Nikon D500 und Canon EOS 7D Mark II im Vergleich (Teil 2)

Teil 2 von 3: Profi-Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensor


Links sehen Sie die Nikon D500, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Im ersten Teil unseres Tests der Nikon D500 und der Canon EOS 7D Mark II haben wir unter anderem die Abmessungen, die Verarbeitung und die Bildqualität verglichen. In diesem zweiten Teil gehen wir auf das Objektivangebot, die Bildkontrolle, die Arbeitsgeschwindigkeit und den Autofokus ein.

Objektivangebot:
Das Angebot an Objektiven fällt für beide Kameramodelle sehr groß aus. Sowohl für das F-Bajonett der Nikon D500 (Testbericht) als auch das EF-S Bajonett der Canon EOS 7D Mark II (Testbericht) lassen sich alle erdenklichen Objektive erwerben. Neben „Standardobjektiven“ werden auch Spezialobjektive wie Superteleobjektive mit Brennweiten jenseits der 500mm oder Tilt-Shift-Objektive angeboten.

Natürlich mangelt es zudem nicht an lichtstarken Festbrennweiten oder Fisheye-Objektiven. Ebenso groß ist das Angebot von Drittherstellern. Sei es Tamron, Sigma oder Samyang, nahezu jeder Optikfertiger bietet seine Objektive auch mit Nikon F- und Canon EF-Bajonett an.

Unsere Wertung beim Objektivangebot: Unentschieden.

Für beide Spiegelreflexkameras lassen sich alle benötigen Objektive erwerben:

Links sehen Sie die Nikon D500, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Bildkontrolle:
Die Bildkontrolle ist – da es sich bei den Kameras in diesem Vergleich um DSLR-Modelle handelt – per optischem Spiegelreflexsucher und per Display möglich. Die optischen Sucher sind jeweils in Pentaprismenbauweise gefertigt und zeigen 100 Prozent des Bildfeldes an. Bereits vor der Aufnahme lässt sich daher der spätere Bildausschnitt genau festlegen – keine Selbstverständlichkeit bei Spiegelreflexsuchern, in der Profiklasse aber natürlich üblich. Die Suchervergrößerung fällt bei der Nikon D500 etwas größer (0,66-fach) als bei der Canon EOS 7D Mark II (0,63-fach) aus. Die D500 bietet unserer Meinung nach den besten Sucher aller Kameras mit APS-C-Sensor. Auch die EOS 7D Mark II weiß für ein Modell mit dem kleineren APS-C-Chip zu überzeugen, ganz kommt sie an die D500 aber nicht heran.

Die Bildkontrolle ist per optischem Pentaprismensucher und per Display möglich:

Links sehen Sie die Nikon D500, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Die überzeugendere Lösung hat die Nikon-Kamera außerdem beim Display zu bieten. Dieses ist nicht nur etwas größer (3,2 Zoll gegenüber 3,0 Zoll), sondern auch nach oben und unten schwenkbar konstruiert. Es lässt sich also zum Teil an die Bedürfnisse des Fotografen anpassen. Wer beispielsweise gerne Makroaufnahme in Bodennähe aufnimmt oder bei Überkopfaufnahmen im Bilde sein möchte, weiß ein schwenkbares LCD sicherlich zu schätzen.

Nur das Display der Nikon D500 kann zur einfacheren Bildkontrolle geschwenkt werden:

Links sehen Sie die Nikon D500, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Das LCD der EOS 7D Mark II ist fest verbaut, schwenken oder drehen lässt es sich nicht. Den Komfortpunkt kann sich daher die D500 sichern. Mehr zu gefallen weiß die Kamera zudem mit ihrem Touchscreen und der höheren Displayauflösung. Während Letztere trotz des großen Unterschiedes von 2,36 Millionen Subpixel (D500) zu 1,04 Millionen Subpixel (7D Mark II) allerdings zumindest in der Praxis nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, ist der Touchscreen in manchen Situationen deutlich von Vorteil. Dies gilt zum Beispiel für die Auswahl des Fokuspunktes im Liveviewmodus.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Nikon D500.

Geschwindigkeit:
Wie bereits angesprochen, sind beide Kameramodelle auf eine besonders hohe Arbeitsgeschwindigkeit optimiert. Die Serienbildrate gehört daher zu den höchsten in der Klasse der Spiegelreflexkameras. Laut unseren Messungen werden jeweils knapp zehn Bilder pro Sekunde festgehalten. Dieser Wert gilt natürlich auch bei der nachführenden Fokussierung und Belichtungsmessung.

Die D500 besitzt einen XQD- und einen SD-Slot, die 7D Mark II einen CompactFlash- und SD-Slot:

Links sehen Sie die Nikon D500, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Bei der Länge der Serie kommen dann die Größe des Pufferspeichers und die Transferrate auf die Speicherkarte zum Tragen. Hier kann die D500 durch ihren XQD-Kartenslot besonders punkten. Dieser erlaubt Datenraten im Bereich von über 400MB/s. Bei der Canon EOS 7D Mark II ist die CompactFlash-Karte mit maximal 167MB/s angebunden. Dieser Unterschied macht sich bei längeren Aufnahmeserien bemerkbar, wenn das RAW-Format verwendet wird. Hier kann die D500 200 Bilder in Folge mit höchster Geschwindigkeit speichern, die 7D Mark II wird schon nach 36 Bildern in Serie langsamer (5,1 Bilder pro Sekunde). Bei JPEG+RAW-Aufnahmen hält die D500 die höchste Bildrate für 42 Aufnahmen in Folge aufrecht, die EOS 7D Mark II schafft 20 Bilder in Folge. Auch hier ist der Unterschied also groß. Nach der schnellsten Aufnahmeserie lassen sich mit der D500 zudem doppelt so viele Bilder pro Sekunde wie mit der 7D Mark II (6,4 statt 3,2 Bilder/Sekunde) festhalten.

JPEG-Aufnahmen stellen für beide Modelle natürlich keinerlei Problem dar. Die D500 hält genau 200 Bilder in Folge und die 7D Mark II so viele Bilder in Serie fest, bis die Speicherkarte gefüllt ist. Die 200-Bilder-Grenze der D500 ist allerdings nur technischer Natur. Sofort nach dem automatischen Stopp durch die Kamera lässt sich die nächste Aufnahmeserie beginnen.

Die robusten Kameragehäuse sind jeweils abgedichtet:

Links sehen Sie die Nikon D500, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Bei der Fokussierung mittels des Phasen-AFs (beim Blick durch den Sucher) liegen beide Kameramodelle nahezu gleichauf. Die D500 stellt in 0,12 Sekunden scharf, die 7D Mark II in 0,15 Sekunden. In der Praxis ist dieser Unterschied nicht zu spüren, beide DSLRs arbeiten sehr flott.

Bei aktiviertem Liveviewmodus sieht dies dann anders aus. Während die 7D Mark II mit 0,30 Sekunden durch ihren Dual-Pixel-CMOS-AF ein akzeptables bis gutes Ergebnis erreicht, benötigt die Kamera von Nikon mit 0,62 Sekunden deutlich länger zum Scharfstellen. Der Liveview-AF der D500 ist daher nur für statische Motive geeignet.

Bei der Einschaltzeit und der Zeit nach dem Einschalten bis zum ersten Bild liegt dagegen wieder die D500 vorne. Mit 1,19 Sekunden gegenüber 1,51 Sekunden und 0,24 Sekunden gegenüber 0,72 Sekunden erreicht sie jeweils das bessere Ergebnis.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Nikon D500.

Autofokus:
Die Fotografie von bewegten Motiven bedarf eines besonders leistungsfähigen Autofokussystems. Beide Hersteller verbauen in ihren Modellen daher mit die bestmöglichen AF-Systeme. Im Besonderen sticht dabei das AF-System der Nikon D500 (Testbericht) heraus. Dieses stammt von der Nikon D5 (Testbericht). Mit 153 Messfeldern, 99 Kreuzsensoren und einer AF-Abdeckung bis rechts und links zum Bildrand stellt es jeden anderen Phasen-AF-Autofokus – mit Ausnahme der D5 – in den Schatten. Hier kann selbst der Autofokus der Canon EOS 7D Mark II nicht mithalten, obwohl dieser über stattliche 65 Kreuzsensoren verfügt (der mittlere AF-Punkt ist ein Dual-Kreuzsensor ab F2,8). Aufgeteilt sind die Messfelder bei der D500 in fünf Blöcke, bei der 7D Mark II sind es drei.

Der Phasenautofokus der Nikon D500:

Nikon D500.

Bei der DSLR von Canon lassen sich alle Messfelder einzeln anwählen, bei der D500 sind es 55. Die automatische Fokussierung kann mit der D500 ab -4 EV erfolgen (nur mit dem mittleren Fokusfeld, Rest ab  -3 EV), bei der 7D Mark II ab -3EV. Wer Telekonverter einsetzt und die größte Blendenöffnung des Objektivs auf F8 reduziert, kann bei der 7D Mark II mit dem mittleren Fokusfeld scharfstellen (es sind zusätzlich noch vier nicht auswählbare Liniensensoren vorhanden), bei der D500 stehen 15 Messfelder zur Verfügung. Zusätzlich gilt es zu erwähnen, dass die EOS 7D Mark II nicht bei allen Objektiven alle Fokusmessfelder nutzen kann. Eine ausführliche Dokumentation dazu ist auf der Produktseite der Kamera bei Canon zu finden. Nikon macht bezüglich Einschränkungen durch Objektive keine Angaben.

Der Phasenautofokus der Canon EOS 7D Mark II:

Canon EOS 7D Mark II.

Bei den Fokusoptionen haben beide Kameramodelle diverse Konfigurationsmöglichkeiten zu bieten, Neben der Einzelfeldwahl und der automatischen Wahl können auch mehrere Felder zu einer Zone zusammengeschaltet verwendet werden. Absetzen kann sich die Canon EOS 7D Mark II (Testbericht) mit sechs "Cases", die jeweils unterschiedliche Optionen beinhalten und besonders schnell gewechselt werden können.

Dadurch kann man den Autofokus sehr schnell an eine neue Situation anpassen. Natürlich ist jeweils die AF-Feinabstimmung möglich, die D500 übernimmt dies mit dem AF-Auto-Tuning sogar selbstständig.

Die Canon EOS 7D Mark hat unter anderem sechs verschiedene AF-Cases zu bieten:

Canon EOS 7D Mark II.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Beide Autofokussysteme sind extrem leistungsfähig und in der Klasse der APS-C-Kameras führend. Durch die besonders gute Abdeckung mit Messfeldern (von F2,8 bis F8) sehen wir die D500 aber doch vorne. Diese konnte in unserem Verfolgungstest das Motiv außerdem quasi immer korrekt scharfstellen. Bei der 7D Mark II war die Erfolgsquote nur leicht niedriger, das Niveau der D500 konnte aber nicht erreicht werden.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Nikon D500.

Im dritten und letzten Teil unseres Vergleichstests der Nikon D500 und der Canon EOS 7D Mark II prüfen wir die Funktionen und Features, die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit.

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