Xiaomi Poco F2 Pro Smartphone- & Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Xiaomi Poco F2 Pro auf die technischen Daten, das Handling sowie die Verarbeitung eingegangen sind, prüfen wir nun die Kameras des Smartphones. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:
Smartphones besitzen schon länger nicht mehr nur eine Kamera, üblicherweise gibt es gleich mehrere davon. Das Poco F2 Pro hat Xiaomi auf der Rückseite mit vier Kameras ausgerüstet. Drei sind für die herkömmliche Bildaufnahme gedacht, eine speichert Tiefeninformationen (ToF-Kamera). Während sich letztere durch den Nutzer nicht ansteuern lässt, ist das bei den drei anderen Modellen der Fall. Die Hauptkamera des Xiaomi Poco F2 Pro besitzt ein Objektiv mit 26mm KB-Brennweite, es handelt sich also um eine klassische Weitwinkelbrennweite. Die Lichtstärke der Optik liegt bei F1,9.

Als Sensor wird ein Chip der 1/1,72-Zoll-Klasse (Sony IMX 686) mit 64 Megapixel verwendet. Diese Auflösung muss vom Nutzer allerdings explizit eingestellt werden, standardmäßig besitzen die Aufnahmen 16 Megapixel. Diese auf ein Viertel reduzierte Auflösung resultiert aus der besonderen Farbfiltermatrix und dem Zusammenlegen von vier Pixeln zu einem größeren Bildpunkt (Super Pixel-Technologie genannt). Dadurch lässt sich unter anderem das Bildrauschen reduzieren. Zum Fokussieren nutzt die Hauptkamera einen Phasen-AF, eine optische Bildstabilisierung gibt es nicht.

Die Sensoren im Größenvergleich:

Die zweite Kamera ist für die Aufnahme von Ultraweitwinkelbildern gedacht. Xiaomi spricht von einem Bildwinkel von 123 Grad, wir gehen von einem kleineren Bildwinkel aus. Schätzungsweise liegt die KB-Brennweite bei etwa 15mm. Die Blende des Objektivs wird mit F2,4 angegeben. Zum Sensor gibt es bis auf dessen Auflösung (13 Megapixel) keine genaueren Angaben, angesichts der uns zur Verfügung stehenden Daten gehen wir von einer Sensorgröße von rund 1/3,2 Zoll aus. Eine Telekamera hat Xiaomi beim Poco F2 Pro nicht verbaut, stattdessen steht eine Makrokamera zur Verfügung. Diese nutzt einen 5 Megapixel auflösenden Sensor im 1/5 bis 1/6 Zoll Format. Die Brennweite des Objektivs liegt bei 24mm (KB-äquivalent), die Lichtstärke bei F2,2. Da die Kamera wirklich nur für Makroaufnahmen gedacht ist, beschränkt sich der Fokussierungsbereich auf 3cm bis 7cm.

Brennweitenvergleich (Ultraweitwinkel, Weitwinkel und "Tele"):

In der Praxis können Nutzer des Xiaomi Poco F2 Pro allerdings nicht nur die genannten „Kameras“ verwenden, in der App lässt sich auch eine 2-fach-Zoomkamera auswählen. Deren Bilder haben wir ihnen auch in unseren Beispielaufnahmen zur Verfügung gestellt. Um eine echte Kamera handelt es sich allerdings nicht. Stattdessen nutzt Xiaomi einen digitalen Zoom bzw. Crop. In der Praxis funktioniert das wegen des hochauflösenden Sensors bei guten Lichtverhältnissen ordentlich, die Aufnahmen lassen sich problemlos verwenden. Das stärkere Hineinzoomen sollte allerdings vermieden werden, dafür reicht die Auflösung nicht aus. Für Freunde langer Brennweiten haben andere Smartphones deutlich mehr zu bieten.

Die Hauptkamera liefert mit ihrem großen Chip dagegen gelungene Bildergebnisse ab. Bei Tag sind diese sehr ansprechend, Details werden viele wiedergegeben. Wer Fotos mit der maximalen Qualität möchte, muss zur 64 Megapixel-Option wechseln. Damit lassen sich noch mehr Details herausholen, die Schwächen werden beim Vergrößern der Aufnahmen jedoch auch stärker sichtbar. Unter anderem lässt die Bildschärfe des Objektivs zum Rand hin teilweise stärker nach, das Bildrauschen fällt selbst bei ISO 50 auf. Trotzdem gilt: Für ein Smartphone kann man sich nicht wirklich beklagen.

Wer sich Aufnahmen mit einem extra großen Bildwinkel wünscht, greift zur Ultraweitwinkelkamera. Deren Fotos sind zwar nicht unbedingt State-of-the-Art, aber solide. Bei guten Lichtverhältnissen erhält man ordentliche Bildergebnisse, für alltägliche Aufnahmen reichen diese problemlos aus. Bei weniger Licht macht sich die kleine Sensorgröße bemerkbar, Details gehen schnell in einem stärkeren Bildrauschen unter. Daher ist es doppelt schade, dass der Nachtmodus nur beim Einsatz der Hauptkamera funktioniert. Hier lässt Xiaomi Punkte liegen.

Die Hauptkamera liefert bei Nacht auch ohne Nachtmodus sehr gute Bilder, Details sind für ein Smartphone zahlreich vorhanden. Mit dem Nachtmodus kann man bei noch weniger Licht fotografieren, der doch starke HDR-Effekt lässt die Aufnahmen aber etwas künstlich erscheinen.

Der Nachtmodus lässt sich nur beim Einsatz der Hauptkamera nutzen:

Wer die Makrokamera verwenden möchte, sollte dies grundsätzlich nur bei ausreichend Licht. Der kleine Sensor ist ansonsten schnell überfordert. Selbst bei den besten Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse im Vergleich zu den anderen beiden Kameras aber sichtbar schlechter. Ein Vorteil der Makrokamera ist natürlich die starke Vergrößerung kleiner Motive, zu mehr als der Weitergabe über Social Media reicht die Qualität allerdings nicht aus.

Für Videos besitzt das Poco F2 Pro einen dedizierten Videomodus:

Bei Videoaufnahmen spielt das Xiaomi Poco F2 Pro vor allem dank der 8K-Aufnahmen teilweise in der ersten Liga mit. Der Chip erlaubt Aufnahmen mit 7.680 x 4.320 Pixel und 24 oder 30 Vollbildern pro Sekunde. Pro Sekunde müssen hier Daten von 792 bzw. 990 Millionen Pixeln ausgewertet werden. Die Qualität der 8K-Videos fällt entsprechend hoch aus, an Details mangelt es natürlich nicht. Bildrauschen ist allerdings schon bei Tag zu sehen und abspielen konnten wir Videos auf keinem unserer Abspielgeräte (das Poco F2 Pro ausgenommen) flüssig. Die riesigen Dateigrößen von mehr als 600MB/s sind ebenso nicht besonders vorteilhaft. In der Praxis sollten 8K-Videos daher für die allermeisten Nutzer – zumindest aktuell – uninteressant sein. Es gilt allerdings: Eine 8K-Funktion ist ein Bonusfeature und keinesfalls negativ zu sehen.

Ein Screenshot aus einem 8K-Video:

4K-Aufnahmen unterstützt das Smartphone mit der Hauptkamera mit bis zu 60p und mit der Ultraweitwinkelkamera mit bis zu 30p. Daneben gibt es die schon von Fotos bekannte Tele-Option. Da hier wie bereits erwähnt die Hauptkamera das Material liefert, sind auch mit der Tele-Option bis zu 60p in 4K möglich. Die Video-Qualität der Hauptkamera sehen wir auf einem exzellenten Level, bei der Tele-Option und der Ultraweitwinkelkamera -Kamera auf einem sehr guten. Die Full-HD-Videos sind ebenfalls ordentlich, zumindest wenn man nicht über 60p hinausgeht. Bei höheren Bildraten und generell Zeitlupenaufnahmen lässt die Qualität stärker nach. Maximal möglich sind mit dem Poco F2 Pro 960 Vollbilder pro Sekunde in Full-HD und HD.

Der Autofokus arbeitet beim Einsatz der Hauptkamera sehr flott, bei der Makrokamera akzeptabel schnell. Die UWW-Kamera besitzt einen Fixfokus, hier steht weder der manuelle noch ein automatischer Fokus zur Verfügung. Die Bildstabilisierung erfolgt in allen Fällen digital, bewegliche Linsen zur optischen Stabilisierung besitzt das Xiaomi Poco F2 Pro nicht. Wegen dieser Tatsache wird bei Videos nicht das Bild der vollen Sensorfläche ausgegeben, ein Teil dient zur Stabilisierung. Zumindest bei 4K-Auflösung und bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Oberhalb davon sind stärkere Wackler bei Aufnahmen aus der Hand zu erkennen. Das ist schade.

Links eine Aufnahme mit Stabilisierung (4K30p), rechts ohne (4K60p):

Bei der Bildverarbeitung hat Xiaomi nicht allzu stark übertrieben. Die Schärfe, der Kontrast und die Sättigung wirken noch recht natürlich. Im Vergleich zum Xiaomi Redmi Note 9 Pro sind die Unterschiede klar ersichtlich, das Poco F2 Pro geht deutlich sanfter zu Werke. Das kann man nun gut oder schlecht finden, es ist eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Brennweitenvergleich (Utraweitwinkel, Hauptkamera, Tele):

Links eine Aufnahme mit Bokeh-Funktion, rechts ohne:

Links eine Aufnahme mit Bokeh-Funktion, rechts ohne:

Links eine Aufnahme mit 64 Megapixel, rechts mit 16 Megapixel:

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera:

Zwei Aufnahmen mit der Makrokamera:

Links eine Aufnahme mit Hauptkamera und LED-Licht, rechts mit der UWW-Kamera:

Links eine normale Aufnahme, rechts mit dem Nachtmodus:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera:

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera: Links in 8K30p, rechts in 4K60p:

Links eine Aufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera (4K30p), rechts mit der Teleoption (4K30p):

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera: Links in 1080p240, rechts in 720p960:

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera: Links in 4K60p, rechts in 1080p60:

Im dritten Teil unseres Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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