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Testbericht des Samyang AF 35mm F2,8 FE

Sehr kompakte und leichte Festbrennweite für spiegellose Vollformatkameras von Sony

Spiegellose Systemkamera besitzen im Vergleich zu Spiegelreflexkameras oftmals kleinere Abmessungen. Für Fotografen, die kompakte und leichte Kameras suchen, sind sie daher bestens geeignet. Doch was bringen leichte Kameras, wenn die vorhandenen Objektive groß und schwer sind. Samyang bietet mit dem AF 35mm F2,8 FE eine sehr leichte und kleine Festbrennweite an, die im Vergleich zum schon länger erhältlichen Sony Zeiss Sonnar T* FE 35mm F2,8 ZA auch noch deutlich günstiger ist. Wir haben sie getestet.

Der Lieferumfang:
Samyang liefert das AF 35mm F2,8 FE nicht nur mit dem üblichen Front- und Rückdeckel aus, eine Gegenlichtblende und eine Transporttasche liegen ebenfalls dabei. Das ist mehr als man von deutlich teureren Objektiven anderer Hersteller gewohnt ist.

Das mitgelieferte Zubehör:

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Das Samyang AF 35mm F2,8 FE ist ein echtes Low-Budget-Objektiv. Es gibt nur wenige vollformattaugliche E-Objektive – noch dazu mit mit Autofokus –, die noch günstiger zu erwerben sind. Den Preis (299,00 Euro UVP) merkt man der Festbrennweite allerdings auch an. Damit meinen wir das vollständig aus Kunststoff gefertigte Gehäuse.

Selbst das Bajonett besteht aus Plastik – auch wenn die abweichende Gehäusefarbe der Rückseite etwas anderes suggerieren soll. Die Festbrennweite wirkt beim Anfassen „günstig“, das kann man nicht anders sagen. Die Verarbeitung lässt dagegen keine Kritik zu, alle Flächen und Ränder weisen keine Fehler auf.

Kleiner und leichter kann ein für Vollformatkameras taugliches Objektivs kaum sein:

Das Gehäuse besteht inklusive des Bajonetts dafür vollständig aus Kunststoff:

Dass Samyang nur auf Kunststoff setzt, hat aber auch einen Vorteil: das AF 35mm F2,8 FE fällt mit 85g extrem leicht aus. So leicht, dass man beim Festhalten eigentlich kaum glauben kann, ein Objektiv für Vollformatkameras in der Hand zu halten. Die Abmessungen von gerade einmal 6,2 x 3,3cm tragen zu diesem Eindruck ebenfalls bei. Wer Gewicht sparen möchte und zudem ein kompaktes Objektiv sucht, liegt beim Samyang 35mm F2,8 FE daher goldrichtig. Wer Objektive mit Metallgehäuse bevorzugt, wird mit der Festbrennweite dagegen nicht viel anfangen können.

Im Einsatz an der Sony Alpha 7R III:

Abdichtungen besitzt das Objektiv natürlich nicht, das wäre bei dieser Preisklasse auch zu viel verlangt. Schalter finden sich am Gehäuse der Festbrennweite überhaupt nicht, als einziges Bedienelement steht ein Fokusring zur Verfügung. Dieser lässt sich durch eine geriffelte Oberfläche gut greifen.

Mehr Bedienelemente als einen Fokusring gibt es nicht:

Die Brennweite von 35mm macht das Samyang AF 35mm F2,8 FE beim Einsatz an Vollformatkameras zu einem klassischen Reportage-Objektiv. Es lässt sich in vielen Situationen einsetzen, von der Landschafts- bis zur Porträtfotografie kommt man mit Abstrichen gut aus. Wer die Festbrennweite an einer Kamera mit APS-C-Sensor verwendet, erhält eine KB-Brennweite von 53mm. Dies entspricht einem Normalobjektiv und macht das 35mm F2,8 FE für einige – aber nicht mehr ganz so viele – Aufnahmesituationen tauglich. Die Lichtstärke von F2,8 bewegt sich im „Mittelfeld“.

Das Objektiv fällt somit weder besonders lichtstark noch lichtschwach aus. Da die Volformatkameras von Sony auch beim Einsatz hoher Sensorempfindlichkeiten rauscharme Bildergebnisse ermöglichen, lässt sich das Samyang AF 35mm F2,8 FE sogar recht gut für die Available-Light-Fotografie nutzen. Als kleinste Blende sind F22 wählbar, Blendenlamellen besitzt das Objektiv sieben Stück.

Der optische Aufbau mit zwei asphärischen und einer HR-Linse:

Der optische Aufbau des Samyang AF 35mm F2,8 FE besteht aus sieben Linsen in sechs Gruppen, zwecks der Kompensation von Abbildungsfehlern kommen eine HR- und zwei asphärische Linsen zum Einsatz. Durch die „Ultra-Multi-Coating“-Vergütung der Oberflächen möchte Samyang Flares und Ghosting entgegen wirken. Wer das verhindern möchte, kann zudem die mitgelieferte Gegenlichtblende verwenden. Diese fällt allerdings deutlich flacher als gewohnt aus. Gut zu wissen: Ohne Gegenlichtblende ist das Filtergewinde 49mm groß, mit Gegenlichtblende sind es wegen deren eigenem Gewinde 40,5mm.

Die Gegenlichtblende besitzt eine ungewöhnliche Bauform:

Autofokus/manueller Fokus:
Auf welchen Autofokusmotor-Typ Samyang setzt, ist nicht bekannt. Das Objektiv arbeitet beim Fokussieren nicht unhörbar, sondern gibt ein leises Summen von sich. Die Linsenbewegungen erfolgen innerhalb des Gehäuses, das sorgt für einen erhöhten Aufnahmekomfort. Als Autofokuszeit haben wir im Labor 0,32 Sekunden gemessen; ein Wert, der weder besonders gut noch schlecht ist. Im Foto-Alltag arbeitet der Autofokus des Samyang AF 35mm F2,8 FE in den allermeisten Fällen schnell genug. Bei Videoaufnahmen arbeitet der Fokusmotor leiser, bei sehr ruhigen Umgebungen ist er aber trotzdem auf der Tonspur zu hören. Die Naheinstellgrenze des Objektivs liegt mit 35cm ein gutes Stück vom Sensor entfernt, der größte Abbildungsmaßstab von 1:8,3 lässt Makroaufnahmen keinesfalls zu. Im Praxiseinsatz hätten wir uns des Öfteren eine etwas kürzere Naheinstellgrenze gewünscht. Beim manuellen Scharfstellen (per Focus by Wire) ergaben sich im Test keine Probleme.

Der Autofokusmotor arbeitet nicht geräuschlos:

Bildqualität:
Kompakte Objektive besitzen einen einfacheren optischen Aufbau als größere Objektive, die mit besonders vielen Linsen ausgestattet sind. Das Samyang AF 35mm F2,8 FE testen wir an der Sony Alpha 7R III (Testbericht) , die mit 42,2 Megapixel zu den Vollformat-Modellen mit der höchsten Auflösung gehört. An Kameras mit geringer aufgelösten Sensoren sind bessere Ergebnisse zu erwarten.

Bei der größten Blendenöffnung von F2,8 erreicht das Samyang 35mm F2,8 FE in der Bildmitte ein befriedigendes bis gutes Schärfeniveau, am Bildrand ist die Detailwiedergabe ausreichend. Grundsätzlich lassen Fotos mit F2,8 den gewünschten Kontrast etwas vermissen. Per Software kann man diesbezüglich allerdings einfach nachhelfen.

Auflösungsvergleich von Blende F2,8 bis F11 (100-Prozent-Ansicht):

Abblenden auf F4 bietet sich bei der Festbrennweite zweifellos an, damit lässt sich die Bildqualität deutlich verbessern. In der Bildmitte auf ein gutes bis sehr gutes Level, am Bildrand auf ein befriedigendes. Bei F5,6 sehen wir im Vergleich zu F4 im Zentrum keinen Unterschied, am Bildrand legt die Schärfe noch etwas zu. Bei F8 sehen wir leichte Vorteile gegenüber F5,6, allzu groß fallen diese allerdings nicht aus. Ein deutlicher Sprung ergibt sich dagegen bei F11, hier legt die Schärfe am Bildrand und in der Bildmitte nochmals sichtbar zu. Bei F16 sorgt die Beugung dagegen wieder für etwas „weichere“ Aufnahmen. Mit dem hochauflösenden Sensor der Alpha 7R III ist das Samyang 35mm F2,8 FE bei Offenblende etwas "überfordert", F2,8 sind für Fotografen mit hohen Qualitätsansprüchen nicht geeignet. Mit F4 und kleineren Öffnungen lässt sich im Fotoalltag dagegen gut arbeiten.

Die Verzeichnung mit (links) und ohne Korrektur (rechts):

Das gilt auch wegen der starken Vignettierung, die bei F2,8 deutlich sichtbar ist. Wer diese nicht per Software korrigieren möchte, sollte mindestens auf F5,6, besser F8, abblenden. Die Verzeichnung fällt beim Samyang AF 35mm F2,8 FE leicht kissenförmig aus, chromatische Aberrationen stellen kein größeres Problem dar. Bei Offenblende sind sie aber in einem durchaus sichtbaren Ausmaß vorhanden. Das Bokeh der Festbrennweite ist etwas unruhiger als bei lichtstarken Porträtobjektiven, geht unserer Meinung nach jedoch in Ordnung.

Beispielaufnahmen:

JPEG+RAW-Bilder:

Unser Fazit:
Das Samyang AF 35mm F2,8 FE  hebt sich von der Masse der FE-Objektive mit besonders kompakten Abmessungen, einem sehr geringen Gewicht und einem sehr günstigen Preis ab. Für 299,00 Euro UVP kann man kein Premium-Objektiv erwarten. Das Kunststoffgehäuse lässt sich als „einfach“ beschreiben, Bedienelemente gibt es nur in Form eines Fokusrings. Der Autofokus arbeitet hörbar, störend ist das Geräusch allerdings nicht. Die Fokussierungszeit bewegt sich mit 0,32 Sekunden auf einem akzeptablen bis guten Niveau.

Leicht abgeblendet fällt die Bildqualität für ein derart kompaktes und günstiges Objektiv gut aus:

Die Bildqualität lässt bei Offenblende am Bildrand zu wünschen übrig, im Zentrum ist sie dagegen ok. Das Abblenden um eine Stufe auf F4 verbessert die Schärfe deutlich, die Vignettierung und chromatische Aberrationen nehmen ebenso sichtbar ab. Mit F5,6 bis F8 lässt sich sehr gut arbeiten, bei F11 ergibt sich sowohl am Rand als auch im Zentrum das beste Ergebnis.

Wer ein Objektiv sucht, das schon bei Offenblende ohne Einschränkungen nutzbar ist, ist beim Samyang AF 35mm F2,8 FE falsch. Für Freunde von kompakten und günstigen Objektiven ist das AF 35mm F2,8 FE dagegen ein empfehlenswertes Modell. Ab F4 überzeugt das Gesamtpaket.

*Diese Links führen zu Amazon- oder anderen Online- Angeboten, keine Verfügbarkeitsgarantie, keine Garantie auf günstigsten Preis, Preise können variieren, Preise inkl. MwSt. / evtl. zzgl. Versandkosten, alle Angaben ohne Gewähr.

Kommentare

Seid ihr sicher, dass das ...

Seid ihr sicher, dass das Bajonett aus Plastik ist? Ich habe das Objektiv hier vor mir liegen und könnte schwören, es ist aus einem Metall. o_O

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