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Nikon D810 und Sony Alpha 7R im Vergleichstest (Teil 2)

Teil 2 von 3 des Vergleichs der Megapixelboliden mit 36 Megapixel auflösenden Kleinbildsensoren

Im ersten Teil unseres Vergleichstests zwischen der Nikon D810 und der Sony Alpha 7R haben wir uns unter anderem das Kameragehäuse und die Features der Kameras näher angeschaut. In diesem Teil nehmen wir die Geschwindigkeit, den Autofokus und die Bildqualität unter die Lupe.

Geschwindigkeit:
Hochauflösende Sensoren sorgen bei der Serienbildaufnahme für einen entscheidenden Nachteil. Durch die vielen Pixel, die unter anderem vom Bildprozessor verarbeitet werden müssen, sind schnelle Bildserien kaum möglich. Zudem werden große kamerainterne Pufferspeicher benötigt, um längere Bildserien zu ermöglichen. Bei der Nikon D810 wirkt sich die hohe Auflösung vor allem auf die Serienbildrate aus, mit fünf Bildern pro Sekunde speichert sie deutlich weniger Bilder pro Sekunde als beispielsweise das nur 16 Megapixel auflösende Flaggschiff Nikon D4s (Testbericht) mit zwölf Bildern pro Sekunde. Die Sony Alpha 7R kommt nur auf vier Bilder pro Sekunde, selbst günstige Einsteigerkameras sind somit teilweise schneller als Sonys Flaggschiff. Mit vier Bildern pro Sekunde kann man natürlich auch Leben, damit hat man es aber beispielsweise bei Sportaufnahmen deutlich schwerer, ein Motiv optimal einzufangen. Die fünf Bilder pro Sekunde der D810 machen dies schon etwas einfacher, wirklich schnell ist die DSLR aber auch nicht. Mit dem Cropmodus und dem zusätzlichen Batteriegriff lässt sich die Kamera immerhin auf sieben Bilder pro Sekunde beschleunigen. Auf die Länge der Bildserie hat die hohe Auflösung bei der D810 dagegen keinen größeren Einfluss. Mit 100 JPEG oder 25 RAW-Bildern in Serie ist man sehr gut aufgestellt. Die Sony Alpha 7R schneidet hier deutlich schneller ab: 16 JPEG und 15 RAW-Bilder in Serie sind nicht optimal für längere Bildserien. Hier kommt aber natürlich auch die Ausrichtung der Kamera zum Tragen, Sony hat die Alpha 7R sicherlich nicht für Sportfotografen entwickelt.

Beim Fokussieren messen wir mit 0,25 Sekunden (Nikon D810) bzw. 0,28 Sekunden (Sony Alpha 7R) quasi keinen Unterschied, die Auslöseverzögerung ist mit 0,14 Sekunden (Alpha 7R) zu 0,03 Sekunden (D810) bei der Sony aber deutlich länger. Bei weniger Licht lässt sich ebenso ein Unterschied feststellen. Hier stellt die Alpha 7R deutlich behäbiger scharf. Zugunsten der Alpha 7R geht dafür das Duell beim Fokussieren per Liveview, also der Ansicht auf dem Display aus. Da die D810 hier nur per Kontrast-AF scharfstellen kann, schneidet sie mit 0,98 Sekunden gegenüber den 0,28 Sekunden der Alpha 7R spürbar langsamer ab. Punkte holt die D810 dafür wieder bei der Einschaltzeit und der Zeit zur ersten Bildaufnahme nach dem Einschalten. Mit 1,05 und 0,22 Sekunden schlägt sie die Alpha 7R mit 1,92 und 2,27 Sekunden mehr als deutlich.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Nikon D810.

Autofokus:
Die Fokussierung erfolgt bei der Nikon D810 im herkömmlichen Betrieb, also bei der Fotografie über den optischen Sucher, per Phasendetektion. Dafür besitzt die DSLR ein Autofokusmodul mit 51 Fokusmessfeldern, 15 von diesen sind Kreuzsensoren. Der AF arbeitet bis zur einer Offenblende von F8 und erlaubt diverse Konfigurationsmöglichkeiten. Unter anderem ist die Messfeldgruppensteuerung der Nikon D4s mit an Bord. Um es kurz zu machen: Der Phasen-AF der D810 bewegt sich auf absolutem Profiniveau. Im Liveviewbetrieb und im Videomodus kann nur mit der Kontrastmessung scharfgestellt werden. Bei der Sony Alpha 7R lässt sich generell nur mit der Kontrastmessung fokussieren, die Kamera arbeitet hiermit aber auch deutlich schneller. Sie besitzt 25 Messfelder. Neben allen lässt sich dabei auch nur eines nutzen und beispielsweise frei im Bildzentrum verschieben. Die D810 fokussiert bewegte Motive deutlich besser, auch bei weniger Licht liegt sie vorne.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Nikon D810.

Bildkontrolle:
Da die Nikon D810 eine Spiegelreflexkamera und die Sony Alpha 7R eine spiegellose Systemkamera ist, gibt es natürlich Unterschiede bei der Bildkontrolle. Die D810 besitzt einen optischen Sucher, die Alpha 7R einen elektronischen OLED-Sucher. Letzterer zeigt prinzipiell das gleiche Bild wie das 3,0 Zoll große Display auf der Rückseite der Alpha 7R an. Er fällt sehr groß aus und gibt dank 2,36 Millionen Subpixel auch feine Details wieder. Durch die hohe Bildwiederholrate werden auch Bewegungen flüssig wiedergegeben. Da man im Sucher auch das Menü anzeigen oder Videos ansehen kann, ist man sehr gut aufgestellt.

Der optische Pentaprismasucher der D810 liefert den natürlicheren Bildeindruck, aber erlaubt bei Weitem nicht so viele Einblendungen. Natürlich lässt sich auch das Menü im Sucher nicht anzeigen. Aber auch er fällt sehr groß aus, das Sucherbild (100 Prozent Bildfeldabdeckung, 0,7-fache Vergrößerung) ist zur Bildkontrolle sehr gut geeignet. Welcher Suchertyp bevorzugt wird, ist eine sehr subjektive Entscheidung. Beide Sucher schneiden – jeweils für ihre Technologien gesehen – sehr gut ab.

Die Rückseite der Nikon D810:

Die Rückseite der Sony Alpha 7R:

Als Display kommt bei der Alpha 7R ein 3,0 Zoll großes LCD mit 921.600 Subpixel zum Einsatz. Dieses lässt sich um 45 Grad nach unten und 90 Grad nach oben klappen, was für einen guten Komfort sorgt. Die Einblickwinkel sind groß, die Detailwiedergabe ist durch die hohe Auflösung sehr gut. Fest verbaut ist das LCD der D810. Es stellt 1,23 Millionen Subpixel dar und besitzt einen zusätzlichen weißen Bildpunkt für eine höhere Helligkeit. Dies fällt im direkten Vergleich der beiden LCDs auf, sehr groß ist der Unterschied aber nicht. Große Blickwinkel und die hohe Auflösung sorgen für einen sehr guten Eindruck. Drehen oder klappen lässt sich das LCD aber nicht. Beide Hersteller verzichten auf ein Touchscreen.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Sony Alpha 7R durch ihr klappbares Display.

Bildqualität:

Ein wichtiger Punkt in diesem Vergleich ist natürlich die Bildqualität. Sowohl die Nikon D810 als auch die Sony Alpha 7R besitzen einen 35,9 x 24,0mm großen CMOS-Sensor mit 36,2 Megapixel Auflösung. Auf dem Bildsensor in Kleinbildgröße liegen 7.360 x 4.912 Pixel, auf einen Tiefpassfilter verzichten beide Hersteller. Dadurch werden auch feine Details zum Sensor „durchgelassen“. Als Sensorempfindlichkeiten bietet die Nikon D810 ISO 64 bis ISO 12.800 an, mit den Low und High-Erweiterungen sind zudem ISO 32 bis ISO 51.200 möglich. Die Sony Alpha 7R erlaubt ISO-Werte von ISO 50 bis ISO 25.600. Nur wenn die Multiframe-Rauschreduzierung genutzt wird, die mehrere Bilder aufnimmt und zwecks eines geringeren Bildrauschens zusammenrechnet, lassen sich zudem ISO 51.200 einstellen.

Die Bildqualität bei Tag und ISO 64 (Nikon D810) bzw. ISO 100 (Sony Alpha 7R):

Aber nun zur Bildqualität selbst: Durch die sehr hohe Auflösung von rund 36 Megapixel können beide Kameras auch feinste Details problemlos abbilden. Daran reichen andere Spiegelreflexmodelle oder Systemkameras bei Weitem nicht heran. Selbst in der 100-Prozent-Ansicht ist die Bildqualität sehr gut, was Ausschnittsvergrößerungen problemlos ermöglicht. 

Erfreulicherweise ist auch das Bildrauschen in nahezu allen Situationen fein und kaum sichtbar. Erst ab ISO 1.600 fällt es bei optimaler Beleuchtung erstmals auf, selbst ISO 3.200 lassen sich aber noch problemlos nutzen. Beide Kameras liegen beim Rauschen gleich auf, bei höheren Empfindlichkeit liegt die D810 einen Tick vorne. Bei weniger Licht ist die Detailwiedergabe bis mindestens ISO 1.600 sehr gut, aber selbst ISO 6.400 lassen sich mit kleinen Abstrichen noch verwenden.

Unsere Wertung bei der Bildqualität: Unentschieden.

In dritten Teil unseres Vergleichstest zwischen der Nikon D810 und Sony Alpha 7R stehen die Videofunktionen und die Erweiterbarkeit auf dem Prüfstand. Zudem ziehen wir ein Fazit.

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