Die Insta360 X6 und Insta360 X5 im Vergleich (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest und unser Fazit

Im zweiten Teil unseres Tests der Insta360 X6 und X5 hatten wir die Bedienung beider Kameras verglichen. In diesem dritten und letzten Teil stehen nun die Bildqualität und die Akkus auf dem Prüfstand. Anschließend fassen wir alle Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Ein wichtiges Kriterium stellt bei diesem Vergleichstest natürlich die Bildqualität dar. Schließlich dürften die meisten Nutzer von einer moderneren Kamera auch eine gesteigerte Bildqualität erwarten. Wie bereits im ersten Teil unseres Vergleichs erwähnt, kommen bei der X6 größere Sensoren und deutlich leistungsstärkere Bildverarbeitungs-Hardware zum Einsatz. Zur konkreten Auflösung der Bildwandler äußert sich Insta360 zwar nicht, die Bilder der X6 besitzen mit 120 Megapixel jedoch eine deutlich höhere Pixelzahl als die Aufnahmen der X5 (72 Megapixel). Diesen Unterschied kann man beim direkten Vergleich der Fotos zweifellos wahrnehmen.

Die X6 gibt feine Details besser wieder. Während wir der X5 eine sehr gute Qualität bescheinigen, stufen wir die X6 noch eine Klasse höher ein und bewerten die Bilder mit „exzellent“. Das gilt nicht nur für Aufnahmen bei Tag, sondern auch bei Nacht. Hier zeigen die Aufnahmen der X6 sichtbar mehr Details und weniger Rauschen.

Bei Videoaufnahmen kann sich die X6 von der X5 vor allem durch die höhere Bildrate bei 8K-Auflösung absetzen. Mit 50 statt 30 Vollbildern pro Sekunde lassen sich bewegte Motive deutlich besser einfangen und es besteht sogar die Option für leichte Zeitlupeneffekte. Die X6 hat bei 8K aber nicht nur höhere Bildraten zu bieten, auch in puncto Detailwiedergabe liegt sie vorne. Ob das nun durch die höher aufgelösten Sensoren oder eine bessere Bildverarbeitung realisiert wird, können wir nicht sagen. Vermutlich spielen beide Faktoren eine Rolle.

Noch größer wird der Abstand zwischen beiden Kameras, wenn die Szenerie einen hohen Dynamikumfang besitzt. Dann brennen helle Stellen bei der X5 früher als bei der X6 aus oder zeigen dunklere Bereiche ein stärkeres Bildrauschen. Mit der Option „Adaptive Tone“ bleibt der Abstand zwar noch recht gering, ohne diese Option sieht es aber deutlich schlechter aus. Das liegt auch am fehlenden HDR. Diese Option steht erst bei 5,7K zur Verfügung. Da die Detailwiedergabe hier absinkt, müssen sich Besitzer der X5 stets zwischen der bestmöglichen Detailwiedergabe und dem maximalen Dynamikumfang entscheiden.

Vergleichsvideo Tagaufnahme (8K30p) zum Download:

Bei der X6 fällt dieser Kompromiss weg. Bei 8K50p filmt man mit der besten Qualität, dem höchsten Dynamikumfang und dank 50p auch noch flüssig. Der Griff zu einer geringeren Auflösung ist daher in aller Regel nur zu empfehlen, wenn es dafür einen guten Grund gibt. Dazu zählen Zeitlupen. Hier sinkt die Bildqualität bei beiden Kameras leider stark ab. Mit 200 statt 120 Vollbildern pro Sekunde (X5) erreicht die X6 immerhin eine deutlich höhere Bildrate.

Für Videoaufnahmen bei wenig Licht sind beide 360-Grad-Kameras mit dem PureVideo-Modus ausgestattet. Dieser macht hellere Aufnahmen möglich und reduziert das Bildrauschen, er kann feine Strukturen aber eventuell auch negativ (schlechtere Detailwiedergabe bei der X5) beeinträchtigen. Bei der X6 konnten wir dies so nicht beobachten. Grundsätzlich liefert die X6 bei richtig schlechten Lichtverhältnissen die helleren und detailreicheren Aufnahmen. Ihre größeren Sensoren wirken sich hier zweifellos aus. Filmt man oft bei sehr wenig Licht, ist die X6 eindeutig die bessere Wahl.

Richtige „Nachteulen“ sind aber beide Kameras nicht, sondern wie alle Actionkameras für Aufnahmen am Tag gedacht. Grundsätzlich gilt es noch zu erwähnen, dass die X6 unserer Meinung nach das etwas natürlichere Bild liefert und weniger Störungen (u. a. in Form von chromatischen Aberrationen oder Lens Flares) zeigt. Zudem fällt beim neueren Modell von Insta360 die Stabilisierung besser aus.

Vergleichsvideo Nachtaufnahme (8K25p PureVideo) zum Download:

Die Akkulaufzeit seiner 360-Grad-Kameras konnte Insta360 trotz stetig besserer Hardware im Laufe der Jahre immer weiter verbessern. Bei der X6 kommt nun seit langem wieder ein vollständig im Gehäuse versenkbarer Akku zum Einsatz. Dieser verfügt als Xtreme-Modell über eine Kapazität von 2.600mAh (10,17 Wh). Bei der X5 ist der Akku mit der Gehäuseseite verbunden und kommt auf 2.400mAh (9,34 Wh). Die X6 verfügt somit über ein Modell mit etwa 10 Prozent höherer Kapazität. Dank der stromsparenderen Hardware hält die X6 aber noch deutlich länger durch. Bei unserem Akkutest mit 8K30p kamen wir bei der X6 auf 144 Minuten und bei der X5 nur auf 92 Minuten. Diese Differenz kann man durchaus als bedeutenden Unterschied bezeichnen. Wer lange Aufnahmen vorhat und den Akku nicht wechseln kann – oder grundsätzlich auf ein zweites Modell verzichten möchte –, ist bei der X6 deutlich im Vorteil. Das gilt auch für durchgängige Aufnahmen ohne aktive Kühlung. Bei 22 Grad Umgebungstemperatur filmt die X6 mit 8K30p nämlich ohne Grenze, während die X5 nach 36 Minuten überhitzt. Beim Aufladen eines leeren Akkus schneiden beide Kameras dann wieder sehr ähnlich ab. Bei der X6 lässt sich ein leerer Akku innerhalb von 23 Minuten auf 80 Prozent aufladen, die X5 benötigt nur eine Minute länger. Dafür wird natürlich ein ausreichend dimensioniertes Ladegerät mit mindestens 30 Watt benötigt.

Beide Modelle sind überzeugende 360-Grad-Kameras:

Unser Fazit:
Bei der Insta360 X6 handelt es sich um das größte Update einer 360-Grad-Kamera seit langem. Das lässt sich schon am Gehäuse erkennen, das Insta360 im Vergleich zur X5 sichtbar überarbeitet hat. Die X6 ist nicht mehr so länglich wie die X5 gebaut, dafür aber etwas breiter und tiefer. In der Hand liegen zwar beide Kameras gut, die X6 sagt uns aber noch mehr zu. Auf der Waage gibt es mit 196g zu 202g keinen wirklichen Unterschied, die bessere Abdichtung (20m vs. 15m) kann dagegen relevant sein. Darüber hinaus spricht Insta360 bei der X6 von kratzfesteren Linsen. Diese können bei beiden Kameras bei Beschädigungen getauscht werden.

Hinsichtlich der Bedienung schneiden unsere Vergleichsmodelle ähnlich ab. Die größte Rolle spielt der Touchscreen. Bei der X6 ist dieser durch die weggelassenen Touchtasten auf der Vorderseite noch einmal wichtiger. Wer Hardware-Tasten bevorzugt, dem dürfte die X5 etwas besser gefallen. Da die Touchscreen-Bedienung bei der X6 gelungen ist, sehen wir hier effektiv aber keine Nachteile. Das Display fällt bei der X6 nicht ganz so scharf wie bei der X5 aus und ist auch etwas kleiner, das OLED-Panel sorgt aber doch für einen besseren Bildeindruck als das LCD der X5.

Das bessere Gesamtpaket bietet die Insta360 X6:

Im Betrieb arbeitet die Insta360 X6 etwas schneller als die X5, groß sind die Unterschiede allerdings nicht. In den Menüs reagieren beide Kameras schnell, nur das Abspeichern von Bildern mit höchster Qualität dauert etwas lange. Angesichts der großen Dateien kann man dies jedoch durchaus verstehen. Die Bildqualität beider Kameras ist bei Fotos sowie Videos sehr hoch, die X6 schneidet aber noch einmal besser ab. Egal, ob bei Tag oder Nacht, sie zeigt mehr Details und weniger Rauschen. Besonders bei nicht ganz optimalen Lichtverhältnissen kann sie sich dabei absetzen. Die Ergebnisse der X5 sind aber ebenso überzeugend und für die allermeisten Aufgaben völlig ausreichend. Als wirklich relevant kann man dagegen die höheren Bildraten der X6 und den größeren Dynamikumfang einstufen. Erstere sind bei 8K-Auflösung (50p vs. 30p) und bei Zeitlupen in 4K-Auflösung (200p vs 120p) von Bedeutung. Der größere Dynamikumfang der X6 lässt vor allem Lichter später ausbrennen und sorgt in kontrastreichen Bildbereichen für eine höhere Qualität. Des Weiteren konnten wir bei der X6 auch weniger chromatische Aberrationen feststellen. Beim Einsatz des InstaFrame-Modus bietet die X6 zudem höhere Auflösungen.

Eindeutig vorne liegt die Insta360 X6 auch in puncto Aufnahmedauer. Ihr Akku hält 52 Minuten (144 vs. 92 Minuten) länger durch, bei 8K30p überhitzt die 360-Grad-Kamera anders als die X5 des Weiteren nicht. Das macht die X6 für lange Aufnahmen wesentlich besser geeignet. Das Handling des Akkus der X6 gefällt uns wegen dessen Bauweise zudem etwas besser. Aufgeladen sind die Akkus richtig schnell, von 0 auf 80 Prozent dauert das nur knappe 23 Minuten. Im Akkufach findet jeweils auch eine microSD-Karte Platz, bei der X6 muss man diese aber nicht unbedingt verwenden. Ihr zusätzlicher Speicher (47GB) kann zudem bei einer vergessenen oder vollen Speicherkarte Gold wert sein.

Der Großteil des Zubehörs lässt sich mit beiden 360-Grad-Kameras nutzen:

Gleich auf bewegen sich beide Kameras wieder bei den Zusatzfeatures. Den KI-Regisseur und Spatial-Capture haben beide Modelle zu bieten und das meiste Zubehör kann ebenso mit beiden Kameras genutzt werden.

Die dkamera.de-Empfehlung:
Abschließend ist natürlich zu klären, wer die X6 der X5 vorziehen sollte und wann ein Upgrade von der X5 auf die X6 Sinn ergibt. Da die X6 aus unserer Sicht das deutlich bessere Gesamtpaket zu bieten hat, würden wir das neueste Modell von Insta360 allen Nutzern empfehlen, die keine Kompromisse eingehen möchten und über das entsprechende Budget verfügen. Wer nicht ganz so viel ausgeben möchte, erhält mit der X5 ebenfalls eine sehr gute 360-Grad-Kamera. Besitzer der X5 müssen nicht automatisch upgraden, können von einigen Vorteilen der X6 (vor allem 8K50p, besserer Dynamikumfang, längere Aufnahmedauer) aber durchaus deutlich profitieren.

Der dkamera.de-Award zum Vergleichstest:

Autor: dkamera.de Redaktion
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