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Testbericht des Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM

Ultraweitwinkelzoom von Canon für die spiegellosen EOS-M-Kameras

Seit 2011 bietet Canon spiegellose Systemkameras mit EF-M-Bajonett und APS-C-Sensor an. Das Objektivangebot wurde seitdem vergrößert, noch immer fällt es jedoch vergleichsweise klein aus. Das Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM ist das weitwinkligste der EF-Modelle und deckt sowohl den Ultraweitwinkel- als auch den Weitwinkelbereich ab. Wir nehmen es im folgenden Testbericht unter die Lupe.

Lieferumfang:
Canon liefert das EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM zusammen mit einem Vorder- und Rückdeckel aus, auf eine Gegenlichtblende muss dagegen verzichtet werden. Dies ist angesichts des kurzen Brennweitenbereichs nicht tragisch, eine Gegenlichtblende sollte unserer Meinung nach jedoch zum standardmäßigen Lieferumfang gehören. Das von Canon für das EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM angebotene Modell nennt sich EW-60E.

Das mitgelieferte Zubehör:

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Die von Canon für spiegellose Systemkameras bislang konstruierten Objektive folgen einem modernen Designschema, für das Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM trifft dies ebenfalls zu. Beim Gehäuse wird auf die sonst übliche Gummierung des Zoomrings verzichtet, stattdessen weist dieser eine deutliche Riffelung auf.

Als Material kommen beim Ultraweitwinkelzoom sowohl Metall als auch Kunststoff zum Einsatz, die Verarbeitung fällt für ein vergleichsweise preiswertes Modell durchaus ansprechend aus. Wir würden zwar eine Gummierung des Zoomrings bevorzugen, aber das ist durchaus Geschmackssache. Beim Bajonett nutzt Canon Metall, hier wurde also nicht gespart.

Das Bajonett wird aus Metall gefertigt:

Die Abmessungen sind mit 6,1 x 5,8cm als klein zu bezeichnen. Das liegt an einer „Parkposition“, in der sich allerdings keine Bilder aufnehmen lassen. Für den schnellen Einsatz verbleibt das Zoom am besten in der Arbeitsstellung. Der Einfahrmechanismus spart im Vergleich zum einsatzbereiten Zustand 1,7cm (in 11mm-Stellung), bei 22mm sind es 2mm weniger.

Das EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM im Größenvergleich zum EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM:

Das Gewicht ist mit etwa 220g gering, was Fotografen auf Fototouren oder Reisen zweifellos entgegenkommt. Auf eine hohe Lichtstärke muss man dafür natürlich verzichten, mit F4 bis F5,6 eignet sich das Ultraweitwinkelzoom hauptsächlich für Einsätze bei guten Lichtverhältnissen. Als kleinste Blendenöffnung sind je nach gewählter Brennweite F22 bis F29 einstellbar, die Blendenkonstruktion besteht aus sieben Lamellen.

Das Ultraweitwinkelzoom in 11mm-Stellung:

Die Brennweite beträgt an den spiegellosen EOS M-Modellen mit einem 22,3 x 14,9mm großen APS-C-Sensor umgerechnet auf das Kleinbildformat etwa 18 bis 35mm, gegenüber Kit-Objektiven bringen Fotografen also deutlich mehr auf das Bild. Von Vorteil ist die kurze Brennweite zudem bei Videos mit der Canon EOS M50 (Testbericht) . Diese besitzt bei 4K-Aufnahmen einen sehr hohen Cropfaktor.

Zum Verlassen bzw. Erreichen der Parkposition gibt es einen kleinen Slider:

Am Objektiv hat Canon mit Ausnahme des Sliders zum Erreichen bzw. Verlassen der „Parkposition“ keinerlei Tasten angebracht, alle Einstellungen müssen über das Kameramenü erfolgen. Der hintere Einstellring dient zur Wahl der Blende, der vordere Ring wird zum manuellen Fokussieren verwendet. Wer Filter nutzen möchte, kann diese ins 55mm große Frontgewinde schrauben.

Beim Material setzt Canon auf Kunststoff und Metall:

Der optische Aufbau des Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM umfasst zwölf Linsen in neun Gruppen, zur Korrektur von Abbildungsfehlern setzt der Hersteller auf zwei asphärische Gläser. Zu den für ein Ultraweitwinkelzoom recht ungewöhnlichen Features des Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM zählt ein optischer Bildstabilisator (IS). Er reduziert Verwacklungen bei Videos und erlaubt längere Belichtungszeiten bei Aufnahmen aus der Hand. Ein Bildstabilisator ist bei Objektiven mit sehr kurzen Brennweiten nicht unbedingt notwendig, wir sehen dessen Integration allerdings trotzdem sehr positiv. Der Einsatz eines Stativs wird dadurch seltener notwendig. In der Praxis haben wir für den Bildstabilisator eine Kompensationsleistung von etwa zwei Blendenstufen gemessen.

Autofokus/manueller Fokus:
Für die Fokussierung ist beim Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM ein Steppermotor, zu Deutsch Schrittmotor, zuständig. Diesen hat Canon unter anderem für die Aufnahme von Videos optimiert, er verrichtet aber auch bei Fotos sehr gute Dienste. Am kurzen Ende haben wir im Test an der Canon EOS M50 mit Dual-Pixel-CMOS-AF eine Fokussierungszeit von lediglich 0,14 Sekunden gemessen, bei 22mm sind es kaum längere 0,15 Sekunden. Während des Scharfstellens arbeitet der Motor sehr leise, selbst bei Videos sind keine störenden Geräusche wahrzunehmen. Durch die Focus-by-Wire-Umsetzung ist der Motor zusätzlich beim manuellen Fokussieren aktiv, hier setzt er die Drehung des Fotografen am Einstellring in die Praxis um. Dank der AF+MF-Funktion lässt sich in die automatische Fokussierung zu jeder Zeit eingreifen.

Der obere Einstellring wird zum manuellen Scharfstellen verwendet, der untere zum Zoomen:

Von anderen Ultraweitwinkelobjektiven setzt sich das Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM mit einem vergleichsweise großen Abbildungsmaßstab ab. Er beträgt bei 22mm Brennweite (35mm auf KB umgerechnet) 1:3,33, die Naheinstellgrenze liegt bei 15cm. Motive können somit ab rund sieben Zentimeter Abstand von der Frontlinse eingefangen werden. Dadurch sind ordentliche Makro-Aufnahmen realisierbar.

Bildqualität:
Die Bildqualität des Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM haben wir mit der Canon EOS M50 getestet. Diese besitzt einen 24-Megapixel-Sensor, der Objektive ordentlich fordert. Die Bildschärfe des Objektivs kann sich zweifellos sehen lassen. Am kurzen Ende und bei Offenblende wird im Zentrum eine sehr gute Detailwiedergabe erreicht, diese lässt sich durch das Abblenden auf F5,6 nur noch geringfügig steigern. Bei F8 sinkt die Detailwiedergabe bereits leicht ab, ab F16 schlägt die Beugungsunschärfe dann richtig zu. Am Bildrand ist die Abbildungsleistung gut, auch hier können Fotografen die Bildschärfe durch Abblenden auf F5,6 verbessern. Der Unterschied fällt etwas größer als im Zentrum aus. Bei F8 beginnt die Auflösung zu sinken, spätestens bei F16 wird ein kritisches Schärfeniveau erreicht.

Auflösungsvergleich von Blende F4 bis F16 (100-Prozent-Ansicht) bei 18mm (KB):

Bei 16mm Brennweite (umgerechnet 26mm) erreicht das Bildzentrum bereits bei Offenblende ein sehr gutes Schärfeniveau, das Abblenden auf F5,6 kann die Detailwiedergabe noch einen Tick verbessern. Keine Vorteile gibt es bei F8, hier sinkt die Auflösung bedingt durch die Beugung schon wieder leicht ab. F11 ist trotz weiter sinkender Bildschärfe noch nutzbar, von F16 muss man ganz klar abraten. Am Bildrand bewegt sich die Detailwiedergabe bei F5 nur einen Hauch unter F5,6, bei beiden Blenden wird ein sehr gutes Niveau erreicht. F8 sorgt ebenfalls für sehr gute Ergebnisse, ab F11 reduziert die Beugungsunschärfe die Auflösung.

Auflösungsvergleich von Blende F5 bis F16 (100-Prozent-Ansicht) bei 26mm (KB):

Bei der längsten Brennweite lässt sich im Zentrum bereits bei F5,6 die beste – und zwar eine sehr gute – Bildqualität erzielen, ein Abblenden ist nicht notwendig. Auch hier gilt wieder: Bis F8 gibt es kaum Unterschiede, Aufnahmen mit F16 sind zu vermeiden. Am Bildrand bewegen sich F5,6 und F8 (mit allenfalls sehr kleinen Vorteilen für F8) auf einem Niveau, F11 lässt sich ebenso für sehr gute Ergebnisse wählen. Höhere Blenden bringen nur noch schlechtere Ergebnisse zutage.

Auflösungsvergleich von Blende F5,6 bis F16 (100-Prozent-Ansicht) bei 35mm (KB):

Die Konstruktion kompakter Objektive fordert ihren Tribut bei der Abbildungsleistung. Neben einer verringerten Randschärfe ist oftmals eine Starke Vignettierung hinzunehmen. Während erstere beim Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM nicht auftritt, gilt das für die Vignettierung zweifellos. In der Praxis merkt man dies durch die digitale Korrektur zwar wenig, ohne Korrektur sieht das aber ganz anders aus. Bei Offenblende zeigt sich am kurzen Ende eine fast schon extreme Vignettierung, die Ecken fallen sehr dunkel aus.

Abblenden reduziert das Problem, erst bei F8 ist es aber unter Kontrolle. In der Brennweitenmitte bleibt die Randabschattung ebenfalls sehr deutlich erkennbar, auch hier sollten Fotografen auf mindestens F8 abblenden. Bei 22mm zeigt sich bei Offenblende eine sehr gut sichtbare Vignettierung. Wer F8 einstellt, kann diese wesentlich reduzieren.

Aufnahmen mit (links) und ohne (rechts) Vignettierungskorrektur bei 18mm (KB):

Aufnahmen mit (links) und ohne (rechts) Vignettierungskorrektur bei 35mm (KB):

Die Verzeichnung des Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM fällt im Ultraweitwinkelbereich stark tonnenförmig aus, das Aktivieren der digitalen Korrektur ist unbedingt zu empfehlen. Bei längeren Brennweiten bewegt sich die Verzeichnung dagegen auf einem geringen und praktisch nicht auffallenden Niveau. Chromatische Aberrationen halten sich bei allen Brennweiten und Blenden sowohl im Zentrum als auch am Bildrand in engen Grenzen und stellen zu keiner Zeit ein Problem dar.

Beispielaufnahmen (mit standardmäßig aktivierten kamerainternen Korrekturen):

JPEG+RAW-Aufnahmen:

Unser Fazit:
Das Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM lässt sich als recht unscheinbares Objektiv bezeichnen, die optische Leistung und die Features überzeugen jedoch mit wenigen Ausnahmen. In puncto Bildschärfe ist das Ultraweitwinkelzoom als Offenblenden-tauglich zu bezeichnen, für die beste Detailwiedergabe (die sich nur geringfügig oberhalb der Offenblende bewegt) muss man lediglich auf F5,6 abblenden. Hier zeigen das Zentrum und der Bildrand sehr viele Details. F8 eignet sich als Blende ebenfalls noch sehr gut, bei diesem Blendenwert lässt sich zudem die starke Vignettierung sichtbar reduzieren. Das erledigt zwar gleichfalls die digitale Korrektur gut, in manchen Situationen können sich nicht ganz so stark digital aufgehellte Ränder jedoch positiv auswirken. Die Verzeichnung des Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM fällt nur am kurzen Ende korrekturbedürftig aus, chromatische Aberrationen gibt es fast keine.

Das Canon EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM ist ein sehr gutes Ultraweitwinkelzoom:

Die Verarbeitung des Ultraweitwinkelzooms weiß mit Metall und Kunststoff zu gefallen, die kleinen Abmessungen und das geringe Gewicht sind zweifellos von Vorteil. Dafür muss allerdings eine lichtschwache Anfangsöffnung von F4 bis F5,6 in Kauf genommen werden. Der Brennweitenbereich von umgerechnet 18 bis 35mm lässt flexible Einsätze zu, der große Abbildungsmaßstab von 1:3,33 erlaubt ansprechende Nahaufnahmen. Zu guter Letzt überzeugen auch der schnelle und leise Autofokus sowie der optische Bildstabilisator.

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