Testbericht des Nikkor Z 24-50mm F4-6,3

Besonders kompaktes Standardzoom für Vollformatkameras mit Z-Bajonett

Bei den Objektiven der Z-Serie setzt Nikon vor allem auf lichtstarke Modelle mit fester Brennweite. Das ein oder andere Zoom lässt sich aber natürlich erwerben, dazu gehören Modelle mit 24 bis 70mm Brennweite oder 70 bis 200mm. Wer auf der Suche nach einer besonders kompakten Optik ist, kann zudem zum Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 greifen. Wir haben uns das aktuell kleinste und leichteste Z-Zoomobjektiv angesehen.

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Klein und leicht, das sind eindeutig die Begriffe, die man mit dem Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 zuerst in Verbindung bringt. Obwohl es sich um ein Objektiv für Vollformatkameras handelt, fällt das Zoom lediglich 7,4 x 5,1cm groß aus und bringt erstaunlich geringe 195g auf die Waage. Möglich sind diese Abmessungen unter anderem durch eine Parkposition, diese ist für den Transport gedacht. Abstriche sind bei diesem kleinen Gehäuse natürlich hinzunehmen: Zum einen deckt das 2,1-fach-Zoom nur 24 bis 50mm Brennweite ab. Der Zoombereich ist damit zweifellos nicht groß, im Alltag reicht er aber doch schon für einige Motive aus. Das 24mm und nicht nur 28mm erreicht werden, finden wir angesichts der Abmessungen sehr ansprechend. Wer das Objektiv an einer APS-C-Kamera verwendet, bekommt Bildwinkel zu sehen, die 36 bis 75mm-Objektiven entsprechen. Wirklich viel Sinn ergibt der Einsatz an einer APS-C-Kamera (wie der Nikon Z 50) daher nicht.

Das Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 fällt dank seiner Parkposition sehr kompakt aus:

Kompromisse sind auch bei der Lichtstärke einzugehen. Wie einige Kitobjektive besitzt das Nikkor Z 24-50mm F4,5-6,3 nur eine Öffnung von F4 bis F6,3. Es sollten bei den Aufnahmen daher mindestens akzeptable Lichtbedingungen vorherrschen, für Available-Light-Aufnahmen eignet sich das Objektiv wenig bis gar nicht. Das dürfte aber auch keiner erwarten. Die Blende lässt sich abhängig von der Brennweite auf F22 bis F36 schließen, sieben abgerundete Lamellen formen die Öffnung.

Im Einsatz ist das Zoom schon ein gutes Stück größer, aber auch nicht riesig:

Beim Gehäuse hat sich Nikon für Kunststoff entschieden. Neben dem geringen Gewicht wirkt sich das natürlich auch auf den Preis aus. Nikon gibt die UVP des Nikkor Z 24-50mm F4,5-6,3 mit hoch erscheinenden 479,00 Euro an, erwerben dürften die allermeisten Käufer das Zoom aber wohl zusammen mit der Nikon Z 5. Hier beträgt der Aufpreis des Kits gegenüber der Body-Only-Variante im Handel nur etwa 100 Euro. Für dieses Geld ist das Zoom zweifellos ein Schnäppchen.

Das Bajonett wird wie das komplette Gehäuse aus Kunststoff gefertigt:

Aber zurück zum Gehäuse: Die Verarbeitungsqualität kann natürlich nicht mit den Festbrennweiten der S-Serie mithalten, beim Nikkor Z 24-50mm F4,5-6,3 handelt es sich eben auch nur um ein „normales“ Modell ohne weitere Serien-Bezeichnung. Beim Zoomring setzt Nikon auf eine Gummierung, er ist dadurch angenehm und sicher zu drehen. Der zweite Einstellring, den der Fotograf über das Kameramenü konfigurieren kann, und der unter anderem die Wahl der Blende erlaubt, besteht aus Kunststoff. Ebenfalls aus Kunststoff besteht das Bajonett. Angesichts des leichten Gewichts sehen wir bezüglich der Langlebigkeit allerdings kein Problem. Auf Abdichtungen hat Nikon beim Nikkor Z 24-50mm F4,5-6,3 nicht verzichtet, wegen der abgedichteten Kameramodelle finden wir das sehr sinnvoll. Abstriche muss man dagegen bei den Bedienelementen machen, neben den genannten Einstellringen sind keine Tasten oder Schalter vorhanden. Platz steht dafür aber auch kaum zur Verfügung.

Der optische Aufbau des Nikkor Z 24-50mm F4,5-6,3 fällt überraschend aufwendig aus. Es kommen elf Linsen in zehn Gruppen zum Einsatz, zwei ED- und drei asphärische Linsen minimieren Abbildungsfehler.

Neben dem Zoomring ist ein Einstellring verbaut der u. a. das manuelle Fokussieren ermöglicht:

Autofokus/manueller Fokus:
Das Nikkor Z 24-50mm F4,5-6,3 ist ein kleines Objektiv, noch dazu ein günstiges Modell. Da könnte man auf die Idee kommen, das nicht gerade der beste Fokusmotor verbaut ist. Doch weit gefehlt. Der zum Einsatz kommende Schrittmotor arbeitet nicht nur leise, sondern auch sehr flott. Am kurzen Brennweitenende haben wir eine Fokussierungszeit 0,11 Sekunden gemessen, am langen Brennweitenende wurden nur 0,15 Sekunden zum Scharfstellen benötigt. Viel besser geht es kaum. Die Linsenbewegungen finden beim Fokussieren im Gehäuse statt, die Frontlinse oder der Tubus bewegen sich daher nicht. Das ist optimal für den Einsatz von Filtern, die sich in einem 52mm großen Gewinde einschrauben lassen.

Filter lassen sich in einem 52mm großen Gewinde einschrauben:

Scharfstellen lässt sich mit dem Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 natürlich auch manuell, dafür greift Nikon wie üblich auf eine „Focus by wire“-Konstruktion zurück. Der Fokusring bewegt die Linsen also nicht direkt, die Eingaben werden vom AF-Motor umgesetzt. Die Naheinstellgrenze des Objektivs liegt unabhängig von der Brennweitenstellung bei 35cm, der wird größte Abbildungsmaßstab von 1:5,9 wird daher bei 50mm erreicht. Damit kommen Fotografen im Alltag aus, für Makroaufnahmen ist das Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 aber natürlich nicht geeignet.

Bildqualität:
Für unseren Test der Bildqualität nutzen wir die Nikon Z 5, mit dieser wird das Objektiv schließlich im Kit angeboten. Der 24 Megapixel Sensor stellt weit weniger fordernde Ansprüche an das Objektiv als beispielsweise das 45-Megapixel-Modell der Nikon Z 7II, auch hieran muss ein Objektiv aber erst einmal überzeugen können.

Bildqualität bei 24mm:

Das kann das Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 für ein Kitobjektiv zweifellos. In der Bildmitte löst das Zoom Details bei 24mm bereits ab der größten Blendenöffnung fast perfekt auf, die Wahl eines kleineren Blendenwertes sorgt für keine Vorteile. Bei 36mm sieht es sehr ähnlich aus. Auch hier muss man kaum abblenden, das Auflösungsvermögen ist sehr hoch. Bei 50mm lässt die Detailwiedergabe einen Tick nach, kann uns aber immer noch überzeugen. Abblenden bringt fast keine Vorteile, allzu viel Spielraum besteht wegen der Offenblende von F6,3 in den meisten Situationen aber sowieso nicht mehr.

Bildqualität bei 34mm:

Die Bildränder liegen wie bei nahezu allen Zoomobjektiven hinter dem Zentrum zurück. Sie wirken bei allen Brennweiten nicht ganz so knackscharf wie das Zentrum, sind aber immer noch gut. Bei 24mm und 36mm lassen sich durch die Wahl einer kleineren Öffnung noch etwas mehr Details herausholen, bei 50mm ändert sich trotz abblenden nur wenig. Auch hier gilt wieder: Mit F6,3 ist der Spielraum sowieso schon recht klein.

Bildqualität bei 50mm:

Die Verzeichnung hat Nikon beim Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 digital auf praktisch null korrigiert, ohne Korrektur wird eine tonnen- (24mm) und kissenförmige (50mm) Verzeichnung sichtbar. Das ist für ein Zoomobjektiv jedoch nicht verwunderlich, sondern Standard. In die Vignettierung greift Nikon ebenso digital ein, auf null wird der Randabfall aber zumindest bei kurzen Brennweiten nicht gesenkt. Wirklich störend ist die Vignette allerdings auch nicht und lässt sich mittels Abblenden deutlich reduzieren. Chromatische Aberrationen sind kaum zu erkennen, wenn dann nur an sehr starken Kontrastkanten.

Beispielaufnahmen in voller Auflösung:

Unser Fazit:
Das Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 ist kein Objektiv, das mit einer hohen Lichtstärke oder einem großen Brennweitenbereich punkten kann. Dafür fällt es extrem klein und leicht aus. So leicht, dass es praktisch überhaupt nicht zur Last fällt und so klein, dass es problemlos in der kleinsten Fototasche verschwindet. Lobend erwähnen müssen wir außerdem den sehr schnellen und leisen Autofokus sowie die ansprechende Bildqualität.

Bei Offenblende wird im Zentrum mindestens eine sehr gute Bildqualität erreicht, an den Rändern eine gute. Das gewährleistet der trotz kompakter Abmessungen durchaus aufwendigere optische Aufbau mit fünf Speziallinsen. Abbildungsfehler korrigiert Nikon digital effektiv, mit Ausnahme der Vignettierung (bei 24mm) ist kaum etwas zu sehen.

Das Objektiv ist kompakt und bietet einen schnellen AF sowie eine gute Bildqualität:

Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und fällt natürlich nicht so hochwertig wie andere Objektive aus, das Zoom kostet im Kit aber nur einen sehr geringen Aufpreis. Auf Tasten oder Schalter muss man verzichten, den klassischen Einstellring der Z-Objektive hat aber auch das Nikkor Z 24-50mm F4-6,3 zu bieten. Insgesamt lässt sich sagen: Die Leistung fällt in Relation zu den Abmessungen sehr ansprechend aus. Wer mit einem kleinen Brennweitenbereich und einer geringen Lichtstärke auskommt, kann zweifellos über den Kauf nachdenken. Damit lässt sich auch eine Vollformatkamera mit Zoom zu einem kompakten Paket „zusammenschrumpfen“.

Unsere Auszeichnungen:

Autor: dkamera.de Redaktion
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