Canon EOS 750D und Sony Alpha 68 im Vergleich (Teil 2)

Teil 2 von 3: Systemkameras der Einsteigerklasse – DSLR vs. SLT


Links sehen Sie die Sony Alpha 68, rechts die Canon EOS 750D.

Im ersten Teil unseres Vergleichs der Canon EOS 750D und der Sony Alpha 68 haben wir unter anderem die Abmessungen, die Verarbeitung und die Bildqualität verglichen. In diesem zweiten Teil stehen das Objektivangebot, die Bildkontrolle und die Arbeitsgeschwindigkeit auf dem Prüfstand.

Kitobjektiv:
Kitobjektive spielen bei Einsteigermodellen eine größere Rolle, denn in der Regel werden diese Kameras mit dem Kitobjektiv erworben. Das Canon EF-S 18-55mm F3,5-5,6 IS STM deckt an der EOS 750D kleinbildäquivalente 29 bis 88mm ab, das Sony DT 18-55mm F3,5-5,6 SAM an der Alpha 68 genau 27 bis 83mm.

Damit wird der wichtigste Brennweitenbereich abgedeckt, die Lichtstärke ist mit F3,5 bis F5,6 wie üblich nur gering. Beim Gehäusematerial setzen beide Hersteller auf Kunststoff, sogar die Bajonette bestehen daraus. Die Verarbeitung ist daher als einfach zu bezeichnen. Absetzen kann sich das Canon EF-S 18-55mm F3,5-5,6 IS STM mit seinem eigenen Fokusring, dem integrierten Bildstabilisator und dem schnellen sowie sehr leisen Fokusmotor. Das DT 18-55mm F3,5-5,6 SAM besitzt auch einen schnellen Fokusmotor, der aber deutlich wahrzunehmen ist. Auf einen integrierten Bildstabilisator kann das Objektiv wegen der kameraeigenen Stabilisatoren verzichten.

Nur das Kitobjektiv der Canon EOS 750D besitzt eine ausgewogene Abbildungsleistung:

Links sehen Sie die Canon EOS 750D, rechts die Sony Alpha 68.

In puncto Abbildungsleistung geht das Canon EF-S 18-55mm F3,5-5,6 IS STM als klarer Sieger hervor. Auch wenn es im Weitwinkel eine deutliche tonnenförmige Verzeichnung zeigt, kann das Objektiv bei jeder Brennweite und Blendenöffnung ohne allzu große Abstriche eingesetzt werden. Um zwei Stufen abgeblendet fallen auch die Bildecken gut aus. Das Sony DT 18-55mm F3,5-5,6 SAM zeigt an der Naheinstellgrenze eine extreme Unschärfe, selbst bei weiter entfernten Motiven sollte jedoch besser abgeblendet werden. Nur dann erreichen die Bildecken ein akzeptables Niveau. Generell zu überzeugen wissen aber nur mittlere Brennweiten um ca. 40 bis 60mm (KB-äquivalent). Während das EF-S 18-55mm F3,5-5,6 IS STM für Käufer der EOS 750D zu Beginn daher eine gute Wahl darstellt, können wir vom DT 18-55mm F3,5-5,6 SAM nur abraten.

Unser Sieger beim Kitobjektiv: Die Canon EOS 750D mit dem EF-S 18-55mm F3,5-5,6 IS STM.

Objektive werden für beide Kameras reichlich angeboten, für die EOS 750D gibt es jedoch mehr:
Links sehen Sie die Canon EOS 750D, rechts die Sony Alpha 68.

Objektivangebot:
Beim Vergleich der Canon EOS 750D und der Sony Alpha 68 treten die Bajonette Canon EF(-S) und Sony A gegeneinander an. Generell ist das Angebot durch die verbauten APS-C-Sensoren recht groß. Neben APS-C-Objektiven lassen sich schließlich auch Modelle für Vollformatkameras nutzen.
Objektive können für beide Kameramodelle mit allen gängigen Brennweiten vom Weitwinkel- bis Telebereich erworben werden. Nur im Supertelebereich und bei Objektiven mit besonders kurzen Brennweiten muss Sony passen. Hier kann sich Canon eindeutig absetzen. Zudem hat Canon mehr Spezialobjektive (Fisheye, Tilt-Shift, …) zu bieten. Der Nachteil lässt sich allerdings durch Objektive von Fremdherstellern (unter anderem Sigma und Tamron) abschwächen. Diese bieten im Regelfall einige Objektive für das A-Bajonett von Sony an. Mindestens genauso viele Objektive von den Drittherstellern sind allerdings auch für Modelle von Canon und somit auch für die EOS 750D erhältlich. Da Canon das größte Objektivportfolio aller Hersteller besitzt, kommt die Alpha 68 insgesamt gesehen an der EOS 750D nicht vorbei.

Unser Sieger beim Objektivangebot: Die Canon EOS 750D.

Bildkontrolle:
Auf den ersten Blick unterscheiden sich beide Modelle beim Sucher nicht. Da es sich bei den Vergleichskameras aber einmal um eine Spiegelreflex- und einmal um eine SLT-Kamera handelt, wird der Unterschied erst beim Blick durch den Sucher ersichtlich. Die Canon EOS 750D besitzt ein optisches Modell, die Alpha 68 ein elektronisches. Die grundsätzlichen Technologien unterscheiden sich also. Trotzdem kann man die Sucher in mehreren Punkten vergleichen. Dies gilt unter anderem für die Bildfeldabdeckung. Die EOS 750D zeigt nicht das komplette Bild an, wie es nach dem Drücken des Auslösers aufgenommen wird, sondern nur 95 Prozent davon. Bei der Alpha 68 sind es 100 Prozent. Außerdem ist die Vergrößerung des Suchers der Alpha 68 höher. Dessen Vergrößerungsfaktor liegt bei 0,57, für den Sucher der EOS 750D gibt Canon nur eine 0,51-fache Vergrößerung an (jeweils auf KB umgerechnet). Auch diesen Unterschied kann man sehen. Beim Sucher der Alpha 68 ist noch dessen Auflösung von 1,44 Millionen Subpixel zu erwähnen. Dies ist für eine nahezu pixelfreie Darstellung ausreichend, für ein brillant scharfes Sucherbild reicht es jedoch nicht. Durch die optische Technik (Pentaspiegel) des Suchers der EOS 750D sind hier natürlich keine Pixel zu sehen. Da der Sucher der Alpha 68 größer ist, einen höheren Vergrößerungsfaktor besitzt und diverse Einblendungen erlaubt, sehen wir ihn insgesamt vorne.

Das Display der Alpha 68 lässt sich schwenken, das der EOS 750D drehen und schwenken:

Links sehen Sie die Sony Alpha 68, rechts die Canon EOS 750D.

Beim Display fallen die unterschiedlichen Diagonalen und Aufhängungen schon beim ersten Blick auf. Das LCD der EOS 750D ist mit 3,0 Zoll nicht nur größer als das Display der Alpha 68 mit 2,7 Zoll, man kann es auch drehen sowie schwenken. Die Bildkontrolle ist dadurch fast aus jedem Winkel optimal möglich. Das LCD der Alpha 68 erlaubt das Schwenken nach oben und unten. Die „Basics“ erfüllt es damit, Selbstporträts sind aber beispielsweise nicht möglich. Wer die Displays genauer betrachtet, wird zudem feststellen, dass das LCD der Alpha 68 schlechter aufgelöst ist. Das LCD der 750D besitzt mit 1,04 Millionen Subpixel mehr als doppelt so viele Pixel wie das LCD der Alpha 68 mit 460.800 Subpixel. Einzelne Pixel lassen sich beim Display der Alpha 68 daher erkennen. Des Weiteren müssen auch die deutlich kleineren Blickwinkel des LCDs der Sony-Kamera erwähnt werden. Von unten betrachtet zeigt jenes eine falschfarbene Darstellung. Diese ist beim Display der EOS 750D nicht zu erkennen. Des Weiteren besitzt das LCD der 750D eine Touchoberfläche, das Display der Alpha 68 nicht. Beim Vergleich der LCDs gilt deshalb: Die Canon EOS 750D überzeugt bei Weitem mehr.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Canon EOS 750D.

Geschwindigkeit:
Bei der Arbeitsgeschwindigkeit müssen wegen der Einsteigerklasse Abstriche gemacht werden. Serienaufnahmen sind daher nur mit fünf Bildern pro Sekunde bei voller Auflösung möglich. Damit kann man in der Praxis aber sicherlich auskommen, für Actionmotive ist dies jedoch keineswegs optimal. Hinsichtlich der Bildfolge kann sich die EOS 750D bei gewähltem JPEG-Format von der Alpha 68 absetzen. Während die Aufnahmeserie der 750D nur vom freien Platz auf der Speicherkarte begrenzt wird, sind mit der Alpha 68 nur 24 Bilder in Folge mit höchster Geschwindigkeit möglich. Danach wird die Serienbildrate der Sony-Kamera mit 1,7 Bildern pro Sekunde deutlich langsamer. Sehr ähnliche Ergebnisse werden dagegen beim RAW-Format erreicht. Die EOS 750D hält 5,0 Bilder pro Sekunde für acht Aufnahmen in Folge fest, die Alpha 68 ebenfalls fünf Bilder pro Sekunde für neun Aufnahmen in Serie. Danach arbeitet die 750D mit 3,0 Bildern pro Sekunde allerdings deutlich schneller als die Alpha 68 mit 1,5 Bildern pro Sekunde.

Beide Kameragehäuse werden aus Kunststoff gefertigt und sind nicht abgedichtet:

Links sehen Sie die Canon EOS 750D, rechts die Sony Alpha 68.

JPEG+RAW-Aufnahmen speichern beide Kameras wieder mit jeweils fünf Bildern pro Sekunde. Die 750D für sechs Bilder in Serie, die Alpha 68 für acht Bilder in Serie. Beide Kameramodelle sind für längere Aufnahmeserien also nur bei JPEG-Bildern geeignet, wobei die 750D hier besser abschneidet.
Ein Hinweis noch: Die Sony Alpha 68 kann mit ihrem Highspeedmodus bis zu 48 Aufnahmen in Serie mit acht Bildern pro Sekunde festhalten. Da in diesem Modus allerdings keine RAW-Aufnahmen möglich sind und die Auflösung auf sechs Megapixel reduziert wird, ist dieser Modus in der Praxis nur sehr selten zu gebrauchen. In unsere Vergleichswertung fließt er daher nicht ein.

In puncto Fokussierungsgeschwindigkeit erreichen beide Kameras ein ähnliches und auch sehr gutes Niveau. Die Canon EOS 750D stellt beim Blick durch den Sucher in 0,17 Sekunden scharf, die Sony Alpha 68 in 0,19 Sekunden. Auch bewegte Motive lassen sich mit beiden Modellen daher gut einfangen. Wer die Bildkontrolle per LCD vornehmen möchte, muss bei der 750D dagegen längere 0,56 Sekunden einplanen. Bei der Alpha 68 ändert sich nichts. Als Auslöseverzögerung haben wir bei der 750D genau 0,07 Sekunden gemessen, bei der Alpha 68 sind es 0,03 Sekunden.

Vom Einschalten bis zur vollständigen Displayanzeige lassen sich beide Vergleichsmodelle rund zwei Sekunden Zeit. Die Alpha 68 liegt mit 1,95 Sekunden knapp darunter, die EOS 750D mit 2,06 Sekunden knapp drüber. Die erste Aufnahme nach dem Einschalten hält die EOS 750D mit 0,95 Sekunden dann allerdings minimal schneller fest als die Alpha 68 mit 1,02 Sekunden.

Unsere Wertung bei der Geschwindigkeit: Unentschieden.

Zu den Beispielaufnahmen des Testsiegers:

Im dritten und letzten Teil des Vergleichstests der Canon EOS 750D und der Sony Alpha 68 werfen wir einen Blick auf die Funktionen und Features, die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit. Zudem fassen wir unsere Ergebnisse noch einmal zusammen.

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