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Praxisbericht zur Nikon 1 J1

Die Präsentation eines neuen Kamerasystems ist in der eher konservativen Fotobranche ein großes Ereignis, besonders wenn es von einem der wirtschaftlichen Schwergewichte in diesem Segment auf den Markt gebracht wird. Viel Aufmerksamkeit war dem Nikon 1 System schon mit dem Erscheinen sicher, und dementsprechend gespannt war ich auf das erste Testmodell.

Dabei wirkt die Nikon 1 J1 (Datenblatt), die mir für diesen Test zur Verfügung stand, nicht nur auf dem ersten Blick unscheinbar. Der in letzter Zeit bei vielen Modellen umgesetzte Designminimalismus fällt bei der Nikon 1 J1 (Produktfotos) dadurch besonders auf, dass es schwer fällt, zwischen Ober- und Unterseite zu unterscheiden. Beim schnellen Griff aus der Jackentasche passiert es so anfangs leicht, dass man die kleine Systemkamera falsch herum in der Hand hält. Nur die Rückseite bringt Klarheit, da das Display wie üblich nach Links versetzt ist, um so auf der rechten Seite einigen Bedienelementen Platz zu schaffen.

Das Gehäuse der Nikon 1 J1 (Technik) ist sehr gut verarbeitet und hinterlässt bereits beim ersten Kontakt aufgrund einer sehr guten Materialauswahl einen hervorragenden Eindruck. Die Digitalkamera wirkt edel, die Spaltmaße sind gering und gleichmäßig und es gibt kein Knacken oder Knarzen. So gut die Qualität des Gehäuses auch ist, in der Hand kann die Nikon 1 J1 nicht problemlos überzeugen: Die glatte Vorderseite bietet gar keinen Halt, hier würde schon ein leicht konturierter Handgriff das Sicherheitsempfinden deutlich erhöhen. Die Rückseite bietet immerhin eine Daumenablage, die allerdings auch nicht mehr Sicherheit bietet, da auch hier eine vernünftige Haltekante fehlt. Aus dem Grund sollte die Digitalkamera also zur Sicherheit am Gurt hängen und für den Einsatz durch eine zweite Hand unterstützt werden. Dies erhöht auch die Stabilität und reduziert damit die Verwacklungsgefahr. Gerade bei einer Digitalkamera, die für Schnappschüsse besonders geeignet ist, sollte eine sichere Einhandbedienung aber Voraussetzung sein.

Auf der Oberseite der Nikon 1 J1 (Bildqualität) befinden sich der Ein/Aus-Schalter, der Auslöser sowie der Videoknopf in einer leicht vertieften Position. Dadurch fügen sie sich sehr gut ins Design ein und bieten gleichzeitig Schutz vor versehentlichem Drücken. Trotzdem sind sie leicht zu bedienen und besitzen gute Druckpunkte, so dass die Digitalkamera nicht nur schnell Einsatzbereit ist, sondern auch sanft ausgelöst werden kann.

Dies ist besonders wichtig mit Blick auf die sonstigen Ausstattungsmerkmale. So besitzt die Nikon 1 J1 nicht nur einen elektronischen Verschluss, sondern auch einen in Kombination mit dem Standardobjektiv Nikon 1 Nikkor VR 10-30mm 1:3,5-5,6 quasi lautlosen Autofokus. In der Praxis bedeutet dies einen maximalen Grad an Unauffälligkeit und ermöglicht so Aufnahmen in Bereichen, in denen jedes lautere Geräusch störenden Einfluss auf die Umwelt nimmt. Gerade im Vergleich zu anderen digitalen Systemkameras setzt die Nikon 1 J1 hierbei Maßstäbe.

Die Rückseite der Nikon 1 J1 (Abbildungsleistung) entspricht weitgehend der klassischen Ansicht digitaler Kompaktkameras, zeigt aber auch einiges ungenutztes Potenzial. So gibt es zwar ein Moduswählrad, auf dem ohne Probleme auch die Programm- bzw. Halbautomatiken einen Platz gefunden hätten, das aber zu einem großen Teil leer bleibt. Ambitioniertere Nutzer müssen also den Weg über das Menü nehmen. Auch die Steuerung über einen kleinen Hebel oberhalb des Moduswählrades, der nicht nur die markierte Funktion der Zoomsteuerung im Wiedergabemodus übernimmt, sondern beispielsweise auch die Blende bei der Zeitautomatik regelt, ist unnötig kompliziert. Ein klassisches Einstellrad an gleicher Stelle hätte einen ähnlichen Effekt, aber viel bessere und schnellere Einstellmöglichkeiten geboten. Wirft man allerdings einen Blick ins Menü und schaut sie die vorhandenen Individualisierungsmöglichkeiten an wird schnell klar, dass diese Einschränkungen bei der Bedienung von Nikon bewusst zur Schaffung eines künstlichen Abstands zu anderen Produkten aus dem eigenen Hause genutzt werden. Dies erklärt auch den fehlenden Zubehörschuh und ist im Bereich der digitalen Systemkameras keine Seltenheit, denn auch andere Hersteller schränken die Fähigkeiten ohne nachvollziehbaren technischen Grund ein. Da auch das etwas größere und teurere Schwestermodell, die Nikon 1 V1 (Datenblatt), ähnliche Einschränkungen besitzt, bleibt abzuwarten, ob Nikon speziell für die ambitionierteren Nutzer noch ein eigenes Modell innerhalb des neuen Systems entwickelt, oder ab diese direkt das digitale Spiegelreflexkamerasystem nutzen sollen.

Das Display der Nikon 1 J1 (Farbwiedergabe) entspricht mit drei Zoll der klassenüblichen Größe, mit 460.000 Bildpunkten allerdings nicht ganz dem Auflösungsstandard in diesem Preissegment. Überzeugen kann das Display trotzdem durch eine sehr gute, klare und Kontrastreiche Wiedergabe, so dass der rechnerische Nachteil sich in der Praxis nicht negativ auswirkt.

Ein großer Pluspunkt soll nach Sicht der Werbeabteilung von Nikon der Autofokus der Nikon 1 J1 sein. Und in der Tat kann dieser im Leistungstest überzeugen. Der Einzelautofokus ist in Kombination mit dem Kitobjektiv Nikon 1 Nikkor VR 10-30mm 1:3,5-5,6 bei guten Lichtbedingungen sehr schnell und treffsicher und steht damit auf einer Stufe sowohl mit anderen aktuellen Systemkameras, als auch mit den digitalen Spiegelreflexkameras im Einstieg- und Mittelklassebereich. Bei schlechtem Licht lässt die Leistungsfähigkeit allerdings erwartungsgemäß nach, ähnlich wie dies auch bei der Konkurrenz der Fall ist. Bei normalen Innenraumsituationen bleibt er ausreichend schnell für Schnappschüsse, bei düstereren Situationen bis hin zur reinen Kerzenbeleuchtung ist er treffsicher, allerdings auch entsprechend langsam. Beeindruckend sind die Leistungen des kontinuierlichen Autofokus. Bei guten Lichtbedingungen ist dieser deutlich schneller als andere spiegellose Systemkameras und erreicht das Niveau von Einsteigerspiegelreflexkameras. Ermöglicht wird dies durch einen auf der Sensoroberfläche integrierten Phasenautofokus, der genauso funktioniert wie das Pendant in den DSLR-Kameras, allerdings insgesamt aufgrund seiner geringeren Empfindlichkeit eine etwas schlechtere Leistung bietet. So reduziert sich die Leistungsfähigkeit bei schlechtem Licht deutlich und sinkt auf das Niveau der sonstigen spiegellosen Systemkameras, die nur mit Kontrastautofokus arbeiten, ab. Für die meisten Einsatzzwecke bei gutem Licht stellt er aber eine deutliche Erweiterung der Fähigkeiten von Digitalkameras in diesem Segment dar und hält damit das Werbeversprechen ein.

Als Objektiv wird bei der Nikon 1 J1 (Beispielaufnahmen) das Nikon 1 Nikkor VR 10-30mm 1:3,5-5,6 im Kit mitgeliefert, das dem üblichen 3x Standardzoom entspricht. Es muss vor der Nutzung manuell ausgefahren werden, so wie dies auch bei anderen Herstellern der Fall ist. Praktisch ist hierbei das automatische Einschalten der Digitalkamera, sobald das Objektiv ausgefahren wird. So ist die Schnappschusstauglichkeit schnell hergestellt. Die Brennweite wird wie bei Systemkameras üblich per Drehring verändert und steht dabei auch während der Videoaufnahme zur Verfügung, sollte dort aber aufgrund der unvermeidbaren Verwackler vorsichtig eingesetzt werden.

Insgesamt ist die Nikon 1 J1 (Fazit) eine spannende Kamera, die in der Praxis sehr viel Spaß bereitet, sofern man auf häufige Einstellungen verzichten kann. Der schnelle Autofokus, die kurze Reaktionszeiten und die gut funktionierenden Automatiken erlauben ein sorgloses Fotografieren mit einer guten technischen Qualität. Wenn man allerdings ambitionierter fotografieren möchte, kommt man sehr schnell an die Grenzen der Nikon 1 J1, vor allem im Fall des Bedienkonzeptes. Gerade in diesem Punkt wird die weitere Entwicklung des gesamten Systems sicherlich spannend bleiben, eine solide Basis ist mit der Nikon 1 J1 jedenfalls gelegt.

Ein Praxisbericht von:

Sascha Stewen

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