Canon EOS R7 vs. Canon EOS R10 im Duell (Teil 3)

Teil 3 von 3: Spiegellose APS-C-Kameras von Canon mit RF-Bajonett


Links sehen Sie die Canon EOS R7, rechts die Canon EOS R10.

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Vergleichs der Canon EOS R7 und EOS R10 unter anderem die Bildkontrolle und die Arbeitsgeschwindigkeit verglichen haben, sehen wir uns jetzt die Videoaufnahme, die Erweiterbarkeit und die Schnittstellen an. Anschließend fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Videoaufnahme:
Die Videofunktionen moderner Fotokameras bewegt sich auf einem Level, das vor einigen Jahren noch undenkbar war. Selbst Mittelklassemodelle bringen Features mit, die früher nur bei professionellen Videokameras zu finden waren. Auch die beiden Modelle in diesem Vergleich verfügen über eine große Ausstattung. Die höchste Auflösung liegt bei „4K“ (3.840 x 2.160 Pixel), hier erreichen beide DSLMs 60 Vollbilder pro Sekunde. Während die Canon EOS R7 dies jedoch sowohl mit also auch ohne Crop schafft, ist bei der EOS R10 stets ein Crop hinzunehmen. In beiden Fällen entspricht der Crop einem 1:1-Sensorreadout, bei der EOS R10 fällt der „Teleeffekt“ daher geringer aus. Für Aufnahmen mit voller Sensorbreite müssen Videografen bei der EOS R10 auf 30 Vollbilder pro Sekunde zurückschalten. Hier erzielt die Mittelklasse-DSLM eine exzellente Bildqualität, das liegt am Oversampling der Bilddaten (6.000 zu 3.840 Pixel in der Breite). Oversampling unterstützt auch die Canon EOS R7 (6.960 Pixel zu 3.840 Pixel), hier ist ebenso bei maximal 30 Vollbildern pro Sekunde Schluss. 4K60p-Videos werden mutmaßlich per Line-Skipping generiert, die Detailwiedergabe der Videos fällt daher sichtbar schlechter aus. Wir stufen sie allerdings immer noch als sehr gut ein (aber eben nicht exzellent wie bei 30p), weshalb Videografen auch zu dieser Aufnahme-Option greifen können.

Die Videoqualität im Vergleich:

In Full-HD schaffen beide DSLMs 60 Vollbilder pro Sekunde im herkömmlichen Aufnahmemodus sowie 120 Vollbilder pro Sekunde im „Hohe Bildrate“-Modus. In diesem wird das Video stets mit einer 4-fachen Zeitlupe ausgegeben. Bei der klassischen 4K- und Full-HD-Aufnahme lässt sich jeweils zwischen der IPB-Codierung und einer IPB-Light-Variante wählen, neben 4:2:0 8-Bit sind höher qualitative Aufnahmen mit 4:2:2 10-Bit ("HDR PQ" genannt) möglich. Die Canon EOS R7 bringt als Bonus die Aufnahme mit dem Canon Log3-Profil mit, Videos können bei ihr zudem bis zu sechs Stunden am Stück lang sein. Die Aufnahmegrenze der Canon EOS R10 liegt bei zwei Stunden, spezielle flache Bildprofile gibt es hier nicht. Es besteht jedoch die Möglichkeit, das Bildprofil frei zu wählen. Die weitere Aufnahmekontrolle in Form der manuellen Belichtung und Fokussierung ist bei beiden Kameras gegeben. Für Tonaufnahmen hat Canon jeweils ein Stereomikrofon sowie einen Mikrofoneingang verbaut, die Tonkontrolle per Kopfhörer erlaubt nur die EOS R7.

Unser Sieger bei der Videoaufnahme: Die Canon EOS R7.

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Die Erweiterbarkeit hängt bei Digitalkameras maßgeblich von der Größe und der Kameraklasse ab. Es sollte daher keinen verwundern, dass die Canon EOS R7 mehr Schnittstellen als die EOS R10 bietet. So viele mehr sind es allerdings gar nicht, genau genommen bringt die EOS R7 lediglich den zusätzlichen Kopfhörerausgang als „Bonus“ mit. Jeweils vorhanden sind ein Mikrofoneingang (3,5mm Klinke), ein Anschluss für eine Fernbedienung (2,5mm Klinke), ein Micro-HDMI-Ausgang sowie ein USB-C-Port. Letzterer erlaubt nicht nur das Aufladen des Akkus in der Kamera (Power Delivery unterstützendes Netzteil benötigt), sondern auch den Datenaustausch mit einem Computer. Während die EOS R7 dabei allerdings hohe Datenraten (USB 3.2 Gen 2) erlaubt, ist die EOS R10 nur mit einem langsamen USB 2.0-Port ausgestattet.

Die Schnittstellen der Canon EOS R7:

Canon EOS R7.

Die Schnittstellen der Canon EOS R10:

Canon EOS R10.

Wieder auf einem Level bewegt sich die kabellose Datenübertragung, beide DSLMs bringen WLAN (2,4Ghz) und Bluetooth (4.2) mit. Für externe Blitzgeräte und weiteres Zubehörs sind beide Kameras mit einem Multifunktions-Zubehörschuh ausgerüstet, die EOS R10 verfügt zudem noch über einen integrierten Blitz.

Unsere Wertung bei der Erweiterbarkeit und Schnittstellen: Unentschieden.

Unser Fazit:
Wer das EOS R-System ansprechend findet, ist endlich nicht mehr nur auf Vollformatkameras limitiert, sondern kann auch zu Modellen mit APS-C-Sensoren greifen. Diese Verbesserung war aus unserer Sicht dringend notwendig. Mit den ersten beiden APS-C-DSLMs mit RF-Bajonett, der EOS R7 und der EOS R10, hat Canon zwei größtenteils ansprechende Kameras im Programm. Nur geringfügige Unterschiede zwischen beiden Modellen ergeben sich beim Autofokus und den Aufnahmemodi. Die AF-Systeme arbeiten dank des Dual Pixel CMOS-AFs der zweiten Generation sehr flott und selbst bei bewegten Motiven präzise. Darüber hinaus bringen sie eine umfängliche Motiverkennung und jede Menge AF-Optionen mit.

Beide Kameras besitzen trotz einiger Unterschiede auch mehrere Gemeinsamkeiten:

Links sehen Sie die Canon EOS R7, rechts die Canon EOS R10.

Zur langen Liste an Aufnahmemodi gehören nicht nur die klassischen PSAM-Programme und Filtereffekte, sondern auch ein Panorama-Assistent, ein Intervallmodus und das Focus-Bracketing. Die Bildqualität der EOS R7 bewerten wir wegen des höher aufgelösten Sensors als besser, die Aufnahmen der EOS R10 sagen uns aber ebenfalls zu. Beim Rauschen gibt es kaum Unterschiede, die ISO-Bereiche fallen gleich aus. Deutlich absetzen kann sich die Canon EOS R7 bei Serienaufnahmen: Das liegt nicht einmal unbedingt an der sieben Bilder pro Sekunde schneller arbeitenden Serienbildfunktion, sondern an dem wesentlich größeren Pufferspeicher.

Die 23 Bilder pro Sekunde der EOS R10 reichen ebenso für jede Situation aus, mit nur zwei Sekunden „Dauerfeuer“ sind Serien aber doch etwas schnell beendet. Beim Einsatz des mechanischen Verschlusses arbeiten beide Kameras gleich schnell (mit 15 Bildern pro Sekunde dabei wirklich flott), hier fällt der Serienaufnahme-Vorsprung der EOS R7 nicht mehr ganz so groß aus.

Das bessere Gesamtpaket hat die EOS R7 zu bieten:

Links sehen Sie die Canon EOS R7, rechts die Canon EOS R10.

Mehr zu bieten hat die Canon EOS R7 bei Videoaufnahmen: Sie schafft Aufnahmen mit 60 Vollbildern pro Sekunde ohne Crop, des Weiteren sind deutlich längere Videos am Stück möglich. Dazu kommen der zusätzliche Kopfhörerausgang der EOS R7 und der Canon Log3-Bildststil. Manuell arbeiten lässt sich dagegen mit beiden Kameras sehr gut arbeiten und die Automatiken funktionieren jeweils tadellos. Wer viel mit Festbrennweiten ohne Stabilisator filmt, wird den Body-IS der EOS R7 sehr zu schätzen wissen.

Dies gilt natürlich auch für Fotografen. Das insgesamt bessere Paket hat die Canon EOS R7 aus unserer Sicht darüber hinaus wegen ihrer SD-Steckplätze, des größeren Akkus, des schnelleren mechanischen Verschlusses und der Gehäuse-Abdichtungen zu bieten. Die höhere Display-Auflösung würden wir dagegen nicht als Kriterium sehen und auch beim Sucher fällt der Abstand zwischen beiden Modellen recht klein aus.

Die Canon EOS R7 besitzt ein größeres und robusteres Gehäuse:

Links sehen Sie die Canon EOS R7, rechts die Canon EOS R10.

Beim Gehäuse sind die Geschmäcker unterschiedlich: Die Canon EOS R10 ist die kleinere und leichtere Kamera und somit einfacher zu transportieren. Die EOS R7 liegt dagegen besser in der Hand und wirkt auch etwas robuster. Beim Bedienen sind die Unterschiede kleiner als man denken würde. Wirklich absetzen kann sich die Canon EOS R7 in diesem Punkt jedenfalls nicht.

Unser Testsieger:

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

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Autor: dkamera.de Redaktion
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