Canon Mount-Adapter EF-EOS M im dkamera Test

Der Adapter erlaubt das Verwenden von EF und EF-S Ojektiven an Canon EOS M-Kameras

Mit der Canon EOS M (Testbericht) hat Canon im Jahr 2012 seine erste spiegellose Systemkamera vorgestellt. 2015 folgte das zweite Modell, die Canon EOS M3. Beide Kamera bieten einen Bildsensor in APS-C-Größe, der sich von den APS-C-Modellen, die in den Spiegelreflexkamera von Canon verwendet werden, nicht unterscheidet. Der Vorteil der spiegellosen Kameras liegt natürlich in deutlich kleineren Kameragehäusen, die sich durch den Wegfall des Spiegel drastisch kompakter bauen lassen. Daraus resultiert ein ebenso verkleinertes Auflagemaß, welches die Entwicklung eines neuen Bajonetts und von neuen Objektiven nötig machte. Damit allerdings auch die EF- und EF-S-Objektive an den spiegellosen Systemkameras von Canon eingesetzt werden können, hat Canon den Mount-Adapter EF-EOS M vorgestellt.

Das Auflagemaß beschreibt die Entfernung zwischen dem Bajonett einer Kamera und dem Bildsensor. Konstruktionsbedingt bieten Spiegelreflexkameras ein sehr großes Auflagemaß, da zwischen dem Objektiv und dem Bildsensor (bzw. früher dem Film) der Spiegel liegt. Da dieser bei spiegellosen Systemkameras weg fällt, ist durch das Verringern des Auflagemaßes ein wesentlich kleineres Kameragehäuse möglich.

Da Objektive jedoch für ein bestimmtes Auflagemaß konstruiert sind, ist es nicht möglich, dieses ohne Probleme zu verändern. Hier kommen die Bajonett-Adapter zum Einsatz, die das ursprüngliche Auflagemaß wiederherstellen. Da die Kameras mit EF-/EF-S-Bajonett ein Auflagemaß von 44mm haben und das Auflagemaß des EF-M-Bajonetts bei 18mm liegt, muss der Mount-Adapter EF-EOS M diesen Unterschied ausgleichen. Technisch ist dies kein Problem, auch die Bildqualität der Objektive bleibt dadurch erhalten.

Der Adapter gleicht das kürzere Auflagemaß der EOS M-Kameras aus:

Gut zu wissen: Objektive, die für ein Bajonett mit größerem Auflagemaß konstruiert wurden, lassen sich im Regelfall ohne Probleme an einer Kamera mit kleineren Auflagemaß mit einem zusätzlichen Adapter betreiben. Umgekehrt ist dies allerdings nur mit Einbußen oder gar nicht möglich.

Der Mount-Adapter EF-EOS M wird ohne Zubehör (außer zwei Schutzdeckel) ausgeliefert:

Der Adapter:
Der Canon Mount-Adapter EF-EOS M besteht aus hochwertigem Kunststoff, an den Bajonetten kommt Metall zum Einsatz. Die Verarbeitung ist daher tadellos. Der Adapter ist mit allen EF- und EF-S-Objektiven kompatibel, auch Makro oder Fisheye Objektive lassen sich verwenden. Canon gibt dabei einen Brennweitenbereich von 8 bis 800mm an. Durch den APS-C Bildsensor der EOS M-Kameras „verlängert“ sich die Brennweite wie gewohnt um den Faktor 1,6. Bei einer Größe von 6,6cm x 2,8cm bringt der Adapter 110g auf die Waage, für größere Objektive lässt sich eine Stativbefestigung anbringen.

Der Adapter kommt ohne Linsen aus und besteht größtenteils aus Kunststoff:

Elektronische Kontakte ermöglichen einen uneingeschränkten Funktionsumfang:

Da der Canon Mount-Adapter EF-EOS M keine Linsen bietet, sondern wie erwähnt nur das Auflagemaß verlängert, bewegt sich die Bildqualität auf dem gleichen Niveau. Durch die elektronischen Kontakte auf Kamera- wie auf Objektivseite, bleiben zudem alle Funktionen des Objektivs erhalten. Neben der optischen Bildstabilisierung kann also beispielsweise auch weiterhin automatisch fokussiert werden und lässt sich die Blende steuern.

Die Montage auf einem Stativ ist per Halterung möglich:

Aus der Praxis:
Da die Bildqualität durch den Adapter im Vergleich zur einer Spiegelreflexkamera weder verbessert noch verschlechtert wird, wollen wir verstärkt auf die Handhabung eingehen. Der Einsatz des Canon Mount-Adapters EF-EOS M ist denkbar einfach. Dieser wird wie ein Telekonverter einfach zwischen die Kamera und das EF-/EF-S-Objektiv „geschraubt“. Da wie erwähnt alle Funktionen des Objektivs erhalten bleiben, muss sich bei der Fotografie auch nicht umgestellt werden. Alle Einstellräder und Schalter funktionierten in unserem Test an allen Objektiven (auch bei Dritthersteller-Modellen) fehlerfrei, der Autofokus und der Bildstabilisator leisten eine gute Arbeit.

Um die Fokussierungszeit genau vergleichen zu können, haben wir die das Canon EF-S 15-85mm F3,5-5,6 IS USM sowie das Canon EF 35mm F2 IS USM an einer EOS 70D (mit Phasen-AF und Kontrast-AF) sowie mit der Canon EOS M3 und dem Canon Mount-Adapter EF-EOS M getestet.

Während beide Objektive zusammen mit dem Phasen-AF bei heruntergeklapptem Spiegel an der 70D äußerst schnell scharf stellten (EF-S 15-85mm F3,5-5,6 IS USM: 0,19 Sekunden; Canon EF 35mm F2 IS USM: 0,16 Sekunden), vergingen im Liveview-Betrieb deutlich längere 0,54 Sekunden (EF-S 15-85mm F3,5-5,6 IS USM) bzw. 0,85 Sekunden (EF 35mm F2 IS USM). Die EOS M3 benötigte zusammen mit dem Adapter ebenso länger. 0,82 Sekunden haben wir beim EF-S 15-85mm F3,5-5,6 IS USM gemessen, 0,85 Sekunden beim EF 35mm F2 IS USM. Schnappschusstauglich ist die Systemkamera damit keinesfalls mehr, in der Praxis bedeutet dies eine größere Einschränkung.

Bei Objektiven mit STM-Fokusmotor, die für den Einsatz des Kontrast-Autofokus optimiert sind, dürfte die Fokussierung noch einen Tick schneller erfolgen. Ein passendes Objektiv hatten wir allerdings nicht zur Hand, weshalb wir Ihnen diese Testergebnisse nicht zur Verfügung stellen können.

Selbst bei kompakteren adaptierten Festbrennweiten wird die Kamera "frontlastig":
Die Canon EOS M3 mit einem Canon EF 35mm F2 IS USM:

Das Handling der EOS M3 wird durch den Einsatz des Adapters deutlich verändert. Zum einem wird der Schwerpunkt dadurch konstruktionsbedingt nach vorne verlagert, zum anderen fallen EF-/EF-S-Objektive deutlich größer als ihre Pendants für das EF-M-Bajonett aus. Mit einer Hand lässt sich die EOS M3 daher – trotz ihres Handgriffs – nur bei sehr kompakten Objektiven komfortabel festhalten. Bereits bei einem Objektiv, das die Abmessungen und das Gewicht des Canon EF 35mm F2 IS USM (7,8 x 6,3cm; 335g) besitzt, sollte die zweite Hand zum Einsatz kommen. Bei noch größeren und schwereren Objektiven ist dies in jedem Fall zwingend notwendig. Damit diese Objektive das Bajonett der EOS M-Kameras nicht zu stark belasten, dient der Adapter auf einem Stativ gleichzeitig als Halterung.

Die EOS M mit Adapter und einem Canon EF-S 15-85mm F3,5-5,6 IS USM-Objektiv:

Unser Fazit:
Der Canon Mount-Adapters EF-EOS M ist eine einfache Möglichkeit, seinen EF-M-Objektivpark im Handumdrehen um diverse Objektive zu erweitern (dies natürlich nur, falls EF-/EF-S-Objektive besessen werden). Zumindest technisch besteht bei den adaptieren Objektiven keinerlei Nachteil. Alle Funktionen, die an Spiegelreflexkameras zur Verfügung stehen, lassen sich auch an den EOS M-Kameras nutzen.

In Kauf nehmen muss man dabei allerdings eine etwas langsamere Fokussierung. Der Hybrid-Autofokus der EOS M3 ist aktuell nicht in der Lage, mit dem Phasen-AF der DSLRs der EOS-Serie mitzuhalten. Bis auf die Sport- oder Actionfotografie dürfte dies allerdings kein größeres Problem darstellen.

Bei Teleobjektiven fällt der zusätzliche Adapter nicht mehr ins Gewicht:

Der einzige echte Nachteil, der beim Einsatz des Adapters zum Tragen kommt, ist diesem genau genommen gar nicht zuzurechnen. Das durchschnittliche EF-/EF-S-Objektiv ist für den Einsatz an spiegellosen Systemkameras schlicht zu groß, was den Vorteil einer spiegellosen Systemkamera generell in Frage stellt. Selbst mit einer nicht allzu großen Festbrennweite, wie dem Canon EF 35mm F2 IS USM, nimmt die EOS M3 schnell Ausmaße an, die kaum mehr als kompakt bezeichnet werden können. Der Canon Mount-Adapters EF-EOS M ist unserer Meinung nach daher eine gute Möglichkeit, seine Kamera beispielsweise um Teleobjektive zu erweitern, da die Abmessungen der Kamera und des Objektivs in diesem Fall keine allzugroße Rolle mehr spielen. Soll die EOS M3 dagegen als kompakte Immerdabei-Kamera dienen, ist der Adapter kaum eine gute Alternative.

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Kommentare

Hallo, ich wollte für meinen ...

Hallo,
ich wollte für meinen Canon EOS M100 den Canon EF-S 10-18mm f/4.5-5.6 IS STM Objektiv kaufen wollen, da sie günstiger ist. Würde diese Adapter sich dafür eignen und habe ich auch keine Brennweitenverlust?
Ich würde mich feuen wenn, Sie mich unterstützen könnten.
Vielen Dank im Voraus.
MfG. Turhan Bozkurt

Hallo, Sie können den Adapter ...

Hallo,
Sie können den Adapter sowie das genannte Objektiv an Ihrer Kamera verwenden. Die Brennweite des Objektivs ändert sich dabei nicht.

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