Sony Xperia 5 III Smartphone- und Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Sony Xperia 5 III auf die technischen Daten, das Handling sowie die Verarbeitung eingegangen sind, schauen wir uns im zweiten Teil nun die Kameras des Smartphones an. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:
Die technischen Daten des Sony Xperia 5 III sind wie bereits erwähnt vom Xperia 1 III bekannt. Das gilt auch für die verbauten Kamera und die Objektive von Zeiss – mit einer Ausnahme. Während das Flaggschiff über vier rückseitige Kameras verfügt, sind es beim Xperia 5 III „nur“ drei. Besitzer des kompakteren Xperia-Gerätes müssen auf eine ToF-Kmera verzichten, diese speichert beim Xperia 1 III zusätzliche Tiefeninformationen. Die Daten der ToF-Kamera sollten unter anderem beim künstlichen Bokeh und dem Autofokus Verwendung finden, klassische Bilddaten liefert der Sensor jedoch nicht. Bei den meisten Aufnahmen sind unserer Erfahrung nach daher keine Unterschiede zu erwarten.

Dank einer besonderen Telekonstruktion lassen sich mit den drei rückseitigen Kameras des Sony Xperia 5 III vier Brennweiten abdecken. Um Zoomobjektive handelt es sich wie üblich bei Smartphones allerdings nicht, effektiv betrachtet sind es vier Festrennweiten. Mittels digitalem Zoom kann man die Brennweitenlücken aber natürlich überbrücken.

Aufnahmen mit der kürzesten Brennweite liefert die Ultraweitwinkelkamera. Hier setzt Sony auf einen zwölf Megapixel auflösenden Chip der 1/2,55-Zoll-Klasse. Das Objektiv wird mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 16mm und einer Lichtstärke von F2,2 angegeben. Bei der Hauptkamera greift Sony auf ein Objektiv mit 24mm KB-Brennweite und einer Lichtstärke von F1,7 zurück. Im Gegensatz zum Ultraweitwinkelobjektiv steht ein optischer Bildstabilisator zur Verfügung. Beim Sensor handelt es sich um ein Modell mit zwölf Megapixel und einer Größe von 1/1,7 Zoll.

Das Sony Xperia 5 III besitzt drei Kameras mit vier Brennweiten:

Das interessanteste der Objektive ist das Telemodell. Statt auf mehrere einzelne Teleobjektive zu setzen, hat Sony bei der Telekamera des Xperia 5 III (wie beim Xperia 1 III) zwei Brennweiten realisiert. Einmal entspricht der Bildwinkel einem Objektiv mit 70mm Brennweite, einmal einem Objektiv mit 105mm (jeweils auf Kleinbild bezogen). Die Lichtstärke verringert sich beim Brennweitenwechsel von F2,3 auf F2,8, hier verhält sich die Optik wie viele klassische Zoomobjektive. Zur Ausstattung des Teleobjektivs gehört ein optischer Bildstabilisator, beim Sensor handelt es sich um ein 1/2,9-Zoll-Modell mit zwölf Megapixel.

Die Sensoren im Größenvergleich:

Für die Fokussierung ist bei allen drei Sensoren bzw. Kameras ein Dual Pixel Phasen-AF zuständig. Neben der Gesichtserkennung unterstützt das Xperia 5 III auch den Augen-AF. Fokus- und Belichtungsberechnungen werden bis zu 60 Mal pro Sekunde vorgenommen.

In der Praxis schneidet das Sony Xperia 5 III aus unserer Sicht genauso wie das größere Flaggschiff ab. Das sollte natürlich niemanden verwundern, schließlich kommt bis auf wenige Ausnahmen die identische Hardware zum Einsatz. Bei der Hauptkamera setzt Sony auf den größten Sensor, die Auflösung aller drei Kameras unterscheidet sich mit zwölf Megapixel dagegen nicht. Zwölf Megapixel sind für die meisten Aufgaben ausreichend, erscheinen im Vergleich zur Konkurrenz aber als doch etwas wenig. Huawei bietet beispielsweise Smartphones mit 50 Megapixel an, bei Samsung sind es bis zu 108 Megapixel. In Zukunft dürften die Auflösungen sogar noch weiter steigen. Viele Pixel bedeuten jedoch keinesfalls, dass die Bilder besonders gut ausfallen. Dank großer Sensoren und stetig verbesserter Technologien haben es die Hersteller allerdings geschafft, die immer höheren Pixelzahlen in eine bessere Detailwiedergabe umzumünzen.

Die Kameras des Smartphones im Zoomvergleich (16mm, 24mm, 70mm und 105mm):

Zunächst prüfen wir die Bildqualität der Hauptkamera, diese stellt mit seiner Brennweite von 24mm im Alltag die wichtigste Kamera dar. Die Hauptkamera des Sony Xperia 5 III liefert dank großem Sensor – sofern keine Vergrößerungen vorgenommen werden – detailreiche und rauscharme Ergebnisse. Sie eignen sich sehr gut für alle Einsätze in der mobilen Welt, für die Wiedergabe auf Fernsehern oder am Computer. Das Ausdrucken stellt bis etwa DIN A4 ebenso kein Problem dar. Nicht empfehlen würden wir allerdings stärkere Ausschnittsvergrößerungen, die Auflösung geht dabei zu schnell „in den Keller“. Will man mit der Hauptkamera beispielsweise den Bildwinkel einer 50mm-Optik simulieren, sinkt die Auflösung auf nur noch drei Megapixel ab. Auflösungsreserven wie andere Smartphones bietet das Sony Xperia 5 III zweifellos nicht.

Bei der Ultraweitwinkel- und der Telekamera ist der Auflösungsabstand zur Konkurrenz wesentlich geringer oder sogar gleich null. Die Ultraweitwinkel des Sony Xperia 5 III konnte uns im Test mit einer hohen Bildschärfe im gesamten Bildbereich überzeugen. Ob die Verzeichnungskorrektur verwendet wird, lässt Sony den Benutzer entscheiden. Wir würden sie aktivieren, ansonsten werden eigentlich gerade Linien am Rand deutlich gebogen wiedergegeben. Eine Schwäche der Ultraweitwinkelkamera sind chromatische Aberrationen, diese lassen sich bei der vergrößerten Ansicht teilweise recht deutlich erkennen. Deren Korrektur ist Sony eindeutig nicht optimal gelungen.

Kommen wir nun zur technischen Besonderheit des Sony Xperia 5 III: der Telekamera. Es handelt sich wie bereits erwähnt um kein Zoomobjektiv, sondern um ein Objektiv mit zwei unterschiedlichen Brennweitenstellungen. Diese erlauben es, zwei Brennweiten mit nur einer Kamera bzw. einem Objektiv abzudecken. Das spart unter anderem Platz. Die erste Brennweitenstufe von 70mm erreicht ein sehr gutes Schärfeniveau bei gleichzeitig geringem Bildrauschen, die Bilder wissen sehr zu gefallen. Die zweite Zoomstufe hält diesbezüglich nicht ganz mit, die Aufnahmen zeigen trotz nominal gleicher Auflösung etwas weniger Details. Da Telekameras grundsätzlich weniger Details als Hauptkameras wiedergeben, stufen wir die Qualität jedoch noch immer als gut bis befriedigend ein. Zumindest auf stärkere Vergrößerungen sollten Fotografen aber besser verzichten. Die Konstruktion ermöglicht jedenfalls, dass das Xperia 5 III mit zwei Brennweiten bei Teleaufnahmen gut aufgestellt ist. Als nicht optimal stufen wir dagegen die große Brennweitenlücke zwischen der Hauptkamera (24mm KB) und der Telekamera (70mm) ein. Wegen der vergleichsweise geringen Auflösung der Hauptkamera lässt sich die Triple-Kamera nicht wirklich als durchgehendes „Zoomobjektiv“ einsetzen.

Alle unsere genannten Einschätzungen galten bislang für Aufnahmen bei Tag bzw. bei guten Lichtverhältnissen. Bei Nachtaufnahmen trennt sich – wie bei Kameras üblich – die Spreu vom Weizen. Die großen Pixel der Hauptkamera des Xperia 5 III machen sich bei schlechten Lichtverhältnissen eindeutig bezahlt. Auch höhere ISO-Werte stellen kein wirkliches Problem dar, erst ab ISO 1.600 muss die Rauschreduzierung stark eingreifen und glättet Bilddetails. Mit der Ultraweitwinkelkamera lassen sich ebenfalls ansprechende Bilder aufnehmen, der Detailverlust tritt aber schon früher auf. Am meisten leiden bei schlechten Lichtverhältnissen die Bilder der Telekamera. Wegen der geringsten Lichtstärke und des kleinsten Sensors ist dies natürlich verständlich – und für ein Smartphone auch völlig normal. Die Aufnahmen sind jedoch im Regelfall noch brauchbar. Grundsätzlich empfehlen wir bei Nacht oder schlechten Lichtverhältnissen –  sofern sinnvoll – nicht mit den manuellen Modi zu fotografieren, sondern mit dem "Basic"- und "Auto"-Programm. In beiden Fotoprogrammen entscheidet sich die Kamera bei wenig Licht für einen speziellen Nachtmodus. Ihn kennt man von vielen Smartphones, hier werden mehrere Einzelbilder zu einer rauschärmeren Aufnahme zusammengerechnet. Dieses Feature funktionierte im Test sehr gut, Verwacklungen sind auch bei Aufnahmen aus der Hand nur selten zu sehen. Für bewegte Motive eignet sich der Nachtmodus natürlich nicht.

Bei Nacht werden im "Basic"- und "Auto"-Modus mehrere Bilder kombiniert.

Kommen wir zu verschiedenen besonderen Fähigkeiten des Sony Xperia 5 III. Wie das große Schwestermodell kann das kleinere Smartphone 20 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung speichern, auf die kontinuierliche Fokussierung und Belichtungsmessung muss dabei nicht verzichtet werden. Damit lassen sich bewegte Motive optimal einfangen. Ein weiteres Feature des Smartphones ist der Augen-Autofokus. Dieser stellt bei Porträtaufnahmen scharfe Gesichter sicher und steht zusätzlich zur Gesichtserkennung zur Verfügung. Alle drei Kameras erlauben das schnelle Fokussieren dank Phasen-AF, vom Drücken des Auslösers bis zur Fokussierung vergeht nur der Bruchteil einer Sekunde. Nahaufnahmen sind mit Xperia 5 III möglich, allzu starke Vergrößerungen kann man jedoch nicht realisieren. Am besten lässt sich mit der Hauptkamera arbeiten, diese muss sich mindestens zehn Zentimeter vom Motiv entfernt befinden.

Wie schon für das Sony Xperia 1 III gilt auch für das Xperia 5 III, das Sony die Kameras sehr natürlich abgestimmt hat. Daher sind weder übertrieben gesättigte Farben noch starke Schärfeartefakte zu erkennen. Bei der Belichtung verzichtet Sony des Weiteren auf zu starke Optimierungen, HDR-Effekte bekommt man daher nicht zu Gesicht. Etwas besser könnte unserer Meinung nach dagegen die Telekamera auf die anderen Kameras abgestimmt sein, hier ergeben sich teilweise sichtbare Farbunterschiede. Das galt auch schon für das Xperia 1 III. Darüber hinaus zeigen die RAW-Bilder der Telekameras beider Smartphones – zumindest beim Einsatz von Camera RAW – einen starken und nur schwer entfernbaren Farbstich.

Die Cinema-Pro-App erlaubt zahlreiche Einstellungen:

Videoaufnahmen sind mit dem Sony Xperia 5 III mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde in 4K- oder Full-HD-Auflösung möglich. Wählbar sind 120 Vollbilder pro Sekunde in 4K allerdings allein in der Cinema-Pro-App und beim Einsatz der Hauptkamera, die Auflösung steht zudem lediglich im 21:9-Format zur Verfügung. Daher liegt die Auflösung bei 3.840 x 1.644 Pixel statt 3.840 x 2.160 Pixel. Für 3.840 x 2.160 Pixel müssen Videografen zur Foto-App wechseln und können sich nur noch für 30 Vollbilder pro Sekunde entscheiden. Diese Aufteilungen halten wir für nicht optimal, die Einschränkungen sorgen unnötig für Verwirrung. Grundsätzlich können die 4K-Videos allerdings mit einer realistischen Farbwiedergabe und einer angenehmen Schärfe überzeugen, unser Full-HD-Video wirkt dagegen pixelig. Videos mit einem besonders großen Dynamikumfang erlaubt der HDR-Modus. Der optische Bildstabilisator arbeitet bei der Hauptkamera solide, bei der Telekamera könnte er leichte Wackler noch etwas besser ausgleichen. Am Autofokus haben wir dagegen nichts auszusetzen, er stellt schnell und präzise scharf.

Brennweitenvergleich (Utraweitwinkel, Hauptkamera, Tele 70mm, Tele 105mm):

Links eine normale Aufnahme, rechts mit Bokeh-Effekt:

Links eine normale Aufnahme, rechts mit Bokeh-Effekt:

Zwei Aufnahmen mit künstlerischen Effekten:

Zwei Nahaufnahmen:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Telekamera (70mm KB):

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Telekamera (105mm KB):

4K-Aufnahmen (2160p30) mit der Ultraweitwinkel (links) und der Hauptkamera (rechts):

4K-Aufnahmen (2160p30) mit der Telekamera bei 70mm (links) und bei 105mm (rechts):

Links eine Full-HD 60p-Aufnahme, rechts in 4K120P (mit der Cinema-Pro-App):

Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-Apps und die allgemeine Leistung des Xperia 5 III ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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