Mit der MISSION 1 PRO ILS ist seit wenigen Wochen die erste Kamera mit MFT-Bajonett erhältlich
GoPro hat sich im September 2026 dem Micro Four Thirds System-Standard angeschlossen. Dieser Schritt erfolgte kurz nach der Markeinführung des ersten Kameramodells von GoPro mit dem MFT-Bajonett. Die GoPro MISSION 1 PRO ILS hebt sich von klassischen Micro Four Thirds-Kameras, die unter anderem von OM Digital Solutions sowie Panasonic angeboten werden, jedoch durch mehrere Besonderheiten ab.
Während praktisch alle MFT-Kameras am Markt über ein Bajonett mit elektronischen Kontakten verfügen, fehlen letztere bei der GoPro MISSION 1 PRO ILS (Testbericht). Dadurch kann die Actionkamera unabhängig vom verwendeten Objektiv nicht mit diesem kommunizieren. Dadurch fallen natürlich die Fokussteuerung über die Kamera oder die Wahl der Blende weg. Mangels Stromversorgung lässt sich beim Einsatz der GoPro MISSION 1 PRO ILS bei vielen Optiken zudem auch nicht manuell scharfstellen. Das Drehen des Fokusrings hat auf die Fokussierung wegen der „Focus by Wire“-Umsetzung keinerlei Einfluss. Praktisch ergibt an der GoPro MISSION 1 PRO ILS daher nur der Einsatz von manuellen MFT-Objektiven Sinn. Per Adapter lassen sich zudem Objektive mit anderen Bajonetten verwenden, die über viele manuelle Funktionen verfügen.
Als zweite große Besonderheit setzt GoPro bei der MISSION 1 PRO ILS auf keinen 17,3 x 13,0mm messenden Bildwandler, sondern ein 1,0-Zoll-Modell. Dieses ist in etwa 13 x 10mm groß und sorgt für einen Cropfaktor von 2,7. Bei einem MFT-Objektiv mit 10mm Brennweite ergibt sich abweichend vom Einsatz an einer klassischen MFT-Kamera daher keine kleinbildäquivalente Brennweite von 20mm, sondern von 30mm. Wer für Aufnahmen ein Objektiv mit kurzer Brennweite sucht, muss daher zu den weitwinkeligsten MFT-Modellen greifen.
Grundsätzlich zeigt GoPros Schritt, dass die MISSION 1 PRO ILS nicht das einzige Modell in GoPros Portfolio werden könnte, das mit dem MFT-Bajonett ausgestattet ist. Durch den Beitritt des Micro Four Thirds System-Standards könnte der US-amerikanische Actionkamerafertiger zudem etwas mehr Einfluss auf die zukünftigen Entwicklungen des Standards nehmen.