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10 Jahre Micro Four Thirds - Vom Beginn bis zur Gegenwart (Teil 3)

Teil 3 von 3: Bedeutende MFT-Objektive und ein Blick in die Zukunft

Im zweiten Teil unserer dreiteiligen Artikelserie "10 Jahre Micro Four Thirds - vom Beginn bis zur Gegenwart" sind wir auf bedeutende Kamera-Modelle der Micro Four Thirds-Klasse und wichtige Entwicklungen eingegangen. In diesem dritten und letzten Teil stellen wir bedeutende Objektive und auch etwas außergewöhnliche Modelle vor.

Ein erfolgreiches Kamerasystem ist nicht nur von leistungsstarken Kameras abhängig, es steht und fällt mit den angebotenen Objektiven. Während es sich bei den ersten Micro Four Thirds-Objektiven (z. B. dem Panasonic Lumix G Vario 14-45mm F3,5-5,6 Asph. OIS und dem Lumix G Vario 45-200mm F4-5,6 OIS) um größtenteils recht kompakte, aber zugleich lichtschwache Modelle handelte, ist mittlerweile ein Trend zu weniger kompakten Modellen mit großer Anfangsöffnung zu erkennen.

Eines der lichtstärksten MFT-Objektive mit Autofokus: Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro:

Hier sind als Beispiele die 2016 und 2017 vorgestellten M.Zuiko Digital ED-Modelle mit F1,2-Blende (17mm, 25mm und 45mm) zu nennen. Auch Panasonic hat unter anderem mit dem Panasonic Leica DG Nocticron 42,5mm F1,2 Asph. OIS ein sehr lichtstarkes Modell im Angebot.

Das M.Zuiko Digital ED 12-40mm F2,8 Pro ist ein lichtstarkes Zoomobjektiv für MFT-Kameras:

Neben lichtstarken Festbrennweiten lassen sich außerdem Zoomobjektive mit großen Blendenöffnungen erwerben.

Panasonic bietet bereits seit 2012 ein lichtstarkes Standardzoom (Panasonic Lumix G X Vario 12-35mm F2,8 Asph. OIS) und ein lichtstarkes Teleobjektiv (Lumix G X Vario 35-100mm F2,8 OIS) an, Olympus ergänzte das Portfolio 2013 um das M.Zuiko Digital ED 12-40mm F2,8 Pro und 2014 um das M.Zuiko Digital ED 40-150mm F2,8 Pro. 2016 folgte mit dem Olympus M.Zuiko Digital 300mm F4 IS Pro ein lichtstarkes Superteleobjektiv.

Schematische Darstellung der dualen Bildstabilisierung (Panasonic):

Zum ersten Mal setzt Olympus hier auf einen optischen Bildstabilisator (IS), dieser arbeitet mit der kameraeigenen Bildstabilisierung zusammen (Sync IS). Panasonic bietet die duale Bildstabilisierung seit der Lumix DMC-GX8 an, nennt sie allerdings Dual I.S.

Olympus bietet mit dem M.Zuiko Digital 300mm F4 IS Pro ein Superteleobjektiv (600mm KB) an:

Lichtstärker, aber mit kürzerer Brennweite: Panasonic Leica DG Elmarit 200mm F2,8 Power OIS:

Die lichtstärksten Teleobjektive von Panasonic stellen das 2017 vorgestellte Panasonic Leica DG Elmarit 200mm F2,8 Power OIS und das seit 2018 erwerbbare Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 50-200mm F2,8-4 Apsh. Power OIS dar. Wer das längste (bezogen auf die Brennweite) Teleobjektiv für Micro-Four-Thirds-Kameras mit Autofokus sein Eigen nennen möchte, muss zum Panasonic Leica DG Vario-Elmar 100-400mm F4-6,3 Power O.I.S. Asph. greifen. Mit 200 bis 800mm KB-Brennweite lassen sich selbst weit entfernte Motive stark vergrößern.

Gut zu wissen: Die unter anderem durch Abdichtungen auch professionelle Ansprüche erfüllende Objektive für das Micro Four Thirds-Bajonett gehören bei Olympus zur Pro-Serie. Bei Panasonic sind diese mit dem Zusatz „Leica“ gekennzeichnet oder tragen – bei früheren Modellen – das „G X“-Kürzel.

Abseits von besonders hohen Lichtstärken gibt es jedoch noch viele andere Micro-Four-Thirds-Objektive, die eine Erwähnung wert sind.

Das M.Zuiko Digital ED 12-50mm F3,5-6,3 EZ erlaubt das Zoomen per Hand oder per Motor:

Das Panasonic Lumix G Vario HD 14-140mm F4-5,8 OIS wurde 2009 als ein besonders für Videoaufnahmen optimiertes Objektiv vorgestellt. Dafür sorgen unter anderem ein besonders leiser Schrittmotor und eine stufenlos schließbare Blende. Die 2011 angekündigten Objektive Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3,5-5,6 Asph. OIS und Lumix G X Vario PZ 45-175mm F4-5,6 Apsh. OIS sind sogar mit einem elektronischen Zoom-Motor ausgestattet. Auch Olympus hat ein derartiges Modell im Angebot. Das seit 2011 erhältliche M.Zuiko Digital ED 12-50mm F3,5-6,3 EZ verfügt über einen elektronischen Zoom-Motor, daneben lässt sich die Brennweite sogar noch manuell anpassen.

Einen Sonderfall stellt das Panasonic Lumix G 12,5mm F12 dar. Dabei handelt es sich um ein Objektiv für 3D-Aufnahmen. Dieses erzeugt zwei leicht unterschiedliche Aufnahmen, die per Software zu einem 3D-Bild zusammengesetzt werden können. Die kleinbildäquivalente Brennweite des 2010 vorgestellten Objektivs beträgt etwa 60mm, die Blendenöffnung von F12 kann der Fotograf nicht verändern. Videos lassen sich beim Einsatz der Festbrennweite nicht erstellen, der Fokus (6m bis unendlich) ist fix.

Das Olympus Body Cap Objektiv 9mm F8 Fisheye ist nicht größer als ein Objektivdeckel:

Das Olympus 15mm F8 und das 9mm F8 Fisheye tun sich nicht durch eine hervorragende Abbildungsleistung oder eine gute Verarbeitung hervor, sondern durch besonders kompakte Abmessungen (9mm bzw. 13mm) und ein sehr geringes Gewicht (22g bzw. 30g). Beide stellen als sogenannte Body-Cap-Objektive sowohl ein Objektiv als auch eine Bajonettabdeckung dar, per kleinem Hebel lässt sich die Frontlinse jeweils verschließen. Auf die sonst üblichen Features müssen Besitzer beider Objektive verzichten, es gibt weder einen Autofokus noch die Möglichkeit zur Blendenwahl.

Sehr flach und leicht, aber mit Autofokus: Panasonic Lumix G 20mm F1,7 Asph. II:

Nicht ganz so klein, aber immer noch kompakt sind die sogenannten Pancake-Objektive. Dazu zählen unter anderem das Panasonic Lumix G 20mm F1,7 Asph. (II), das Panasonic Lumix G 14mm F2,5 Asph. (II) und das Olympus M.Zuiko Digital 17mm F2,8 Pancake. Alle drei verfügen über einen Autofokus und eine verstellbare Blende.

Ebenso sehr kompakt und leicht: Olympus M.Zuiko Digital 17mm F2,8 Pancake:

Und dann wären da natürlich noch die Objektive von Drittherstellern. Der offene Micro Four Thirds-Standard macht die Konstruktion von Objektiven einfach, das Angebot wird durch andere Optikfertiger deutlich vergrößert. Neben Panasonic und Olympus fertigen unter anderem Tamron, Sigma und Voigtländer Modelle mit Micro Four Thirds-Bajonett. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen lassen sich die Objektive aller Hersteller an MFT-Kameras ohne Einschränkungen verwenden.

Durch die jederzeit mögliche Liveansicht über das Display oder im Sucher bieten sich Micro Four Thirds-Kameras – wie alle spiegellosen Systemkameras – besonders für den Einsatz von manuellen Objektiven an. Per Fokusvergrößerung oder Peaking lässt sich auch ohne Autofokus recht bequem und präzise scharfstellen.

Das extrem lichtstarke Voigtländer Nokton 10,5mm F0,95 wird nur für MFT-Kameras angeboten:

Als sehr außergewöhnliche Objektive sind das HandeVision Ibelux 42,5mm F0,85, das lichtstärkste Objektiv für MFT-Kameras, und das Voigtländer Nokton 10,5mm F0,95, welches für ein Ultraweitwinkel eine enorm große Blendenöffnung besitzt, bezeichnen. Vergessen darf man zudem nicht das Entaniya 250 MFT. Dieses wird in drei Versionen angeboten und besitzt beim Modell Entaniya 250 MFT 2.3 lediglich 4,6mm KB-Brennweite. Das 1,6kg schwere Objektiv deckt einen Bildwinkel von 250 Grad (horizontal wie vertikal) ab.

Ein Objektiv für Freunde von extremen Bildwinkeln ist das Entaniya 250 MFT 2.3:

Was bringt die Zukunft?
Die Anzahl an verkauften Kameras nimmt stetig ab, ein Segment kann jedoch seit Beginn kräftige Wachstumszahlen vermelden – die spiegellosen Systemkameras. Dazu gehören auch die Modelle des Micro Four Thirds-Standards. Sie sind im Bereich der Kameras mit kleineren Sensoren (unterhalb von APS-C) führend, der Vorteil der besonders kleinen und leichten DSLMs dürfte viele Fotografen weiterhin überzeugen. Da sowohl Panasonic als auch Olympus in der Vergangenheit immer wieder die technologische Führung in verschiedenen Bereichen (Serienbildrate, Videofunktion, Bildstabilisierung, ...) innehatten, gehen wir in der Zukunft von Ähnlichem aus. In puncto Objektivtrends sollte die Entwicklung von lichtstarken Modellen für Fotografen mit professionellen Ansprüchen weiter im Fokus stehen.

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Kommentare

Vielen Dank für diesen sehr ...

Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel! Ich muss gleich dazu sagen, dass ich selbst keine direkten Erfahrungen mit Micro Four Thirds gemacht habe. Aber ich habe Positives von einigen Freunden gehört, sowohl bezüglich Panasonic als auch zu Olympus. Aber an Festbrennweiten verwenden sie auch angesichts des guten Preis-Leistungsverhältnisses jene von Sigma.

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