Testbericht des Panasonic Lumix S 85mm F1,8

Lichtstarkes Porträtobjetiv mit kompaktem Gehäuse und L-Bajonett

Die Vollformatkameras von Panasonic sind mit dem L-Bajonett ausgestattet, 2018 hat Panasonic die L-Mount-Allianz mit aus der Taufe gehoben. Seit dem werden wurden eine größere Zahl an L-Objektiven auf den Markt gebracht. Die meisten sind groß und schwer sowie auch teuer. Um das Bajonett – und damit natürlich auch die Kameras – für Besitzer kleinerer Geldbeutel interessant zu machen, hat Panasonic eine Reihe von F1,8-Festbrennweiten in Planung. Die erste und aktuell schon erhältliche davon ist das Lumix S 85mm F1,8. In diesem Testbericht prüfen wir das leichte Teleobjektiv.

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Wie bereits erwähnt gehört das Panasonic Lumix S 85mm F1,8 zu den kompaktesten Modellen mit L-Bajonett. Die Festbrennweite ist nur 7,4 x 8,2cm und wiegt 355g. Im Vergleich zu Objektiven anderer Hersteller mit identischen Daten (auf die Brennweite und Lichtstärke bezogen) sind die Abmessungen und das Gewicht üblich. Mit 85mm Brennweite gehört das Panasonic Lumix S 85mm F1,8 zu den leichten Teleobjektiven, als klassisches Einsatzgebiet lässt sich die Porträtfotografie nennen. Dafür spricht natürlich auch die mit F1,8 große Öffnung. Dadurch kann man das Hauptmotiv vom Hinter- oder Vordergrund abheben (= „freistellen“).

Das Lumix S 85mm F1,8 gehört zu den kleinen und leichten Modellen mit L-Bajonett:

Natürlich eignet sich das Objektiv nicht nur zur Aufnahme von Porträts, auch viele andere Motive profitieren vom natürlichen „Look“. An einem 85mm-Objektiv kommen viele Fotografen nicht vorbei. Das Panasonic Lumix S 85mm F1,8 passt dank seiner Abmessungen und dem nicht allzu hohen Gewicht in praktisch jede Fototasche und fällt auch bei längeren Touren nicht zur Last.

Größenvergleich der Festbrennweite mit dem Lumix S 20-60mm F3,5-5,6:

Der optische Aufbau des Panasonic Lumix S 85mm F1,8 besteht aus neun Linsen in acht Gruppen, zwei ED-Linsen sollen chromatische Aberrationen reduzieren. Die Blende lässt sich von F1,8 auf bis zu F22 schließen, neun abgerundete Blendenlamellen sollen auch abseits der Offenblende für harmonische Unschärfebereiche sorgen.

Das Filtergewinde nimmt 67mm große Rundfilter auf:

Das Gehäuse des Panasonic Lumix S 85mm F1,8 wird aus Kunststoff sowie Metall (Bajonett) gefertigt, haptisch macht es einen ansprechenden Eindruck. Dazu trägt auch der gummierte Fokusring bei, dieser lässt sich sehr komfortabel drehen. Als weiteres Bedienelemente ist ein Schalter für den Fokusmodus (AF/MF) verbaut.

Das Gehäuse bezeichnet Panasonic als staub-, spritzwasser- und frostbeständige Konstruktion. Letzteres bedeutet, dass sich die Festbrennweite bis zu einer Temperatur von minus zehn Grad Celsius nutzen lässt. Diese Temperatur ist jedenfalls garantiert. Da das für die Vollformatkameras von Panasonic ebenfalls gilt, kann man das Objektiv ohne Einschränkungen verwenden.

Das Metall-Bajonett ist wie der Rest des Objektivs mit einer Dichtung versehen:

Autofokus/manueller Fokus:
Als Fokusmotor kommt beim Panasonic Lumix S 85mm F1,8 ein Linearmotor zum Einsatz. Dieser arbeitet im Einsatz fast geräuschlos und benötigt 0,297 Sekunden zum Scharfstellen. Dieser Wert ist noch recht ordentlich, viele Objektive stellen allerdings schneller scharf.

Der Fokusring lässt sich jederzeit drehen, Einfluss hat diese Drehung allerdings nur im AF+MF-Betrieb oder MF-Betrieb. Ersterer Modus erlaubt das Überschreiben der Autofokuseinstellung. Die Frontlinse und das 67mm große Filtergewinde drehen sich nicht mit, alle Linsenbewegungen erfolgen innerhalb des Gehäuses.

Per Schalter lässt sich zwischen dem Autofokus und manuellen Fokus wählen:

Die Naheinstellgrenze der Festbrennweite liegt bei 80cm, dadurch muss man sich schon recht weit vom Motiv entfernt befinden. Mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:7,7 lassen sich kleinere Motive nicht vergrößert abbilden. Das ist aber natürlich auch nicht die Aufgabe eines Porträtobjektivs.

Bildqualität:
Unser Test der Bildqualität erfolgte mit der Panasonic Lumix DC-S1R. Diese besitzt einen etwa 47 Megapixel auflösenden Vollformatsensor und stellt an Objektive hohe Ansprüche. Bei F1,8 erreicht die Festbrennweite in der Bildmitte eine sehr gute Wiedergabequalität, die Bilder lassen sich problemlos verwenden. Abblenden bietet sich an, wenn man die maximale Bildschärfe erzielen möchte. Bei F2 ändert sich noch wenig, bei F2,8 werden Details – zumindest bei stärkeren Vergrößerungen – nochmals deutlich besser wiedergegeben. Das Schärfe-Maximum sehen wir bei F4 bis F5,6. Hier wird eine exzellente Detailwiedergabe erreicht. Die einsetzende Beugung limitiert die Auflösung ab F11 ein wenig und ab F16 sichtbar.

Die Ränder fallen bei der Offenblende gut aus, für F1,8 sind sie völlig in Ordnung. Abblenden ist von Vorteil, bei F2,8 legt die Auflösung zu. Für eine nahezu perfekte Schärfe wählen Fotografen F5,6 oder F8.

Sämtliche Abbildungsfehler hat Panasonic gut unter Kontrolle gebracht. Die Vignettierung ist bei F1,8 natürlich etwas zu sehen, aber weit von einem problematischen Niveau entfernt. Die Verzeichnung liegt praktisch bei null, chromatische Aberrationen sind nur bei F1,8 und F2 zu erkennen.

Beispielaufnahmen:

Unser Fazit:
Das Panasonic Lumix S 85mm F1,8 ist das erste Modell der kompakten Festbrennweite-Serie, die Objektive mit einer Blendenöffnung von F1,8 und Brennweiten von 24mm, 35mm, 50mm und 85mm umfasst. Am Gehäuse, dem Autofokusmotor und dem optischen Aufbau hat Panasonic nicht gespart, im Vergleich zu den bereits erhältlichen Objektiven können wir effektiv keinen Unterschied erkennen.

Das Panasonic Lumix S 85mmm F1,8 bietet ein sehr gutes Gesamtpaket:

Die Verarbeitung ist sehr gut, Abdichtungen sind vorhanden und auch unterhalb des Gefrierpunkts lässt sich die Festbrennweite einsetzen. Der Autofokus arbeitet nahezu lautlos und akzeptabel schnell, für das manuelle Fokussieren steht ein breiter sowie gummierter Einstellring zu Verfügung. Die Bildqualität überzeugt selbst an der S1R. Im Zentrum werden Details ab F1,8 sehr gut wiedergegeben, ab F2,8 exzellent. An den Rändern wird bei F1,8 ein gutes Qualitätsniveau erreicht, durch Abblenden kann man die Qualität auf ein sehr gutes bis exzellentes Level anheben.

Unsere Auszeichnungen:

Autor: dkamera.de Redaktion
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Kommentare

Das Schärfe-Maximum sehen wir bei ...

Das Schärfe-Maximum sehen wir bei F4 bis F5,6.
...
Für eine nahezu perfekte Schärfe wählen Fotografen F5,6 oder F8.
...
Ja, wo denn nun? 2-3 Blenden abblenden ist ja die Regel ;-)

Hallo, in unserem Bildqualitäts-Text besprechen ...

Hallo,
in unserem Bildqualitäts-Text besprechen wir zuerst die Bildmitte und danach die Ränder. Die erste Angabe gilt folglich für die Bildmitte, die zweite Angabe für den Bildrand.

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