Canon EOS R7 vs. Canon EOS R10 im Duell (Teil 2)

Teil 2 von 3: Spiegellose APS-C-Kameras von Canon mit RF-Bajonett


Links sehen Sie die Canon EOS R7, rechts die Canon EOS R10.

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichstests der Canon EOS R7 und der EOS R10 die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität unter die Lupe genommen haben, prüfen wir nun unter anderem das Objektivangebot, die Arbeitsgeschwindigkeit und die Funktionen sowie Features.

Objektivangebot:
Das Objektivangebot fällt für beide Kameras wegen des gleichen Bajonetts auf den ersten Blick identisch aus. Verwenden lassen sich alle RF-S- und RF-Objektive, zudem per Adapter auch EF-S- und EF-Objektive. Dadurch steht ein großes Angebot an Modellen zur Verfügung. Auf den zweiten Blick sollten Foto- und vor allem Videografen aber nicht die Bildstabilisierung außer Acht lassen. Diese erfolgt bei der Canon EOS R7 mittels des beweglich gelagerten Sensors, bei der EOS R10 ist sie (mit Ausnahme der digitalen Stabilisierung bei Videos) nur über den Objektiv-IS möglich.

Der Bildstabilisator der EOS R7 sorgt für eine größere Flexibilität bei der Objektivwahl:

Canon EOS R7.

Nun mag die Stabilisierung nicht für jeden Nutzer von entscheidender Bedeutung sein („auch ohne Stabilisator konnte man früher gute Bilder machen“), wir messen der Stabilisierung aber eine hohe Bedeutung zu. Dadurch können Foto- und Videografen in vielen Situationen wesentlich flexibler arbeiten. Zusammengefasst gilt: Besitzer der EOS R7 sind nicht auf einen Bildstabilisator im Objektiv angewiesen, Besitzer der EOS R10 sollten auf den Stabilisator in der Optik (zumindest meistens) achten. Eines gilt aktuell leider für beide Kameras: Günstige RF(-S)-Objektive gibt es nur wenige.

Unser Sieger beim Objektivangebot: Die Canon EOS R7.

Mit dem Mountadapter EF EOS R kann das Objektivangebot deutlich vergrößert werden:

Canon EOS R7 (gilt genauso für die EOS R10).

Bildkontrolle:
Zur Bildkontrolle sind beide Kameras sowohl mit einem Sucher als auch einem Display ausgestattet. Trotz der unterschiedlichen Kameraklassen (Oberklasse und Mittelklasse) halten sich die Unterschiede dabei in Grenzen. Bei den elektronischen Suchern nutzt Canon ein OLED-Panel mit 2,36 Millionen Subpixel sowie einer maximalen Bildrate von 120 Bildern pro Sekunde. Letztere sorgt für eine jederzeit flüssige Wiedergabe, die Auflösung ermöglicht aber nur ein durchschnittlich scharfes Bild. Rein optisch wirkt das Sucherbild der Canon EOS R10 sogar schärfer. Das liegt am kleineren Sucherbild mit lediglich 0,59-facher Vergrößerung. Der Sucher der Canon EOS R7 ist deutlich größer (0,71-fache Vergrößerung).

In der Praxis fällt das Sucherbild der EOS R10 unserer Meinung nach eindeutig zu klein aus. Bei der EOS R7 stufen wir die Darstellung nicht als riesig, aber als groß genug ein. Wegen der niedrigen Auflösung wirkt das Bild leider pixelig, für eine Kamera der Oberklasse ist es nicht mehr zeitgemäß. Zur Kontrolle des Bildausschnitts reichen beide Sucher natürlich problemlos aus, das Prüfen der Schärfe wäre bei höher aufgelösten Modellen allerdings wesentlich komfortabler und präziser möglich. Bei der EOS R10 sehen wir das wegen der Mittelklasse-Einstufung nicht kritisch, bei der EOS R7 stufen wir den Sucher (da Oberklasse-Segment) aber als unterdurchschnittlich ein.

Die Displays beider spiegelloser Systemkameras lassen sich drehen und schwenken:

Links sehen Sie die Canon EOS R7, rechts die Canon EOS R10.

Beim Display setzt sich die EOS R7 auflösungstechnisch von der EOS R10 ab, die Displaydiagonalen sind dagegen identisch. Mit 3,0 Zoll besitzen die Panels klassische Abmessungen. Das Display der EOS R10 löst mit 1,04 Millionen Subpixel durchschnittlich auf, das Display der EOS R7 mit 1,62 Millionen Subpixel schon recht hoch. Sehr gut gefällt uns die dreh- und schwenkbare Lagerung der LCDs, dadurch kann das Bild fast in jeder Situation optimal betrachtet werden. Das gilt nicht nur für Personen, die hinter der Kamera stehen, sondern auch für alle, die vor der Kamera stehen. Als sehr gut sind darüber hinaus die Touchscreens der DSLMs einzustufen. Eingaben erkennen sie stets korrekt, das Bedienen per Touch ist in allen Menüs möglich.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Canon EOS R7.

Geschwindigkeit:
Eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit ist vor allem bei der Aufnahme von bewegten Motiven wichtig. Zum einen sollte eine Kamera dafür eine hohe Bildrate erreichen. Beide DSLMs in diesem Vergleich können 15 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung und mit dem mechanischen Verschluss speichern. Höhere Bildraten lassen sich zudem mit dem elektronischen Verschluss erreichen.

Die Canon EOS R7 kommt hiermit auf 30 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung, die Canon EOS R10 auf 23 Bilder pro Sekunde mit voller Auflösung. Wer bei der EOS R10 mit einer geringeren Auflösung (13,7 Megapixel) und einem Crop auskommt, kann die 30 Bilder pro Sekunde allerdings im RAW-Burst-Modus erreichen. Diesen besitzt die EOS R7 ebenfalls, die Vorteile halten sich gegenüber der klassischen Serienbildfunktion aber in Grenzen. Zu den Vorteilen gehört die sogenannte Voraufnahme. Sie erlaubt es, Bilder vor dem eigentlichen Drücken des Auslösers zu speichern. Dadurch kann man sich lange Serienaufnahmen sparen und einen kurzen Zeitpunkt sehr komfortabel einfangen.

Der bei beiden DSLMs vorhandene RAW-Burst-Modus erlaubt sogenannte "Voraufnahmen":

Canon EOS R7 und Canon EOS R10.

Schnelle Serienbildraten bringen allerdings nichts, wenn die Bildfolgen nur kurz ausfallen. Diesbezüglich kann sich die EOS R7 sehr deutlich von der EOS R10 absetzen. Bei der höchsten Bildrate erlaubt die R7 109 JPEG- und 96 cRAW-Bilder in Folge. Das entspricht jeweils etwas mehr als drei Sekunden „Dauerfeuer“. Die Canon EOS R10 kommt bei der höchsten Bildrate auf 51 JPEG- und 33-RAW-Bilder in Folge. Obwohl sie langsamer arbeitet, was längere Serienaufnahmen prinzipiell „vereinfacht“ (da im gleichen Zeitraum weniger Daten zu verarbeiten und abzuspeichern sind), sind mit der EOS R10 nur knapp zwei Sekunden (JPEG) „Dauerfeuer“ möglich. Bei cRAW-Aufnahmen endet die Serie sogar schon nach 1,5 Sekunden. Im RAW-Burst-Modus kommt man auf rund 100 Bilder, muss aber wie erwähnt mit einer geringeren Auflösung und einem Crop auskommen. Bei 15 Bildern pro Sekunde schaffen Fotografen mit der EOS R10 (zumindest im JPEG-Format) deutlich längere Bildserien (192 Fotos), bei cRAWs ist nach 48 Bildern Schluss. Zum Vergleich: Die EOS R7 wird nach 200 JPEGs und 110 cRAWs langsamer.

Praktisch keinen Unterschied gibt es dagegen beim Scharfstellen: In unserem Labortest kam die Canon EOS R7 auf 0,14 Sekunden, die EOS R10 auf einen Tick schnellere 0,12 Sekunden. Dieser Unterschied spielt in der Praxis jedoch keine Rolle und ist allein messtechnisch feststellbar. Beide AF-Systeme arbeiten sehr flott und stellen mit dem von uns zum Test verwendeten RF-S 18-150mm F3,5-6,3 IS STM blitzschnell scharf. Bewegten Motiven können beide DSLMs dank des Dual Pixel CMOS AF II sehr gut folgen, die umfangreiche Motiverkennung macht das Fokussieren einfach. Neben Gesichtern und Augen von Menschen sowie Tieren werden auch Fahrzeuge erkannt. Zudem bringen beide DSLMs umfangreiche AF-Optionen mit.

Der Autofokus arbeitet nicht nur flott, sondern erkennt auch diverse Motive:

Canon EOS R7 und Canon EOS R10.

Nur geringe Unterschiede lassen sich von der Einschaltzeit bis zur vollständigen Displayansicht und der Wartezeit vom Einschalten bis zur ersten Bildaufnahme berichten. Die Canon EOS R7 zeigt die vollständige Displayansicht 1,12 Sekunden nach dem Kamerastart, bei der EOS R10 vergehen 1,06 Sekunden. Das erste Bild ist beim Verwenden der EOS R7 nach 0,85 Sekunden im Kasten, bei der EOS R10 haben wir 1,10 Sekunden gemessen.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Canon EOS R7.

Zu den zahlreichen Aufnahmemodi der Kameras gehört auch eine Fokus-Bracketing-Option:

Canon EOS R7 und Canon EOS R10.

Funktionen und Features:
Die Liste der Funktionen und Features ist bei modernen Kameras grundsätzlich sehr lang. Das gilt für Kameras aller Klassen, besonders aber natürlich für höherklassige Modelle. Wie alle aktuellen DSLMs verfügen unsere Testkameras unter anderem über sehr viele unterschiedliche Aufnahmemodi. Diese umfassen eine Vollautomatik, die klassischen PSAM-Modi, einen extra Bulbmodus und drei Custom-Modi zur Speicherung bestimmter Einstellungen. Bei den Szenenprogrammen ist der Panorama-Assistent zu erwähnen, darüber hinaus gibt es eine Reihe von Filtereffekten (Aquarell, HDR, …).

Zudem steht jeweils der nur bei Canon-Kameras vorhandene Fv-Modus zur Verfügung. In diesem lassen sich Belichtungsparameter verändern, anders als beim manuellen Modus werden die unveränderten Optionen jedoch automatisch durch die Kamera angepasst. Zu den etwas spezielleren Aufnahmeprogrammen der beiden Kameras gehören ein Intervallaufnahmemodus und ein Focus-Bracketing-Modus.

Die weitere Ausstattung weicht dann deutlich voneinander ab: So verfügt die Canon EOS R7 unter anderem über zwei SD-Speicherkartenslots, die EOS R10 nur über einen. Das erlaubt das doppelte Abspeichern der Bilder für Besitzer der EOS R7 und somit ein unkompliziertes Backup. Apropos Backup: Wer Daten von der Kamera auf einen Computer kopieren möchte, kann das jeweils über USB-C. Während die EOS R7 dabei den modernen USB 3.2 Gen 2-Standard unterstützt, muss man sich bei der EOS R10 mit USB 2.0 zufriedengeben.

Die Canon EOS R7 besitzt zwei SD-Kartenslots und einen großen "LP-E6NH"-Akku:

Canon EOS R7.

Bei der EOS R10 setzt Canon auf den kleinen "LP-E17"-Akku und einen SD-Slot:

Canon EOS R10.

Das größere Gehäuse der Canon EOS R7 macht zudem den Einsatz eines größeren Akkus möglich. Der „LP-E6NH“-Akku der EOS R7 besitzt eine Kapazität von 2.130mAh und kommt damit auf rund 770 Bilder. Der „LP-E17“-Akku der EOS R10 verfügt über 1.040mAh, laut offizieller Angabe sind damit 430 Bilder aufnehmbar. Mehr zu bieten hat die EOS R7 außerdem in puncto Verschluss: Ihr mechanischer Verschluss erlaubt Belichtungen bis zu 1/8.000 Sekunde, bei der EOS R10 ist nur 1/4.000 Sekunde möglich.

Mit dem elektronischen Verschluss kommen beide Kameras zwar auf 1/16.000 Sekunde, bei bewegten Motiven und Kunstlicht sollten Fotografen jedoch besser zum mechanischen Verschluss greifen. Ansonsten können unter anderem Verzerrungen sichtbar werden.

Unser Sieger bei den Funktionen und Features: Die Canon EOS R7.

Im dritten Teil unseres Vergleichstests der Canon EOS R7 und EOS R10 gehen wir auf die Schnittstellen und die Videofunktion ein. Zudem ziehen wir ein Fazit.

Links zum Artikel:

 
Autor: dkamera.de Redaktion
*Diese Links führen zu Amazon- oder anderen Online- Angeboten, keine Verfügbarkeitsgarantie, keine Garantie auf günstigsten Preis, Preise können variieren, Preise inkl. MwSt. / evtl. zzgl. Versandkosten, alle Angaben ohne Gewähr.

Kommentare

  • Keine HTML-Tags erlaubt
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • URLs und Email-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.
  • Kommentare werden erst nach Moderation freigeschaltet, wenn die Regeln befolgt wurden. Dies kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten um Ihr Verständnis.
  • Felder mit rotem Stern müssen korrekt ausgefüllt werden.
  • Bitte füllen Sie das CAPTCHA aus, dieses dient als Spam-Schutz. Lösen Sie einfach die im Bild angegebene mathematische Gleichung.
  • Mit dem Absenden dieses Formulars erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, dass die von Ihnen erhobenen und eingesendeten Daten für die Bearbeitung Ihrer Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit einer Nachricht an uns widerrufen werden. Weitere Informationen entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung.
captcha

Bitte lösen Sie die nebenstehende Rechenaufgabe.

x