Die fünf wichtigsten Unterschiede der beiden Vollformat-DSLMs von Sony
Sony hat mit der Alpha 7R IV seine neueste Kamera der 7R-Serie angekündigt. Diese stellt wie bereits einige Modelle zuvor den Beginn einer neuen Kamerageneration dar und bringt zahlreiche Neuerungen mit. Wir schauen uns die Sony Alpha 7R VI in diesem Artikel im Detail an und gehen auf die Verbesserungen im Vergleich zum Vorgängermodell Sony Alpha 7R V ein.
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Ankündigung der Sony Alpha 7R VI
Datenblatt der Sony Alpha 7R VI![]()
Testbericht der Sony Alpha 7R V![]()
Datenblatt der Sony Alpha 7R V![]()
Unterschied 1: Bildwandler und Bildprozessor
Die Kameras der Sony Alpha-7R-Reihe stellen im DSLM-Portfolio des japanischen Unternehmens seit Langem die Modelle mit der höchsten Megapixelzahl dar. Bei der Alpha 7R VI ändert sich das nicht, mit knapp 67 Megapixel wurde die Auflösung im Vergleich zur Alpha 7R V um etwa zehn Prozent gesteigert. Bei dieser Information handelt es sich angesichts der weiteren Neuerungen allerdings nur um eine Randnotiz. Zweifellos bedeutender ist, dass Sony einen neu entwickelten Stacked-BSI-CMOS-Sensor verbaut. Einen zusätzlichen DRAM-Speicher, wie er beispielsweise bei den Sensoren der Alpha 9 oder Alpha 1 vorhanden ist, gibt es jedoch nicht. Der gestapelte Aufbau sorgt bei der Alpha 7R VI trotzdem für Vorteile: Dazu gehört die wesentlich höhere Auslesegeschwindigkeit. Konkrete Daten möchte Sony zwar nicht nennen, die Vorteile dürften angesichts des langsamen Sensors der Alpha 7R V aber beträchtlich sein.
Besser schneidet der neue Sensor laut Sony zudem beim Dynamikumfang ab. Dieser liegt bei 16 statt 15 Blendenstufen. Weitere Qualitätsverbesserungen lassen sich mit dem Pixel Shift Multi Shooting, dem NR Multi Shooting und dem Extended RAW Processing erzielen. Hierfür wird allerdings Sonys Imaging Edge Desktop-Software benötigt.
Als Bildprozessor kommt bei der Alpha 7R VI der Bionz XR2 zum Einsatz. Dieser ist nicht nur für alle klassischen Berechnungen zuständig, sondern übernimmt auch noch alle KI-Aufgaben. Unter anderem unterstützt er die Berechnung des automatischen Weißabgleichs mittels KI. Bei der Alpha 7R V sind dafür zwei einzelne Prozessoren notwendig, die deutlich mehr Strom verbrauchen.
Unterschied 2: Die Serienbildfunktion
Dass der Sensor der Sony Alpha 7R VI wesentlich schneller als beim Vorgängermodell ausgelesen werden kann, lässt sich unter anderem an den unterschiedlichen Bildraten der Kameras erkennen. Während die Sony Alpha 7R V maximal zehn Bilder pro Sekunde erreicht, sind mit der Alpha 7R VI bis zu 30 Bilder pro Sekunde möglich. Bei voller Auflösung und mit 14-Bit. Das Bild kann dabei Blackout-frei betrachtet werden. Mit mechanischem Verschluss sind jeweils bis zu zehn Bilder pro Sekunde möglich. Bei der Alpha 7R VI im Gegensatz zur Alpha 7R V jedoch mit 14-Bit statt 12-Bit.
Erstmals ist bei einer Kamera der Alpha-7R-Serie zudem die Pre-Capture-Funktion mit an Bord. Damit lassen sich bis zu 30 Bilder vor dem Durchdrücken des Auslösers im Zwischenspeicher der Kamera ablegen. Das vollständige Drücken des Auslösers speichert die Aufnahmen dann auf der Speicherkarte ab. Verwenden kann man bei der Alpha 7R VI zudem die „Continuous Shooting Boost“-Funktion. Damit lässt sich die Bildrate kurzfristig per Tastendruck erhöhen.
Unterschied 3: Der Autofokus
Ein Update hat die Sony Alpha 7R VI auch beim Autofokus erhalten. Die 759 Phasen-AF-Felder der Kamera decken 94 Prozent des Sensorbereichs ab und funktionieren ab -6 EV. Das AF-System der Alpha 7R V wird nur mit 693 Messfeldern und einer AF-Abdeckung von 79 Prozent angegeben. An den Rändern ist die Alpha 7R VI also deutlich besser ausgestattet. Mit den bereits erwähnten -6 EV werden die -4 EV der Alpha 7R V zudem deutlich unterschritten. Die neue DSLM verfügt bei wenig Licht daher über einen deutlich besseren Fokus als das Vorgängermodell. Von der Alpha 1 II wurden zudem die wählbare AF-Tracking-Geschwindigkeit (Stable, Standard oder Responsive), die zusätzlichen Messfeldgrößen „XL“ sowie „XS“ und die konfigurierbaren Messfeldgrößen (C1 bis C3) übernommen.
Dank des Bionz-XR2-Prozessors soll die Sony Alpha 7R VI des Weiteren einen besseren Realtime-Recognition-AF besitzen. Dieser sorgt unter anderem für eine bessere Motivverfolgung von verdeckten Personen und für eine bessere Erkennung bei kleinen Motiven. Neben Menschen erkennt die Kamera wie alle neueren Sony-Modelle Tiere (Hunde, Katzen, Vögel, Insekten), Züge, Fahrzeuge und Flugzeuge.
Unterschied 4: Die Videofunktion
Die Sony Alpha 7R V konnte bei Videos zwar mit sehr hohen Auflösungen punkten, optimal war sie dafür wegen ihres hochauflösenden Sensors jedoch nie geeignet. Bei der Alpha 7R VI ist das anders. Einen Full-Sensor-Readout mit Oversampling erhält man zwar auch hier nicht, die Videospezifikationen fallen aber trotzdem deutlich besser aus. In 8K filmt die DSLM mit 1,2-fachem Crop und bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde. In 4K-Auflösung sind mit minimalem Crop (1,1-fach) bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde möglich, wobei das Material per 5K-Oversampling erzeugt wird. Die beste Bildqualität sollte bei dieser Auflösung allerdings beim Einsatz des Super-35mm-Modus erzielt werden. Hier nutzt die Kamera ein 6,3K-Oversampling. Für einen möglichst großen Bildwinkel ist bei der Alpha 7R VI – wie schon bei der Alpha 7V – die Bildwinkelprioritäts-Option vorhanden und durch die Dual-Gain-Funktion soll der Dynamikumfang bei Videos größer ausfallen. Daneben unterstützt die DSLM die „Dynamic Active“-Stabilisierung, erlaubt den Import von LUTs und das automatische Verändern des Bildausschnittes (Auto Framing). Eine Tally-Lamp zur Anzeige laufender Aufnahmen ist ebenso neu mit an Bord und das neue Mikrofon soll mit einer besseren Tonqualität überzeugen können.
Unterschied 5: Gehäuse und Stromversorgung
Sonys neue Alpha-7R-Kameras waren meistens die Modelle, bei denen neue Gehäuse-Features zuerst eingeführt wurden. Bei der Alpha 7R VI ist das nicht anders. Zu den „kleinen“ Veränderungen gehören Optimierungen beim Griff und die bereits angesprochene Tally-Lamp auf der Vorderseite. Deutlich relevanter dürfte für die meisten Nutzer jedoch die hinzugekommene Beleuchtung der Tasten auf der Rückseite sein. Diese erleichtert das Bedienen bei völliger Dunkelheit. Neu ist zudem die *-Programmfunktion. Diese erlaubt die Wahl der Aufnahmeeinstellung via Menü. Da bis zu 10 Speicherplätze pro Aufnahmemodus (Foto, Video und S&Q) zur Verfügung stehen, lässt sich aus bis zu 30 abgespeicherten Voreinstellungen wählen.
Ein bedeutendes Update gibt es zudem bei der Stromversorgung. Bei der Alpha 7R VI wird nicht mehr der NP-FZ100-Akku, sondern ein neues Modell (NP-SA100) mit 17 Prozent höherer Kapazität (2.670mAh) und längeren Einsatzzeiten (710 Fotos nach CIPA-Messung) genutzt. Folglich bietet Sony auch ein neues Ladegerät und einen neuen Batteriegriff an. Im Menü der Kamera gibt es zudem eine „Battery Health Check“-Seite. Das Aufladen des Akkus erfolgt standardmäßig in der Kamera via USB-C, ein zweiter Slot hat den Micro-USB-Port der Alpha 7R V abgelöst.
Weitere Unterschiede:
Ein Update hat bei der Sony Alpha 7R VI darüber hinaus der Sucher erhalten. Hier kommt nun ein dreimal helleres OLED-Panel zum Einsatz. Dieses erlaubt des Weiteren die Wiedergabe von HDR-Inhalten und unterstützt den DCI-P3-Farbraum. Neu sind bei der Alpha 7R VI zudem die Film Looks FL2 und FL3 und die Sensorstabilisierung arbeitet mit bis zu 8,5 Blendenstufen (am Rand maximal 7 Blendenstufen) noch effektiver.
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