Unser Ausblick auf die Neuvorstellungen des Jahres 2026: von OM System bis Sony
Im ersten Teil unserer Vorschau auf die 2026 möglicherweise erscheinenden Kameras und Objektive haben wir uns mit den Herstellern Canon, FujiFilm, Nikon und Leica beschäftigt. In diesem zweiten Teil gehen wir auf die möglichen Neuvorstellungen von OM Digital Solutions, Panasonic, Sigma sowie Sony ein.
OM System
Von OM System wurden dieses Jahr zwei neue Kameramodelle vorgestellt. Anfang des Jahres kam mit der OM-3 eine DSLM mit einem Gehäuse in Retro-Optik auf den Markt. Diese erinnert an die 1972 präsentierte OM-1, die Technik im Inneren gehört mit dem Stacked-Sensor der digitalen OM-1 (Mark II) jedoch zur aktuellsten Generation von OM System. Bei der im Sommer angekündigten OM System OM-5 Mark II sieht dies etwas anders aus: Das Gehäuse ist größtenteils von der OM-5 bekannt, der Bildwandler mit 20,2 Megapixel wurde bereits bei einigen Kameras verbaut. Das Menü ist dagegen auf dem neuesten Stand.
2026 könnte OM System gleich für mehrere Modelle Updates herausbringen. Die Gerüchtelage ist dabei allerdings sehr dünn, gesicherte Daten gibt es keine. Ein Update könnte auf jeden Fall die OM-D E-M10 IV vertragen. Ob es sich dabei um ein „echtes“ Update handeln wird oder nur der Olympus-Schriftzug und die Schnittstellen getauscht werden, bleibt jedoch offen. Gleiches gilt für die Olympus PEN E-P7. Auch die 2021 vorgestellte DSLM würde ein Update benötigen, um wieder auf den aktuellen Stand der Technik zu kommen.
Dass OM System ältere Produkte nur teilweise überarbeitet, zeigt sich unter anderem beim M. Zuiko Digital ED 17mm F1,8 II und dem 25mm F1,8 II. Beide Objektive besitzen den gleichen optischen Aufbau wie die Vorgängermodelle, sind aber nun abgedichtet. Eine bessere Abdichtung hat zudem das M.Zuiko Digital 100-400mm F5,0-6,3 IS II erhalten. Auch hier wurden die Kernkomponenten ansonsten nicht verändert. Die Unterstützung für den Sync-IS macht Aufnahmen aus der Hand allerdings noch besser möglich. Beim im Herbst 2025 vorgestellten OM System M.Zuiko Digital ED 50-200mm F2,8 IS Pro handelt es sich dagegen um eine völlige Neuentwicklung, die in jeglicher Hinsicht der Oberklasse zuzuordnen ist.
Panasonic
Panasonic hat sein Kamera-Lineup dieses Jahr deutlich überarbeitet. Mit der Lumix DC-S1RII ist seit dem Frühjahr eine neue Kamera mit hochauflösendem Sensor erhältlich, mit der Lumix DC-S1II seit dem Sommer ein Highspeed-Modell Daneben wurde mit der Lumix DC-S1IIE ein gehobenes Mittelklassemodell vorgestellt. Der S1-Serie wird Panasonic 2026 also vermutlich weniger Beachtung schenken. Hier wäre allenfalls ein Nachfolgemodell der Lumix DC-S1H denkbar. Für Fotografen ist dieses allerdings kaum interessant, da der Fokus hier vor allem auf Videos liegen würde. Unterhalb der S1-Serie bietet Panasonic im Vollformat-Segment schon länger die S5-Modelle an. Hier sind Updates aus unserer Sicht unwahrscheinlich, da neue S5-Kameras zu deutlich an die S1-Modelle heranrücken würden. Anders sieht dies bei der Panasonic Lumix DC-S9 aus. Wegen der noch nicht allzu lang zurückliegenden Vorstellung (Mai 2024) wäre ein neues Modell zwar nicht unbedingt zu erwarten, größere Updates wären aber problemlos möglich. Unter anderem könnte man die Schwachstellen der Kamera (kein Hot-Shoe, kein mechanischer Verschluss, …) beseitigen und die DSLM dadurch für Fotografen interessanter machen. Ein neuer Sensor würde die Videofähigkeiten der DSLM zudem noch einmal deutlich verbessern (kein Crop bei 4K60p als Beispiel). Die S9 könnte dadurch für so manche Nutzer zu einem echten Ersatz für die kompakten GM-Kameras mit MFT-Chip oder die anderen kompakten MFT-Modelle werden.
Apropos MFT: Hier hat sich 2025 bei Panasonic gar nichts getan. Das dürfte mittlerweile doch einige Fotografen verwundern, denn der Absatz kompakter Kameras hat sich 2025 weiter beschleunigt. Eine neue kleine MFT-Kamera, ob nun ein GM- oder ein GX-Modell, würde bei vielen Nutzern daher höchstwahrscheinlich sehr gut ankommen. Gleiches sollte auch für das Nachfolgemodell der LX100 II gelten. Warum Panasonic diesen Markt so konsequent links liegen lässt, weiß man wohl nur in Japan. Allzu große Hoffnung haben wir aktuell zwar nicht, die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt.
Dass Panasonic keinen Fokus mehr auf das Micro-Four-Thirds-Bajonett legt, zeigen auch die seit zwei Jahren fehlenden Objektivvorstellungen. Das letzte wirklich neue Modell erschien in Form des DG Summilux 9mm F1,7 sogar schon 2022. Aktuell gibt es keine Anzeichen, dass sich das Vorgehen 2026 ändern wird. Neue Lumix S-Objektive mit dem L-Bajonett kamen dagegen zwei auf den Markt. Sowohl das 24-60mm F2,8 als auch das 100-500mm F5-7,1 OIS ergänzen das Angebot sinnvoll und punkten unter anderem mit vergleichsweise geringen Abmessungen.
Sigma
Sigma hat die Kamerawelt 2025 mit der Vorstellung der BF überrascht. Die Kamera brachte aber nicht den lang erwarteten neuen Foveon-Sensor mit, sondern setzt sich von der Masse durch ein besonderes Gehäuse ab. Hinsichtlich des Designs und der Verarbeitung ist die DSLM zweifellos ein exquisites Modell, die Aufnahme-Hardware fällt aber nur durchschnittlich aus. 2026 wird Sigma vermutlich keine neue Kamera vorstellen, die Entwicklung des neuen Foveon-Sensors war bislang nicht von Erfolg gekrönt.
Bei den Objektiven hat Sigma 2025 ein wahres Feuerwerk an Neuvorstellungen abgebrannt. Zur Liste der präsentierten Objektive gehörten mit dem Sigma 200mm F2 DG OS Sports und dem Sigma 300-600mm F4 DG OS Sports unter anderem zwei Teleobjektive der Profiklasse. Mit dem Sigma 20-200mm F3,5-6,3 DG Contemporary wurde aber auch das erste Superzoom mit Ultraweitwinkelbrennweite angekündigt. Mit dem Sigma 17-40mm F1,8 DC Art erschien zudem das bisher lichtstärkste Zoom für APS-C-Kameras. Das Jahr 2026 dürfte Sigma aufgrund der zahlreichen Highlights des Jahres 2025 vermutlich etwas ruhiger angehen lassen. Denkbar wären unter anderem Updates für schon länger erhältliche Festbrennweiten.
Sony
Sony hat das Jahr 2025 hinsichtlich neuer Kameras – wie schon 2024 – sehr ruhig angehen lassen. Mit der RX1R III erschien im Sommer zwar eine neue High-End-Kompaktkamera, deren technische Daten stellen allerdings keine allzu große Neuheit dar. Ende des Jahres kam in Form der Sony Alpha 7 V immerhin eine lang erwartete Neuvorstellung auf den Markt. Die mit dem Slogan „Redefine Basic“ beworbene DSLM hat in der Tat einige Neuerungen zu bieten und schließt unter anderem bei Serienaufnahmen zum Flaggschiff Sony Alpha 1 (II) auf. Für 2026 erwarten wir weitere Updates der anderen Alpha-7-Modelle. Konkrete Daten sind hierzu zwar noch nicht bekannt, die Sony Alpha 7R V ist allerdings schon seit 2022 auf dem Markt und die Sony Alpha 7S III sogar schon seit 2020. Letztere könnte beispielsweise ein AF-Update vertragen, sie besitzt mangels AI-Chip keine besonders umfangreiche Motiverkennung. Bei der Alpha 7R V wäre natürlich ein Auflösungs-Update möglich, ein schneller auslesbarer Sensor würde aber ebenso ein sinnvolles Upgrade darstellen.
Keinerlei Informationen sind von den kommenden APS-C-Kameras des japanischen Konzerns bekannt. Mit der Sony Alpha 6700 gibt es seit 2023 ein sehr potentes Hybrid-Modell, die ZV-E10-Kameras richten sich dagegen vor allem an Content-Creator. Wer weniger Geld ausgeben möchte und trotzdem einen Sucher nutzen will, muss zu älteren APS-C-Modellen greifen. Diese wissen hinsichtlich der Bildqualität zwar immer noch zu gefallen, liegen bei den weiteren Funktionen (Konnektivität, Videoaufnahme, Autofokus, …) aber deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Sony wäre aus unserer Sicht daher gut beraten, ein Update der Alpha 6400 oder Alpha 6100 vorzustellen. Gleiches gilt für die RX100-Serie. Da Kompaktkameras mittlerweile ihren zweiten Frühling erleben und wieder deutlich mehr gefragt sind als früher, ist ein neues RX100-Modell – oder zumindest eine neue Kompaktkamera – eventuell gar nicht so weit von der Vorstellung entfernt.
Das Objektivangebot hat Sony 2025 deutlich erweitert und mit dem FE 50-150mm F2 GM unter anderem ein besonders lichtstarkes Modell vorgestellt. Freunde von längeren Brennweiten konnten sich zudem über das FE 400-800mm F6,3-8 G freuen, Freunde von kurzen Brennweiten über das FE 16mm F1,8 G. Mit dem FE 100mm F2,8 Macro GM wurde außerdem ein neues Makro-Objektiv angekündigt.
2026 wird von der Vorstellung von mindestens drei neuen Objektiven ausgegangen. Dazu sollte das erste Ultraweitwinkelzoom mit einer Blende von F2 gehören. Dieses würde das FE 28-70mm F2 GM sowie das FE 50-150mm F2 GM ergänzen und könnte eine Brennweite von etwa 16 bis 28mm besitzen. Daneben könnte Sony zwei neue Telezooms präsentieren. Ein kompaktes Modell mit 100 bis 400mm Brennweite und einer Blende von etwa F5 bis F6,3 sowie ein 100 bis 400mm-Modell mit einer durchgängigen Lichtstärke (vermutlich im Bereich um F4).
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