecken von kabelgebundenen Kopfhörern und eine extra Auslösetaste. Alle drei Punkte verdienen ein Sonderlob, derartige Features würden wir uns auch bei anderen Smartphones wünschen. Natürlich muss auch noch das hochwertige Gehäuse mit Abdichtungen (IP68) erwähnt werden, der Fingerabdrucksensor wurde wie bei früheren Modellen mit der Power-Taste kombiniert.
Für die Kameras des Sony Xperia 1 IV gilt, dass es teilweise deutlich Fortschritte zu vermelden gibt, teilweise aber auch einiges beim Alten geblieben ist. Sichtbar detailreicher als beim Vorgängermodell sind die Fotos der Hauptkamera. Das liegt allerdings nicht an neuer Hardware (weiterhin wird ein Exmor-T-Sensor der 1/1,35-Zoll-Klasse verwendet), sondern an der Möglichkeit, Fotos mit voller Sensorauflösung (48 Megapixel) zu speichern. Dadurch erhält man deutlich mehr Optionen beim nachträglichen Zuschneiden und kann auch größere Fotos in einer ansprechenden Qualität ausdrucken. Leider steht die volle Auflösung nur im 48-MP-Modus zur Verfügung, bei allen anderen Modi nicht. Diese Einschränkung erachten wir nicht als sinnvoll, damit beschneidet Sony das Xperia 1 VI deutlich. Bei der Ultraweitwinkelkamera hat sich nichts geändert. Der 12 Megapixel auflösende Sensor im 1/2,5-Zoll-Format sorgt für ordentliche Aufnahmen, eine höhere Auflösung wäre aber zweifellos von Vorteil gewesen.
Etwas vergrößert wurde im Vergleich zum Vorgängermodell der Zoombereich des Teleobjektivs. Dieses hat nun einen echten optischen Zoom von 85 bis 170mm zu bieten. Das kann sich für ein Smartphone zweifellos sehen lassen. Auch etwas weiter entfernte Motive lassen sich damit bildfüllend aufnehmen und leichte Zoomveränderungen wirken sich nicht negativ auf die Bildqualität aus. Das echte Zoom macht allerdings einen recht kleinen Bildwandler (1/3,5 Zoll) notwendig, mit 12 Megapixel fällt die Auflösung deutlich geringer als bei den Telekameras einiger anderer Smartphones aus. Während der große Chip der Hauptkamera recht gute Aufnahmen bei schlechteren Lichtverhältnissen ermöglicht, fallen die Fotos der Ultraweitwinkel- und der Telekamera wegen der kleinen Sensoren stark ab. Hier muss fast immer der Nachtmodus verwendet werden, der für eine wesentlich bessere Detailwiedergabe sorgt.
Zu den weiteren Features des Sony Xperia 1 VI gehört ein schneller Autofokus mit Augenerkennung, das Smartphone kann zudem bis zu 30 Bilder pro Sekunde bei Serienfotos speichern. Der Bokeh-Modus des Xperia 1 VI könnte noch etwas besser arbeiten, die Telemakro-Funktion erlaubt sehr starke Vergrößerungen. Bei letzterer steht allerdings leider nur die manuelle Fokussierung zur Verfügung. Videos zeichnet das Xperia 1 VI mit allen Kameras auf der Rückseite in 4K-Auflösung mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde auf, die Bildqualität ist hoch. Zeitlupen lassen sich leider nur mit bis zu vierfacher Verzögerung aufnehmen, hier stimmt die Qualität aber immerhin. Generell weiß das Xperia 1 VI mit einer übersichtlichen App mit vielen Funktionen zu gefallen. Nur wenige Smartphones fühlen sich noch mehr nach einer "echten" Kamera als das Spitzenmodell von Sony an.