Sony Alpha 7R und Sigma dp2 Quattro im Vergleichstest (Teil 2)

Teil 2 von 2 auf der Suche nach der Digitalkamera mit der besten Detailwiedergabe

Im ersten Teil unseres Vergleichs der Sony Alpha 7R und der Sigma dp2 Quattro haben wir vor allem die Bildqualität verglichen. In diesem zweiten Teil stehen unter anderem das Objektiv, die Geschwindigkeit und die Bildkontrolle auf dem Prüfstand.

Das Objektiv bzw. die Objektivauswahl:

Die nicht wechselbare Festbrennweite der Sigma dp2 Quattro:

Das Objektiv der Sigma dp2 Quattro ist auf jeden Fall ein Highlight der Kamera. Ja, es ist „nur“ eine Festbrennweite und diese lässt sich auch nicht wechseln. Dafür erfüllt die Optik mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 45mm (30mm „real“) die höchsten Ansprüche. Die Lichtstärke ist mit F2,8 relativ hoch, die Abbildungsleistung ohne Frage hervorragend. Selbst bei Offenblende zeigen sich keine Schwächen, die ein minimales Ausmaß übersteigen. Die Schärfe lässt selbst in den Bildecken kaum nach, die Verzeichnung ist nur minimal. Eine Randabschattung ist zwar sichtbar, kann aber einfach korrigiert werden. Dem hochauflösenden Sensor ein sehr gutes Objektiv zur Seite zu stellen, ist von Sigma auf jeden Fall eine sehr gute Idee gewesen. Mit einem Zoomobjektiv könnte man das Auflösungspotenzial des Sensors zumindest an den Rändern kaum ausschöpfen.

Dies sieht man bei der Sony Alpha 7R. Die beiden für das FE-Bajonett angebotenen Zoom-Objektive zeigen bei Offenblende doch einen sichtbaren Randabfall, abblenden ist hier empfohlen. Erst mit dem Zeiss Sonnar T* FE 55mm F1,8 ZA kann der Sensor auch bei größeren Blendenöffnungen sein volles Potenzial auch in den Bildecken ausspielen. Dass sich bei der Alpha 7R das Objektiv wechseln lässt, ist aber natürlich ein großer Vorteil für die spiegellose Systemkamera. Wer mit dem Foveon-X3-Sensoren Bilder mit anderen Brennweiten aufnehmen möchte, muss eine weitere Kamera erwerben. Mit den kleinbildäquivalenten Brennweiten von 28mm (dp1 Quattro) und 75mm (dp3 Quattro) lassen sich aber viele Situationen abdecken. Allein vom Preis unterscheiden sich drei dp Quattro-Modelle nicht von einer Sony Alpha7R mit 24-70mm-Objektiv oder der erwähnten 55mm-F1,8 Festbrennweite.

Unser Sieger bei dem Objektiv, bzw. der Objektivauswahl: Die Sony Alpha 7R.

Die Sony Alpha 7R und die Sigma dp2 Quattro in der Draufsicht:

Geschwindigkeit:
Bei der Serienaufnahme liegen beide Kameramodelle in etwa gleich auf. Die Sony Alpha 7R hält vier Bilder pro Sekunde fest, die Sigma dp2 Quattro genau 3,7. Dies ist im Vergleich zu anderen Kameras natürlich nur mäßig, allerdings stellt die hohe Auflösung der Sensoren auch hohe Ansprüche an die Bildverarbeitung. Rund vier Bilder pro Sekunde sind daher doch ganz akzeptabel. Bei der Länge der Bildserie kann sich die Alpha 7R allerdings deutlich von der dp2 Quattro absetzen, zwischen 14 und 16 Bilder sind abhängig vom Bildformat möglich. Die dp2 Quattro schafft mit sieben Bildern pro Sekunde maximal die Hälfte. Ist der kamerainterne Pufferspeicher gefüllt, brechen beide Kameramodelle deutlich ein. Die Alpha 7R ist mit 0,8 bis 1,1 Bildern pro Sekunde aber wieder deutlich schneller als die Sigma dp2 Quattro. Nur 0,3 Bilder pro Sekunde sind mit ihr möglich. Zudem dauert die Bildverarbeitung bei der dp2 Quattro deutlich länger als bei der Alpha 7R. Erst wenn der Pufferspeicher komplett geleert wurde, was bei vielen Aufnahmen sehr lange dauert, lassen sich die Aufnahmen betrachten.

Nicht ganz so deutlich geht das Duell bei der Zeit zur Bildaufnahme aus. Vom Drücken des Auslösers bis zum aufgenommenen Bild vergehen bei der Alpha 7R genau 0,42 Sekunden (Auslöseverzögerung + Fokussierungszeit), bei der dp2 Quattro sind es 0,53 Sekunden. Bei der Aufnahme und dem Scharfstellen muss man sich also etwas gedulden, wirklich flott sind beide Digitalkameras nicht. Sonys Megapixel-Flaggschiff liegt letztendlich aber doch noch etwas vorne.

Beim Einschalten ist der Vorsprung dann eindeutig, mit 1,92 Sekunden kann sich die Sony Alpha 7R deutlich von der Sigma dp2 Quattro absetzen. Ebenfalls deutlich schneller lässt sich mit der Alpha das erste Bild nachdem Einschalten aufnehmen. 2,27 Sekunden vergehen bei dieser, 4,05 Sekunden bei der Sigma dp2 Quattro.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Sony Alpha 7R.

Bildkontrolle:

Die Displays unserer Vergleichskandidaten:

Beide Displays sind jeweils 3,0 Zoll groß und lösen knappe 920.000 Subpixel auf. Dies garantiert eine scharfe Ansicht. Nicht ganz so gut gefällt uns allerdings das Livebild der Sigma dp2 Quattro. Dieses wirkt nicht so hochauflösend, zudem sind Moireartefakte bei einigen Motiven deutlich sichtbar. Die Darstellung der Alpha 7R ist wesentlich feiner. Bei den Blickwinkeln überzeugen beide LCDs dagegen wieder mit großen Einblickwinkeln. Das Display der Alpha 7R kann man allerdings um fast 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten schwenken, womit man deutlich flexibler arbeiten kann.

Als zweite Optionen zur Kontrolle der Aufnahmen stellt die Alpha 7R einen elektronischen OLED-Sucher mit 2,36 Millionen Subpixel bereit. Dessen Bild ist groß und sehr fein aufgelöst. Er liefert ohne Frage ein sehr gutes Sucherbild mit vielen Einblendungsoptionen.

Bei der Sigma dp2 Quattro lässt sich nur ein optischer Sucher aufstecken. Dieser bietet natürlich wesentlich weniger Komfort als der Sucher der Sony Alpha 7R, zudem muss er extra erworben werden. Effektiv kann er mit dem Sucher der Alpha 7R daher kaum mithalten. Wer ein natürliches Sucherbild ohne „Schnickschnack“ wünscht, wird mit diesem Sucher aber auch zufrieden sein.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Sony Alpha 7R.

Zu den Beispielaufnahmen der Sony Alpha 7R gelangen Sie mit einem Klick auf das folgende Bild:

Funktionen und Features, Video und Erweiterbarkeit:
In diesem Vergleichspunkt liegt die Sigma dp2 Quattro etwas zurück. So bietet sie bei der Programmauswahl die PSAM-Modi und drei Custom-Programme. Motivautomatiken gibt es nicht, Bildeffekte ebenso. Der Bildstil lässt sich allerdings in Schwarzweiß und in ein paar andere Farbvariationen ändern. Grundsätzlich lassen sich zudem alle wirklich wichtigen Parameter, wie die Belichtungsmessmethode oder das Fokusfeld (Größe und Lage) beeinflussen. Ebenso sind eine Wasserwaage und auch die Möglichkeit der Belichtungsreihenaufnahme vorhanden. Dem „ernsthaften“ Fotografen fehlt es somit an nichts.

Etwas anders sieht dies bei der Sony Alpha 7R aus. Es gibt diverse Fotoautomatiken, viele Bildeffekte und natürlich auch alle sonst wichtigen Optionen – die PSAM-Modi und zwei Custom-Programme inklusive. Zudem wird natürlich auch die Videoaufnahme ermöglicht. Hier sind 1.920 x 1.080 Pixel mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde möglich. Als Schnittstellen werden USB, HDMI, ein Mikrofoneingang und ein Kopfhörerausgang sowie WLAN angeboten. Ebenso ist ein Blitzschuh vorhanden.

Das Fach für die Speicherkarte und die USB-Schnittstelle bei der Sigma dp2 Quattro:

Videos bietet die Sigma dp2 Quattro erst gar nicht an, auch bei den Schnittstellen ist die Auswahl mit nur einem USB-Port dürftig. Zudem kann ein Blitz über den Blitzschuh mit der Kamera verbunden werden.

Das Speicherkartenfach der Sony Alpha 7R:

Die vier Kabel-Schnittstellen der Sony Alpha 7R:

Fokussiert wird von beiden Modellen am Tage treffsicher, bei weniger Licht kommt es jedoch des Öfteren vor, dass die Kameras hin- und herpumpen, bevor scharfgestellt wird. Bei der kürzesten Belichtungszeit liegt die Alpha 7R mit 1/8.000 Sekunde deutlich vorne, die Sigma dp2 Quattro erreicht maximal 1/2.000 Sekunde. Das allerdings auch nur wenn abgeblendet wurde. Bei F2,8 ist nur 1/1.250 Sekunde. Dies ist deutlich zu lange.

Unser Sieger bei den Funktionen und Features, der Videoaufnahme und der Erweiterbarkeit: Natürlich die Sony Alpha 7R.

Die Frontansicht unserer Vergleichskandidaten:

Unser Fazit:

Wer eine möglichst preiswerte Digitalkamera mit einem hervorragenden Auflösungsvermögen sucht und mit einer Festbrennweite leben kann, bekommt bei der Sigma dp2 Quattro genau das, was er sucht, sofern Low-Light-Aufnahmen nicht benötigt werden. Die Bildqualität ist bei niedrigen Sensorempfindlichkeit exzellent, über ISO 400 fällt die Bildqualität aber leider schnell ab. Dies ist bei der Alpha 7R anders. Diese zeigt sich bis ISO 1.600 nahezu rauschfrei, auch höhere ISO-Stufen machen ihr nichts aus. Die dp2 Quattro schlägt sie zudem in nahezu allen wichtigen Punkten, sei es jetzt bei den Tasten und Wählrädern, der Geschwindigkeit oder den Funktionen und Features.

Unser Testsieger:

Die dp2 Quattro von Sigma ist auf das Nötigste reduziert, mit ihr fotografieren macht aber trotzdem - oder gerade deswegen - viel Spaß. Nur eilig sollte man es auf keinen Fall haben, denn schnell ist diese Digitalkamera mit ihrer Festbrennweite in jeder Hinsicht nicht. Dies entschädigt sie mit einer - wie erwähnt - tollen Bildqualität bei Low-ISO und einem sehr guten Objektiv. Die Sony Alpha 7R ist ein solider "Performer", der bei der Bildqualität ohne Frage sensationelles abliefert.

Bei jeder Sensorempfindlichkeit ist das Bildrauschen trotz der hohen Auflösung vergleichsweise niedrig. Dass die Geschwindigkeit durch die großen Bilddateien etwas ausgebremst wird, kann man angesichts des Detailreichtums der Aufnahmen akzeptieren. Nur der Autofokus würde bei wenig Licht noch etwas mehr Speed vertragen können. Ansonsten glänzt die Sony Alpha 7R mit einer Top-Ausstattung und einem sehr guten Handling.

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