Testbericht Canon EVF-DC2

Elektronischer Aufstecksucher für ausgewählte Digitalkameras von Canon

Canon bietet für mehrere seiner Digitalkameras den Aufstecksucher EVF-DC2 an. Dieser wurde 2017 vorgestellt und ist eine Ergänzung zum Modell EVF-DC1. Der Sucher wird über den Zubehörschuh auf die Kameras aufgesteckt, darüber erfolgt auch die Datenübertragung und Stromversorgung. Wir nehmen den als optionales Zubehör angebotenen EVF-DC2 in folgendem Testbericht unter die Lupe.

Der Lieferumfang:
Beim EVF-DC2 hält sich der Lieferumfang in Grenzen, wirklich benötigt wird allerdings kein weiteres Zubehör. Zum Schutz der Kontakte auf der Unterseite liegt dem Sucher ein Abdeckung bei, für den Transport bekommen Käufer zudem eine kleine Tasche.

EVF-DC2 und beiliegendes Zubehör:

Die Kompatibilität:
Der Canon EVF-DC2 ist laut Canon zur EOS M6, EOS M6 Mark II, PowerShot G1 X Mark II und PowerShot G3 X kompatibel. Erstere beiden Kameramodelle gehören zur DSLM-Klasse, die G1 X Mark II ist eine Kompaktkamera und die G3 X eine Bridgekamera. Anderen Kameramodellen fehlen die zusätzlichen Kontakte im Zubehörschuh, die für die Stromversorgung bzw. Datenübertragung des Suchers benötigt werden.

Der Sucher lässt sich unter anderem mit der EOS M6 Mark II verwenden:

Die technischen Daten:
Als Aufstecksucher sollte der Canon EVF-DC2 die Abmessungen der Kamera natürlich nicht wesentlich vergrößern. Canon hat den Sucher daher so kompakt wie möglich gebaut. Viel kompakter ist dies aus unserer Sicht nicht möglich. Der aus Kunststoff sowie teilweise Metall gefertigte Sucher misst lediglich  3,2 x 3,6 x 4,6cm und ist nur 29g schwer. In puncto Gewicht legt die Kamera also kaum zu.

Die von uns zum Test verwendete EOS M6 Mark II bringt mit Sucher 429g auf die Waage, ohne Sucher sind es 430g. In der Höhe vergrößern sich die Abmessungen der Kamera natürlich, es sind rund 3cm. Da der Sucher sehr schnell abzunehmen ist, sehen wir darin aber kein Problem. Das im Sucher verbaute Panel ist laut Canon 0,39 Zoll groß und besitzt 2,36 Millionen Subpixel. Sucher mit dieser Auflösung finden sich heutzutage vor allem bei Kameras der Mittelklasse.

Die Austrittspupille und der darüber liegen Augensensor:

Wie praktisch alle elektronischen Sucher zeigt der Canon EVF-DC2 das komplette Bildfeld an, das macht die Bildkontrolle komfortabel. Die Wiedergabe erfolgt mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Eine Augensensor übernimmt das automatische Aktivieren, mit der Dioptrienkorrektur (-3 bis +1) kann man den Sucher an die eigene Sehstärke anpassen.

Zur Vergrößerung des Sucherbildes macht Canon keine Angabe, wir schätzen diese auf etwa 0,6-fach bis 0,65-fach. Das ist ein in etwa durchschnittlicher Wert für Kameras der Mittelklasse.

Zur Montage wird er wie anderes Zubehör von hinten in den Blitzschuh geschoben:

Der Canon EVF-DC2 in der Praxis:
Als Aufstecksucher kann der EVF-DC2 auf der Kamera verbleiben oder bei Bedarf aufgesteckt und abgenommen werden. Letzteres geht sehr einfach und schnell. Zum Aufstecken schiebt man ihn – wie jeden Blitz oder auch ein externes Mikrofon – von hinten in den Zubehörschuh. Mehr ist nicht zu tun. Sobald die Kamera eingeschaltet ist, erkennt sie den Sucher automatisch. Mehr Komfort geht nicht! Das Abnehmen ist ebenso denkbar einfach: Dafür muss die kleine „Unlock“- Taste gedrückt gehalten und der Sucher nach hinten aus dem Schuh gezogen werden. Das geht sehr schnell vonstatten. Wie oft sich das Aufstecken und Abnehmen vornehmen lässt bis Verschleißerscheinungen auftreten werden, kann man natürlich nicht sagen.

Die Datenübertragung und Stromversorgung erfolgen mit zusätzlichen Kontakten:

Die Unterseite des EVF-DC2:

Auf uns macht die Konstruktionen aber einen robusten Eindruck. Zum Aktiveren des Suchers nähern sich Fotografen diesem, der Augensensor sorgt für den Rest. Zudem verfügt der Canon EVF-DC2 über eine Taste, die diese Aufgabe ebenso übernehmen kann.

Das Sucherbild des EVF-DC2 (nicht zur Bewertung der Wiedergabequalität geeignet):

Das Sucherbild des EVF-DC2 fällt ordentlich aus. Es besitzt im Vergleich zu Systemkameras der Mittelklasse durchschnittliche Abmessungen, für die Auflösung gilt das ebenfalls. Dies ermöglicht eine ansprechende Wiedergabe. Details löst der Sucher gut auf, Pixel sind bei konzentriertem Sehen aber zu erkennen.

Störend finden wir das jedoch nicht. Dank 120 Bildern pro Sekunde gibt der Sucher Bewegungen flüssig und ohne störendes Ruckeln wieder, auch schnelle Motive kann man daher gut verfolgen. Für einen hohen Nutzungskomfort sorgt der Augensensor, das vollständige Überblicken des Sucherbildes ist für Brillenträger aber nicht ganz einfach.

Der EVF-DC2 stellt eine gute Ergänzung zu den kompatiblen Digitalkameras dar:

Unser Fazit:
Canon ist aktuell der einzige Hersteller, der auch für seine neueren Digitalkameras einen elektronischen Aufstecksucher anbietet. Sony hat sich von diesem Konzept vermutlich verabschiedet, schon seit längeren wurden nur noch Kameras mit fest verbauten Suchern vorgestellt. Mit dem EVF-DC2 erlaubt Canon das Erweitern kompatibler Kameras um einen elektronischen Sucher. Je nach Bedarf können Foto- und Videografen also zwischen einer möglichst kompakten Kamera und einer etwas größeren mit Sucher wählen.

Dass der Sucher das Schwenken des LCDs nach oben verhindert, ist einer der wenigen Nachteile:

Im Test mit der EOS M6 Mark II hat der Sucher einen guten bis sehr guten Eindruck hinterlassen. Das Bild gehört zwar nicht zu den größten am Markt, die Auflösung von 2,36 Millionen Subpixel sorgt aber für eine ordentlich scharfe Wiedergabe.

An High-End-Sucher kommt der EVF-DC2 zweifellos nicht heran, im Vergleich zu fest verbauten Suchern bei Mittelklasse-Kameras überzeugt er jedoch mit ähnlichen Werten. 120 Bilder pro Sekunde gewährleisten eine flüssige Wiedergabe, der Bedienkomfort ist hoch. Die Verarbeitung des Suchers fällt gut aus, das Gewicht ist trotzdem gering.

Autor: dkamera.de Redaktion
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