Nikon D7200 und Canon EOS 70D im Vergleichstest (Teil 3)

Teil 3 von 3: Oberklasse-DSLRs mit APS-C-Sensor im Duell

Links sehen Sie die Nikon D7200, rechts die Canon EOS 70D.

Im zweiten Teil des Duells der Nikon D7200 und der Canon EOS 70D haben wir unter anderem einen Blick auf die Bildkontrolle und die Arbeitsgeschwindigkeit geworfen. In diesem dritten und letzten Teil vergleichen wir die Funktionen und Features, die Videofunktion und die Erweiterbarkeit.

Funktionen und Features:
Die Belichtungsmessung erfolgt bei der Nikon D7200 (Testbericht) mit einem Messsensor mit 2.016 RGB-Pixel. Die Kamera erlaubt eine Matrixmessung, eine mittenbetonte Messung und eine Spotmessung. Als Verschlusszeiten lassen sich maximal 30 Sekunden und minimal 1/8.000 Sekunde wählen, ein Bulbmodus für längere Belichtungszeiten ist vorhanden. Der Verschluss ist von Nikon auf 150.000 Auslösungen getestet.

Die EOS 70D misst die Belichtung über 63 Zonen und hat neben der Mehrfeld-, der mittenbetonten Integralmessung und der Spotmessung auch noch die Selektivmessung zu bieten. Bei dieser handelt es sich um eine erweiterte Spotmessung. Auch die 70D kann von 30 Sekunden bis zu 1/8.000 Sekunde belichten und auch sie bietet einen Bulbmodus. Der Verschluss ist allerdings nur auf 100.000 Auslösungen getestet. Die Belichtungsmessung arbeitet bei beiden Kameras präzise, Unterschiede konnten wir nicht feststellen.

Zur Programmwahl bieten beide DSLRs ein Wählrad auf der linken Oberseite:
Links sehen Sie die Nikon D7200, rechts die Canon EOS 70D.

Als Belichtungs-Programme lassen sich jeweils nicht nur die übliche Vollautomatik, die Programmautomatiken sowie die Halbautomatiken oder der manuelle Modus verwenden, beide Vergleichskameras bieten auch Custom-Programme. Bei der Canon EOS 70D (Testbericht) kann man ein C-Programm verwenden, bei der D7200 sind es zwei User-Modi (U1, U2). Darüber werden verschiedene Einstellungen gespeichert und können schnell abgerufen werden. Auf der Seite der Automatiken findet sich außerdem jeweils ein „Blitz-Aus“-Programm. Bei der 70D kann zudem mit einer Kreativautomatik und sieben Szenenmodi fotografiert werden, bei der D7200 mit 16 Szenenprogrammen. Sieben Filtereffekte lassen sich beim APS-C-Modell von Nikon ebenso auf die Bilder anwenden. Bei der 70D geht dies auch mit sieben Filtern, aber erst nachträglich.

Das Hauptmenü der D7200:
Nikon D7200.

Das Hauptmenü der EOS 70D:
Canon EOS 70D.

Automatische Intervallaufnahmen in bestimmten Abständen und mit einer vorgegebenen Bildfolge unterstützt nur die D7200, bei der 70D muss ein Fernauslöser mit Intervallfunktion verwendet werden.

Neben der normalen Einzelbild-Aufnahme und der Serienaufnahme haben beide Kameramodelle einen Modus für „leise Aufnahmen“ zu bieten. Bei der 70D sind zudem sogar leise Reihenaufnahmen möglich. Hier wird der Spiegelschlag ein wenig gedämpft, was für ein etwas leiseres – aber immer noch hörbares – Auslösegeräusch sorgt.

Während die D7200 zwei SD-Slots bietet, muss man bei der 70D mit einem auskommen:
Links sehen Sie die Nikon D7200, rechts die Canon EOS 70D.

Als letztes – aber doch wichtiges – Feature ist der zweite Speicherkartenslot der Nikon D7200 (Testbericht) zu nennen. Dadurch lassen sich die Aufnahmen unter anderem doppelt abspeichern, was den Datenverlust beim Defekt einer Speicherkarte verhindert. Zudem ist es möglich, die zweite Speicherkarte als Überlauf-Reserve zu verwenden oder darauf nur Videos abzulegen. Diese Optionen hat man bei der EOS 70D mangels zweitem SD-Slot leider nicht.

Unser Sieger bei den Funktionen und Features: Die Nikon D7200.

Die verfügbaren Bildraten bei der D7200 (grau nur im Cropmodus):
Nikon D7200.

Die verfügbaren Bildraten bei der 70D:
Canon EOS 70D.

Videoaufnahme:
Als höchste Auflösung bieten beide Kameramodelle für Videos 1.920 x 1.080 Pixel (Full-HD). Die möglichen Bildraten unterscheiden sich dabei jedoch. Die D7200 speichert bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde, dies allerdings nur im 1,3x-Cropmodus. Wer die kleinbildäquivalente Brennweite seiner Objektive „beibehalten“ will, muss sich mit maximal 30 Vollbildern pro Sekunde begnügen. Die Canon EOS 70D (Testbericht) liegt mit 30 Vollbildern pro Sekunde hier gleich auf. Neben der Interframe-Codierung kann bei dieser aber auch die Intraframe-Codierung gewählt werden. Hier werden die Aufnahmen schwächer komprimiert, was bei schnellen Bewegungen im Bild für eine bessere Qualität sorgen kann. Die D7200 erlaubt keine Formatwahl, hier lässt sich die Komprimierung aber zwischen „Hohe Qualität“ und „Normal“ wählen.

Vergleich der Video-Bildqualität bei 1.920 x 1.080 Pixel (Full-HD):

Bei der Bildqualität der Videos schneidet die Nikon D7200 etwas besser ab. Deren Aufnahmen sind etwas detailreicher und zeigen weniger unschöne Moire-Artefakte. Diese lassen sich bei den Videos der 70D mehr erkennen. Zudem können deren Aufnahmen feine Details schlechter auflösen.

Bei den Belichtungsoptionen wendet sich das Blatt dann. Zwar bieten beide Spiegelreflexmodelle die manuelle, halb automatische und automatische Belichtung an, die Blende kann bei der D7200 aber nur im Liveviewmodus verändert werden. Im Filmmodus – und daher auch während der Aufnahme – ist dies nicht möglich.

Den Tonpegel kann man bei beiden Kameras manuell anpassen, eine Pegelanzeige ist zur Kontrolle vorhanden. Durch den Kopfhörerausgang ist bei der D7200 zudem eine „Live-Ausgabe“ möglich. Wieder ein Vorteil für die Spiegelreflexkamera von Canon: Die Fokussierung erfolgt bei der EOS 70D durch deren Phasendetektions-AF während der Videoaufnahme deutlich schneller.

Unsere Wertung bei der Videoaufnahme: Unentschieden.

Zu den Beispielaufnahmen des Testsiegers:

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Auf der Schnittstellenseite zeigen sich beide Hersteller bei ihren Oberklasse-Spiegelreflexkameras spendabel. Neben einem jeweils vorhandenen USB- und HDMI-Port lassen sich auch ein Mikrofon (3,5mm Klinke) und eine Fernbedienung anschließen. Die 70D bietet für Letztere einen eigenen Eingang, bei der D7200 wird dafür der Zubehörport verwendet. Über diesen kann unter anderem auch ein GPS-Empfänger angeschlossen werden. Dies ist bei der 70D über den Blitzschuh möglich. Nur die D7200 hat einen Kopfhörerausgang (3,5mm Klinke) zu bieten.

Die Schnittstellen der D7200:
Nikon D7200.

Die Schnittstellen der EOS 70D:
Canon EOS 70D.

Über die Blitzschuhe können beide Spiegelreflexmodelle Systemblitze ansteuern, ein Blitzgerät wurde allerdings auch integriert. Der Blitz der 70D bietet wie das Modell der D7200 eine Leitzahl von zwölf. Die kürzeste Belichtungszeit beim Blitzen ist jeweils eine 1/250 Sekunde.

Über WLAN verfügen beide Spiegelreflexkameras. Darüber ist die drahtlose Bildübertragung als auch die Fernsteuerung möglich. Während sich die Optionen bei der „Wireless Mobile Utility“-App von Nikon dabei aber in engen Grenzen halten, lassen sich bei der 70D sehr viele Parameter per „Camera Connect“-App verändern. Bei der D7200 ist neben WLAN zudem NFC vorhanden, was die Verbindungsaufnahme deutlich vereinfacht.

Unser Sieger bei der Erweiterbarkeit und den Schnittstellen: Die Nikon D7200.

Beide Kameramodelle bieten eine sehr gute Ausstattung und sind abgedichtet:
Links sehen Sie die Nikon D7200, rechts die Canon EOS 70D.

Unser Fazit:
Unser Vergleichstest der Nikon D7200 (Testbericht) und der Canon EOS 70D hat gezeigt, dass beide Kameramodelle eine gehobene Ausstattung besitzen und grundsätzlich recht ähnlich ausfallen. Insgesamt gesehen hat jedoch die D7200 die Nase vorne, denn in den meisten unserer Bewertungspunkte hat sie ein klein wenig mehr zu bieten. Ihre Aufnahmen zeigen bei Tag etwas mehr Details, bei Nacht ist das Bildrauschen im direkten Vergleich ein wenig schwächer. Das Kameragehäuse fällt durch den Einsatz von Magnesium zudem hochwertiger aus, abgedichtet sind allerdings beide Kameras.

Beim Objektivangebot ergibt sich durch die jeweils sehr großen Objektivportfolios von Canon und Nikon ein Gleichstand, bei der Bildkontrolle liegt dann die Canon EOS 70D (Testbericht) durch ihr dreh- und schwenkbares LCD vorne. Dagegen kann uns die D7200 mit ihrem AF, der unter anderem mehr Fokuspunkte bietet und auch bei F8 noch scharfstellen kann, mehr überzeugen.
Im Serienbildmodus hält die 70D in jedem Bildformat mehr Bilder pro Sekunde als die D7200 fest, die D7200 hat dafür einen größeren RAW-Pufferspeicher. Der Autofokus der EOS 70D arbeitet dagegen sowohl bei herunter- als auch heraufgeklapptem Spiegel schneller.

Bei der Größe und dem Gewicht gibt es kaum Unterschiede:
Links sehen Sie die Nikon D7200, rechts die Canon EOS 70D.

Die Belichtung ist bei beiden Spiegelreflexmodellen bis zu 1 /8.000 Sekunde möglich, Belichtungsoptionen haben beide Kameras sehr viele zu bieten. Bei den Funktionen und Features stechen die Intervallaufnahme und der zweite Speicherkartenslot der D7200 heraus.

Vorteile sehen wir bei der Videoaufnahme für die D7200 durch ihre etwas bessere Bildqualität und die optionale Möglichkeit der 60p-Aufnahme im Cropmodus. Für die 70D sprechen der schnellere Autofokus und die Möglichkeit der Änderung der Blende im Videomodus. Bei den Schnittstellen liegt die D7200 durch ihren Kopfhörerausgang vorne.

Unser Testsieger:

Preislich ist der Unterschied aktuell noch recht groß, da die D7200 allerdings erst vor Kurzem vorgestellt wurde und die EOS 70D bereits seit Längerem auf dem Markt erhältlich ist, dürfte die Differenz bald kleiner ausfallen.

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

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