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Praxisbericht zur Ricoh GXR A12 50mm F2,5

Noch in der Verpackung macht die Ricoh GXR einen komischen Eindruck. Sowohl das Kameragehäuse, als auch das Aufnahmemodul sind einzeln verpackt. Dementsprechend habe ich beim Auspacken zunächst eine scheinbar halbfertige Kamera in der Hand, die Optik ist dementsprechend eigenartig, solange kein Aufnahmemodul angesetzt ist. Die rechte Seite, mit Griff, Akkufach und Bedienknöpfe erscheint vollständig, die linke Seite hingegen besteht im Grunde nur aus dem dünnen Display. Erst wenn das Aufnahmemodul, also die Kombination aus Objektiv, Sensor und Bildprozessor angesetzt wird, hat man eine vollständige Kamera in der Hand. Diese wirkt dann aber trotz der Modulbauweise wie aus einem Guss, die beiden Komponenten sitzen straff und ohne Spiel. Die Kombination hinterlässt einen wertigen Eindruck. Dies liegt sowohl an der solide wirkenden Metalloberfläche und dem angenehmen Kunstleder am Kameragriff, als auch an der guten Verarbeitung der einzelnen Bestandteile. Lediglich der ausklappende Blitz mit seinem Kunststoffgehäuse fällt da aus dem Rahmen, auch wenn er mir nur weniger gut verarbeitet, keineswegs aber unbrauchbar erscheint.

Auf der Vorderseite der Ricoh GXR befinden sich an Bedienelementen lediglich der Entriegelungshebel für das Aufnahmemodul, direkt neben dem grünen Autofokus-Hilfslicht. Letzteres besitzt eine hohe Reichweite und beschleunigt den Fokusprozess bei schlechtem Licht spürbar, ist allerdings auf Grund der Parallaxe im Nahbereich nicht brauchbar. Auf der Kameraoberseite befindet sich der Auslöser, das Moduswählrad inklusive dem Entriegelungsknopf sowie der Ein-/Aus-Schalter und der Blitzschuh. Der Auslöser ist als einzelner Knopf herausgearbeitet und besitzt einen guten, doppelten Druckpunkt. Ein versehentliches Auslösen wird dabei effektiv verhindert, trotzdem ist ein feinfühliges, punktgenaues Arbeiten möglich. Vor dem Auslöser sitzt das Wählrad, mit dem die Haupteinstellung je nach gewähltem Programm getroffen wird. Dieses Bedienkonzept ist von vielen Spiegelreflexkameras und gehobeneren Kompaktkameras bereits bekannt. Im Modus Zeitautomatik wird dieses Wählrad beispielsweise dafür benutzt, die Blende vorzugeben. Entsprechende Einstellungen erfolgen auch in den anderen Modi. Das Moduswählrad auf der Kameraoberseite zeigt recht deutlich, welche Zielgruppen von dem Kamerasystem angesprochen werden sollen. Zwar gibt es auch einen Vollautomatikmodus, der die ersten Schritte deutlich vereinfacht, und einen Szenemodus, dieser ist aber je nach angeschlossenem Aufnahmemodul zum Teil recht stark eingeschränkt. Im Falle des von uns in diesem Testbericht getesteten Ricoh GXR A12 50mm F2,5 Aufnahmemoduls befinden sich dort lediglich wenige Standardmodi wie Portrait oder Landschaft. Auch der Filmmodus ist dort untergebracht. Die restlichen Programme auf dem Moduswählrad sind aber eindeutig an engagiertere Amateure sowie professionelle Fotografen gerichtet. So gibt es neben dem klassischen Quartett Programmautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik und manueller Belichtungsmodus auch noch drei Punkte für eigene Voreinstellungen, die dann sehr schnell und einfach wieder aufgegriffen werden können. Um das Moduswählrad zu verstellen, ist es notwendig, den Entriegelungsknopf zu drücken. Dies ist besonders am Anfang, wenn man besonders viel ausprobiert, recht nervig. Sobald man aber mit der Kamera vertraut ist, lernt man diese zusätzliche Sicherheit zu schätzen. Denn allzuleicht passiert es bei anderen Kameras, dass dieses Moduswählrad verstellt wird und somit im entscheidenden Augenblick Zeit verloren geht.

Auf der Kamerarückseite befinden sich eine Vielzahl an direkten Einstellmöglichkeiten. Direkt über dem sehr gut auflösenden Display befinden sich drei Einstellknöpfe. Der neue Direct-Knopf ermöglicht den Zugriff auf das Direkt-Menü, eine Bedienoberfläche, die wesentliche Kameraeinstellungen umfasst und diese somit schnell konfigurierbar macht. So lassen sich ohne Griff ins Menü, und ohne Nutzung der frei programmierbaren Tasten beispielsweise die Belichtungsmessung, die Fokusmessung oder der Weißabgleich regeln. Rechts neben der neuen Direct-Taste liegt die Blitztaste, die den eingebauten Blitz automatisch entriegelt, so dass dieser nach oben ausklappen kann. Dies aktiviert auch gleichzeitig den Blitzmodus in der Kamera. Nach Benutzung kann der Blitz mechanisch wieder in seine Ursprungsposition zurückgedrückt werden. Direkt neben der Blitztaste befindet sich der Umschaltknopf Display/elektronischer Sucher. Dieser ist immer aktiv und schaltet somit nicht nur bei angebrachtem Sucher zwischen der Darstellung um, sondern dient gleichzeitig auch als Ausschalter für das große Display, wenn der elektronische Sucher nicht angeschlossen ist. Der elektronische Sucher "VF-2" ist als Zubehör erhältlich und wird auf den auf der Oberseite zwischen Blitz und Auslöser befindlichen Blitzschuh gesteckt. Die Steckverbindung befindet sich an der Kamerarückseite unterhalb des Blitzschuhs und sichert die Datenübertragung von der Kamera auf das Sucherdisplay. Im Einsatz hat diese Lösung gegenüber einer integrierten Bauweise sowohl vor-, als auch Nachteile. Die beiden großen Vorteile sind sicherlich die durch die externe Unterbringung ermöglichte, kompakte Bauweise sofern der Sucher nicht aufgesteckt ist, sowie die Verstellbarkeit des Suchers. Der große Nachteil dieser externen Lösung ist sicherlich die Anfälligkeit des Systems. Der Sucher ist eine Art Störfaktor, und dies besonders dann, wenn die Kamera in engeren Taschen getragen wird. Auch die Qualität des Suchers war, vergleicht man diese etwa mit den neuesten elektronischen Suchern der Olympus Pen E-P2 und der integrierten Panasonic-Lösung der G(H)1, weniger überzeugend. Nur gegen den noch schlechteren Sucher der Panasonic GF1 konnte sich der VF-2 der Ricoh GRX behaupten. Bei meinem Test hatte ich den elektronischen Sucher oft dabei, allerdings selten genutzt. Selbst bei hellem Tageslicht war das hintere Display meist noch ausreichend, um in jeder Position Bilder zu machen. Bei einigen wenigen Aufnahmen hingegen erwies sich der Sucher aufgrund der Klappbarkeit nach oben als Segen, ermöglichte dieser doch ein sehr unauffälliges Fotografieren. Für die meisten Nutzer dürfte der VF-2 deswegen aber verzichtbar sein.

Rechts vom Kameradisplay befinden sich die übrigen Bedienelemente. Direkt unterhalb des Ein-/Aus-Schalters liegt der Adjustment-Schalter, der nicht nur die Bewegung nach links und rechts ermöglicht, sondern auch als Taster dient. Mit diesem Taster wird das Einstellungsmenü geöffnet. Dort kann eine vorher im Menü ausgewählte Gruppe an Einstelloptionen schnell aufgerufen und verändert werden. Diese Individualisierungsmöglichkeit vereinfacht die Arbeitsabläufe je nach den eigenen Wünschen. Rechts vom Adjustment-Schalter sitzt die Zoomwippe, die - je nach Aufnahmemodul - die motorische Brennweitenverstellung steuert. Zudem dient sie zur Navigation im Wiedergabemodus. Dieser kann über den Wiedergabeknopf aktiviert werden, der sich links von der Daumenablage befindet. Mit dem montierten und aktivierten elektronischen Sucher wechselt die Kamera beim Druck auf diesen Knopf nicht nur in den Wiedergabemodus, sondern gleichzeitig vom elektronischen Sucher "VF-2" auf das rückwärtige Display, so dass die Betrachtung der aufgenommenen Bilder einfacher wird. Unterhalb dieses Knopfes befindet sich die Makro-Taste. Ein Druck auf diese, und die Kamera wechselt vom normalen Aufnahmemodus in den Makromodus mit reduzierter Naheinstellgrenzen. Zwar kann man dies auch durch die Kamera selbst erledigen lassen (im Menü findet sich ein entsprechender Punkt) jedoch erhöht sich dadurch besonders beim Makromodul der Fokusweg und somit auch die Dauer, bis ein Motiv entsprechend scharfgestellt ist. Die manuelle Umschaltung war deshalb mein bevorzugtes Mittel während des Tests. Unterhalb dieser Taste befindet sich das Steuerkreuz mit der zentralen Menütaste, die getreu ihrem Namen den Zugang zum umfangreichen Menü ermöglicht. In diesem sind eine sehr umfangreiche Zahl an Einstellungen möglich, die dem professionellen Charakter der Kamera gerecht werden. Die vier Tasten des Steuerkreuzes sind aufgeteilt in zwei Funktionstasten links und rechts, sowie in die Plus- und Minus-Taste oben und unten. Auch bei diesen Einstellmöglichkeiten wird dem Benutzer die Individualisierung eingeräumt und die Funktionen über das Menü zuordbar gemacht. Somit lassen sich eine Vielzahl an Einstellungen über dieses Bedienelement kontrollieren. Die standardmäßig vorgegebene Belichtungskorrektur auf der Plus-/Minus-Achse erschien mir während des Tests die logische Wahl zu sein und blieb daher mein Favorit. Unterhalb des Steuerkreuzes sind zwei weitere Tasten angebracht. Links der Selbstauslöserknopf, der neben zwei vorgegebenen Auslösezeiten wiederum eine individuelle Belegung ermöglicht und damit die Verzögerung programmierbar macht. Selbst mehrere Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeiten sind möglich. Die rechte der beiden Tasten ist die Displaytaste, die mehrere verschiedene Bildschirmansichten für die Aufnahme zur Verfügung stellt oder das Display komplett ausschaltet.

Das Gewicht und die Handhabung der Ricoh GXR harmoniert sehr gut mit dem Aufnahmemodul Ricoh GXR A12 50mm F2,5. Im Vergleich mit einer Spiegelreflexkamera mit gleichgroßem Snesor und vergleichbarem Objektiv wird die geringe Größe dieser Kombination offensichtlich. Leider konnte die technische Ausstattung des Aufnahmemoduls mich nicht ganz überzeugen. Der Autofokus ist bei gutem Licht und klaren Kontrasten im normalen Modus durchaus gut nutzbar, allerdings nicht besonders schnell. Bei schlechten Kontrastverhältnissen und im Makromodus ist manuelles Fokussieren über den Einstellring am Objektiv das bessere Mittel, da der Autofokus hierbei nicht nur sehr lange braucht, sondern auch oft "daneben liegt". Die entsprechende Umschaltung zwischen Makrobereich und Normalbereich sollte deswegen zwingend manuell erfolgen. Bei der automatischen Umschaltung müssen selbst konstrastreiche Motive bei größeren Aufnahmedistanzen viel Geduld beweisen. Für schnelle Schnappschüsse hat Ricoh zwar eine Fixfokus-Option integriert, diese ist jedoch aufgrund des geringen Schärfebereichs des Objektivs nur eingeschränkt nutzbar. In meinem Test konnte diese Funktion nicht überzeugen, so dass ich sie im weiteren Verlauf nicht weiter beachtete. Die Belichtung mit dem Aufnahmemodus war immer sehr ausgewogen und nur im absoluten Nahbereich leicht überstrahlt.

Das Ricoh GXR A12 50mm F2,5 Aufnahmemodul ermöglicht auch die Videoaufnahme in HD-Qualität bei einer Größe von 720p (1.280 x 720 Pixel) mit 24 Bildern pro Sekunde. Leider konnte die Videooption im Test nicht wirklich überzeugen. Zwar wird die Belichtung entsprechend angepasst, eine Schärfenachführung hingegen ist nicht vorhanden. Somit ist diese Funktion nur in einem kleinen, äußerst begrenztem Rahmen möglich (siehe auch unser Beispielvideo ). Insgesamt hat die Kombination aus der Ricoh GXR un dem A12 50mm F2,5 Aufnahmemodul Spaß gemacht. Die geringe Größe sowie die hohe Leistungsfähigkeit sind für einen dermaßen kleinen Begleiter ideal und für das ein oder andere Portrait sehr gut zu gebrauchen. Trotzdem zeigt diese Kombination noch einige Schwächen, sowohl was die Geschwindigkeit angeht, als auch, was den Funktionsumfang des Kameramoduls betrifft. Auch ist der Preis relativ hoch und beim Marktstart der Ricoh GXR ca. am 18.12.2009 ist die Auswahl an Aufnahmemodulen mit zwei an der Zahl noch sehr überschaubar.

Ein Praxisbericht von:

Sascha Stewen

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