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Canon EOS M50 und EOS 200D im Duell (Teil 2)

Teil 2 von 3: Kompakte Systemkameras mit APS-C-Sensor von Canon

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichstests der Canon EOS M50 und der Canon EOS 200D die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität unter die Lupe genommen haben, vergleichen wir nun unter anderem das Objektivangebot, die Bildkontrolle und die Arbeitsgeschwindigkeit.

Objektivangebot:
Das Objektivangebot muss nicht für jeden ein wichtiges Kriterium darstellen, gerade ambitionierte Fotografen legen darauf aber großen Wert. Schließlich möchte man für jeden Einsatzzweck das passende Modell erwerben können. Für die Spiegelreflexkameras von Canon werden – von Canon selbst sowie von zahlreichen Drittherstellern – fast schon zahllose Objektive angeboten.

Wegen des EF-S-Bajonetts der EOS 200D lassen sich dabei EF-S- sowie EF-Objektive nutzen. Letztere wurden zwar für Kameras mit Vollformatsensoren entwickelt, funktionieren ohne Einschränkungen jedoch auch an Modellen mit APS-C-Sensor. Egal welches Objektiv für einen infrage kommt, für Spiegelreflexkameras von Canon gibt es das in jedem Fall.

Das Objektivangebot fällt vielfältig aus:

Links sehen Sie die Canon EOS M50, rechts die Canon EOS 200D.

Die spiegellosen Systemkameras von Canon setzen stattdessen auf das EF-M-Bajonett. Für dieses werden nur zwei Hände voll Objektive angeboten, das Portfolio fällt also sehr klein aus. Per Adapter lassen sich allerdings fast alle EF-/EF-S-Modelle nutzen, der Autofokus und andere Funktionen stehen dabei wie gewohnt zur Verfügung. Effektiv fällt das Objektivangebot für die EOS M50 dadurch sogar größer als für die EOS 200D aus. In der Praxis sehen wir die DSLR hinsichtlich des Objektivangebots trotzdem vorn. Das liegt an den deutlich größeren Abmessungen der EF-/EF-S-Objektive, die den Einsatz einer spiegellosen Systemkamera teilweise ad absurdum führen. Wer sich eine kompakte Systemkamera wünscht, möchte keine großen Objektive sowie zusätzlich einen Adapter verwenden. Selbst wer die EOS M50 nicht allein wegen ihrer kleineren Abmessungen erworben hat, wird schnell feststellen, dass eine kleine DSLM und große Objektive nur bedingt zusammenpassen. Der Schwerpunkt verlagert sich hier zu stark in Richtung des Objektivs, das Handling lässt bei vielen größeren Festbrennweiten oder Zooms zu wünschen übrig.

Unser Sieger beim Objektivangebot: Die Canon EOS 200D.

Bildkontrolle:
Die Optionen bei der Bildkontrolle stellen nach wie vor die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen Spiegelreflexkameras und spiegellosen Systemkameras dar. Während DSLRs klassisch über einen optischen Sucher verfügen, kommt bei DSLMs üblicherweise ein elektronisches Modell zum Einsatz. An dieser Stelle scheiden sich die Geister, oder besser gesagt die Meinungen der Fotografen. Während ein Teil optische Sucher wegen des natürlichen Bildeindrucks bevorzugt, schätzt der andere Teil elektronische Sucher wegen der Live-Anzeige des „fertigen“ Bildes. Des Weiteren können sich elektronische Sucher mit wesentlich mehr einblendbaren Optionen absetzen, und bei Videos sind sie ebenso nutzbar. Welcher Sucher einem mehr zusagt, ist trotzdem eine sehr subjektive Meinung, weshalb wir im Folgenden vor allem auf die harten Fakten eingehen wollen.

Die dreh- und schwenkbaren LCDs gestalten die Bildkontrolle einfach:

Der elektronische OLED-Sucher der EOS M50 zeigt 100 Prozent des Bildfeldes an, vergrößert etwa 0,6-fach bis 0,65-fach (Canon nennt leider keine genauen Daten) und löst mit 2,36 Millionen Subpixel auf. Letzterer Wert erlaubt eine scharfe und nahezu pixelfreie Darstellung.

Der optische Spiegelreflexsucher der EOS 200D in Pentaspiegelbauweise fällt nicht nur deutlich kleiner (0,54-fache Vergrößerung) aus, er gibt auch nur 95 Prozent des Bildfeldes wieder. Der finale Bildausschnitt ist daher erst nach der Aufnahme kontrollierbar. Im praktischen Einsatz würden wir den Sucher der EOS M50 zweifellos bevorzugen. Nur wer unbedingt einen optischen Sucher verwenden möchte, greift besser zur EOS 200D.

Eingaben sind auch per Touchscreen möglich (hier am Beispiel der EOS M50):

Canon EOS M50.

Bei den verbauten Displays gibt es effektiv keine Unterschiede. Die zum Einsatz kommenden LCD-Panels messen 3,0 Zoll in der Diagonalen und lösen 1,04 Millionen Subpixel auf. Sie liefern eine scharfe Darstellung und lassen sich durch große Einblickwinkel auch von der Seite gut einsehen. Für einen sehr hohen Komfort sorgt die dreh- und schwenkbare Lagerung. Dadurch besteht nicht nur die Möglichkeit, sich bei Selbstporträts zu sehen, sondern bei fast allen anderen Aufnahmesituationen den optimalen Blick auf das LCD zu behalten. Eingaben per Touch unterstützen beide Displays.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Canon EOS M50.

Geschwindigkeit:
Beim Vergleich der Arbeitsgeschwindigkeit fällt die deutlich höhere Serienbildgeschwindigkeit der EOS M50 auf. Mit 10,1 Bildern pro Sekunde kann sie doppelt so viele Bilder pro Sekunde wie die Canon EOS 200D aufnehmen (5,0 Bilder pro Sekunde). Das gilt allerdings nur, sofern der Einzelbildautofokus genutzt wird. Beim kontinuierlichen Scharfstellen sind mit der M50 rund 7 Bilder pro Sekunde möglich. Während die Bildrate der DSLR konstant bei 5 Aufnahmen pro Sekunde bleibt, sinkt sie bei der DSLM nach 43 Bildern in Serie auf 5,7 Bilder pro Sekunde ab. Damit ist die EOS M50 jedoch noch immer schneller als die EOS 200D. Bei Fotos im RAW-Format werden die Kameras zwar nicht grundsätzlich langsamer, kleine Pufferspeicher lassen die Aufnahmegeschwindigkeit aber schon nach kurzer Zeit absinken.

Die Gehäuse bestehen vor allem aus Kunststoff:

Links sehen Sie die Canon EOS M50, rechts die Canon EOS 200D.

Im Detail: Die Canon EOS M10 nimmt 10 Bilder pro Sekunde für 10 Fotos in Serie auf, danach bricht die Bildrate auf lediglich 2,6 Bilder pro Sekunde ein. Bei der EOS 200D haben wir 5 Bilder pro Sekunde für 6 Fotos in Serie gemessen, danach lassen sich nur noch 1,6 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Für längere Aufnahmeserien mit RAW-Fotos eignen sich beide Modelle also kaum. Die gleichzeitige JPEG+RAW-Aufnahme ergibt mit 8,7 Bildern pro Sekunde für 10 Fotos in Serie (EOS M50) und 5,1 Bildern pro Sekunde für 6 Fotos in Serie (200D) ein sehr ähnliches Ergebnis.

Was die Fokussierungszeit anbelangt, muss wegen der unterschiedlichen AF-Methoden differenziert werden. Sofern bei der EOS 200D der dedizierte AF-Sensor der Kamera verwendet wird, stellt die Kamera in sehr kurzen 0,11 Sekunden scharf. Im Liveviewmodus benötigt die DSLR dagegen 0,32 Sekunden. Auch dieser Wert ist noch recht gut, liegt aber schon etwas hinter dem Phasen-AF beim Blick durch den Sucher zurück. Die EOS M50 benötigt zum Scharfstellen zu jeder Zeit 0,15 Sekunden und liegt damit in etwa auf dem Niveau des Phasen-AF-Sensors der DSLR.

Als Einschaltzeit haben wir bei der Canon EOS M50 genau 1,50 Sekunden und bei der EOS 200D 1,62 Sekunden gemessen. Beide Werte wissen zu gefallen. In puncto Einsatzbereitschaft setzt sich die EOS 200D mit 0,56 Sekunden dagegen sehr deutlich von der EOS M50 mit 1,21 Sekunden ab. In der Praxis würden wir diesen Unterschied trotzdem nicht überbewerten. Mit 1,21 Sekunden gehört die DSLM immer noch zu den schnellsten Modellen.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Canon EOS M50.

In puncto Design gibt es sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten:

Links sehen Sie die Canon EOS M50, rechts die Canon EOS 200D.

Autofokus:
Zur Fokussierung nutzen Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras wie bereits erwähnt unterschiedliche Technologien. Die Canon EOS 200D verfügt als DSLR über einen Phasen-AF-Sensor, der bei heruntergeklapptem Spiegel arbeitet. Bei heraufgeklapptem Spiegel kommen dagegen die Kontrastmessung bzw. die Phasendetektion auf Sensorbasis zum Einsatz, die dank Dual-Pixel-CMOS-AF-Technologie möglich ist. Der dedizierte AF-Sensor der 200D besitzt neun Messfelder, bis auf den mittigen davon handelt es sich um Liniensensoren. Die Messfelder decken nur einen recht kleinen Bereich ab, abseits davon kann keine automatische Fokussierung erfolgen. Derartige Nachteile sind beim Liveview- oder Videomodus, wenn der Spiegel hochgeklappt ist, nicht vorhanden. Der Blick durch den Sucher bleibt einem hier aber verwehrt.

Das Phasen-AF-Autofokusmodul der Canon EOS 200D besitzt neun Fokusmessfelder:

Canon EOS 200D.

Die Canon EOS M50 besitzt als DSLM keine dedizierten AF-Sensoren, ihr Sensor hat – wie bei der EOS 200D – allerdings einen besonderen Aufbau. Jeder Pixel besteht aus zwei Photodioden, welche die Phasendetektion auf Sensorbasis ermöglichen. Da das Bild im Sucher dabei dem Bild auf dem LCD entspricht, kann die Fokussierung natürlich auch beim Blick durch den Sucher vorgenommen werden. Das AF-Messsystem der Kamera ist mit 143 Feldern ausgestattet, abhängig vom eingesetzten Objektiv stehen aber nicht immer alle Messfelder zu jeder Zeit zur Verfügung. Gegenüber dem Phasen-AF-Sensor der EOS 200D sind Besitzer der EOS M50 trotzdem immer noch deutlich im Vorteil.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Canon EOS M50.

Im dritten Teil unseres Vergleichstests der Canon EOS M50 und der Canon EOS 200D kümmern wir uns unter anderem um die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit. Außerdem ziehen wir ein Fazit.

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