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Der Nikon FTZ-Bajonettadapter im dkamera.de Test

Adapter zum Verwenden von F-Objektiven an den Nikon-Z-Kameras

Nikon hat im August 2018 seine ersten beiden spiegellosen Systemkameras mit einem Sensor in Vollformatgröße angekündigt. Die Nikon Z 7 und Z 6 sind sicherlich erst der Anfang im DSLM-Portfolio des Herstellers. Sie besitzen das neue Z-Bajonett, für das zunächst drei Objektive erhältlich sind. Neben dem Nikkor Z 24-70mm F4 S wurden im Sommer auch die beiden Festbrennweiten Nikkor Z 35mm F1,8 S und Nikkor Z 50mm F1,8 S vorgestellt. Für 2019 sind zwar noch sechs weitere Objektive in Planung, für eine breite Objektivauswahl muss man sich jedoch vorerst mit dem FTZ-Objektivadapter behelfen. Diesen testen wir im folgenden Artikel.

Technische Daten:
Das neue Z-Bajonett der Nikon-DSLMs weist gegenüber des F-Bajonetts, das in seinen Grundzügen seit fast 60 Jahren bekannt ist, ein deutlich kürzeres Auflagemaß (16mm vs. 46,5mm) und einen größeren Bajonett-Innendurchmesser (55mm vs. 44mm) auf.

Dadurch ist es natürlich nicht möglich, F-Objektive an Kameras mit Z-Bajonett zu verwenden. Für deren Einsatz wird ein Adapter benötigt, der einerseits das kürzere Auflagemaß ausgleicht und andererseits die Bajonettdurchmesser „angleicht“. Zu diesem Zweck hat Nikon den FTZ-Adapter entworfen, der einzeln oder gleich im Paket mit den Z-Kameras angeboten wird.

Der FTZ-Adapter "überbrückt" unter anderem das kürzere Auflagemaß der Nikon-Z-Kameras:

Eine Gummidichtung erschwert das Eindringen von Staub und Spritzwasser:

Der Adapter besteht aus einer soliden Magnesiumlegierung, beide Bajonette werden aus Metall gefertigt. Damit Staub und Spitzwasser zwischen der Kamera und dem Adapter nicht eindringen können, ist zudem eine Gummilippe vorhanden. Für eine „dichte“ Konstruktion müssen natürlich auch das Objektiv sowie die Kamera über Abdichtungen verfügen.

Als einziges Bedienelement gibt es einen Schalter zum Lösen der Bajonettverrieglung:

Die Verarbeitung des Adapters weiß dank Metall sehr zu gefallen:

Bedienelemente finden sich am Adapter kaum, lediglich ein Schalter zum Lösen der Bajonett-Arretierung ist vorhanden. Um das Bajonett der Kamera beim Einsatz großer und schwerer Objektive zu entlasten, besitzt der FTZ-Adapter einen kleinen Stativfuß mit herkömmlichem Gewinde. Dieser ist fest verbaut und lässt sich nicht abnehmen.

Insgesamt misst der Adapter 7,0 x 8,0cm und bringt 135g auf die Waage. Nikon gibt an, dass beim Einsatz von Objektiven mit einem Gewicht von über 1.300g sowohl die Kamera als auch das Objektiv mit den Händen festzuhalten sind – ansonsten kann das Bajonett beschädigt werden. 1.300g entsprechen in etwa einem Teleobjektiv mit 70-200mm Brennweite und einer Lichtstärke von F2,8.

Der Adapter besitzt einen eigenen Stativfuß inklusive Stativgewinde:

Bedingt durch den Stativfuß des Adapters kann es beim Einsatz von L-Winkeln oder Stativplatten, die an der Kamera montiert sind, zu Problemen kommen. Hier bietet sich als Lösung im Regelfall nur die Montage der Stativplatte über das Stativgewinde des Adapters an.

Da der Adapter keine optischen Elemente besitzt, verändert sich die Bildqualität eines Objektivs im Regelfall nicht. Allenfalls in wenigen Ausnahmesituationen könnte, beispielsweise bei starkem Gegenlicht, eventuell zusätzliches Streulicht entstehen.

Im Inneren ist ein Blendenhebel für das Einstellen der Blende (nicht bei allen Objektiven) vorhanden:

Die Kompatibilität:
Beim FTZ-Adapter handelt es sich – anders als bei vielen anderen Adaptern auf dem Markt – nicht um ein passives Modell, er überträgt auch elektronische Daten zwischen Kamera und Objektiv. Dafür stehen an beiden Seiten verschiedene Kontakte zur Verfügung. Die elektronische Datenübertragung erlaubt unter anderem die Funktion des Autofokus und des Bildstabilisators der eingesetzten Objektive. Gegenüber nativen Modellen sind laut Nikon keine Abstriche hinzunehmen. Dies gilt zumindest, sofern man Objektive neueren Typs einsetzt. Dazu gehören die Modelle AF-S Typ G, E und D, AF-P Typ G und E sowie AF-I Typ D. Hier funktionieren der Autofokus, die Belichtungsmessung und alle Aufnahmeprogramme wie gewohnt. Wer dagegen ältere Objektive nutzt, muss mit Einschränkungen leben. Diese sind beispielsweise bei AF-Objektiven des Typs G und D hinzunehmen. Die genannten Objektive verfügen über keinen eigenen Fokusmotor, der Autofokus muss per „Stangenantrieb“ durch die Kamera angetrieben werden. Da weder die Z-Modelle noch der FTZ-Adapter über einen „Stangenantrieb“ verfügen, sind die Objektive nur noch manuell zu fokussieren. Bei der Belichtungsmessung gibt es dagegen keine Probleme. Im Folgenden finden Sie eine vollständige Kompatibilitätsliste. Gut zu wissen: Beim Einsatz von DX-Objektiven schaltet die Kamera automatisch auf den DX-Betrieb um.

Die offizielle Kompatibilitätsliste:

Eine Reihe von F-Objektiven ist zum FTZ-Adapter grundsätzlich nicht kompatibel. Diese hat Nikon auf einer Informationsseite zum Adapter sowie im Handbuch aufgelistet:

Informationen zum FTZ-Objektivadapter bei Nikon

Es lassen sich fast alle F-Objektive mechanisch adaptieren, praktisch gibt es jedoch Unterschiede:

Der Einsatz von Fremdobjektiven:
Wer Objektive mit F-Bajonett besitzt, die nicht von Nikon stammen, kann diese eingeschränkt über den FTZ-Adapter an der Nikon Z 7 oder Z 6 nutzen. Sigma gibt an, dass sich zumindest alle aktuellen Objektive mit dem Adapter verwenden lassen, die automatische Fokussierung ist allerdings nur bei Objektiven mit eigenem AF-Motor möglich. Dies verhält sich genauso wie bei den Objektiven von Nikon. Bei Objektiven von Tamron ist das deutlich problematischer.

Aktuell sind anscheinend nur wenige Objektive nutzbar. Bei diesen muss vor dem Einsatz ein Firmware-Update aufgespielt werden. Verfügbar ist die benötigte Firmware für das Tamron SP 24-70mm F2,8 Di VC USD G2, das Tamron 17-35mm F2,8-4 Di OSD, das Tamron 18-400mm F3,5-6,3 Di II VC HLD, das Tamron 17-35mm F2,8-4 Di OSD, das Tamron SP 70-200mm F2,8 Di VC USD G und das Tamron SP 150-60mm F5-6,3 Di VC USD G2. Tamron arbeitet aktuell aktiv an diesem Problem und wird in Zukunft vermutlich Updates für weitere Objektive veröffentlichen.

Das AF-S Nikkor 24-70mm F2,8E ED VR mit angesetztem Adapter:

In der Praxis:
Mit der Theorie haben wir uns nun lange genug beschäftigt, wichtiger sind die Ergebnisse in der Praxis. Wir konnten den FTZ-Adapter zusammen mit der Nikon Z 7 sowie Z 6 und den Objektiven AF-S Nikkor 24-70mm F2,8E ED VR sowie AF-S Nikkor 70-200mm F2,8E FL ED VR testen. Beide stellen die Speerspitze im Objektivportfolio von Nikon dar und sind Profi-Objektive mit den schnellsten SWM-Autofokusmotoren (Silent-Wave-Motor mit Ultraschallantrieb). Im Praxistest zeigt sich bei mehreren Aufnahmesituationen schnell eines: Die adaptieren F-Objektive lassen sich an den Z-Kameras wie native Objektive mit Z-Bajonett nutzen. In puncto Features konnten wir keinerlei Einschränkungen feststellen, der Autofokus arbeitete so blitzschnell wie beim Einsatz an einer Spiegelreflexkamera mit F-Bajonett. Zum Vergleich: Die Nikon D850 benötigte in unserem Fokustest mit dem AF-S Nikkor 24-70mm F2,8E ED VR 0,13 Sekunden zum Scharfstellen, bei der Nikon Z 7 haben wir praktisch identische 0,15 Sekunden gemessen.

Platz spart man durch den zusätzlichen Adapter im Vergleich zu DSLRs eher weniger:

Unser Fazit:
Wer eine Kamera der Nikon Z-Serie besitzt, kommt – zumindest aktuell (Stand Dezember 2018) – kaum am Einsatz von F-Objektiven und somit dem FTZ-Adapter vorbei. Tragisch ist das allerdings keinesfalls, denn in unserem Test ließen sich Nikon-F-Objektive an den Z-Kameras wie native Modelle nutzen. Hinsichtlich des Autofokus, der Bildstabilisierung oder der Belichtung sind keinerlei Einschränkungen hinzunehmen. Dies gilt zumindest beim Einsatz von neueren Objektiven, bei älteren sind teilweise Abstriche nötig. Wer eine spiegellose Systemkamera der höheren Preisklasse erwirbt, wird jedoch in der Regel bereits einige „moderne“ Objektive besitzen. Unsere Meinung zum Adapter ist daher eindeutig: er stellt eine klare Kaufempfehlung dar.

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