Xiaomi 17T Pro Smartphone- und Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Xiaomi 17T Pro auf die technischen Daten, das Handling sowie die Verarbeitung eingegangen sind, nehmen wir in diesem zweiten Teil die Kameras des Smartphones unter die Lupe. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:
Bei den Smartphones der T-Serie setzt Xiaomi seit langem auf drei Rückseitenkameras. Dies gilt auch für das von uns getestete 17T Pro. Konkret bezeichnet Xiaomi das Triple-Setup als Leica Vario-Summilux 15-115mm F1,67-3 Asph. Um ein echtes Zoomobjektiv handelt es sich dabei wie so oft allerdings nicht, sondern um drei Festbrennweiten.

Die kürzeste der drei Brennweiten findet sich natürlich bei der Ultraweitwinkelkamera. Deren Objektiv sorgt für einen Bildwinkel von 120 Grad, eine KB-Brennweite von 15mm und eine Lichtstärke von F2,2. Für die Bildaufnahme ist ein 1/3,06-Zoll-Chip (Omnivision OV13B) mit 12 Megapixel verantwortlich.

Die Kameras im Zoomvergleich (Ultraweitwinkel, Hauptkamera und 5x-Zoom):

Ein deutlich größerer Bildwandler kommt bei der Hauptkamera des Xiaomi 17T Pro zum Einsatz. Konkret spricht Xiaomi vom 1/1,31-Zoll messenden Light Fusion 950-Chip. Dieser speichert Fotos mit 50 Megapixel oder 12 Megapixel. In letzterem Fall werden vier Bildpunkte mittels des 4-in-1 Super Pixel-Verfahrens zusammengelegt und besitzen die Pixel eine Kantenlänge von 2,4μm. Das Objektiv deckt eine Brennweite von 23mm (KB-äquivalent) ab und verfügt über eine Blende von F1,67 sowie eine optische Stabilisierung. Bei den Linsen setzt Xiaomi auf mehrere Vergütungen, um den Kontrast zu steigern und Flares sowie andere Störungen zu minimieren.

Besonders steht beim Xiaomi 17T Pro zudem die Telekamera im Fokus. Schließlich bezeichnet Xiaomi das Smartphone als „Meister der Telefotografie“. Mit 115mm besitzt das Teleobjektiv eine vergleichsweise lange Brennweite, realisiert wird diese per Periskopbauweise. Dadurch ist trotz der längeren Brennweite ein flaches Gehäuse möglich. Die Telekamera des 17T Pro ist natürlich stabilisiert, die Lichtstärke der Optik liegt bei F3.

Die lange Brennweite der Telekamera ist durch die Periskopbauweise der Optik möglich:

Als Bildwandler greift Xiaomi auf den 50 Megapixel auflösenden Samsung JN5 zurück. Dieser gehört zur 1/2,76-Zoll-Klasse und speichert Bilder mit bis zu 50 Megapixel. Auch hier lassen sich vier Bildpunkte zwecks einer besseren Bildqualität zusammenlegen, die Bildpunkte messen dann 1,28μm. Die höhere Auflösung lässt sich zudem für das „Zoomen“ nutzen. Der maximale Zoom wird von Xiaomi mit 120-fach angegeben. Das Teleobjektiv des Xiaomi 17T Pro kann aber nicht nur weit entfernte Motive groß abbilden, sondern auch nähere. Dafür ist die Telemakro-Funktion vorhanden. Diese erlaubt Aufnahmen ab einem Motivabstand von 30cm.

Bei der Frontkamera kommt ein Sensor der 1/3,44-Zoll-Klasse mit 32 Megapixel zum Einsatz, das Objektiv besitzt eine Brennweite von 21mm (KB-äquivalent) sowie eine Lichtstärke von F2,2.

Die beste Qualität aller Kameras liefert natürlich die Hauptkamera. Der hochauflösende und große Bildwandler ermöglicht sehr detailreiche und rauscharme Bildergebnisse. Mit der vollen Auflösung fallen die Aufnahmen dabei sichtbar besser aus und überzeugen mit einer tollen Detailwiedergabe. Für alltägliche Aufnahmen reichen 12 Megapixel natürlich trotzdem aus. Damit kann man zudem viel Speicherplatz einsparen, denn Fotos mit 50 Megapixel nehmen mit rund 15 MB pro Bild rund dreimal so viel Speicherplatz ein. Kommt es auf die Qualität an, würden wir wie erwähnt jedoch stets zur vollen Auflösung greifen.

Die Telekamera des Xiaomi 17T Pro kann trotz nominal gleicher Auflösung nicht mit der Hauptkamera mithalten. Das liegt natürlich am deutlich kleineren Bildwandler, der in etwa nur ein Drittel der Fläche besitzt. Die sehr kleinen Pixel lassen den Vorteil der höheren Auflösung kaum zum Vorschein kommen, meistens wirken sogar die 12-Megapixel-Aufnahmen schärfer. Diese fallen für ein Smartphone mit langer Brennweite allerdings sehr ansprechend aus, weshalb sich das Smartphone gut für Teleaufnahmen mit mittlerer Brennweite eignet. Längere Brennweiten als 115mm, also der Einsatz des Digitalzooms, sorgt allerdings für eine schnell abfallende Qualität. Hier macht sich der kleine Bildwandler bemerkbar. Mit 115mm kommt man im Alltag allerdings sehr gut aus.

Die Sensoren des Xiaomi 17T Pro im direkten Größenvergleich:

Bei der Ultraweitwinkelkamera des 17T Pro verbaut Xiaomi den Sensor mit der kleinsten Größe und der niedrigsten Auflösung. Das Zusammenlegen von Bildpunkten zum Verbessern der Bildqualität fällt hier weg. Mit 12 Megapixel reicht die Auflösung der UWW-Kamera für Alltagssituationen allerdings zweifellos aus. Die Qualität der Aufnahmen ist grundsätzlich solide, stärkere Vergrößerungen (per Digitalzoom) oder nachträgliche Ausschnittvergrößerungen sollte man aber besser nicht vornehmen. Hier sinkt die Qualität schnell stark ab.

Der Nachtmodus verbessert die Bildqualität bei der Ultraweitwinkelkamera deutlich:

Bei weniger Licht vergrößert sich der Abstand zwischen den Kameras – wie erwartet – noch weiter. Die Hauptkamera speichert auch bei Nacht oder in dunklen Räumen vergleichsweise rauscharme Fotos, einen extra Nachtmodus braucht es hierfür nicht. Dieser ist bei der Ultraweitwinkelkamera dagegen schon notwendig, um das Bildrauschen zu minimieren und Details besser wiederzugeben. Wer darauf verzichtet, muss wegen des kleinen Sensors deutliche Qualitätseinbußen hinnehmen. Die Aufnahmen sind verwaschen und zeigen kaum Details. Die Telekamera schneidet sichtbar besser und speichert auch ohne Nachtmodus (den wir jedenfalls nicht eingestellt haben) ansprechende Bilder. Details werden gut wiedergegeben, das Bildrauschen ist vergleichsweise gering. Natürlich kommt die Telekamera in puncto Bildqualität aber nicht an die Hauptkamera heran.

Einzelbild aus einer 8K-Aufnahme der Hauptkamera:

Der bisher erlangte Eindruck, dass Xiaomi die Ultraweitwinkelkamera etwas vernachlässigt hat, bestätigt sich auch bei Videos. Mit der Ultraweitwinkelkamera sind Aufnahmen maximal mit 30 Vollbildern pro Sekunde in 4K-Auflösung möglich. Die Hauptkamera schafft diese Bildrate in 8K und in 4K mit 120 Vollbildern pro Sekunde sogar die vierfache Bildrate. Die Telekamera liegt zwischen beiden Modellen und erlaubt in 4K bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde. 8K-Aufnahmen sind dagegen nicht möglich. Wer stärkere Zeitlupeneffekte benötigt, kann in Full-HD mit der Haupt- und der Telekamera bis zu 960 Bilder pro Sekunde aufzeichnen. Hier muss man wie üblich mit einem deutlichen Detailverlust leben. In 4K liefern die Haupt- und die Telekamera sehr ansprechende Aufnahmen, die Videos der Ultraweitwinkelkamera sind ok (wenn man etwas höhere Ansprüche hat).

Zwei Telemakro-Aufnahmen des Xiaomi 17T Pro:

Ein ansprechendes Feature des Xiaomi 17T Pro ist die Telemakro-Funktion. Dank einer Naheinstellgrenze von nur 30cm sind ordentliche Vergrößerungen möglich. Etwas schade ist das hierbei das (aufgrund der Periskop-Optik) doch harsch ausfallende Bokeh. Dieses lenkt vom Motiv teilweise deutlich ab. Gut zu wissen: Wer sich dem Motiv auf mehr als 30cm nähert, erhält die Warnung, sich weiter vom Motiv zu entfernen. Diesen Ratschlag sollte man unbedingt befolgen, da ansonsten die Hauptkamera für die Makroaufnahmen verwendet wird. In diesen Fällen fällt die Bildqualität wegen des starken digitalen Zooms sichtbar schlechter aus.

Das Bokeh lässt sich beim Xiaomi 17T Pro mit der Master Porträt-Funktion beeinflussen:

Für Aufnahmen mit künstlichem Bokeh bringt das Xiaomi 17T Pro – wie einige andere Geräte von Xiaomi – die Master Porträt-Funktion mit. Diese umfasst eine Reihe von Bokeh-Optionen. Während die Hintergrundunschärfe des Smartphones ansprechend ausfällt, könnte die Bokeh-Generierung noch besser sein. Teilweise konnten wir bei unseren Testaufnahmen deutliche Fehler sehen.

Bei der Bildabstimmung hat sich Xiaomi wie üblich für eine stärkere Aufbereitung entschieden. Diese sorgt für den bekannten Smartphone-Look mit stärker aufgehellten Schatten und einer angehobenen Sättigung. Wer sich einen klassischen Look wünscht, kann zum Leica-Authentic-Stil greifen oder den Pro-Modus nutzen, der das Beeinflussen der wichtigsten Bildparameter (Kontrast, Sättigung, Schärfe, …) erlaubt. Zudem bietet die Kamera-App zahlreiche weitere Stile an, zu denen auch mehrere Schwarzweiß-Optionen zählen. Dadurch findet jeder Fotograf den Bildstil seiner Wahl. Dank der RAW-Aufnahmefunktion lassen sich die Bilder zudem umfassend nachbearbeiten. Der Autofokus und die Bildstabilisierung des Xiaomi 17T Pro wussten im Alltag sehr zu gefallen, diesbezüglich haben wir allerdings auch keine Probleme erwartet.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen des Xiaomi 17T Pro:
Alle nachfolgenden Bilder und Videos wurden – sofern nicht anders angegeben – mit dem "Leica Vibrant"-Stil aufgenommen.

Brennweitenvergleich: (Ultraweitwinkel, Weitwinkel, 2x- und 5x-Tele):

Brennweitenvergleich: (Ultraweitwinkel, Weitwinkel, 5x und 10x-Tele):

Links eine Aufnahme mit dem Fotomodus, rechts mit dem Porträtmodus:

Links eine Aufnahme mit 12,5 Megapixel, rechts mit 50 Megapixel (Hauptkamera):

Links eine Aufnahme mit 12,5 Megapixel, rechts mit 50 Megapixel (Telekamera):

Links eine Makroaufnahme (Tele), rechts ein Bild mit LED-Licht (Hauptkamera):

Zwei Aufnahmen der UWW-Kamera: Links Standardmodus, rechts Nachtmodus:

Zwei Aufnahmen der Hauptkamera: Links mit 12,5 Megapixel und rechts mit 50 Megapixel:

Zwei Aufnahmen der Telekamera: Links mit 12,5 Megapixel und rechts mit 50 Megapixel:

Zwei RAW-Aufnahmen mit der Hauptkamera bei Tag und Nacht (50 Megapixel):

Videoaufnahme der Weitwinkelkamera in 8K-Auflösung (30p)

Videoaufnahme der Weitwinkelkamera in 4K-Auflösung (120p)

Videoaufnahme der Ultraweitwinkelkamera in 4K-Auflösung (30p)

Videoaufnahme der Telekamera in 4K-Auflösung (60p)

Videoaufnahme der Hauptkamera in Full-HD-Auflösung (960p)

Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung des Xiaomi 17T Pro ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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