Teil 2 von 3: Die Kameras im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung
Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Sony Xperia 1 VII auf die technischen Daten, das Handling und die Verarbeitung eingegangen sind, nehmen wir in diesem zweiten Teil die Kameras des Smartphones unter die Lupe. Mit unseren Beispielfotos und -videos können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.
Die Kameras:
Bei den Smartphones von Sony steht seit langem die Foto- und Videoaufnahme im Fokus. Dies lässt sich unter anderem am dedizierten Auslöser erkennen, der nur bei wenigen anderen Modellen anzutreffen ist. Hinsichtlich der Kameras ist beim Xperia 1 VII teilweise die Technik des Vorgängermodells anzutreffen, teilweise kommt auch neue Hardware zum Einsatz. Gleich geblieben ist zunächst einmal die Anzahl der Kameras auf der Rückseite: Sony nutzt hier das bewährte Triple-Kamera-Setup. Dieses besteht aus einer Ultraweitwinkel-, einer Weitwinkel- und einer Telezoomkamera. Letztere erlaubt als Besonderheit dabei das optische Zoomen von 85mm bis 170mm (KB-äquivalent). Dieses Feature bietet die Konkurrenz nicht, beim Vorgängermodell Xperia 1 VI war es allerdings schon vorhanden.
Neu ist dagegen die Bildaufnahmetechnik der Ultraweitwinkelkamera. Hier setzt Sony auf einen größeren Bildwandler (Exmor RS). Dieser gehört zur 1/1,56-Zoll-Klasse und löst 50 Megapixel auf. In der Praxis erfolgt die Aufnahme jedoch stets mit 12 Megapixel, wofür Sony auf Pixel-Binning zurückgreift. Dies sorgt für große Bildpunkte (2μm) und ermöglicht eine bessere Bildqualität bei wenig Licht. Beim Ultraweitwinkelobjektiv handelt es sich um ein Modell mit 16mm KB-Brennweite und einer Lichtstärke von F2.
Die Daten der Hauptkamera sind vom Vorgängermodell bekannt, Änderungen hat Sony jedenfalls nicht kommuniziert. Hier ist ein Exmor-RS-Chip mit 52 Megapixel für die Bildaufnahme zuständig, dieser gehört zur 1/1,35-Zoll-Klasse. In den allermeisten Modi erfolgt die Bildausgabe mit 12 Megapixel (Kantenlänge der Pixel 2,24µm statt 1,12µm), zudem gibt es einen Modus für Bilder mit 48 Megapixel. Als Objektiv wird eine Festbrennweite mit 24mm (KB-äquivalent) verwendet, die Lichtstärke liegt bei F1,9 und die Stabilisierung erfolgt optisch.
Die bereits kurz angesprochene Telekamera bietet einen Brennweitenbereich von 85 bis 170mm und eine Lichtstärke von F2,3 bis F3,5. Als Bildwandler (Exmor RS) kommt ein deutlich kleineres Modell (1/3,5 Zoll) als bei der Haupt- und der Ultraweitwinkelkamera zum Einsatz. Dies ist angesichts der langen Brennweite jedoch nicht anders möglich. Der komplette Brennweitenbereich des Teleobjektivs lässt sich optisch durchzoomen, das schnelle Anwählen der Brennweitenenden (85mm oder 170mm) ist aber ebenso möglich. Wie bei der Hauptkamera minimiert ein optischer Bildstabilisator Verwacklungen. Ohne Stabilisator muss wieder die Frontkamera auskommen. Deren Auflösung liegt bei 12 Megapixel, der Sensor gehört zur 1/2,9-Zoll-Klasse und das 24mm-Objektiv verfügt über eine Blende von F2.
Kommen wir nun zur Bildqualität. Während die meisten Smartphone-Hersteller bei der Ultraweitwinkelkamera recht kleine Sensoren nutzen und nicht wenige dafür bei der Telekamera große Bildwandler, macht es Sony genau andersherum. Der Sensor der Ultraweitwinkelkamera ist rund 50 bis 100 Prozent größer als bei den Modellen von Samsung oder Xiaomi. Die Auflösung fällt mit 48 Megapixel dagegen klassenüblich aus. Zu Gesicht bekommt man beim Xperia 1 VII allerdings stets nur 12 Megapixel, die volle Auflösung lässt sich bei der Ultraweitwinkelkamera nicht einstellen. Das ist schade, schließlich bleibt die volle Bildqualität somit im Verborgenen. 12 Megapixel reichen für die allermeisten Aufgaben gleichwohl aus und die Aufnahmen des Xperia 1 VII wissen beim Einsatz der Ultraweitwinkelkamera zu gefallen.

Eine deutlich höhere Bildqualität lässt sich dann mit der Hauptkamera erreichen. Die volle Auflösung steht allerdings nur im 48-Megapixel-Modus zur Verfügung, der deutlich weniger Optionen als die anderen Modi zu bieten hat. Diese Einschränkung können wir nicht verstehen, Sony beschneidet sein Flaggschiff damit unnötigerweise stark. Aufnahmen mit voller Auflösung sehen beim Xperia 1 VII in jedem Fall sichtbar besser aus, feine Details sind zweifellos besser zu erkennen. Auch für die Hauptkamera gilt allerdings, dass 12 Megapixel für die meisten Aufgaben genug sind. Und auch bei dieser Auflösung weiß die Bildqualität zweifellos zu gefallen.
Wer etwas weiter entfernte Motive vergrößern möchte, schafft das mit den Telekameras problemlos. Mit bis zu 170mm bietet das Sony Xperia 1 VII eine längere Brennweite als fast alle anderen Smartphones am Markt und durch das durchgehende optische Zoom steht die volle Bildqualität bei allen Brennweiten zur Verfügung. Das im Periskop-Design konstruierte Objektiv macht allerdings auch Abstriche notwendig. Zum einen sinkt die Lichtstärke beim Zoomen von F2,3 auf bis zu F3,5 ab, zum anderen gehört der Bildwandler (1/3,5 Zoll) definitiv zu den kleinen Modellen. Mit steigender Brennweite nimmt die Bildschärfe darüber hinaus etwas ab. Bei den anderen Objektiven ist die Bildqualität im Zentrum höher, das Ultraweitwinkelobjektiv zeigt am Bildrand jedoch eine abfallende Schärfe. Grundsätzlich fallen diese qualitativen Nachteile aber fast nur auf, wenn man die Bilder vergrößert betrachtet.

Wenig Licht ist für moderne Smartphones in aller Regel keinerlei Problem mehr. Die vergleichsweise kleinen Sensoren erreichen durch Soft- und Hardware-Tweaks mittlerweile eine sehr hohe Qualität. Zum Verbessern der Bildqualität setzt Sony wie alle anderen Smartphone-Hersteller auf die Kombination mehrerer Einzelbilder. Auf einen extra Nachtmodus wird dabei leider verzichtet, diesen aktiviert das Smartphone bei Bedarf automatisch. Wie groß die Vorteile gegenüber klassischen Fotos sind, lässt sich daher nicht genau bestimmen. Nimmt man die JPEG-Fotos des Pro-Modus als Vergleich, sind die Vorteile jedenfalls sofort sichtbar. Die Aufnahmen mit der höchsten Qualität liefert bei Nacht natürlich die Hauptkamera, der vergleichsweise große Sensor der Ultraweitwinkelkamera ermöglicht aber ebenso gute Bilder. Die Telekamera ist bei wenig Licht schwächer, das Bildrauschen fällt sichtbar höher aus.
Eine ganz besondere Funktion des Sony Xperia 1 VII ist der Telemakromodus. Damit lassen sich beim Einsatz des Telezooms sehr starke Vergrößerungen erzielen, da die Naheinstellgrenze nur bei rund vier Zentimetern liegt. Für alle Motive eignet sich der Telemakromodus allerdings nicht, wegen des fehlenden Autofokus sollte sich das Motiv nicht bewegen. Das präzise Scharfstellen macht immerhin das einblendbare Focus Peaking möglich. Mit etwas Muße, optimalerweise einem Stativ und dem richtigen Motiv lassen sich mit der Telemakrofunktion auf alle Fälle sehr ansprechende Bilder aufnehmen.
Videos zeichnet das Sony Xperia 1 VII mit allen drei Rückseiten-Kameras in 4K (3.840 x 2.160 Pixel) oder in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde auf. Dadurch stehen alle wichtigen Bildraten zur Verfügung und lassen sich auch gute Zeitlupen erstellen. Zu den besonderen Features gehören die HDR-Aufnahme und die Speicherung mit dem S-Cinetone-Profil, Livestreaming ist ebenso möglich.
Hinsichtlich der Farbwiedergabe ist das Sony Xperia 1 VII unserer Meinung nach nicht mehr ganz so konservativ wie die Vorgängermodelle abgestimmt. Die Sättigung und der Kontrast bewegen sich deutlich näher am Level der Konkurrenz. Das Smartphone liefert trotzdem noch recht natürliche Bilder und verzichtet auf übermäßiges Nachschärfen. Durch die RAW-Aufnahme lassen sich die Bilder bei Bedarf nachträglich noch stärker verändern und kann der Bildlook umfassend an die eigenen Wünsche angepasst werden. In der App finden sich dafür leider nur wenige zusätzliche Optionen.
Auf die Belichtung und den Fokus kann man dagegen umfangreich Einfluss nehmen. Beim Scharfstellen steht unter anderem der Augen-AF zur Verfügung. Mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde (nur JPEG) sind mit dem Sony Xperia 1 VII zudem sehr schnelle Serienaufnahmen möglich.
Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung des Sony Xperia 1 VII ein.