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Hands-On der Canon PowerShot G7 X Mark III & G5 X Mark II

Unser Ersteindruck von Canons neuen Premium-Kompaktkameras

Vor rund zwei Wochen hatte Canon mit der PowerShot G7 X Mark III und der PowerShot G5 X Mark II zwei neue Kompaktkameras der Premiumklasse vorgestellt. Beide heben sich von ihren Vorgängermodellen durch eine Reihe von Veränderungen und Verbesserungen ab. Wir konnten uns beide Kameras bereits ansehen.

Bei seinen beiden neuen Kameras verbaut Canon als wichtigstes technisches Detail einen Chip mit zusätzlichem DRAM-Cache. Dieser nennt sich in der Fachsprache Stacked-CMOS-Sensor und kann im Vergleich zu Sensoren mit herkömmlicher Bauweise besonders schnell ausgelesen werden. Für die Praxis bedeutet dies: Die Canon PowerShot G7 X Mark III und Canon PowerShot G5 X Mark II erreichen höhere Bildraten als ihre direkten Vorgängermodelle, können mit elektronischem Verschluss kürzer belichten und haben deutlich bessere Videofunktionen zu bieten. Stacked-CMOS-Sensoren kennt man unter anderem bereits von verschiedenen Digitalkameras von Sony.

Im RAW-Burst-Modus speichern beide Kameras 30 Bilder pro Sekunde:

Dank ihrer neuen CMOS-Chips, die im übrigen wie bei den Vorgängermodellen 13,2 x 8,8mm messen, 20 Megapixel auflösen und rückwärtig belichtet sind, erreichen beide Canon-Kameras eine maximale Bildrate von 30 Fotos pro Sekunde. Das gilt allerdings nicht für den herkömmlichen Aufnahmemodus, sondern für die sogenannte RAW-Burst-Funktion. Der Pufferspeicher fasst dabei maximal 70 Fotos, eine kleine Grafik zeigt die Belegung des Speichers an.

Beim Bearbeiten der Fotos am Computer sind bei den RAW-Burst-Aufnahmen zwei Besonderheiten zu beachten: Zum einen speichert die Kamera wirklich nur RAW-Fotos und keine JPEGs, zum anderen werden diese in einer einzigen Datei abgelegt. In der Software von Canon (Digital Photo Professional) wurde dazu eine neue Funktion integrierte, die den Export von Einzelbildern erlaubt. Das macht das Verarbeiten der Serienaufnahmen recht aufwendig, zudem können andere Programme mit diesem "RAW-Dateipaket" aktuell nichts anfangen. Die von Canon gewählte Lösung finden wir daher nicht optimal.

Das neue RAW-Serienbildmodus-Werkzeug von Canon für die RAW-Burst-Funktion:

Überzeugen kann uns dagegen die Bildqualität, gegenüber herkömmlichen Fotos sind auf den ersten Blick keine Abstriche hinzunehmen. Bei der Aufnahme muss der Nutzer allerdings die einmalige Vorfokussierung und den Einsatz des elektronischen Verschlusses als Einschränkung akzeptieren. Des Weiteren gilt es zu bedenken, dass eine RAW-Burst-Aufnahme innerhalb kürzester Zeit eine hohe Datenmenge erzeugt. Dadurch lassen sich für einige Zeit keine neuen Fotos speichern. Der RAW-Burst-Modus eignet sich in der Praxis daher nicht für alle Aufnahmesituationen, potentiell lassen sich jedoch erstklassige Bilder aufnehmen.

Wer mit der Canon PowerShot G7 X Mark III und G5 X Mark II „herkömmliche“ Serienaufnahmen speichern möchte, kann bis zu 20 Bilder pro Sekunde festhalten. Mit kontinuierlichem Autofokus sind es acht Bilder pro Sekunde. Der erste Wert ist exzellent, Letzterer gut bis sehr gut. Die Bildqualität konnten wir bei unserem Praxistest noch nicht genau bewerten, die technischen Daten der Sensoren versprechen aber mindestens eine Qualität auf dem Niveau der Vorgängermodelle.

Als weiterer Vorteil sind die lichtstarken Objektive zu nennen, die Canon verbaut. Bei der Canon PowerShot G7 X Mark III kommt das gleiche Objektiv wie bei der Canon PowerShot G7 X Mark II (Testbericht) und Canon PowerShot G7 X (Testbericht) zum Einsatz. Es handelt sich um ein 4,2-fach-Zoom mit 24 bis 100mm KB-Brennweite. Die Lichtstärke bewegt sich abhängig von der gewählten Brennweite zwischen F1,8 und F2,8. Gegen Verwacklungen hilft ein optischer Bildstabilisator. Bei der PowerShot G5 X Mark II hat sich Canon dagegen für eine neu konstruierte Optik entschieden. Das optisch stabilisierte 5-fach-Zoom mit einer Lichtstärke von F1,8 bis F2,8 und einer KB-Brennweite von 24 bis 120mm lässt sich etwas variabler als das Objektiv der G5 X nutzen. Dies ist beachtlich, da Canon die Abmessungen des Gehäuse sogar etwas verkleinert hat (G5 X Mark II: 11,1 x 6,1 x 4,6cm; G5 X: 11,2 x 7,6 x 4,4cm).

Der Sucher spart beim Transport Platz, vor dem Einsatz muss man ihn ausklappen:

Dies konnte Canon vor allem wegen der neuen Sucherkonstruktion realisieren. Der elektronische Sucher liegt bei der PowerShot G5 X Mark II nicht mehr auf der Oberseite außerhalb des eigentlichen Gehäuses, beim Transport ist er im Gehäuse eingeklappt. Vor dem Einsatz muss man ihn daher ausfahren und ein Stück nach hinten herausziehen. Das OLED-Panel gibt Canon mit 2,36 Millionen Subpixel an, zur Vergrößerung wird dagegen keine Angabe gemacht. Wir gehen in etwa von einem Vergrößerungsfaktor von 0,55 bis 0,6 aus. Die Bildkontrolle erlaubt der Sucher dank einer sehr hohen Bildschärfe für Kompaktkameraverhältnisse sehr gut.

Die Displaykonstruktion erlaubt das Schwenken nach oben und unten (am Beispiel der G5 X MK II):

Die Displays beider Kameramodelle fallen identisch aus, es handelt sich um 3,0 Zoll messende LCDs mit einer Auflösung von 1,04 Millionen Subpixel. Per Touch sind Eingaben wie das Setzen des Fokuspunkts oder die Navigation in den Menüs möglich.

Die Wiedergabe bewegt sich mit großen Einblickwinkeln und einer ordentlichen Auflösung auf einem guten Niveau, es gibt aber zweifellos schärfere Panels auf dem Markt. Für Freunde von Selbstporträts und Vlogs ist die schwenkbare Lagerung zum Klappen um 180 Grad nach oben interessant.

Videos werden in 4K-Auflösung ohne Crop gespeichert:

Apropos Vlogs: Canon hat beiden Kameramodellen eine Reihe von Videofeatures spendiert, die man bei Consumer-Kameras des japanischen Herstellers bislang noch nicht gesehen und vermisst hat. Dazu gehört die 4K-Aufnahme ohne Crop, der Bildwinkel bleibt bei Videos daher erhalten. In 4K (3.840 x 2.160 Pixel) sind 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde wählbar, in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) 25, 30, 50, 60, 100 und 120 Vollbilder pro Sekunde. Die beiden höchsten Bildraten werden allerdings nur im Zeitlupenmodus „Hohe Bildrate“ erreicht, hier fällt unter anderem die Möglichkeit der Tonaufnahme weg.

Ein Mikrofoneingang ist nur bei der Canon PowerShot G7 X Mark III vorhanden:

Die Video-Feature-Liste ist trotzdem sehr überzeugend. Wer auf eine besonders hohe Tonqualität Wert legt, kann bei der Canon PowerShot G7 X Mark III sogar ein externes Mikrofon per 3,5mm Klinkenport anschließen. Die Montage des Mikrofons an der Kamera ist ohne optionales Zubehör mangels Blitzschuh allerdings nicht möglich.

Mit dem neuen Live-Streaming-Feature macht die G7 X Mark III Smartphones Konkurrenz:

Absetzen kann sich die G7 X Mark III von der G5 X Mark II zudem durch ein Live-Streaming-Feature (Full-HD). Das heißt: die Kamera unterstützt das „Ausstrahlen“ eines Live-Streams über Youtube. Dafür wird lediglich eine WLAN-Verbindung benötigt, die sich unterwegs beispielsweise durch ein Smartphone (Hotspot-Funktion) herstellen lässt. Damit hat die Kamera vergleichbaren Modellen zweifellos etwas voraus. Die Funktion machte in der Praxis einen guten Eindruck, die Verbindung zwischen dem Smartphone und der Kamera ließ sich nach ein paar Voreinstellungen – die nur einmal erfolgen müssen – problemlos herstellen. Wer unterwegs streamen möchte, erhält mit der G7 X Mark III eine sehr interessante Alternative zu einem Smartphone.

Als weiteres Feature haben beide Kameras einen elektronischen Verschluss mit einer kürzesten Belichtungszeit von 1/25.600 Sekunde zu bieten. Mechanisch kann man bis zu 1/2.000 Sekunde belichten, zudem steht ein ND-Filter mit drei Blendenstufen zur Verfügung.

Zu den weiteren Funktionen beider Kameras zählen das Focus-Bracketing, die Panorama-Aufnahme und das Laden über USB. Dazu wird allerdings ein Netzteil oder eine Powerbank mit Power-Delivery-Funktion benötigt. Das schränkt den Kreis der kompatiblen Modelle stark ein.

Die gummierten Griffe und Flächen sorgen für ein sehr gutes Handling:

Das Programmwählrad und das Wählrad für die Belichtungskorrektur liegen übereinander:

Bei den Kameragehäusen setzt Canon auf große gummierte Griffe, diese lassen die G7 X Mark III und G5 X Mark II sehr gut in der Hand liegen. Das Programmwählrad und das Rad für die Belichtungskorrektur erlauben das schnelle Verändern wichtiger Parameter, ein weiteres Einstellrad liegt zudem auf der Rückseite.

Darüber hinaus wurde auf der Vorderseite ein Objektivring verbaut. Konfigurierbare Tasten gibt es dagegen nur wenige. Auf der Rückseite lassen sich die Tasten zum Speichern der Belichtung und zur Videoaufnahme frei belegen. Bei Ersterer fehlt es allerdings an Optionen.

Bei beiden neuen Kompaktkameras stimmen sowohl die inneren als auch äußeren Werte:

Unser Fazit:
Die Canon PowerShot G7 X Mark III und Canon PowerShot G5 X Mark II sind in gleich mehrfacher Hinsicht verbesserte Kameramodelle, sie schließen in puncto Features größtenteils zu den aktuellen RX100-Modellen von Sony auf – oder haben teilweise noch mehr zu bieten. Neben einer auf den ersten Blick sehr guten Bildqualität konnten uns auch die neuen Videofeatures (4K ohne Crop und die Zeitlupenufnahme in Full-HD) sehr überzeugen. Die RAW-Burst-Aufnahme erlaubt trotz perfekter Bildqualität eine sehr hohe Bildrate, das Verarbeiten der Fotos am Computer ist jedoch aufwendiger als die Arbeit mit herkömmlichen Bildern. Die Canon PowerShot G7 X Mark III hat als spezielle Features das Live-Streaming über Youtube und einen Mikrofoneingang zu bieten, diese findet man bei der Konkurrenz nicht. Die Canon PowerShot G5 X Mark II verfügt trotz kompakter Abmessungen über ein lichtstarkes 5-fach-Zoom und einen guten Aufklappsucher.

Canon bietet unter dem Titel "Stadtfotografie Meisterkurs" geleitete Fotowalks an. Alle weiteren Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite von Canon.

Beispielaufnahmen der PowerShot G5 X Mark II in voller Auflösung:

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Kommentare

moin, mich hätte vor allem ...

moin, mich hätte vor allem die autofocusgeschwindigkeit interessiert. den rel. langsame autofocus empfand ich an der g7x mark II als größtes manko. wie sieht es beim nachfolger aus?

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