Testbericht des Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena

Lichtstarke Festbrennweite mit besonderer Abbildungsleistung

Nikon bietet mittlerweile einige Objektive mit Z-Bajonett für seine spiegellosen Systemkameras an. Alle tragen den Namen Nikkor, manche gehören zur S-Line. Daneben kann man mit den Nikkor Z 58mm F0,95 S Noct und dem Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena zwei Objektive mit Namenszusatz erwerben. Beide stellen besondere Modelle dar, die sich von der Masse absetzen. In diesem Testbericht nehmen wir das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena unter die Lupe.

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Die technischen Daten:
Das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena ist eher kein Objektiv, das Fotografen jeden Tag verwenden. Zum einen macht die Brennweite von 135mm die Optik nur für spezielle Aufnahmen interessant, zum anderen bringt die Festbrennweite stattliche 995g auf die Waage. Wer das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena in den Kamerarucksack packt, wird damit vermutlich etwas Spezielles geplant haben. Die Abmessungen des Objektivs sind ebenso stattlich, mit 9,8 x 14,0cm gehört es zu den größten Modellen abseits von Teleobjektiven. Das hohe Gewicht und die großen Abmessungen haben aber natürlich auch einen Grund: Das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena verfügt über eine sehr große Blendenöffnung von F1,8 und soll eine sehr hohe Abbildungsleistung bieten.

Das Objektiv bringt knapp ein Kilogramm auf die Waage und gehört nicht zu den kleinen Modellen:

Als Materialien nutzt Nikon beim Gehäuse vor allem Kunststoff und ein wenig Metall, die Verarbeitung lässt sich als sehr hochwertig einstufen. Zum Schutz vor Staub und Spritzwasser gibt es Abdichtungen, am Metallbajonett wurde eine Gummilippe angebracht. Wer Filter verwenden möchte, kann diese in einem 82mm großen Gewinde einschrauben.

Am Metallbajonett befindet sich eine Gummilippe zur Abdichtung:

Filter lassen sich in einem 82mm großen Gewinde einschrauben:

Bedienelemente finden sich beim Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena insgesamt fünf Stück: Dazu gehören ein großer Fokusring, ein schmaler (frei konfigurierbarer) Einstellring, zwei ebenso konfigurierbare L-Fn-Tasten sowie ein AF/MF-Schalter. Gut zu wissen: Bei der vordersten Riffelung handelt es sich um keinen Einstellring, sie hilft dem Fotografen allerdings beim Festhalten der deutlich kopflastigen Optik. Den Fokusring kann man dank des Gummimaterials ebenso sehr gut greifen und drehen.

Mehrere Bedienelemente erlauben Eingaben direkt am Objektiv:

Das optische Design des Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena besteht aus 16 Linsen in 14 Gruppen, bei sechs der Linsen handelt es sich um besondere Elemente. Vier der Linsen bestehen aus ED-Glas, eine SR-Linse und eine asphärische Linse kommen ebenso zum Einsatz. Die meso-amorphe Vergütung und die ARNEO-Vergütung sollen für einen hohen Kontrast sorgen und Geisterbilder sowie andere Lichtreflexe reduzieren.

Der optische Aufbau besteht aus 16 Linsen in 14 Gruppen:

Abblenden kann man das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena auf bis zu F16, durch elf abgerundete Blendenlamellen wird auch abseits der Offenblende ein möglichst harmonisches Bokeh erzielt. Dieses steht bei der Optik im Fokus und soll laut Nikon „makellos“ sein.

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Autofokus/manueller Fokus:
Objektive mit hohen Lichtstärken besitzen große Linsen, die den Fokusvorgang in der Regel vergleichsweise langsam machen. Das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena ist dadurch sicherlich kein Objektiv, das optimal für die Aufnahme schneller Motive geeignet ist. Für klassische Aufnahmesituationen ist der Autofokus allerdings ausreichend schnell. Im Labor kamen wir auf einen Messwert von 0,32 Sekunden. Der Schrittmotor arbeitet dabei recht leise (aber nicht unhörbar), die Innenfokussierung verhindert Bewegungen des Tubus.

Der Fokusring ist groß und dank seiner Gummierung gut zu drehen:

Dem Motiv kann man sich mit dem Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena auf bis zu 82cm nähern, der maximale Abbildungsmaßstab liegt bei 1:5. Das manuelle Scharfstellen ist mit dem breiten und griffigen Fokusring angenehm möglich, durch die lineare Umsetzung kann man den Fokuspunkt feinfühlig verschieben.

Bildqualität:
Für den Test der Bildqualität des Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena haben wir auf die Nikon Z 8 mit einem 45 Megapixel auflösendem Vollformatsensor zurückgegriffen. Diese stellt (zusammen mit anderen Kameras) aktuell die höchsten Ansprüche an die Z-Objektive.

Die Bildschärfe des Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena lässt sich schnell abhandeln: Im Zentrum fällt sie bereits bei F1,8 exzellent aus, die Wahl einer kleineren Öffnung ist unnötig. Gleichwohl kann man durch Abblenden noch einen Tick mehr Details herausholen. Das ändert an der eigentlichen Wertung „exzellent“ aber nichts. Die Bildränder liegen nur leicht hinter der Mitte zurück und lassen sich bei F1,8 als sehr gut bezeichnen. Ab F2,8 bekommt man noch minimal mehr Details zu sehen. Die Vorteile sind wie im Zentrum aber zu gering, um damit das Abblenden zu rechtfertigen.

Die Verzeichnung der Optik bewegt sich faktisch bei null, chromatische Aberrationen bekommt man fast keine zu Gesicht und selbst eine Vignettierung ist bei Offenblende nur geringfügig vorhanden. Diese Daten wären bei jedem Objektiv überzeugend, ein Modell mit Blende F1,8 verdient sich damit aber ein Sonderlob. Daher gilt: Wer bei seinen Bildern in den Genuss des „maximalen“ Bokehs kommen möchte, kann das nahezu ohne Abstriche bei der Bildqualität. Die Freistellung fällt dank 135mm Brennweite und der großen Blende natürlich beeindruckend aus, das Bokeh ist traumhaft weich.

Beispielaufnahmen in voller Auflösung:

Unser Fazit:
Das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena überzeugt auf ganzer Linie. Zum einen ist es für Fotografen geeignet, die kreative Fotos mit einer geringen Schärfentiefe sowie einem tollen Bokeh aufnehmen möchten. Zum anderen stellt es auch für jene die optimale Wahl dar, die sich technisch perfekte Bilder ohne (störende) Bildfehler wünschen. Die Abbildungsleistung der Festbrennweite fällt nahezu perfekt aus, Qualitätsabstriche sind auch bei Offenblende fast keine hinzunehmen.

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Das ist grundsätzlich natürlich bei jedem Objektiv lobenswert, bei einem Modell mit Blende F1,8 aber zweifellos beeindruckend. Doch das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena hat noch mehr zu bieten. Der verbaute Schrittmotor stellt trotz der hohen Lichtstärke ordentlich schnell und leise scharf, das Gehäuse verfügt über mehrere Bedienelemente und ist abgedichtet.

Insgesamt betrachtet ist das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena ein exzellentes Objektiv:

Letztendlich ist das Nikkor Z 135mm F1,8 S Plena ein tolles Objektiv für alle Fotografen, die ein lichtstarkes Modell mit einer etwas längeren Porträtbrennweite suchen und einen etwas größeren Geldbeutel besitzen.

Unsere Auszeichnungen:

Autor: dkamera.de Redaktion
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