Das neue spiegellose Flaggschiff: Canon EOS R3

DSLM mit 24 Megapixel Vollformat-Sensor, 30 Bildern/Sek., Eye Control, 6K RAW- und 4K120p-Video

Canon hat mit der EOS R3 sein neues spiegelloses Spitzenmodell angekündigt. Die Kamera soll die bewährte Zuverlässigkeit sowie Geschwindigkeit der DSLRs der EOS-1 Serie mit der Innovation und Vielseitigkeit des EOS-R-Systems verbinden. Zu diesem Zweck hat Canon der EOS R3 unter anderem ein Gehäuse im Stile der EOS-1 DX Mark III sowie die neueste (spiegellose) Technik spendiert.

Das Herzstück der Canon EOS R3 ist ein 36 x 24mm messender Vollformatsensor mit 24 Megapixeln. Er dient nicht nur zur Bildaufnahme, sondern ermöglicht durch die bewegliche Lagerung auch die Bildstabilisierung in fünf Achsen. In Kombination mit einem IS-Objektiv sollen sich Bewegungen um bis zu acht Blendenstufen ausgleichen lassen. Zum ersten Mal verbaut Canon bei der EOS R3 einen sogenannten Stacked CMOS-Sensor mit rückwärtiger Belichtung (BSI). Bildwandler dieses Typs lassen sich dank eines zusätzlichen DRAM-Speichers besonders schnell auslesen. Dank dieser Technologie erreicht die EOS R3 unter anderem eine Serienbildrate von bis zu 30 Bildern pro Sekunde bei voller Auflösung.

Auf der Oberseite der spiegellosen Systemkamera befindet sich unter anderem ein Kontroll-LCD:

Auch bei der höchsten Bildrate steht die kontinuierliche Fokussierung und Belichtungsmessung zur Verfügung, durch 60 AF/AE-Berechnungen pro Sekunde sollen selbst die schnellsten Motive treffsicher eingefangen werden. Die Fokussierungszeit gibt Canon mit nur 0,03 Sekunden an, das ermöglicht der Dual Pixel CMOS AF II mit verbesserten Deep-Learning Algorithmen. Die künstliche Intelligenz hilft beim Erkennen von Körpern, Köpfen oder Augen, des Weiteren hat Canon eine Fahrzeugerkennung und -verfolgung für Motorräder oder auch Rennautos integriert. Die Fokussierung ist ab einer Helligkeit von -7,5 EV möglich, zu den neuen AF-Optionen gehören unter anderem flexibel anpassbare AF-Feld-Größen.

Die Canon EOS R3 besitzt ein klassisches Profi-Gehäuse mit integriertem Handgriff:

Neue Maßstäbe möchte Canon aber nicht nur bei der automatischen Motiverkennung setzen, auch bei der manuellen Auswahl des Motivs durch den Fotografen hat das japanische Unternehmen etwas Neues zu bieten. Diese Funktion nennt sich Eye Control und erlaubt das Steuern des AF-Punkts durch das Auge des Fotografen. Neben der automatischen AF-Feld-Wahl und der Steuerung mittels Joystick oder Smart-Controller stehen somit insgesamt vier Methoden zum Bestimmen des AF-Punkts zur Verfügung.

Die Belichtungszeit lässt sich bei der Canon EOS R3 mittels mechanischem Schlitzverschluss oder elektronischem Verschluss steuern. Letzterer erlaubt nicht nur kürzeste Belichtungszeiten von 1/64.000 Sekunde und ermöglicht einen „Blackout-freien Sucher“, dank der schnellen Auslesegeschwindigkeit des Sensors konnte Canon den Rolling-Shutter-Effekt nach eigener Aussage fast vollständig eliminieren. Selbst bei den schnellsten Motiven sollen daher fast keine Verzerrungen zu sehen sein. Flacker- und Banding-Probleme bei Kunstlicht sollen ebenso der Vergangenheit angehören und RAW-Dateien besitzen unabhängig von der Verschlussart eine Datentiefe von 14-Bit. Als weiteres Feature erlaubt der elektronische Verschluss das Blitzen mit den Speedlite-Blitzgeräten von Canon sowie auch mit Modellen von Drittanbietern. Mit dem mechanischen Verschluss, der sich auch mit dem elektronischen Verschluss kombinieren lässt, schafft die DSLM eine kürzeste Belichtungszeit von 1/8.000 Sekunde und Serienaufnahmen mit bis zu zwölf Bildern pro Sekunde.

Videos nimmt die DSLM unter anderem in 6K-Auflösung auf:

Damit die Canon EOS R3 lange Bildserien mit hoher Geschwindigkeit erreicht, setzt Canon nicht nur auf einen großen Pufferspeicher, sondern auch den Einsatz schneller Speicherkarten. Neben einem CFexpress-Modell des Typ B-Standards lässt sich als zweite Speicherkarte ein SD-Modell (Anbindung via UHS-II) einsetzen. Mit einer CFexpress-Karte schafft die EOS R3 mehr als 1.000 JPEG in Folge, mit einer SD-Karte sollen es 640 Bilder sein. Dafür sind natürlich schnelle Speichermedien notwendig. Eine hohe Schreibgeschwindigkeit ist zudem für die Videoaufnahmen nötig. Die Canon EOS R3 zeichnet Videos mit voller Sensorbreite in 6K- oder auch 4K-Auflösung auf. 6K-Videos hält sie im RAW-Format mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde fest, 4K-Videos mit klassischer Codierung (All-I, IPB oder IPB-Light) sind mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde möglich. Da bei 4K-Auflösung unabhängig von der Bildrate der gesamte Sensor ausgelesen wird (Oversampling), müssen Videografen auch bei Zeitlupen keine Qualitätsabstriche hinnehmen.

Natürlich erlaubt die DSLM die Aufnahme im Canon Log 3-Format und mit 10-Bit-Datentiefe, HDR-Videos werden ebenfalls unterstützt. Über den neuen Zubehörschuh der EOS R3 lassen sich Mikrofonsignale digital übertragen, die Stromversorgung ist darüber ebenfalls möglich. Zur drahtlosen Datenübertragung hat Canon Bluetooth- und WLAN-Module (5GHz) verbaut, über eine Gbit-Ethernet-Schnittstelle und USB lässt sich die Kamera mit weiteren Geräten verbinden. An einer Schnittstelle für eine Fernbedienung sowie einem HDMI-Port mangelt es ebenfalls nicht.

Zur Bildkontrolle steht neben dem Sucher ein dreh- und schwenkbares Display zur Verfügung:

Die Bildkontrolle lässt sich bei der Canon EOS R3 mittels eines elektronischen Suchers oder eines Displays vornehmen. Im Sucher kommt ein OLED-Panel mit 5,76 Millionen Subpixel zum Einsatz, die Wiedergabe erfolgt mit 60 oder 120 Bildern pro Sekunde. Für Freunde optischer Sucher hat Canon einen neuen OVF-Simulationsmodus integriert, dieser sorgt für eine an optische Sucher angelehnte Darstellung. Beim LCD hat sich Canon für ein 3,2 Zoll messendes Panel mit sehr hoher Auflösung (4,1 Millionen Subpixel) entschieden, es lässt sich sowohl drehen als auch schwenken. Über die Touchoberfläche sind wie gewohnt zudem Eingaben möglich.

Beim Gehäuse der spiegellosen Systemkamera greift Canon auf eine Magnesiumlegierung zurück. Dieses Material sorgt nicht nur für ein robustes Äußeres, die durch den Bildwandler oder den Prozessor entstehende Wärme kann damit auch schnell abgeführt werden. Canon gibt das Gewicht der EOS R3 mit 70 Prozent des Gewichts des DSLR-Flaggschiffs EOS-1DX Mark III an, die Abdichtungen bewegen sich auf deren Niveau.

Ab November 2021 kann die Canon EOS R3 für eine unverbindliche Preisempfehlung von 5.999 Euro im Fachhandel erworben werden.

Egal ob drahtlos oder kabelgebunden – Schnittstellen sind sehr viele vorhanden:

Unser Ersteindruck:
Die Canon EOS R3 ist das erste spiegellose Modell, mit dem Canon gezielt auch Profifotografen ansprechen möchte. Die DSLM hat daher einige Features von der EOS-1DX Mark III übernommen. Dazu gehören das Gehäuse oder auch die Bedienung. Die EOS R3 fasst sich wie eine klassische Profi-DSLR an und kann auch so bedient werden. Sehr viele Tasten, Einstellräder und Schalter erlauben diverse Eingaben, ohne auf das Menü zugreifen zu müssen. Erst beim Blick durch den Sucher stellen Fotografen fest, dass sie eine DSLM in den Händen halten. Der Sucher beherbergt zugleich eines der Features, das für den größten Aha-Effekt sorgt: Eye Control. Nach der Aktivierung und der notwendigen Kalibrierung bekommt man eine Markierung zu sehen, die den Fokuspunkt des Auges "anzeigt". Danach lässt sich der Fokuspunkt der Kamera setzen. Das funktionierte bei uns schon gut, wenngleich das Motiv nicht immer 100-prozentig getroffen wurde. Laut Canon helfen hier zusätzliche Kalibrierungsvorgänge weiter. Grundsätzlich zeigt das Eye Control-Feature, das übrigens auch bei Trägern von Brillen oder Kontaktlinsen (hier gibt es jeweils jedoch Ausnahmen) funktioniert, was bei Kameras in der Zukunft noch möglich ist. Aber auch abseits davon hat die EOS R3 jede Menge Zukunfts-Technologien verbaut: Dazu gehört unter anderem die Motiverkennungs-Funktion des Autofokus, die einem das Scharfstellen deutlich erleichtert. Egal ob Autos, Menschen oder Tiere, die DSLM erkennt alles und schaltet automatisch um. Dazu kommen rasend schnelle Serienbildaufnahmen, ein Sucherbild ohne Unterbrechungen und mit Ausnahme von 8K stattliche Filmoptionen. Mit der EOS R3 bietet Canon zweifellos eine DSLM an, die in der Champions-League der Kameras mitspielt.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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