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Testbericht des Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR Macro

Makroobjektiv für spiegellose Systemkameras von FujiFilm

Seit der Vorstellung des X-Systems im Jahr 2012 baut FujiFilm dieses beständig aus. Neben Kameras gilt dies auch für Objektive. Mittlerweile hat der japanische Hersteller ein Portfolio zu bieten, das praktisch alle Wünsche erfüllt. Zu verdanken ist dies auch dem Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR, das 2018 als erstes Fujinon-Makro für APS-C-DSLRs einen Abbildungsmaßstab von 1:1 zu bieten hat. Das bereits seit 2012 erhältliche Fujinon XF60mm F2,4 R Macro erreicht „nur“ 1:2. In folgendem Testbericht schauen wir uns das Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR genauer an.

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Mit dem Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR bietet FujiFilm ein Objektiv der höchsten Güte an. Dies signalisieren allein schon die vielen Kürzel im Namen, die bei FujiFilm für eine Reihe von Features stehen. Hinter der Abkürzung „WR“ („Weather Resistant“) verbirgt sich beispielsweise der Schutz vor Staub und Spritzwasser.

Dies macht das Objektiv zu einem jederzeit einsetzbaren Modell – vorausgesetzt, man verwendet eine passende, ebenfalls wettergeschützte Kamera. Dazu gehören die höherklassigen Modelle der X-Pro-, X-T- oder X-H-Serie. Diese arbeiten wie die Festbrennweite zudem bis zu einer Temperatur von -10 Grad Celsius.

Das Objektiv mit angeschraubter Gegenlichtblende:

Dass FujiFilm mit dem Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR ein Hochleistungsobjektiv konstruieren wollte, lässt sich auch an den Abmessungen ablesen. Wie viele Premium-Makro-Objektive fällt die Festbrennweite größer aus, als man das von einem „herkömmlichen“ Objektiv mit gleichen technischen Daten erwarten würde: 8,0cm misst die Festbrennweite im Durchmesser, 13,0cm in der Länge. Das Gewicht fällt mit 750g zudem recht hoch aus. Ein kompaktes Objektiv, das man schnell noch in die Fototasche legt, ist das Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR somit nicht. Dafür hat es FujiFilm aber auch nicht gebaut.

Während das Gehäuse äußerlich aus Kunststoff besteht, wird beim Bajonett Metall verwendet:

Als Gehäusematerial kommt zumindest äußerlich vor allem Kunststoff zum Einsatz, das Bajonett (mit zusätzlicher Gummilippe zur Abdichtung) besteht aber natürlich aus Metall. Die Verarbeitung ist tadellos, wenngleich ein vollständiges Metallgehäuse für einen noch höherwertigeren Eindruck gesorgt hätte. Im ersten Moment etwas irritierend ist beim Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR das laute Klackergeräusch, das bei Bewegungen zu hören ist. Dieses muss aber nicht beunruhigen und resultiert aus der frei beweglichen Linse zur Bildstabilisierung. Bei eingeschalteter Kamera wird die Linse von ihren Motoren fest im Strahlengang gehalten, man hört daher nichts mehr. Im Test sorgt der optische Bildstabilisator für deutlich schärfere Aufnahmen bei langen Belichtungszeiten.

Der Blendenring und die beiden Schalter des Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR im Detail:

Als Bedienelemente sind am Objektiv zwei Einstellringe und zwei Schalter vorhanden. Der obere und größere Ring erlaubt das manuelle Scharfstellen, eine Gummierung sorgt für ein angenehmes Griffgefühl. Mit dem kleineren unteren Ring, der aus Metall besteht, wird die Blende verändert. Letzteres funktioniert in Drittelstufen zwischen F2,8 und F22. Die A-Position aktiviert die Blendenautomatik der Kamera oder alternativ die Programmautomatik – sofern das Zeitenwählrad der FujiFilm-Kameras ebenfalls auf „A“ steht.

Der OIS-Schalter mit den Positionen „Off“ und „On“ schaltet den optischen Bildstabilisator an oder ab. Mit dem zweiten Schalter lässt sich der Fokusbegrenzer des Objektivs aktivieren. Hier stehen 25cm bis 50cm sowie 50cm bis unendlich zur Wahl. Die Option „Full“ entspricht dem gesamten Fokusbereich von 25cm bis unendlich. Ein AF/MF-Schalter fehlt am Objektiv, das macht jedoch nichts. Schließlich sind die meisten Kameramodelle von FujiFilm mit einem schnell erreichbaren Fokusschalter ausgestattet.

Die kleinbildäquivalente Brennweite des Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR entspricht durch den APS-C-Sensor der Kameras von FujiFilm genau 122mm. Es besitzt damit eine etwas längere Brennweite als die meisten Makro-Objektive mit rund 100mm. Die Blende von F2,8 entspricht der Standardlichtstärke von Makro-Objektiven. Neun Blendenlamellen sollen für eine möglichst harmonische Hintergrundunschärfe sorgen, wenn die Blendenöffnung geschlossen ist.

Für Filter steht ein 62mm großes Gewinde zur Verfügung:

Die optische Konstruktion des Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR besteht aus 16 Linsen in zwölf Gruppen und fällt dementsprechend sehr aufwendig aus. Durch den Einsatz einer asphärischen und einer ED-Linse sowie von drei Super-ED-Linsen werden Abbildungsfehler reduziert. Für die beste Bildqualität sorgen laut FujiFilm zudem zwei Fokusgruppen. Die Super-EBC-Vergütung soll unter anderem Lichtreflexe minimieren und die Fluorvergütung das Verschmutzen der Frontlinse verhindern. Wer Filter montieren möchte, findet ein 62mm großes Gewinde vor.

Autofokus/manueller Fokus:
Zur automatischen Fokussierung hat FujiFilm das Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR mit einem Linearmotor ausgestattet. Das Objektiv stellt praktisch geräuschlos scharf, die Fokussierungsgeschwindigkeit bewegt sich auf einem sehr guten Niveau. Das gilt auch für den Makrobereich. Hier bietet es sich natürlich an, mit dem Fokusbegrenzer zu arbeiten. Die Innenfokussierungsbauweise des Objektivs verhindert, dass die Frontlinse beim Scharfstellen ihre Position verändert. Beim manuellen Scharfstellen werden die Bewegungen des Fokusrings nicht direkt, sondern durch einen Motor umgesetzt („Focus by Wire“). Da man mit der Drehgeschwindigkeit den Fokusweg beeinflussen kann, lässt sich mit dem Objektiv sehr gut manuell scharfstellen.

Der Fokusring ist besonders breit und dank einer Gummierung auch sehr griffig:

Bildqualität:
Die Bildqualität stand bei der Entwicklung des Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR an oberster Stelle. Das zeigen nicht nur die bereits angesprochenen Abmessungen und der aufwendige optische Aufbau, sondern auch unsere Bilder.

Schon bei F2,8 lässt sich die Festbrennweite problemlos einsetzen, in der Mitte sowie am Bildrand werden Details gut bis sehr gut wiedergegeben. Bei F4 erreicht die Detailwiedergabe ein exzellentes Niveau, bei F5,6 und F8 bleibt dieses erhalten. Ab F11 geht die Bildqualität bedingt durch die Beugung etwas zurück, erst ab F16 muss man jedoch deutlich „weichere“ Texturen in Kauf nehmen. Die Verzeichnung des Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR liegt praktisch bei null, weshalb wir auf eine Verzeichnungsgrafik verzichten. Die Vignettierung bewegt sich bei Offenblende auf einem sichtbaren Niveau. Ab F5,6 ist sie nur noch geringfügig zu sehen, ab F8 dann gar nicht mehr. Chromatische Aberrationen konnten wir praktisch überhaupt keine finden.

Doch am Ende entscheidet nicht nur die reine Bildschärfe des Objektivs über dessen Qualität, bei einem Makro- oder Porträtobjektiv muss auch die Qualität des Bokehs überzeugen können. Diese gehört zwar zu den subjektiven Bewertungspunkten, in der Regel wird jedoch ein weiches Bokeh mit sanftem Schärfeverlauf als besonders angenehm/schön empfunden. In diesem Punkt erreicht das Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR aus unserer Sicht wie bei der Abbildungsleistung die Bestnote. Bei F2,8 tauchen die Bereiche vor und hinter der Schärfeebene in eine weiche Unschärfe ab, für kleineren Blendenöffnungen bis etwa F5,6 gilt das ebenso.

Beispielaufnahmen:

JPEG- und RAW-Bilder:

Unser Fazit:
Das Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR ist für Fotografen mit einer X-Kamera in gleich mehrfacher Hinsicht ein Must-have-Objektiv. Als erstes Modell erlaubt es Vergrößerungen bis zu einem Abbildungsmaßstab von 1:1, Makrofreunde kommen daher voll auf ihre Kosten. Daneben weiß die Abbildungsleistung auf ganzer Linie zu gefallen: Schon bei F2,8 werden Details sehr gut wiedergegeben, bei allen weiteren Blenden bis hinauf zu F8 sogar exzellent.

Das Fujinon XF80mm F2,8 R LM OIS WR im Einsatz mit der X-T3:

Beeindruckend gering fallen die chromatischen Aberrationen und die Verzeichnung (jeweils gleich null) aus. Die Vignettierung ist kein Problem, bis F4 aber sichtbar. Pluspunkte sind das besonders weiche Bokeh, der optische Bildstabilisator und der Wetterschutz. Der schnelle Fokusmotor und die Einstellungsmöglichkeiten am Objektiv überzeugen uns ebenso. Am Ende unseres Tests können wir daher eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

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