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Praxisbericht zur Canon EOS 4000D

Die Canon EOS 4000D (Datenblatt) stellt das kleine Schwestermodell der EOS 2000D dar und wird wie dieses aus Glasfaser-verstärktem Polykarbonat, also Kunststoff, gefertigt. Das ist in der Einsteigerklasse üblich. Das Material wirkt grundsätzlich einfach, an der Verarbeitung kann man jedoch nichts kritisieren.

Die Canon EOS 4000D besitzt wie praktisch alle Einsteigermodelle ein Gehäuse aus Kunststoff:

Während praktisch alle Systemkameras auf dem Markt über ein Metallbajonett verfügen, kommt bei der Canon EOS 4000D (Technik) lediglich ein Kunststoff-Bajonett zum Einsatz. Obwohl wir diesen Schritt nicht gut finden (Metall ist zweifellos robuster als Kunststoff), müssen wir festhalten, dass das Kunststoff-Bajonett den meisten Besitzern der Kamera vermutlich gar nicht auffallen wird.

Dazu müsste das Objektiv abgenommen werden, was die Mehrheit der Besitzer von Einsteigerkameras nicht vorhat. Des Weiteren sollten an einer Einsteigerkamera keine Objektive zum Einsatz kommen, die das Bajonett mit einem hohen Gewicht stark belasten. In der Praxis spielt der Einsatz eines Kunststoff-Bajonetts somit effektiv keine Rolle.

Beim Bajonett der Spiegelreflexkamera hat sich Canon ebenso für Kunststoff entschieden:

Kritischer sehen wir dagegen den Verzicht auf die sonst übliche Gummierung auf der Rückseite. Bei der Canon EOS 4000D (Produktbilder) ist nur eine Daumenablage mit glatter Kunststoffoberfläche vorhanden, der Finger findet daher recht wenig Halt. Am Griff der mit 12,9 x 10,2 x 7,7cm klein ausfallenden Spiegelreflexkamera hat Canon dagegen eine Gummierung angebracht, die dadurch gut in der Hand liegt. Bei Fotografen mit größeren Händen hängt der kleine Finger, wie üblich, allerdings etwas in der Luft.

Tasten hat die DSLR einige zu bieten, sie fallen zudem vergleichsweise groß aus. Suboptimal: Die DSLR verfügt über keinen separaten Ein-und-aus-Schalter, dafür gibt es am Programmwählrad eine Off-Position. Auf den ersten Blick scheint diese Lösung kein größeres Problem darzustellen, in der Praxis sagt uns sie aber nur wenig zu. Der Fotograf muss das Fotoprogramm dadurch bei jedem Einschaltvorgang neu wählen, das schnelle Einschalten der DSLR und die sofortige Bildaufnahme kann abhängig vom gewünschten Modus somit etwas länger dauern.

Alle Tasten und Einstellräder liegen auf der rechten Ober- bzw. Rückseite:

Das Angebot an Fotoprogrammen fällt bei der Canon EOS 4000D (Bildqualität) klassisch aus. Neben der automatischen Motiverkennung stehen eine Kreativ-Automatik und sechs Szenenmodi („Porträt“, „Landschaft“, „Nahaufnahme“, Sport“, „Speisen“, „Nachtporträt“) zur Verfügung. Manuelle Einstellungen sind über die PSAM-Programme möglich, für Videos muss zum Videomodus gewechselt werden. Des Weiteren besitzt die Kamera fünf Kreativfilter („Körnigkeit S/W“, „Weichzeichner“, „Fisheye-Effekt“, „Spielzeugkamera-Effekt“, „Miniatureffekt“). Wichtig: Diese lassen sich als Einschränkung erst nach der Aufnahme anwenden. Die Funktion dazu findet sich im Menü. Das im seit Jahren bekannten Design gehaltene Menü macht das Zurechtfinden einfach, das mittlerweile bei einigen Systemkameras von Canon verwendete spezielle Einsteigermenü sucht man allerdings vergeblich. Gerade bei einer Einsteigerkamera wie der EOS 4000D wäre es sinnvoll gewesen. Dagegen gut: Wie bei den höherklassigen Modellen steht ein selbst konfigurierbares „My Menu“ zur Verfügung. Optionen hat die DSLR ausreichend viele zu bieten, neben der Belichtungsreihenaufnahme werden unter anderem einige Blitzoptionen und weitere Bildoptimierungen angeboten. Die automatische Sensorreinigung fehlt dagegen leider.

Der verwendete Fokustyp ist von der Art der Bildkontrolle abhängig:

Die automatische Fokussierung erfolgt bei der Canon EOS 4000D (Geschwindigkeit) auf zwei verschiedene Arten. Beim Blick durch den Sucher ist ein dedizierter Phasen-AF-Sensor aktiv, im Liveview- und Videomodus nutzt die DSLR die Kontrastmessung. Der dedizierte AF-Sensor der Kamera besitzt neun Autofokusmessfelder, nur beim mittigen handelt es sich um einen Kreuzsensor. Dieser kann Motive mit horizontalen sowie vertikalen Strukturen scharfstellen. Die anderen acht Messfelder sind auf horizontale oder vertikale Strukturen beschränkt. Des Weiteren setzt sich das zentrale Messfeld mit einer höheren Empfindlichkeit (0 LW gegenüber 1 LW) ab, arbeitet also auch noch bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen. Das AF-Messfeld wählt die Kamera automatisch, der Fotograf kann es auf Wunsch außerdem von Hand bestimmen. Die Fokussierung unterstützt die Kamera mit den Modi „One Shot“ (einmaliges Scharfstellen) und „AI-Servo“ (kontinuierliches Scharfstellen), zudem lässt sich manuell arbeiten. Im Liveviewmodus hilft eine Vergrößerungsfunktion dabei, die Schärfe zu kontrollieren.

Als Verschluss nutzt die Spiegelreflexkamera einen herkömmlichen Schlitzverschluss, der Belichtungszeiten zwischen 30 Sekunden (länger per Bulb) und 1/4.000 Sekunde erlaubt. Das ist für die allermeisten Aufnahmesituationen ausreichend, lediglich bei Sonnenschein und dem Einsatz von lichtstarken Objektiven könnte ein Abblenden nötig sein. Die Belichtungsmessung erfolgt wahlweise als Mehrfeld-, mittenbetonte oder Selektivmessung. Damit kommt man im Regelfall aus.

Beim Spiegelreflexsucher hat Canon auf die Möglichkeit der Dioptrienkorrektur verzichtet:

Zur Bildkontrolle hat die Canon EOS 4000D (Technik) wie alle Spiegelreflexkameras einen optischen Sucher zu bieten. Das Modell vom Typ „Pentaspiegel“ gibt 95 Prozent des Bildfeldes wieder, die Bildränder einer Aufnahme sind daher erst auf dem Display anzusehen. Die Vergrößerung liegt bei einem Faktor von 0,5 (auf Vollformat umgerechnet), der Sucher fällt dadurch sehr klein aus. Zur Kontrolle der Aufnahmen ist er zwar ausreichend, der Komfort könnte aber fraglos höher ausfallen. Gestrichen hat Canon bei der EOS 4000D die Möglichkeit zur Dioptrienkorrektur, Kurz- oder Weitsichtige können ohne weiteres Zubehör also nicht auf ihre Brille verzichten. Laut Canon ermöglichen immerhin Augenkorrekturlinsen der E-Serie das Anpassen an die Sehstärke.

Das 2,7 Zoll messende Display liefert nur eine pixelige Darstellung:

Abstriche sind des Weiteren beim Display hinzunehmen. Dieses fällt mit einer Diagonalen von 2,7 Zoll nicht nur kleiner als üblich aus, die Auflösung bewegt sich mit lediglich 230.000 Subpixel zudem deutlich unter dem Niveau der meisten aktuellen Modelle. Am LCD hätte Canon zweifellos weniger sparen sollen, die Wiedergabe wirkt pixelig. Ob eine Aufnahme gelungen ist, lässt sich daher erst nach dem stärkeren Vergrößern eines Bildausschnitts erkennen. Mit Ruhm bekleckert sich das LCD leider auch nicht bei den Einblickwinkeln. Während die schräge Draufsicht von der Seite gut möglich ist, werden bei der Ansicht von unten starke Farbverschiebungen sichtbar. Eine schwenk- oder drehbare Lagerung sucht man beim LCD leider vergeblich, den mittlerweile gewohnten Touchscreen gibt es ebenso nicht.

Videoaufnahmen sind heutzutage auch bei Fotokameras relevant, schließlich möchten die meisten Personen kein zweites Gerät allein für Videos mitnehmen. Die Videofunktion der Canon EOS 4000D (Beispielaufnahmen) erlaubt das Speichern von Full-HD-Videos (1.920 x 1.080 Pixel), die Bildrate lässt sich zwischen 24 und 30 Vollbildern pro Sekunde wählen. Somit müssen Videografen zum einen auf die aktuelle 4K-Auflösung verzichten, zum anderen auf höhere Bildraten. Ersteres ist angesichts der Einsteigerklasse verständlich, mehr als 30 Vollbilder pro Sekunde kann man in Full-HD allerdings schon erwarten. Dieses Feature findet sich selbst bei günstigeren Smartphones. 50 oder 60 Vollbilder werden erst bei HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) erreicht.

Die Bildqualität der Aufnahmen erreicht kein besonders hohes Niveau, Moiré-Artefakte fallen teilweise stärker auf. Als besonders problematisch erscheint uns die fehlende kontinuierliche Fokussierung.  Diese darf man im Jahr 2018 eigentlich voraussetzen. Wer während Videos mit der DSLR scharfstellen möchte, muss dafür den Videoauslöser betätigen. Danach setzt ein lauter (das liegt am EF-S 18-55mm F3,5-5,6 III) und stark pumpender Video-AF ein, der die Aufnahme zumindest für den Zeitraum des Scharfstellens ruiniert. Manuelle Optionen finden sich im Videomodus ein paar, den Ton nimmt ein Monomikrofon auf. Einen Anschluss für externe Mikrofone gibt es nicht, den Tonpegel kann der Benutzer immerhin anpassen. Für Videoaufnahmen ist unser Fazit zur EOS 4000D eindeutig: nach aktuellen Maßstäben kaum brauchbar.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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Kommentare

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Passt das Rode VideoMic GO dazu? Kann man es anschliessen?

Danke!

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