Testbericht des Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR

Supertelezoom für Vollformatkameras mit Innenzoom-Konstruktion und optischem Bildstabilisator

Brennweite kann man in machen Situationen nicht genug haben. Die für diese Situationen sinnvollen Superteleobjektive bieten die Objektivhersteller als Festbrennweiten oder Zoomobjektive an. Erstere sind meistens lichtstark und teuer, Letztere lichtschwächer und günstiger. Von Nikon lässt sich mit dem Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR ein Supertelezoom für die Aufnahme weit entfernter Motive erwerben. Dieses schauen wir uns im folgenden Testbericht genauer an.

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Die technischen Daten:
Nikon bietet Supertelezoomobjektive schon lange an, für das Z-Bajonett ließ sich mit dem Nikkor Z 100-400mm F4,5-5,6 VR S längere Zeit allerdings nur ein Modell erwerben. Wer eine noch längere Brennweite benötigt hat, musste auf den Einsatz eines Telekonverters oder die wesentlich teureren (aber auch lichtstärkeren) Supertele-Festbrennweiten zurückgreifen. Das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR stellt daher eine sehr sinnvolle Erweiterung des Angebots dar. Es gehört anders als das 100-400mm-Modell allerdings nicht zur S-Line.

Das Supertelezoom ist 31,6cm lang und bringt mit Stativschelle 2.140g auf die Waage:

Das Gehäuse des Supertelezooms misst 11,0 x 31,6cm, auf die Waage bringt es 1.955g ohne Stativschelle sowie 2.140g mit Stativschelle. Damit ist es natürlich alles andere als kompakt und leicht – bietet aber eben auch 600mm Endbrennweite. Zum Vergleich eignet sich das 2015 vorgestellte AF-S Nikkor 200-500mm F5,6E ED VR für DSLRs mit F-Bajonett. Dieses fällt mit 10,8 x 26,8cm etwas kleiner, mit 2.300g aber auch schwerer aus. Natürlich sollte die etwas geringere Lichtstärke des Z-Objektivs bedacht werden, in der Praxis fällt der maximale Unterschied von 1/3 Blendenstufe aber kaum auf. Apropos Blende: Mit F5,6 bis F6,3 gehört das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR nicht zu den lichtstarken Objektiven, die genannten Blendenwerte sind für ein Modell dieser Klasse aber normal. Sie ermöglichen den Transport in einem (größeren) Fotorucksack und trotzdem Einsätze bei nicht ganz optimalen Lichtverhältnissen.

Mit einer Lichtstärke von F5,6 bis F6,3 verfügt das Objektiv über eine klassische Lichtstärke:

Zu dunkel sollte es freilich nicht sein, bei Tag kann man aber beispielsweise in einem Wald noch recht gut fotografieren. Das liegt natürlich auch an den höheren Sensorempfindlichkeiten, die aktuelle Nikon-Kameras ohne allzu große Abstriche bei der Bildqualität erlauben. Aufnahmen mit ISO 3.200 sind unserer Erfahrung sehr gut verwendbar, auch ISO 6.400 kann man oft noch nutzen. Damit lassen sich meistens ausreichend kurze Belichtungszeiten erreichen. Diese sind für die Aufnahme bewegter Motive wichtig. Bei statischen Motiven leistet der VR-Stabilisator des Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR dagegen so gute Arbeit, dass sich auch bei Freihandaufnahmen lange Belichtungszeiten (bis zu circa 1/30 Sekunde bei 600mm) ohne Verwacklungen realisieren lassen.

Die Abmessungen des Zooms ändern sich nie, natürlich liegt auch eine Gegenlichtblende bei:

Sehr gut gelungen ist Nikon beim Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR auch das allgemeine Handling. Trotzdem des erhöhten Gewichts lässt sich das Supertelezoom sehr gut stabilisieren, den großen und gummierten Zoomring können Fotografen sehr angenehm und ohne größeren Widerstand drehen. Beim Drehen des zusätzlichen Einstellrings kann dagegen der Stativfuß stören (wenn er montiert ist).

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Grundsätzlich macht das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR wie erwähnt aber einen sehr guten Eindruck. Dank der Innenzoomkonstruktion verlagert sich der Schwerpunkt bei Brennweitenveränderungen nicht, zudem kann man das Objektiv ohne Probleme beispielsweise an einer Scheibe „anlehnen“.

Das Bajonett besteht aus Metall ...

... und ist wie das Gehäuse mit Dichtung ausgestattet:

Dass beim Gehäuse des Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR vor allem Kunststoff zum Einsatz kommt, sollte das Gewicht positiv beeinflussen. Nur das Bajonett, die Stativschelle sowie der Fuß scheinen aus Metall zu bestehen, dies stört jedoch nicht weiter. Letzterer lässt sich nach dem Lösen einer Schraube abnehmen, die Stativschelle kann man um 360 Grad drehen. Leider hat Nikon beim Fuß auf die Arca-Swiss-Kompatibilität verzichtet, diese würde den Einsatz einer zusätzlichen Stativplatte wesentlich seltener notwendig machen.

Die Stativschelle mit Fuß lässt sich drehen und abnehmen:

Der Stativfuß ist nicht Arca-Swiss-kompatibel:

Für Eingaben stehen am Objektiv vier Custom-Tasten und zwei Schalter (AF/MF, sowie Fokuslimiter mit Unendlich-Option bzw. bis 6m) zur Verfügung, den Bildstabilisator kann man dagegen leider nur über das Menü konfigurieren. Hierfür hätten wir uns durchaus noch einen eigenen Schalter gewünscht. Keine Abstriche sind bei den Abdichtungen zu machen, Staub und Wassertropfen stellen kein Problem dar. Die Fluorvergütung der Frontlinse erleichtert die Reinigung. Wer Filter montieren möchte, muss besonders große Modelle mit 95mm Durchmesser erwerben.

Über die Schalter lassen sich unter anderem der Fokusmodus und der Fokuslimiter konfigurieren:

Der optische Aufbau des Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR fällt mit 25 Linsen in 17 Gruppen aufwendig aus, sechs ED-Linsen und eine asphärische Linse minimieren Abbildungsfehler. Bei Bedarf ist das Supertelezoom zu den Z-Telekonvertern von Nikon kompatibel, wegen der geringen Lichtstärke sollte man sich dies jedoch gut überlegen.

Beim optischen Aufbau verwendet Nikon 25 Linsen in 17 Gruppen:

Die Blende des Supertelezooms besteht aus neun abgerundeten Lamellen, minimal lassen sich F32 bis F36 (abhängig von der Brennweite) einstellen. Natürlich ist das Zoom auch zu den APS-C-Kameras von Nikon kompatibel, mit 270 bis 900mm ergibt sich dabei eine äußerst lange Brennweite.

Im Filtergewinde vor der großen Frontlinse lassen sich 95mm große Modelle montieren:

Autofokus/manueller Fokus:
Für die Fokussierung nutzt das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR einen Schrittmotor. Dieser ist wie bei sehr vielen Objektiven für DSLMs auch beim manuellen Scharfstellen aktiv („Focus by Wire“). Im Betrieb gibt der STM praktisch kein Geräusch von sich und auch die Arbeitsgeschwindigkeit ist sehr hoch, wenn man das Objektiv in typischen Situationen verwendet. Die Naheinstellgrenze des Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR hängt von der gewählten Brennweite ab und nimmt mit dieser stets weiter zu.

Folgende Werte nennt Nikon für die wichtigsten Brennweiten:

Brennweite

Naheinstellgrenze

180mm

130cm

200mm

136cm

300mm

167cm

400mm

194cm

500mm

219cm

600mm

240cm

Der größte Abbildungsmaßstab von 1:4 macht das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR nicht gerade für Makroaufnahmen tauglich, für die etwas größere Abbildung kleiner Motive eignet sich das Superteleobjektiv aber durchaus.

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Bildqualität:
Zum Test des Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR haben wir die Nikon Z 8 verwendet. Diese stellt mit ihrem 45-Megapixel-Sensor an Objektive hohe Anforderungen, aktuell löst keine Kamera von Nikon höher auf.

Bei allen unseren Aufnahmen zeigt sich, dass das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR mit einer sehr guten Abbildungsleistung überzeugen kann. Das gilt für alle Brennweiten und die Offenblende. Letzterer kommt wegen der vergleichsweise geringen Lichtstärke eine hohe Bedeutung zu, abblenden will man angesichts der größten Blendenwerte von F5,6 bis F6,3 eigentlich nicht mehr. Im Zentrum löst das Supertelezoom sehr viele Details auf, die Wahl einer kleineren Öffnung ist nicht notwendig. Allenfalls bei 600mm kann man mit einer etwas kleineren Blende noch für ein leicht besseres Ergebnis sorgen.

Am Bildrand geht die Schärfe bei allen Brennweiten nur geringfügig zurück, auch hier muss man für ein gutes bis sehr gutes Ergebnis nicht wirklich abblenden. Abbildungsfehler halten sich generell in engen Grenzen, Nikon greift hier aber natürlich digital ein. Die Verzeichnung bewegt sich daher quasi bei null, chromatische Aberrationen bekommt man nahezu keine zu Gesicht und die Randabschattung ist gering.

Beispielaufnahmen in voller Auflösung:

Unser Fazit:
Mit dem Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR bietet Nikon trotz Verzicht auf die S-Line ein Objektiv der höchsten Güteklasse an. Das Supertelezoom macht sowohl haptisch als auch optisch eine sehr gute Figur. Dafür sorgen ein robustes Gehäuse mit Abdichtungen und ein optisches Design, das für eine sehr hohe Bildschärfe und geringe Abbildungsfehler sorgt. Darüber hinaus punktet das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR mit einem sehr schnellen und trotzdem nahezu unhörbaren Autofokusmotor sowie einem sehr effektiven optischen Bildstabilisator. Mit 2.140g gehört das Zoom natürlich nicht zu den Leichtgewichten, es ist für den gebotenen Brennweitenbereich aber keineswegs zu schwer.

Das Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR ist ein sehr empfehlenswertes Supertelezoom:

Das Handling fällt angesichts der ausgewogenen Gewichtsverteilung und der Innenzoomkonstruktion ansprechend aus. Schalter, Tasten und Einstellringe gibt es mehrere, nur auf einen Schalter für den Bildstabilisator wurde verzichtet. Diesen hätten man aus unserer Sicht durchaus noch verbauen können. Optimal wäre darüber hinaus ein Arca-Swiss-kompatibler Stativfuß gewesen. Diese Kritikpunkte sind allerdings nur klein und können die sehr ansprechende Gesamtleistung des Nikkor Z 180-600mm F5,6-6,3 VR nicht schmälern.

Unsere Auszeichnungen:

Autor: dkamera.de Redaktion
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