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Testbericht des Nikkor Z 35mm F1,8 S

Weitwinkelfestbrennweite für spiegellose Systemkameras von Nikon

Das Nikon Z-System gehört zu den jüngsten Kamerasystemen am Markt, Kameras und Objektive gibt es daher vergleichsweise wenige. Die wichtigsten Brennweiten hat Nikon allerdings bereits abgedeckt, dazu gehören auch 35mm. Für diese klassische Reportage-Brennweite bietet Nikon das Nikkor Z 35mm F1,8 S an. Wir haben das Objektiv in folgendem Testbericht genauer betrachtet.

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Mit dem Nikkor Z 35mm F1,8 S bietet Nikon ein Objektiv für verschiedene Einsätze an. Mit 35mm Brennweite eignet sich die Optik für Landschafts-, Street- oder auch Porträtsfotos. Nicht wenige Fotografen meinen, 35mm sind die am variabelsten einzusetzende Brennweite.

Das Nikkor Z 35mm F1,8 S sollte also fast jeder, der eine Kamera mit Z-Bajonett besitzt, zu seinen Objektiven zählen. Die Abmessungen der Festbrennweite fallen mit 7,3 x 8,6cm vergleichsweise groß aus, Nikons DSLR-Pendant ist als Beispiel rund 1,5cm kürzer. Das Gewicht bewegt sich mit 370g ebenso auf einem leicht überdurchschnittlichen Niveau.

Das Nikkor Z 35mm F1,8 S ist zwar nicht klein, passt aber gut zu den Z-Kameras:

In der Praxis stören die größeren Abmessungen und das etwas höhere Gewicht aber nicht wirklich, nur bei sehr kompaktem Gepäck würde man sich eine kleinere Optik wünschen. Im Einsatz an der Nikon Z 7 oder Z 6 liegt das „Paket“ aus Objektiv und Kamera perfekt in der Hand.

Das Bajonett wird aus Metall gefertigt und ist abgedichtet:

Als Materialien verwendet Nikon beim Nikkor Z 35mm F1,8 S Kunststoff und Metall (am Bajonett). An der Verarbeitung kann man nichts kritisieren, angesichts eines Preises von 949,00 Euro (UVP) hätten wir jedoch zumindest einen gummierten Fokusring erwartet. Apropos Fokusring: Dieser kann vom Nutzer nicht nur als Fokusring verwendet werden, darüber lässt sich auch die Belichtung korrigieren oder die Blende verändern. Die Einstellung dafür findet sich im Kameramenü.

Der konfigurierbare Fokusring besteht nur aus Kunststoff:

Als weiteres Bedienelement ist an der Festbrennweite nur ein Schalter („M/A“) für die Wahl zwischen der manuellen und der automatischen Fokussierung zu finden.

Abdichtungen schützen die Technik im Inneren:

Damit der Einsatz des Nikkor Z 35mm F1,8 S auch bei schlechten Wetterbedingungen möglich ist, hat Nikon zwei Optimierungen vorgenommen. Neben Abdichtungen an den wichtigsten Stellen wurde die Frontlinse mit einer Fluorvergütung versehen.

Diese lässt Wasser leichter abperlen und Schmutz kann schlechter anhaften. Des Weiteren wird die Reinigung der Frontlinse vereinfacht. Wer Filter verwenden möchte, schraubt diese in einem 62mm großen Gewinde ein.

Für Filter hat Nikon ein 62mm großes Gewinde verbaut:

Mit einer maximalen Blendenöffnung von F1,8 gehört das Nikkor Z 35mm F1,8 S zu den lichtstarken Objektiven. Die große Offenblende erlaubt den Einsatz bei wenig Licht, die Sensorempfindlichkeit kann recht lange auf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Des Weiteren lassen sich mit dem Nikkor Z 35mm F1,8 S Motive gut vom Hintergrund oder Vordergrund abheben. Auch wenn so mancher Fotograf erst ab F1,4 wirklich zufrieden ist, stellen F1,8 aus unserer Sicht – gerade an einer Kamera mit Vollformatsensor – einen sehr guten Kompromiss dar. Abblenden lässt sich das Nikkor Z 35mm F1,8 S auf F16, neun abgerundete Lamellen sorgen möglichst lange für eine runde Öffnung.

Die optische Konstruktion der Festbrennweite:

Der optische Aufbau der Festbrennweite umfasst elf Linsen in neun Gruppen, fünf Linsen werden aus Spezialgläsern gefertigt. Zwei bestehen aus ED-Glas, bei drei Linsen handelt es sich um asphärische Elemente. Mit der Nanokristallvergütung der Linsenoberflächen reduziert Nikon unter anderem Streulicht und andere störende Reflexionen.

Nikkor Z 50mm F1,8 S und Nikkor Z 35mm F1,8 S im Größenvergleich:

Autofokus/manueller Fokus:
Als Autofokusmotor setzt Nikon beim Nikkor Z 35mm F1,8 S auf einen Schrittmotor. Diesen bezeichnet Nikon als „fast lautlos“, das Scharfstellen soll trotzdem schnell möglich sein. Dafür kommt eine Hintergruppenfokussierung zum Einsatz. In der Praxis können wir die Aussage „fast lautlos“ bestätigen, ein störendes Geräusch ist zu keiner Zeit wahrzunehmen. Die Fokussierungszeit bewegt sich mit rund 0,2 Sekunden  auf einem sehr guten Niveau. Wer manuell scharfstellen möchte, betätigt den bereits erwähnten "M/A"-Schalter am Objektiv. Es lässt sich zwar nicht so angenehm wie mit einem manuellen oder speziell zum manuellen Scharfstellen optimierten Objektiv fokussieren, in der Praxis hatten wir jedoch keine Probleme. Die Naheinstellgrenze des Nikkor Z 35mm F1,8 S ist vergleichsweise kurz, ab 25cm Abstand vom Sensor beginnt der Fokusbereich. Dadurch erreicht die Optik einen sehr brauchbaren Abbildungsmaßstab von 1:5,3.

Neben dem Fokusring steht am Objektiv noch ein Schalter als Bedienelement zur Verfügung:

Bildqualität:
Für den Bildqualitätstest des Nikkor Z 35mm F1,8 S haben wir die Nikon Z 7 (Testbericht) verwendet. Die mit einem 45,7 Megapixel-Sensor ausgestattete Kamera fordert die Festbrennweite deutlich stärker als ihr Schwestermodell Nikon Z 6 (Testbericht) mit lediglich 24 Megapixel. Mit der Z 6 ist also eine noch bessere Bildqualität zu erwarten.

Aber kommen wir zu den Ergebnissen mit der Nikon Z 7: Bei der größten Blendenöffnung von F1,8 löst das Nikkor Z 35mm F1,8 S Details in der Mitte sehr gut auf, zu den Rändern hin lässt sich ein deutlicher Abfall der Schärfe erkennen. Für F1,8 sehen wir das Schärfeniveau am Rand jedoch noch auf einem guten Niveau. Bei F2 ändert sich nur wenig, die Detailwiedergabe verbessert sich allenfalls um einen Hauch. Ein deutlicher Sprung ist bei F2,8 zu erkennen. In der Mitte gibt die Festbrennweite Details jetzt exzellent und am Bildrand gut bis sehr gut wieder. Das Detail-Maximum sehen wir in der Mitte bei F4 erreicht, der Vorteil gegenüber F2,8 fällt aber gering aus. Der Bildrand lässt sich durch abblenden noch weiter verbessern: Bei F4 auf ein sehr gutes und bei F5,6 auf ein exzellentes Niveau. Ab F8 beginnt die Bildschärfe in der Mitte bedingt durch die Beugung zu sinken, über F11 würden wir nur wenn zwingend notwendig hinausgehen. Die Bilder werden dann schon stark weichgezeichnet.

Lichtstarke Objektive neigen zu einer höheren Vignettierung, Modelle mit Vollformatsensoren besonders. Beim Nikkor Z 35mm F1,8 S zeigt sich bei F1,8 eine nicht zu übersehende Vignettierung. Beim Abblenden auf F2,8 geht die Abdunkelung der Ränder ein wenig und bei F4 deutlich zurück. Die Verzeichnung der Festbrennweite bewegt sich praktisch bei Null. Grundsätzlich gilt: Nikon greift digital ein, bzw. bei den RAW-Bildern kommt ein integriertes Korrekturprofil zum Einsatz. Ohne Korrektur ergibt sich beispielsweise eine doch sichtbare tonnenförmige Verzeichnung. Praktisch spielt diese, sofern man keinen RAW-Konverter ohne Profilerkennung nutzt, allerdings keine Rolle. Chromatische Aberrationen sind uns nur in der Nähe der Offenblende verstärkt aufgefallen, sie lassen sich durch das Abblenden um etwa eine Stufe stark reduzieren. Flares stellen in der Regel kein Problem dar, je nach Eintrittswinkel lassen sie sich aber erkennen. Das Bokeh des Nikkor Z 35mm F1,8 S fällt unserer Meinung nach sehr ansprechend aus, auch abseits von F1,8 ergibt sich ein angenehmer Schärfeverlauf.

Beispielaufnahmen:

Unser Fazit:
Das Nikkor Z 35mm F1,8 S ist weder eine kleine, noch ernorm lichtstarke noch sehr günstige Festbrennweite. In der Praxis ist für uns allerdings das Gesamtpaket entscheidend – und das stimmt. Die Festbrennweite lässt sich mit 35mm und einer Blende von F1,8 bei Tag wie bei Nacht in vielen Aufnahmesituationen einsetzen. Die Bildqualität fällt im Zentrum schon bei Offenblende sehr gut aus, etwas abgeblendet wird sogar ein exzellentes Niveau erreicht. An den Rädern werden Details bei F1,8 noch nicht optimal wiedergegeben, ab F4 wird ein sehr gutes Niveau erreicht. Bei der Verzeichnung, Vignettierung und den chromatischen Aberrationen hilft Nikon digital nach, mit Korrektur werden die Abbildungsfehler – mit Ausnahme der Randabschattung – deutlich reduziert.

Das Nikkor Z 35mm F1,8 S ist ein sehr gutes Allround-Objektiv:

Beim Äußeren des Nikkor Z 35mm F1,8 S setzt Nikon auf Kunststoff, das Bajonett besteht aus Metall. An der Verarbeitung lässt sich grundsätzlich nichts wirklich kritisieren, ein gummierter Fokusring wäre jedoch schön gewesen. Gut zu wissen: Den Fokusring kann der Nutzer auch mit anderen Funktionen belegen.

Die Wahl zwischen dem Autofokus und dem manuellen Fokus erfolgt per Schalter, der Autofokusmotor arbeitet sehr flott sowie leise. Klein und leicht ist das Nikkor Z 35mm F1,8 S nicht, in puncto Handling stört diese Tatsache an der Nikon Z 7 oder Z 6 aber auch nicht. Noch erwähnenswert sind die Abdichtungen der Linse. Angesichts der höheren Preisklasse setzen wir diese jedoch auch voraus.

Unsere Auszeichnungen:

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