Die Sonne lacht und die Kamera "schwitzt"

Ein Gastbeitrag von Adrian Ahlhaus


Ein Gastbeitrag von Adrian Ahlhaus

Bauteile eines Computers vertragen Betriebstemperaturen bis 80 Grad. So die Norm. Doch nicht gemeint ist damit die Dauerbelastung eines Bildschirms am Notebook. Wärme ab 50 Grad wirkt auf das LCD Display zerstörend. Nein, nicht schnell oder gar sofort, sondern über längere Zeit. Ein Display, zum Beispiel im Armaturenbrett eines Auto verborgen, erhitzt und allmählich, nach etwa zwei Jahren, sieht jedes Bild aus wie ein altes Foto. Die Farben sind ausgebleicht und der Kontrast ist weg.

Das gilt ebenso für den Monitor einer Digicam. Ins Schwitzen kommen in der Kamera auch die Akkus. Doch Temperaturen bis 60 Grad machen nichts. So mancher Ladevorgang ist heißer - was aber nicht sein sollte.

Für den Sommerurlaub technisch gerüstet ist, wer einen optischen Sucher benutzen kann. Ich habe es gerade ausprobiert an einer kleinen Digicam mit anerkannt gutem Monitor - man sieht in der Sonne nicht mehr viel, wenn das Licht über die Schulter fällt. Aber nein, man sieht etwas besonders gut: ich sah mein Spiegelbild im Schutzglas des Monitors. Mir war die Wirkung der Sonnenwärme anzusehen.

Bei greller Sonne kommt auch die Kamera in's Schwitzen, wenn der Monitor zusätzlich seine Wärme zum Bildsensor führt. Der Sensor verrauscht, als habe man die "Empfindlichkeit" deutlich hochgesetzt, was technisch durch das Verstärken der Bildinformation geschieht. Zum "Schwitzen" der Kamera trägt auch bei, wer sich auf die Standby-Schaltung verlässt. Der Bildsensor erhält fortwährend Licht und heizt sich auf. Nach jeder Aufnahme abschalten wird in der grellen Sonne zur Pflicht.

Ins Schwitzen kommt die Optik, weil viel Licht durch die kleinen Linsen fällt. Die Linsen heizen auf und auch die kleinen scharzen Blendenlamellen werden erhitzt, was als unerwünschte Wärme ins Innere der Kameras dringt. Da die kleinen Blendenlamellen reibungslos funktionieren sollen, sind diese besonders glatt, aber nicht bei jeder Temperatur gleichermaßen widerstandsfähig. Und ist die Kamera eingeschaltet, bewegt sich die Blende ständig, was auch noch Akkuleistung kostet.

Denken Sie also nicht nur an Ihre Abkühlung. Eine Kamera hat den Schatten genauso nötig, braucht dafür allerdings kein Eis am Stiel.

Gastbeiträge enthalten die Meinung des jeweiligen Autors und spiegeln nicht die Meinung von dkamera.de wieder.

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