Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung
Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Sony Xperia 1 VIII auf die technischen Daten, das Handling und die Verarbeitung eingegangen sind, nehmen wir in diesem zweiten Teil die Kameras des Smartphones unter die Lupe. Mit unseren Beispielfotos und -videos können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.
Die Kameras:
Sony hat bei seinen Kameramodellen in den letzten Jahren immer wieder größere Änderungen vorgenommen. Das ist auch 2026 nicht anders, denn bei der Telekamera handelt es sich um eine vollständig neue Konstruktion. Statt eines echten Zoom-Objektivs (85-170mm KB), das bei den letzten Flaggschiff-Generationen zu finden war, kommt beim Xperia 1 VIII wieder eine klassische Festbrennweite (mit Periskop-Bauweise) zum Einsatz. Dessen Bildwinkel entspricht einer 70mm-Optik (KB-äquivalent), die Lichtstärke liegt bei F2,8.
Während man im Vergleich zum Vorgängermodell somit mit einer deutlich kürzeren Brennweite auskommen muss, ergibt sich durch den rund vierfach größeren Bildwandler mit ebenso vierfach höherer Auflösung (48 vs. 12 Megapixel) eine deutlich bessere Bildqualität. Die Ausgabe erfolgt allerdings stets mit 12 Megapixel. Zoomen kann man mit der neuen Telekamera nur noch digital, bei realen 12 Megapixel erreicht man eine Brennweite von 140mm (KB). Natürlich ist das Teleobjektiv auch beim Xperia 1 VIII optisch stabilisiert, Aufnahmen aus der Hand stellen daher kein Problem dar.
Für Aufnahmen mit kürzeren Brennweiten stehen die Ultraweitwinkel- und die Hauptkamera zur Verfügung. Letztere wird von Sony mit 24mm Brennweite (KB) und einer Lichtstärke von F1,9 angegeben. Das Objektiv, das in Zusammenarbeit mit Zeiss entwickelt wurde, verfügt über das T*-Coating der deutschen Optikscheide und ist stabilisiert. Beim Bildwandler handelt es sich um ein 50 Megapixel auflösendes Modell der 1/1,35-Zoll-Klasse, die Fotos besitzen (8.000 x 6.000 Pixel). Per Pixel-Binning kommt man auf 12 Megapixel und erhält 2,24µm statt 1,12µm große Bildpunkte. Alternativ bietet Sony einen „verlustfreien“ 2-fachen Digitalzoom an.
Bei der Ultraweitwinkelkamera des Sony Xperia 1 VIII scheint der Sensor der Telekamera zu entsprechen. Mit 48 Megapixel und einer Größe von 1/1,56 Zoll lassen die technischen Daten jedenfalls keinen anderen Schluss zu. Wie bei der Telekamera erfolgt die Ausgabe der Fotos stets mit 12 Megapixel, eine Option für die volle Auflösung findet sich anders als bei der Hauptkamera nicht. Das Objektiv der UWW-Kamera fällt mit 16mm nicht ganz so weitwinkelig wie bei den meisten Smartphones aus, die Lichtstärke bewegt sich bei hohen F2. Bei der Frontkamera kommen ein 1/2,9-Zoll-Sensor mit 12 Megapixel und ein 24mm-Objektiv mit Blende F2 zum Einsatz.
Die Hauptkamera des Sony Xperia 1 VIII bietet wie bei nahezu allen Smartphones am Markt die beste Bildqualität. Das liegt allerdings nicht nur am größten Sensor aller drei Rückseitenkameras, sondern auch an der Tatsache, dass Sony hier die Ausgabe von Fotos mit voller Auflösung erlaubt. Somit kann man mit der Hauptkamera deutlich mehr Details als mit den anderen beiden Modellen wiedergeben. Diese Einschränkung halten wir nicht für sinnvoll, dadurch muss man bei der UWW- und der Telekamera auf die volle Qualität verzichten.

Ob man in der Praxis nun unbedingt mehr als 12 Megapixel benötigt, steht auf einem anderen Blatt. Wer Bilder nachträglich zuschneiden möchte oder seine Aufnahmen groß ausdrucken will, sollte sich zweifellos für die maximale Pixelzahl entscheiden. Dies wird beim Vergleich der vollen Auflösung mit den 12 Megapixel auflösenden Bildern jedenfalls deutlich. Aufgefallen ist uns allerdings auch, dass Sony bei der Bildaufbereitung der High-Res-Bilder auf eine Art „KI-Berechnung“ zu setzen scheint. Teilweise werden Schriften „verfälscht“ wiedergegeben. Nicht optimal ist zudem die Tatsache, dass der 48-MP-Modus des Xperia 1 VIII kaum manuelle Einstellungen erlaubt.

Abseits der Einschränkungen wissen die Kameras im Alltag aber zweifellos zu gefallen. Die großen Sensoren ermöglichen ansprechende Bilder mit einigen Details. Im Vergleich zum Vorgängermodell kann einem dessen deutlich längere Brennweite der Telekamera aber schon fehlen. Bis zur 2-fachen Zoomstufe mit 140mm Brennweite (= 5,8-fach Kamera-Option) sind die Aufnahmen immerhin solide, darüber hinaus wirken sie aufgrund der stärkeren Verarbeitung aber doch sehr „künstlich“. Maximal lässt sich bis zu 17,5-fach zoomen. Das würden wir wegen der schlechten Qualität jedoch nicht empfehlen. Anders als das Vorgängermodell ist das Xperia 1 VIII also kein Smartphone für „Zoom-Freunde“.
Bei Nacht bzw. wenig Licht schaltet das Sony Xperia 1 VIII automatisch zum Nachtmodus um. Dies lässt sich per Taste auf Wunsch aber auch verhindern. Im Test bekamen wir die Option allerdings nur selten zu Gesicht. Da die Aufnahmen auch ohne Nachtmodus nur sehr wenig Bildrauschen zeigen, greift Sony wie zu erwarten aber auch abseits davon stärker ein. Details bleiben dabei zwar nicht immer erhalten, grundsätzlich schneidet das Smartphone bei Nachtaufnahmen aber sehr ordentlich ab. Selbst die Aufnahmen der UWW- und der Telekamera sind sehr gut nutzbar.
Makroaufnahmen erlaubt das Sony Xperia 1 VIII mit einer ansprechenden Qualität. Dafür wird allerdings nicht die Hauptkamera verwendet, bei näheren Motiven schaltet das Smartphone automatisch auf die Ultraweitwinkelkamera um. Diesen Schritt kann man durch Drücken der „Makro-Taste“ (Blumensymbol) wieder revidieren, muss dann aber mit der deutlich längeren Naheinstellgrenze (circa 9cm vs 4cm) der Hauptkamera auskommen. Da die Bildqualität der Ultraweitwinkelkamera sehr ansprechend ausfällt, würden wir keine Änderungen vornehmen. Noch ein Wort zum Bokeh-Modus: Dieser generiert zwar ein schönes Bokeh, die Separation des Motivs und des Hintergrundes gelang ihm im Test bei schwierigen Motiven aber nur bedingt. Des Öfteren bekamen wir Fehler zu sehen. Das machen andere Smartphones besser.
Die Bildabstimmung des Sony Xperia 1 VIII fällt im Vergleich zu anderen Mobilgeräten noch vergleichsweise natürlich aus, auf ein zu starkes Erhöhen des Kontrastes und der Sättigung wird verzichtet. Mit den zusätzlichen Bildstilen, zur Wahl stehen „Neutral“, „Lebendig“, „Film“, „Sofort“ sowie „Soft-Highkey“, gibt es weitere Optionen. Mehr Bearbeitungsspielraum bieten zudem die RAW-Dateien, die sich im Pro-Modus abspeichern lassen. Hier ist man allerdings bei allen Kameras auf 12 Megapixel beschränkt. Der Autofokus des Smartphones reagiert grundsätzlich sehr flott, auch bewegte Motive kann man verfolgen. Für letztere bringt das Xperia 1 VIII einen Serienbildmodus mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde mit.
Bei Videoaufnahmen erlaubt das Sony Xperia 1 VIII mit allen Kameras auf der Rückseite bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde. Das gilt nicht nur für die Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel), sondern auch für 4K (3.840 x 2.160 Pixel). Filmen kann man zudem nicht nur in SDR, sondern auch in HDR sowie dem S-Cinetone-Bildstil. Die Bildstabilisierung steht allerdings nur bis max. 60p zur Verfügung. Die Bildqualität der Haupt- und der Telekamera sind beim Xperia 1 VIII hoch, bei der Ultraweitwinkelkamera könnte die Detailwiedergabe dagegen noch etwas besser ausfallen.
Videoaufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera in 4K120p
Videoaufnahme mit der Hauptkamera in 4K120p
Videoaufnahme mit der Telekamera in 4K120p
Videoaufnahme mit der Hauptkamera in 4K120p
Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung des Sony Xperia 1 VIII ein.