Sony Alpha 550 Praxisbericht

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Praxisbericht zur Sony Alpha 550

Im ersten Moment wirkt die Sony Alpha 550 unproportioniert, kantig - und sofern man das bei einer solchen Kamera überhaupt sagen kann - übergewichtig. Die Größe der Kamera spiegelt allerdings ziemlich gut deren Position im Sony-Sortiment, zwischen den Einsteigergeräten Sony Alpha 230, 330 und 380 sowie der oberen Mitteklasse Sony Alpha 700, wider. Nach einer kurzen Eingewöhnung, die aber bei neuen Kameras immer notwendig ist, liegt sie entsprechend gut und sicher in der Hand. Dafür sorgt primär der gut ausgeprägte Kamerahaltegriff auf der Vorderseite sowie die Daumenablage auf der Rückseite. Durch das spürbare Gewicht ist die zweite Hand zwingend notwendig, empfiehlt sich bei größeren Kameras aber sowieso. Die Verarbeitung der Kamera ist gut, allerdings fühlen sich die Oberflächen nicht besonders hochwertig an. Auch die gummierten Flächen am Handgriff könnten griffiger sein, das verwendete Material ist mir zu glatt geraten.

Auf der Oberseite der Sony Alpha 550 sind, vom Moduswählrad abgesehen, sämtliche Knöpfe auf der rechten Seite untergebracht. Dabei handelt es sich um den Ein-/Ausschalter, der als Ring um den Auslöser gelegt wurde, den Umschaltschieber für den optischen Sucher sowie die Live-View-Darstellung, die Umschalttaste „MF Check LV“ für den Wechsel zwischen den beiden Live-View-Varianten sowie die drei Auswahlknöpfe für D-Range, Selbstauslöser und Serienbildmodus, sowie die ISO-Verstellung. Zusätzlich ist an der Vorderseite, unterhalb des Ein-/Ausschalters, das einzige Einstellrad der Kamera untergebracht. Dieses ist mit dem Zeigefinger leicht zu erreichen, auch wenn bei Unachtsamkeit die Gefahr besteht, das Einstellrad mit dem Ein-/Ausschalter zu verwechseln. Soll der Zeigefinger in Auslösernähe bleiben, um zum Beispiel eine schnelle Reaktion sicherzustellen, ist das Einstellrad mit dem Mittelfinger nur schwer zu erreichen. Auf ein zweites Rad hat Sony verzichtet, so dass in einigen Fällen auch bei wichtigen Funktionen jeweils eine Kombination aus Taste und Einstellrad benutzt werden muss. Im praktischen Einsatz hat dies jedoch keine nennenswerten Probleme bereitet. Besonders Aufsteiger, die durch die unteren Kameraklassen sowieso lediglich ein Einstellrad kennen, dürften ohne Probleme mit dieser Situation klarkommen. Der Ein-/Ausschalter der Sony Alpha 550 ist wie bereits erwähnt als Ring um den Auslöser angelegt und ermöglicht dadurch, die Kamera schon beim Griff in die Kameratasche einzuschalten. Dies ist nicht nur praktisch, weil es die Handhabung vereinfacht, sondern verkürzt auch die Zeit bis zur Betriebsbereitschaft und erlaubt damit schnellere Reaktionen sowie das einfachere Einfangen von Schnappschüssen. Der Auslöser selbst ist gut Verarbeitet und weist einen deutlich spürbaren Druckpunkt auf, der trotzdem ein erschütterungsarmes Auslösen ermöglicht. Die beiden Bedienelemente für die Einstellungen des Live-View-Modus befinden sich direkt neben dem Sucherbuckel. Der Schiebeschalter wechselt zunächst grundsätzlich zwischen dem optischen Sucher und dem Live-View-Betrieb. Im Falle des letzteren wird der Suchereinblick verschlossen, so dass durch diesen kein Licht eindringen und zu Bildfehler reduziert werden können. Gleichzeitig wird durch die Betätigung im Sucher eine Spiegelfläche so weggeklappt, dass ein zusätzlicher Sensor offengelegt wird, über den dann das Live-Bild erzeugt wird. Da bei diesem System der Spiegel selbst in normaler Position verbleibt, kann zur Fokussierung der schnelle Phasen-Autofokus der Kamera verwendet werden, so dass sich die Geschwindigkeit nicht jener bei der Benutzung des optischen Suchers unterscheidet. Dieses System ist bereits aus den Einsteigergeräten bekannt, wurde bei der Sony Alpha 550 durch einen zweiten Modus ergänzt. Möglich wurde dies erst durch die Live-View-tauglichen, neuen CMOS-Bildsensoren, die ein Direktbild über den Hauptsensor erlauben. Durch einen Druck auf die Taste „MF Check LV“ wird der Spiegel hochgeklappt, womit weder der Phasen-Autofokus, noch der zweite Sensor im Sucher genutzt werden. Da die Sony Alpha 550 nicht mit einem Kontrast-Autofokus ausgestattet ist, muss entweder manuell scharf gestellt werden, oder für die Fokussierung der Spiegel kurz nach unten geklappt werden. Damit eignet sich dieser Modus nicht für Schnappschüsse, aber gut für die Makro-, Produkt- und Landschaftsfotografie.

Die Unterschiede bei der Darstellung hingegen sind auffällig. Erscheint das Live-View-Bild über den zweiten Sensor besonders bei schlechten Lichtverhältnissen leicht verrauscht und detailarm, präsentiert sich das zweite Live-View-Ansicht in deutlich höherer Qualität. Außerdem zeigt diese die volle Bildgröße an, während das Bild über den kleinen Sensor an den Kanten jeweils beschnitten ist. Gerade in Verbindung mit dem hochauflösenden, 3,0 Zoll großen, klappbaren Display der Sony Alpha 550 kann diese neue Variante überzeugen. Dabei ist der Klappmechanismus so gut verarbeitet, dass selbst bei schlechteren Arbeitsbedingungen kein Zweifel an der Stabilität aufkommt.

Auf der linken Seite des Sucherbuckels befindet sich das Moduswählrad. Dieses bietet neben einem vollautomatischen Modus einige Szeneprogramme, die besonders den Einsteigern im Bereich der Fotografie helfen sollen, schnell und einfach gute Ergebnisse mit der Kamera zu erhalten. Daneben bietet die Sony Alpha 550 auch die typischen Einstellmöglichkeiten Zeitautomatik, Blendenautomatik sowie den vollmanuellen Modus. Das Drehrad selbst ist gut verarbeitet, läuft ohne Spiel und lässt sich mit einem spürbaren Ruck bewegen, ohne dass dies negativ auffallen würden. Eher unterstützt es noch den wertigen Eindruck. Unterhalb des Moduswählrads sind zwei Knöpfe untergebracht. Der linke erlaubt den Zugriff auf die Menüstrukturen, über die sich die Grundeinstellungen der Kamera festlegen lassen. Der rechte Knopf hingegen regelt die Displayansicht und bietet neben der Displayabschaltung auch noch zwei Anzeigevarianten an. Auf gleicher Höhe befinden sich rechts vom Sucher, der mit einer Augensteuerung ausgestattet ist und somit nicht nur das Display automatisch abschaltet, sobald man durch den Sucher schaut, sondern auch eine durch den Augenkontakt ausgelöste Autofokusmessung durchführt, und somit die Zeit bis zum ersten richtig fokussierten Bildes deutlich verringert. Im Test hingegen empfand ich diese Funktion unnötig, sogar eher verwirrend, da natürlich der Autofokus mit seinen starren Messfeldern keinen Spielraum für die Objektverfolgung bietet. Auffällig ist die tiefe Positionierung des Suchereinblicks, da dieser durch das leicht vorstehende Display sehr weit nach vorn gewandert ist und daher häufig dafür sorgt, dass das Gesicht auf dem Display aufliegt. Dies hinterlässt auf dauer natürlich auch seine Spuren, so dass eine umkonstruierter Sucher sicherlich die bessere Wahl gewesen wäre.

Rechts vom Sucher befinden sich, wie schon auf der linken Seite, drei weitere Direkttasten. Von Links nach Rechts sind es die Zusatzzoomtaste, die durch Bildverkleinerung den Zoombereich der Objektive künstlich erhöht, die Belichtungskorrekturtaste, die - wie der Name schon sagt - direkt Korrekturen der Belichtungszeit ermöglicht, sowie die Messwertspeichertaste. Diese kann nicht nur den jeweils gemessenen Belichtungswert speichern, sondern dient während des Live-View-Einsatzes über den Hauptsensor zur Aktivierung der Bildschirmlupe. Ein Tastendruck genügt, und schon erscheint auf dem Display ein kleines Rechteck, das auf den Ausschnitt der Wahl positioniert werden kann und durch einen weiteren Druck auf diese Taste aktiviert wird. Zur Wahl stehen zwei Vergrößerungsfaktoren, siebenfach und vierzehnfach, die eine genaue Schärfebeurteilung möglich machen. Die Rückseite wird durch das große Display dominiert, das - wie schon erwähnt - klappbar auf der linken Seite der Kamera angebracht ist und rechts etwas Platz für weitere Bedienelemente lässt. Zu diesen gehört die Fn-Taste, die ein Schnellmenü aufruft, so dass einige wichtige Einstellungen möglich werden ohne die regulären Menüstrukturen durchsuchen zu müssen. Darunter befindet sich das Steuerkreuz mit zentralem Knopf. Dieses ist bei der Sony Alpha 550 mit der AF-Funktion belegt. So können über diese Kombination jedes der neun Autofokus-Messfelder direkt angewählt werden. Dies klappt auch dann noch gut, wenn das Auge am Sucher bleibt und man dieses Instrument blind bedienen muss. In den verschiedenen Menü- und Einstellstrukturen übernimmt das Steuerkreuz die bereits aus anderen Kameras bekannte Funktion als Einstellinstrument. Unterhalb dieses Bedienfelds liegen noch zwei Tasten, die zum einen die Bildwiedergabe ermöglichen, zum anderen Bilder per Knopfdruck löscht.

Im Einsatz hinterließ die Sony Alpha 550 einen guten Eindruck. Der Autofokus ist unter normalen Bedingungen schnell genug, um Schnappschüsse aufnehmen zu können, obwohl lediglich das Kitobjektiv verwendet wurde. Bei schlechteren Lichtverhältnissen lässt die Leistung des Autofokus spürbar nach, was vor allem zu längeren Fokussierzeiten führt. Leider fehlt der Kamera ein eigenes Autofokushilfslicht, so dass der Blitz als ein solches verwendet werden muss. Als eine besondere Funktion ist die hohe Serienbildrate hervorzuheben, auch wenn dies teilweise zu Einschränkungen führt. So sind in dem besonders schnellen Burstmodus die Autofokussensoren nicht aktiv, so dass während der Aufnahmeserie keine Nachfokussierung stattfindet. Im normalen Serienbildmodus mit fünf Bildern pro Sekunde (ohne Live View) hingegen wird während der Aufnahmen nachfokussiert. Hier zeigen sich allerdings die Grenzen des Autofokusmoduls, das bei schnellen Motiven nicht immer folgen kann. Besonders im Nahbereich wird das sicher zu dem einen oder anderen fehlfokussierten Bild führen. Zudem bleibt die Bildrate aufgrund der Schärfepriorität nicht konstant, so dass besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen diese aufgrund der schlechten Autofokus-Ergebnisse doch deutlich schlechter ausfallen kann.

Der zweifache Live-View funktioniert gut, mit dem Quick-Live View ist die Kamera Schnappschusstauglich und dies auch aus ungewöhnlichen Perspektiven, und der MF Check Live View erlaubt die präzise Fokussierung dank der Sucherlupe. Nervig war bei dieser Variante lediglich die Umschaltung zwischen AF und MF, da dabei der Lupenmodus deaktiviert und der Auswahlrahmen auf die Ausgangsposition zurückgestellt wurde.  Zwar besitzt die Kamera einen Blitzschuh, trotzdem ist sie mit einem kleinen Zusatzblitz ausgestattet, der auf Knopfdruck elektronisch entriegelt. Dabei zeigte sich im Test, dass dieser besonders im Nachbereich zu Überbelichtungen neigt und lediglich bei etwas höheren Distanzen für eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgt. Somit muss bei kürzeren Distanzen helfend eingegriffen werden.

Ein Praxisbericht von:

Sascha Stewen

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Beispielaufnahmen Fazit

Kommentare

Hi, mich würde interessieren, ob ...

Hi, mich würde interessieren, ob die Aufnahmen der A550, insbesondere des Testaufbaus, mit oder ohne den eingebauten Bildstabi gemacht wurden. Sprich, wurde im Menü auf Off gestellt?

Hallo, die Aufnahmen des dkamera ...

Hallo,
die Aufnahmen des dkamera Test-ISO-Szenarios (Testberichtseite "Bildqualität") werden immer bei deaktiviertem optischem Bildstabilisator und mit Hilfe eines Stativs erstellt.

Meine Sony A550 habe ich ...

Meine Sony A550 habe ich schon 2 Jahre.Jetzt stellt sich ein massiver Blaustich ein.95% der Bilder sind so stark betroffen das ich sie löschen muß.WER kann mir helfen den Fehler zu finden und zu beheben?Bitte nur antworten wer auch wirklich Ahnung davon hat!!! Weiß mir sonst keinen Rat. mfg Ralf

Den Service für Sony Alpha ...

Den Service für Sony Alpha in D macht die Firma Geissler.
Weiter Fragen werden bestimmt im www.sonyuserforim.de beantwortet.

VG

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