Xiaomi 15 Ultra und Sony RX100 VII im Vergleich (Teil 1)

Teil 1 von 3: Die Technik des Smartphones und der Kompaktkamera im Vergleich

Smartphones der High-End-Klasse können schon einige Jahre mit einer sehr hohen Bildqualität sowie vielen Features überzeugen. Bei Kompaktkameras hat sich in der letzten Zeit dagegen vergleichsweise wenig getan. Trotzdem erreichen auch kompakte Kameras mit fest verbauten Objektiven heutzutage eine Bildqualität, die für sehr viele Situationen mehr als ausreichend ist. In diesem Vergleich stellen wir die Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII dem Xiaomi 15 Ultra gegenüber. Zudem nutzen wir beim Smartphone von Xiaomi das Photography Kit. Damit wird das 15 Ultra noch mehr in eine „echte“ Kamera verwandelt.

Zu unseren jeweiligen Einzeltestberichten:
Zum Testbericht des Xiaomi 15 Ultra
Zum Testbericht der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII

Des Weiteren verweisen wir an dieser Stelle auf die Gesamtübersicht aller bisher von uns getesteten Smartphones.

Die technischen Daten:
Bevor wir auf die Praxisleistungen der Sony RX100 VII und des Xiaomi 15 Ultra eingehen, schauen wir uns die Aufnahme-Hardware der beiden Geräte genauer an. Auch wenn ein Smartphone und eine Digitalkamera nicht 1:1 verglichen werden können, lassen die Spezifikationen doch einen guten ersten Eindruck zu.

Bei der maximalen Zoomstufe fällt die RX100 VII wesentlich größer als das Xiaomi 15 Ultra aus:

Bei der Cyber-shot DSC-RX100 VII verbaut Sony als Bildwandler ein seit mehreren Kamera-Generationen bekanntes Sensormodell. Der Exmor-RS-Chip löst 20 Megapixel auf, gehört wie bereits erwähnt zur 1,0-Zoll-Klasse (17,3 x 13,0mm) und verfügt über einen besonderen Aufbau mit zusätzlichem DRAM-Cache. Dieser erlaubt das extrem schnelle Auslesen und macht unter anderem sehr hohe Bildraten bei Fotos und Videos möglich.

Kürzeste Brennweite der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII (24mm KB-Brennweite):

Längste Brennweite der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII (200mm KB-Brennweite):

Als Objektiv kommt ein 8,3-fach-Zoom mit einer Kleinbildbrennweite von 24 bis 200mm zum Einsatz. Das optisch stabilisierte Objektiv bietet im Weitwinkelbereich eine maximale Blendenöffnung von F2,8, am Teleende sind es noch F4,5. Während alle Funktionen unabhängig von der Brennweite zur Verfügung stehen, muss man jedoch mit der absinkenden Lichtstärke auskommen.

Die Kamera-Einheit des Xiaomi 15 Ultra mit seinen vier Objektiven im Detail:

Xiaomi setzt beim 15 Ultra auf ein anderes Konzept. Die vier Einzelobjektive decken unterschiedliche Brennweiten ab, alle Zoomvorgänge dazwischen erfolgen digital. Die maximale Bildqualität steht daher nur bei den realen Brennweiten der Objektive zur Verfügung.

Bei der Hauptkamera nutzt Xiaomi einen Bildwandler von Sony. Der als LYT-900 bekannte Chip gehört zur 1,0-Zoll-Klasse, ist wie der Sensor der RX100 VII gestapelt („stacked“) und löst 50 Megapixel auf. Als Objektiv kommt eine Festbrennweite mit 23mm (KB-äquivalent), einer Lichtstärke von F1,6 und der optischen Stabilisierung zum Einsatz.

Weitwinkelobjektiv des Xiaomi 15 Ultra (23mm KB-Brennweite):

Bei der Ultraweitwinkelkamera handelt es sich ebenfalls um einen 50 Megapixel auflösenden Sensor (Samsung JN5). Dieser ist allerdings deutlich kleiner (1/2,76-Zoll-Klasse). Von der Optik sind die Brennweite 14mm (KB) sowie die Blende von F2,2 bekannt.

Ultraweitwinkelobjektiv des Xiaomi 15 Ultra (14mm KB-Brennweite):

Für Aufnahmen von weiter entfernten Motiven hat Xiaomi beim 15 Ultra zwei Telekameras verbaut. Die 3-fach-Teleoptik ist mit einem Sony-IMX858-Sensor der 1/2,51-Zoll-Klasse ausgestattet. Dieser speichert Fotos mit 50 Megapixel. Das 70-mm-Objektiv(KB-Brennweite) verfügt über eine Blende von F1,8 und einen OIS. Als Bonus kann man mit der Optik Makroaufnahmen erstellen, da sich Motive trotz der längeren Brennweite ab einer Entfernung von lediglich zehn Zentimetern ablichten lassen.

3-fach-Teleobjektiv des Xiaomi 15 Ultra (70mm KB-Brennweite):

4,3-fach-Teleobjektiv des Xiaomi 15 Ultra (100mm KB-Brennweite):

Bei der zweiten Telekamera handelt es sich um das 4,3-fach-Teleobjektiv. Dieses bringt den zweitgrößten Sensor (1/1,4-Zoll-Klasse) des Xiaomi 15 Ultra mit. Der Samsung-HP9-Chip löst gewaltige 200 Megapixel auf und erlaubt die Verdopplung der Brennweite mit immer noch 50 Megapixel Output. Die KB-Brennweite des Objektivs liegt bei 100mm, die Blende bei F2,6 und natürlich ist ein OIS vorhanden.

Damit ein derart großer Sensor bei einem Teleobjektiv genutzt werden kann, setzt Xiaomi auf eine Periskop-Konstruktion. Hier wird das Licht zunächst umgelenkt, bevor es auf die quer verbauten Linsen trifft.

Bei der 4,3-fach-Telekamera nutzt Xiaomi eine Periskop-Konstruktion:

Stellt man den Sensor der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII den Sensoren des Xiaomi 15 Ultra gegenüber, werden die Unterschiede schnell deutlich. Die Ultraweitwinkel- und Telekamera nutzen Sensoren, die nur etwa ein Fünftel der Größe des Chips der RX100 VII besitzen. Bei der Hauptkamera bewegt sich das Xiaomi 15 Ultra dagegen auf dem Level der RX100 VII.

Die Abmessungen der Bildwandler im Vergleich:

Der Sensor der 4,3-fach-Telekamera des Xiaomi 15 Ultra ist in etwa halb so groß, löst mit 200 Megapixel aber deutlich höher auf. Im Vergleich zur Hauptkamera ist die Auflösung viermal höher, im Vergleich zum Sensor der RX100 VII ergibt sich sogar ein Faktor von zehn. Dies bedeutet aber natürlich auch, dass die einzelnen Pixel wesentlich kleiner ausfallen müssen. Wie Xiaomi die hohe Auflösung handhabt und für welche Vor- sowie Nachteile diese sorgt, schauen wir uns im zweiten Teil dieses Vergleichs genauer an.

Autor: dkamera.de Redaktion
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