Vergleichstest Teil 3: Einsteiger-Systemkameras

Nikon 1 J1 gegen Panasonic Lumix DMC-GF3

Die spiegellosen Systemkameras haben sich inzwischen im Bereich zwischen den digitalen Kompaktkameras und den digitalen Spiegelreflexkameras etabliert. Nikon ist als bisher letzter Hersteller in dieses Segment eingestiegen und präsentiert mit der Nikon 1 J1 (Testbericht) ein besonders an Einsteigern orientiertes Modell. Panasonic, als ältester Hersteller in diesem Bereich, setzt die Panasonic Lumix DMC-GF3 (Testbericht) dagegen. Wir haben die beiden Modelle verglichen.

In den ersten beiden Teilen dieses Vergleichstests (Zu Teil 1 des Vergleichstests / zu Teil 2 des Vergleichstests) zwischen der Nikon 1 J1 (Testbericht) und der Panasonic Lumix DMC-GF3 (Testbericht) haben wir Gehäusequalität, das Bedienkonzept, die Geschwindigkeit und die Objektivleistung betrachtet. Zum Abschluss wollen wir den wichtigen Punkt der Bildqualität vergleichen, einen Blick auf das gesamte System bieten und abschließend ein Urteil fällen.

Die Nikon 1 J1 ist mit einem komplett neu entwickelten Sensorformat ausgestattet, das Nikon CX-Format nennt und sich mit einem Formatfaktor von 2,7 unterhalb des bekannten DX-Formats, aber auch unterhalb des FT-Formats ansiedelt. Der Sensor der Nikon 1 J1 ist ein Typ CMOS mit einer Größe von 13,2 x 8,8 Millimetern und einer Auflösung von 10,0 Megapixeln. Die Panasonic Lumix DMC-GF3 (Testbericht) hingegen ist mit einem Live-MOS-Sensor in FT-Größe mit den Maßen 17,3 x 13,0 Millimetern und einer Auflösung von 12,0 Megapixeln ausgestattet. Damit ist die Sensorfläche der GF3 fast doppelt so groß wie jene der Nikon 1 J1, was sich in einer besseren Bildqualität gerade bei wenig Licht bemerkbar machen sollte.

Im Labortest ist davon zunächst nichts zu sehen. Bei guten Lichtverhältnissen liegen beide Sensoren über das gesamte Empfindlichkeitsspektrum auf einem sehr ähnlichen Niveau, wobei der CX-Sensor der Nikon 1 J1 (Testbericht) minimal besser abschneidet. Bei wenig Licht und niedrigen bis mittleren ISO Empfindlichkeiten hat gerade im RAW-Format der FT-Sensor der Panasonic Lumix DMC-GF3 die Nase vorn, obwohl bei höheren Empfindlichkeiten wieder der CX-Sensor von Nikon eine bessere Leistung zeigt.

Für den praktischen Vergleich wurden beide Modelle wieder auf ein stabiles Stativ gesetzt, der optische Bildstabilisator wurde aus- und der Selbstauslöser eingeschaltet, sowie die Belichtungsvorgaben in Form von ISO und Zeit jeweils manuell vorgewählt. Aufgrund der vorangegangenen Objektivtests haben wir uns für eine Blende von F5,6 bei beiden Modellen und Aufnahmen in der Weitwinkelstellung entschieden.

Die Reihe zeigt auf der linken Seite die Nikon 1 J1, auf der rechten Seite die Panasonic Lumix DMC-GF3. Das erste Bild wurde bei ISO 100 bzw. 160 als niedrigste Einstellung aufgenommen, darauf folgen ISO 200, 400, 800, 1.600, 3.200 und 6.400.

Links Nikon 1 J1 - rechts Panasonic Lumix DMC-GF3:

Wie man an dieser Reihe gut sehen kann, spiegeln sich die Testergebnisse aus dem Labor auch in der Praxis wieder. Die Unterschiede im unteren Empfindlichkeitsbereich zeigen für die Panasonic Lumix DMC-GF3 ein positives Bild, im oberen Empfindlichkeitsbereich dreht sich dann das Verhältnis um. Da beide Modelle aber im Bereich der Rauschunterdrückung verschiedene Einstellungen ermöglichen, folgt noch eine weitere Serie.

Zunächst die Nikon 1 J1 (Testbericht), links mit eingeschalteter Rauschunterdrückung, rechts ist diese ausgeschaltet.

Nun folgt die Panasonic Lumix DMC-GF3 (Testbericht), bei der die Rauschunterdrückung feiner dosiert werden kann. Die Bildserie zeigt die Einstellung von -2, -1, 0, +1 und +2.

Neben dem Rauschniveau spielt auch die Dynamik eine wichtige Rolle. Beide Modelle besitzen einen zuschaltbaren Modus, der die Dynamik im ausgegebenen Bild anhand des Spielraums in der RAW-Aufnahme erweitern soll. Bei Nikon heißt diese Variante Active D Lighting. Links ausgeschaltet, rechts eingeschaltet bei beiden Paaren:

Panasonic nennt den Modus intelligente Dynamik und bietet vier Einstellungsstufen, „Off“ oben links, „Low“ oben rechts, „Standard“ unten links und „High“ unten rechts:

Mit der Nikon 1 J1 wurde auch das komplett neue Nikon 1 System vorgestellt. Es umfasst aktuell die beiden spiegellosen Systemkameras Nikon 1 J1 (Testbericht) und Nikon 1 V1 (Datenblatt), sowie vier Objektive. Dazu gehören das bereits vorgestellte Nikon 1 Nikkor VR 10-30mm 1:3,5-5,6, das daran anschließende Telezoom Nikon 1 Nikkor VR 30-110mm 1:3,8-5,6, das für Videoaufnahmen optimierte Powerzoom-Objektiv Nikon 1 Nikkor VR 10-100mm 1:4,5-5,6 PD und die besonders kompakte Festbrennweite Nikon 1 Nikkor 10mm 1:2,8, die als einziges Objektiv nicht mit einem integrierten optischen Bildstabilisator ausgestattet ist. Weitere Objektive, die auch ambitioniertere Anforderungen genügen, wurden von Nikon ohne konkrete technische Daten in Aussicht gestellt, zudem kann über den Adapter Nikon FT1 auch eine große Zahl an klassischen Nikon Objektiven mit F-Bajonett, teilweise auch mit Autofokus, an die kleine Nikon 1 J1 angeschlossen werden.

Die Panasonic Lumix DMC-GF3 (Testbericht) ist eine Micro-Four-Thirds-Kamera und dementsprechend Teil eines bereits großen Kamerasystems, das gemeinsam von Panasonic und Olympus seit 2008 aufgebaut wurde. Neben der GF3 sind noch weitere 17 Kameramodelle in den letzten vier Jahren erschienen, zu denen neben sehr kompakten Varianten auch größere Modelle gehören, die sich eher an ambitioniertere Nutzer richten. Eine ähnliche Bandbreite gibt es auch bei den Objektiven. Das Angebot umfasst neben dem Kitobjektiv 28 weitere Modelle mit Brennweiten zwischen 7 und 300mm, darunter Zoomobjektive genauso wie lichtstarke Festbrennweiten. Zudem sind sowohl von Olympus als auch von Panasonic weitere Objektive konkret angekündigt, unter anderem auch zwei professionelle Zoomobjektive mit hoher Lichtstärke. Auch ein 3D-Objektiv gehört zum Angebot. Über verschiedene Adapter können zudem die Objektive des gemeinsamen Spiegelreflexkamerasystems Four-Thirds an der Panasonic Lumix DMC-GF3 betrieben werden.

Das Vergleichstest-Fazit: Die beiden Modelle Nikon 1 J1 und Panasonic Lumix DMC-GF3 (Testbericht) sind eher für Aufsteiger aus dem Bereich der digitalen Kompaktkameras und für Einsteiger im Bereich der ambitionierteren Fotografie konzipiert. Die Nikon 1 J1 (Testbericht) kann dabei durch die schnelle Fokussierung auch bei bewegten Objekten und der hohen Serienbildgeschwindigkeit überzeugen, die Panasonic Lumix DMC-GF3 hingegen durch das einfachere und über das Touchscreendisplay auch direktere Bedienkonzept. Insgesamt betrachtet liegen beide Modelle aber auf einem sehr ähnlichen Niveau, sind voll und ganz anfängertauglich mit guten Automatiken und können daher bedenkenlos empfohlen werden. Wer über eines der Modelle den Einstieg in die ambitioniertere Fotografie sucht und sich entsprechende Aufstiegsmöglichkeiten offen halten möchte, sollte aktuell aufgrund des deutlich größeren Angebots eher zu der Panasonic Lumix DMC-GF3 greifen, da hierbei entsprechende Lösungen bereits jetzt verfügbar sind. (sas)

Zum ersten Teil des dkamera Vergleichstests der Nikon 1 J1 und der Panasonic Lumix DMC-GF3
Zum zweiten Teil des dkamera Vergleichstests der Nikon 1 J1 und der Panasonic Lumix DMC-GF3

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