Testbericht des Nikkor Z 14-24mm F2,8 S

Lichtstarkes Ultraweitwinkel-Objektiv für Nikon-DSLMs mit Vollformatsensor

Das AF-S Nikkor 14-24mm F2,8G ED gehört zu den Highlights in Nikons Objektivportfolio für Spiegelreflexkameras und ist in vielen Fototaschen von Nikon-Fotografen zu finden. Es stand daher natürlich außer Frage, dass Nikon auch für seine Z-Kameras ein ähnliches Modell anbieten muss. Mit dem Nikkor Z 14-24mm F2,8 S lässt sich seit 2020 das DSLM-äquivalent des genannten Ultraweitwinkelzooms erwerben. Wir haben es unter die Lupe genommen.

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Das Nikkor Z 14-24mm F2,8 S ist im Design der Z-Objektive gehalten, als Material kommt bis auf das letzte Stück Richtung Bajonett und das Bajonett selbst (= Metall) Kunststoff zum Einsatz. Kritisch muss man dies allerdings nicht sehen, auch der verwendete Kunststoff fällt hochwertig aus. Dass bei einem Objektiv dieser Klasse, das sich vor allem an Semi-Profi-Fotografen richtet, Abdichtungen zum Schutz vor Staub und Spritzwasser vorhanden sind, versteht sich von selbst. Am Bajonett hält zudem eine Gummidichtung Verschmutzungen fern, die Frontlinse wurde mit einer Fluorvergütung versehen. Auch hier ist also für einen ausreichenden Wetterschutz und einfache Reinigungsmöglichkeiten gesorgt.

Das Gehäuse des Nikkor Z 14-24mm F2,8 S fällt hochwertig aus:

Am Bajonett ist eine Gummilippe zur Abdichtung vorhanden:

Auch sonst lässt das Ultraweitwinkelobjektiv keine Zweifel am Status eines Profi-Objektivs der höchsten Güteklasse aufkommen. Zu den Bedienelementen zählen ein Fokus- (vorne) und ein Zoomring (mittig), in der Nähe des Bajonetts liegt des Weiteren noch ein frei konfigurierbarer Einstellring. Dieser lässt sich unter anderem zur Wahl der Blende oder der Belichtungskorrektur verwenden. Für welchen Parameter der Ring zuständig ist, entscheiden Objektivbesitzer über das Menü der Kamera. Frei mit einer Funktion belegen lässt sich auch die L-Fn-Taste. Mittels Displaytaste wird das kleine OLED-Display des Nikkor Z 14-24mm F2,8 S aktiviert, dieses informiert unter anderem über die gewählte Brennweite oder die Fokuseinstellung. Als letztes Bedienelement ist der Fokuswählschalter zu nennen. Beim Fokus- und Zoomring hat sich Nikon für eine besonders griffige Gummierung entschieden, der frei konfigurierbare Einstellring besteht aus Metall. Seine Position in der Nähe des Bajonetts macht ihn etwas schwerer zu erreichen, weiter vorne bietet das Gehäuse aber natürlich keinen Platz mehr. Grundsätzlich lassen sich alle Einstellringe gut drehen.

Von links nach rechts: Fokusring, Blendenring und frei konfigurierbarer Einstellring:

Der Brennweitenbereich des Nikkor Z 14-24mm F2,8 S erlaubt mit 14 bis 24mm im Ultraweitwinkelbereich vielseitige Einsätze, bei allen Brennweiten steht eine Öffnung von F2,8 zur Verfügung. Wer das Objektiv an einer Kamera mit APS-C-Sensor (= DX) einsetzt, erhält den Bildwinkel eines 21 bis 36mm-Zooms. Die Blende lässt sich von F2,8 auf bis zu F22 schließen, dafür sind neun abgerundete Lamellen zuständig.

Für ein lichtstarkes Ultraweitwinkel ist das Objektiv kompakt und leicht:

Beim optischen Aufbau hat sich Nikon für 16 Linsen in elf Gruppen entschieden. Vier Linsen bestehen aus ED-Glas, drei sind asphärische Elemente. Durch den Einsatz der Nanokristall und der Arneo-Vergütung sollen Reflexionen oder Geisterbilder auf ein Minimum reduziert werden. Die Abmessungen des Nikkor Z 14-24mm F2,8 S liegen nur bei 8,9 x 12,5cm, das ist für ein lichtstarkes Ultraweitwinkel nicht allzu viel. Selbst in einer etwas kleineren Fototasche lässt sich das Zoom damit transportieren. Die Abmessungen des Objektivs ändern sich übrigens auch beim Zoomen nicht, der Tubus bewegt sich nur innerhalb des Gehäuses hin und her. Natürlich ist das Objektiv mit 640g kein Leichtgewicht, als wirklich schwer stufen wir es aber auch nicht ein. Zum Vergleich: Das Nikkor Z 14-30mm F4 S misst 8,9 x 8,5cm und bringt 485g auf die Waage.

Ein Filtergewinde besitzt das Objektiv wegen der großen Frontlinse nicht:

Filter lassen sich beim Nikkor Z 14-24mm F2,8 S auf zwei verschiedene Art einsetzen. Zum einen hat Nikon eine rückseitige Einsteckmöglichkeit für Folienfilter vorgesehen, zudem anderen liegt dem Ultraweitwinkel eine Gegenlichtblende mit Filtergewinde (Modell "HB-97") bei. Dieses besitzt einen stattlichen Durchmesser von 112mm, der Einsatz von Filtern ist also nicht gerade günstig. Im Gegensatz zu Objektiven ohne Filtergewinde – und davon gibt es bei vergleichbaren Brennweitenbereichen viele – ist Nikons Lösung jedoch zweifellos besser.

Dem Objektiv liegen gleich zwei Gegenlichtblenden dabei: Eine (HB-97) dient zum Einsatz von Filtern:

Der große Objektdeckel schützt das Objektiv beim Verwenden der HB-97-Gegenlichtblende :

Autofokus/manueller Fokus:
Wie bei allen Z-Objektiven wird auch beim Nikkor Z 14-24mm F2,8 S ein Schrittmotor verwendet. Dieser arbeitet sowohl beim Einsatz der automatischen Scharfstellung als auch beim manuellen Fokussieren. Die Drehung des Fokusrings wird daher nicht direkt an die Linsen übertragen, sondern elektronisch an den Motor weitergegeben („Focus by Wire“). Da die Einstellungen präzise übernommen werden, ergeben sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit in der Praxis keine Probleme. Grundsätzlich arbeitet der Fokusmotor beim Nikkor Z 14-24mm F2,8 S sehr leise, das ist auch bei Filmaufnahmen von Vorteil. Des Weiteren hat Nikon das Focus Breathing minimiert, der Bildausschnitt ändert sich beim Verändern der Fokuseinstellung daher kaum. Die Fokussierungszeit lag im Test nur bei 0,2 bis 0,25 Sekunden, das sind sehr gute Werte. Selbst beim Verfolgen von schnellen Motiven ergeben sich damit keine Probleme. Die Naheinstellgrenze des Objektivs liegt bei allen Brennweiten bei 28cm, in der 24mm-Stellung wird daher der größte Abbildungsmaßstab von 1:7,7 erreicht. Das ist zweifellos kein Bestwert, aber völlig normal für ein Ultraweitwinkel.

Bildqualität:
Für unseren Test der Bildqualität greifen wir beim Nikkor Z 14-24mm F2,8 S auf die Nikon Z 7II zurück. Das neueste High-Megapixel-Modell des japanischen Unternehmens besitzt einen 45,4 Megapixel auflösenden Sensor. Dadurch wird das Ultraweitwinkelobjektiv besonders gefordert, an Kameras mit geringeren Auflösungen sind noch bessere Ergebnisse zu erwarten. Alle Ausschnitte entsprechen der 100-Prozent-Ansicht.

Bildqualität bei 14mm:

Zunächst schauen wir uns die Detailauflösung des Nikkor Z 14-24mm F2,8 S an. In der Bildmitte löst das Zoom bei allen Brennweiten sehr viele Details auf, die Wahl einer kleineren Öffnung sorgt für praktisch keine Vorteile mehr. Sofern sich das Motiv im Zentrum befindet, kann man also problemlos mit der Offenblende arbeiten. Abblenden verschlechtert die Bildqualität jedoch auch nicht, zumindest bis zu einer Blende von F8. Darüber nimmt die Bildschärfe leicht (F11) und bei F16 dann stärker ab. Am Bildrand muss man beim Nikkor Z 14-24mm F2,8 S natürlich ein paar Abstriche machen. Bei einem Objektiv mit sehr kurzer Brennweite ist dies jedoch normal. Bei 14mm stufen wir die Qualität bei F2,8 als gut ein, bei F4 als sehr gut und ab F4 als exzellent. Bei 18mm und 24mm sieht es sehr ähnlich aus. Bei F2,8 sind die Bilder schon gut nutzbar ab, ab F5,6 dann praktisch tadellos. Diese Ergebnisse können sich sehen lassen.

Bildqualität bei 18mm:


Bildqualität bei 24mm:

Wenig zu kritisieren haben wir auch bei den Abbildungsfehlern. Oder besser gesagt: es gibt fast keine. Die Verzeichnung bewegt sich bei allen Brennweiten bei praktisch null, hier hilft Nikon aber natürlich digital etwas nach. Für den Nutzer spielt das bei diesen Ergebnissen aber keine Rolle. Die Vignettierung ist bei Offenblende durchaus zu sehen, Wunder darf man bei derart kurzen Brennweiten und einer Lichtstärke von F2,8 natürlich keine erwarten. In der Praxis stört die Vignettierung nicht zu stark, schon leichtes Abblenden lässt die Randabschattung fast vollständig verschwinden.

Loben muss man auch die nahezu perfekte Korrektur von chromatischen Aberrationen und das minimale Vorhandensein von Flares oder anderen derartigen Störungen. Ein Sonderlob ist zudem für das ansprechende Bokeh auszusprechen. Dieses fällt für ein Objektiv mit kurzer Brennweite erstaunlich ruhig aus. Wegen der bei kurzen Aufnahme-Entfernungen klassischerweise auftretenden Verzerrungen spielt das Bokeh in der Praxis aber nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Beispielaufnahmen in voller Auflösung:

Unser Fazit:
An ein lichtstarkes Ultraweitwinkel der Profiklasse haben Fotografen hohe Ansprüche, das Nikkor Z 14-24mm F2,8 S enttäuscht die Erwartungen nicht. In allen Bewertungskriterien schneidet das Ultraweitwinkel mindestens gut ab, teilweise stufen wir die Ergebnisse sogar als exzellent ein. Die Bildqualität lässt im Zentrum überhaupt keine Wünsche offen, ab F2,8 weiß die Detailwiedergabe zu gefallen. Die Ränder halten diesbezüglich nicht ganz mit, sind aber auch bei Offenblende mindestens gut. Ab F4 dann sogar sehr gut bis exzellent. Die Vignettierung bewegt sich für ein lichtstarkes Ultraweitwinkel auf einem geringen Level, die Verzeichnung hat Nikon perfekt korrigiert und chromatische Aberrationen treten nahezu überhaupt nicht auf. Nicht einmal über das Bokeh kann man sich beklagen.

Insgesamt weiß das Nikkor Z 14-24mm F2,8 S sehr zu gefallen:

Keinerlei Abstriche muss man auch beim sehr schnellen und leisen Autofokus machen, selbst an Bedienelementen mangelt es nicht. Das Gehäuse besteht zwar größtenteils "nur" aus Kunststoff, dieser fällt aber sehr hochwertig aus. Abdichtungen sind natürlich vorhanden. Sehr gut gefällt uns zudem die Möglichkeit, Filter über das Filtergewinde der Gegenlichtblende zu montieren.

Unsere Auszeichnungen:

Autor: dkamera.de Redaktion
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